Auch wenn SpON nicht immer Top-Qualität abliefert, gibts heute doch einen sehr treffenden Artikel zur Kür der Bewerberstadt für 2024 (bzw. 2028). Allerdings halte ich es für richtig, dass sich Deutschland bewirbt, weil 2028 mit hoher Wahrscheinlichkeit die Spiele wieder nach Europa kämen, wenn 2024 Boston Ausrichter wird. Und dann hätte Hamburg respektive Berlin schon eine "Duftmarke" gesetzt und wäre innerhalb des IOC bereits mit der Bewerbung bekannt, könnte auf Kritikpunkte reagieren etc. Was jedenfalls nicht nachteilig wäre.
Olympia in Deutschland wäre für mich sicherlich ein Highlight, zumal wenns in meiner Heimatstadt stattfinden würde. Wenn Deutschland nach 1972 (endlich) mal wieder Olympische Spiele ausrichten würde, hätte das mit Sicherheit viele positive Auswirkungen, gerade für die olympischen (Sommer-)Sportarten, die doch sehr im Schatten von Fußball und Formel 1 stehen. Zu den Kritikpunkten: Je nach Bewerbungskonzept wären auch die positiven stadtplanerischen Aspekte vorhanden; durch Rückbau von Zuschauerkapazitäten bzw. Abbau nach den Spielen würde es keine ungenutzten Baumonumente geben a la Peking; nicht zuletzt würde der Standort Deutschland als solcher davon profitieren, so dass der Einsatz der finanziellen Mittel für die Kampagne sich auch monetär auszahlen würde.
Interessante Zahlenspiele dazu gibt es für die Spiele 2012 in London. Die Kostenbilanz geht von einem (mehr oder weniger deutlichen) Plus der Spiele bis hin zu einem Minus von vielen Milliarden. Da darf man sich wohl aussuchen, welche Zahl man nimmt. Und ob man tatsächlich alle Kosten bzw den gesamten Gewinn überhaupt quantifizieren kann, halte ich eh für illusorisch, dazu sind zu viele Aspekte des täglichen Lebens betroffen, als dass man abschließend eine Bilanz vorlegen könnte.
Kritisch sehe ich in jedem Fall, allerdings bei allen olympischen Spielen, die Sicherheitsfrage. Gerade mit Terroristen a la IS ist ein Sicherheitskonzept, das absolute Sicherheit verspricht, kaum umzusetzen. Auf der anderen Seite darf sich eine Gesellschaft nicht von Terror-Drohungen unterkriegen lassen. Boston wird diesbezüglich auch ein Zeichen setzen.