Es war ein Tipp unter Trainer-Kollegen und Freunden: Als Kent-Harry Andersson sich aus Nordhorn verabschiedete, gab er seinem Nachfolger Ola Lindgren öffentlich mit auf den Weg: "Ian Marko Fog ist der ideale Kapitän mit großen Führungsqualitäten." Prompt reichte Lindgren die Binde, die er selbst seit 1998 getragen hatte, an den Dänen weiter. Wie Ian Marko Fog seine Kollegen sieht, schilderte er GN-Redakteur Frank Hartlef.
Der Alleskönner
Peter Gentzel - Ob Fußball oder Golf, er kann es einfach. Er war sogar einmal Frisbee-Weltmeister. Was er auch anpackt, es gelingt. Nur mit dem Öffnen von Dosen tut er sich manchmal schwer... Im Tor hat er eine stoische Ruhe. Er ist ein Kopfmensch – und unser Kreuzworträtselkönig.
Der Eigenwillige
Helge Rigterink – Er hebt sich immer ab; zum Beispiel mit der Musik, die er hört. Von uns kennt die kein Mensch. Ich sage immer: Die hört Helge nur, um sich von uns zu unterscheiden. Für einen Torwart hat er die ideale Größe und richtige Bewegung. Er kann von Peter viel lernen, zum Beispiel, die Ruhe zu behalten.
Der Ruhige
Michael Hoffmann - Mein Landsmann aus Kopenhagen. Unser Linksaußen lebt auf dem Feld von seiner enormen Explosivität und hat die richtige Aggressivität. Sonst ist er eher ruhig, für einen Neuen ganz natürlich. Wer ihn kennt, weiß aber, dass er ein lustiger Geselle ist.
Der Schüchterne
Dennis Leissink - Er ist immer ganz ruhig und ein bisschen zurückhaltend. Körperlich bringt er alle Voraussetzungen mit, ein Großer zu werden. Er muss dieses Jahr angreifen; er ist ein Talent aus der Region und hat viel mehr Potenzial, als er selber glaubt.
Der Seriöse
Jan Filip - er ist ganz seriös, vor allem beim Training. Da braucht er seine festen Abläufe, und wehe es quatscht beim Krafttraining einer dazwischen – wie ich manchmal... "Honza" gibt immer hundert Prozent, aber oft hat er auch den Schalk im Nacken und man kann viel Spaß haben mit ihm
Mister Köthen
Maik Machulla – als wir in Köthen im Pokal gespielt haben, standen einmal nicht Gentzel, Vranjes oder sonstwer im Mittelpunkt, sondern Maik. Alles drängte sich um ihn. Seither hat er den Titel weg; was ihn ärgert, weil er ja aus Halle kommt. Für mich ist er ein Typ für die Nationallmannschaft. Er verlangt auch im Training immer hundert Prozent – von sich und den anderen. Wenn einer nicht spurt, ist mit ihm nicht zu spaßen. Trotzdem hat er einen prima Humor.
Der Kommunikative
Ljubomir Pavlovic – Er hat einen Riesenwurf und muss aus seinem Talent etwas machen. Er ist Stammgast in den Cafés von Nordhorn. Auch sonst ist er sehr kommunikativ. Die Telekom führt ihn als Premium-Kunden, weil er an Telefonitis leidet; seine Rechnungen sind enorm.
Der Harte
Frank Schumann – Er ist explosiv und ganz hart; letzteres nicht nur als Abwehrspieler, sondern auch als unser Kassenwart. Außerdem ist er unser Grill-Meister. Er versteht etwas von den schönen Dingen des Lebens und liebt es zu genießen. Einfach ein guter Kerl.
Der Mittelpunkt
Ljubomir Vranjes – Er steht bei uns im Mittelpunkt, auf und neben dem Spielfeld. Genial, wie er sich bei seiner Größe von 1,66 Meter in diesem pysischen Sport durchgesetzt hat. Sein Überblick und seine Explosivität – einfach unglaublich (dieses Wort ist im Übrigen sein deutsches Lieblingswort). Außerdem ist er unser Geschichtenerzähler; bei den Fahrten im Bus schart sich immer alles um seinen Platz und dann erzählt, was irgendein Freund von ihm erlebt hat. Aber oft denkt man: Die Geschichten drehen sich um ihn selbst.
Die Maschine
Robert Arrhenius – Er ist unglaublich stark und fit, teilt in der Abwehr unheimlich aus – meine Fresse! Mit seinen 105 Kilo ist er enorm stark, ein Typ wie Dolph Lundgren. Nach dem Spiel ist er aber ein ruhiger, gemütlicher Schwede.
Der Stil-Experte
Andreas Larsson – Er legt sehr viel Wert auf seinen Stil; bei ihm muss immer alles zueinander passen. "Latte" ist ein Athlet und ein kompletter Handballer, der auch ein guter Abwehrspieler ist. Außerdem ist er unser Chef-Kritiker; wenn irgend etwas nicht läuft, "Latte" spricht es direkt an – aber immer mit einem Augenzwinkern.
Der Mutige
Holger Glandorf – Er geht dahin, wo es weh tut, immer zwischen Position eins und zwei der gegnerischen Abwehr. Und er hat kein Problem damit, bei 20:20 kurz vor Schluss den entscheidenden Wurf zu machen. Er hat eine gute Einstellung und für seine Größe eine enorme Schnelligkeit. Sonst ist er eher zurückhaltend – "Glanzy" lässt seine Tore für sich sprechen. Er hat eine große Zukunft vor sich.
Der Heiße
Daniel Heisig – Er sagt über sich selbst, er sei "heiß wie Frittenfett". Er gibt immer hundert Prozent, egal, auf welcher Position er spielt. Er hat bei uns einen Vertrag mit "Vollpension", zieht sich immer jede Menge Bananen und Energieriegel rein.
Die Youngster
Bastian Riedel, Jörn Wolterink – Auf dem Feld noch zu lieb, da müssen sie lernen, härter zu werden und ihre nette Fassade abzunehmen. Aber sie haben Potenzial. Bastian hat schon eine erstaunliche Übersicht, ist clever und erinnert ein wenig an Volker Zerbe. Jörn verfügt über einen guten Schuss und kann auf Sicht die einfachen tore aus der zweiten Reihe machen.
Quelle: Grafschafter Nachrichten