Artikel von handball-world.com:
"Jetzt erst Recht" – Der TuS will wieder hoch
Kurs Richtung Wiederaufstieg? - Tim Remer
Foto: sportseye.de
„Wir werden alles dafür tun, damit wir im nächsten Jahr den direkten Wiederaufstieg schaffen“ versprach Wirtschaftsbeirat Armin Gauselmann bei der Saisonabschlussfeier mit Mannschaft, Sponsoren und Fans am Lübbecker Marktplatz. Und der Absteiger hat in den vergangenen Tagen einiges in Bewegung gesetzt, um in der kommenden Saison in der zweiten Liga Nord eine Spitzenrolle einzunehmen. Der Zweitligaerfahrene Trainer Patrick Liljestrand wird mit einem feinen Kader ins Rennen gehen, der neue Coach attestierte seinen Spieler bereits eine außergewöhnliche „Revanche“-Mentalität. Der TuS N-Lübbecke hat einiges vor.
Die Art und Weise des Abstiegs des Traditionsvereins aus Ostwestfalen weckte in Lübbecke und Umgebung eine „Jetzt erst Recht“-Stimmung. Zu bitter war das Saisonfinale, indem sich ausgerechnet Lokalrivale GWD Minden durch einen denkwürdigen Sieg in Flensburg hauchdünn vor dem TuS platzierte. "Wir werden wieder aufstehen", sagte Armin Gauselmann kämpferisch. Eigentlich war im Fall des Abstiegs eine Konsolidierungsphase vorgesehen, doch nun spricht man beim TuS offen vom Saisonziel 08/09: Direkter Wiederaufstieg.
Das Personal dazu sollte der TuS haben: Viele Säulen der Nettelstedter Mannschaft haben unlängst ihre Bereitschaft erklärt, beim Projekt „Alles für den Aufstieg“ mit zu helfen. Torhüter Nikola Blazicko sowie der Aufsteiger der Saison, Linkshänder Michele Skatar, verlängerten nur wenige Tage nach dem Abstieg ihre Kontrakte beim ehemaligen Europapokalsieger und setzten damit ein Zeichen. Mit dem polnischen Nationalspieler Artur Siodmiak, Führungskraft Branko Kokir, Thomas Schibschid und Thorir Olafsson folgten weitere Vertragsverlängerungen. Der polnische Vizeweltmeister Michal Jurecki sowie der aktuell mit einem Mittelfußbruch ausfallende Oliver Tesch, Tim Remer und Danny Anclais besaßen sowieso einen Vertrag für die zweite Liga. Rechtsaußen Danny Anclais fällt mit seinem Kreuzbandriss allerdings noch bis mindestens Jahresende aus.
Dagegen verlassen die Torhüter Birkir Gudmundsson (Haukar) und Dennis Klockmann (Hildesheim) den Verein. Ihren Platz wird in der kommenden Saison Björn Buhrmester einnehmen, der bereits in der letzten Aufstiegssaison im Nettelstedter Kader stand. Er wechselt von GWD Minden zum TuS. Weitere Abgänge sind Sergo Datukashvili (Gorenje Velenje), Nico Greiner, Josip Cale, Dusan Tomic (Pfadi Winterthur), Petr Hazl (ASV Hamm), Christian Hildebrand und Jakub Szymanski (Wacker Thun). Für die rechte Rückraumposition konnte der TuS den Linkshänder Lars Friedrich von der SG Achim/Baden verpflichten. Der 257-fache Zweitligatorschütze der vergangenen Saison wird mit Michele Skatar das Duo auf dieser Position bilden.
Die vakante Mittelposition ist auch bereits neu besetzt. Der international erfahrene Slowene Luka Dobelsek soll künftig die Fäden im Nettelstedter Angriffsspiel in der Hand halten, er kommt von Gorenja Velenje. Mit Luka haben wir einen klassischen Spielmacher verpflichtet, der zudem über sehr gute Abwehrqualitäten verfügt", zeigte sich TuS-Sportdirektor Zlatko Feric hochzufrieden über den Neuzugang, der im Koinzept der Nettelstedter eine wichtige Rolle einnimmt. Verantwortlich für dieses Konzept wird ein neuer Trainer sein. Diese, mit Abstand wichtigste Personalie, konnte der TuS schon vor langer Zeit, während der vergangenen Saison, verkünden: Patrick Liljestrand, ehemals TV Emsdetten, wird der Nachfolger von Zlatko Feric auf dem Trainerposten.
Mit Blick auf das vorhandene Personal erlangt der TuS unvermeidlich die Favoritenrolle in der zweiten Liga Nord . Beim Absteiger ist man bereit sie anzunehmen. In Nettelstedt ist sich durchaus bewusst, dass die Liga in der kommenden Saison stark ist wie selten zuvor. Denn mit Hildesheim, Hamm, Burgdorf, Emsdetten und Wilhelmshaven gibt es einige Konkurrenten, die dem TuS den Platz an der Sonne streitig machen wollen. „Nach dem unglücklichen Abstieg haben die Spieler Revanchegefühle in sich, um das sofort wieder auszubügeln", stellte Patrick Liljestrand gegenüber der „Neuen Westfälischen“zufrieden fest. "Das Gerüst steht schon. Es gilt jetzt nur noch kleine Ergänzungen vorzunehmen", deutete Zlatko Feric gegenüber der NW an, dass die Personalplanung noch nicht ganz abgeschlossen ist.
Vergleiche mit der 68:0-Rekord-Aufstiegssaison unter Jens Pfänder verbieten sich allerdings, denn damals gab es keinen ernsthaften Konkurrenten um den Aufstieg. Der TuS dominierte damals mit Mannschaft und Strukturen in allen Bereichen - mittlerweile gibt es auch in der zweiten Liga vielerorts Profibedingungen.
Aktueller Kader:
TW:
Nikola Blazicko
Björn Buhrmester (GWD Minden)
Konstantin Madert (Zweitspielrecht TuS Spenge RL)
Außen:
Tim Remer
Thomas Schibschid
Danny Anclais
Thorir Olafsson
Rückraum:
Michal Jurecki
Branko Kokir
Michele Skatar
Luka Dobelsek (Gorenje Velenje)
Lars Friedrich (SG Achim/Baden)
Kreis:
Oliver Tesch
Artur Siodmiak
Trainer:
Patrick Liljestrand (TV Emsdetten)