Die Lage der Liga (allgemeine Entwicklung)

  • Die wollen ja auch kaum berechenbar sein, denn sonst würden sie bei ihrer neuen supi-dupi League ja nicht 1/3 der 12 Teilnehmer nach EHF Willkür vergeben und nur 2/3 der Startplätze an Landesmeister (aus den entsprechend 8 besten Ländern)

    Das ironische daran ist im Viertelfinale stehen dieses Jahr 5 Mannschaften die nicht Meister ihres Landes sind. Es macht einfach nicht viel Sinn.

    Was Kiel angeht, kann ich mir halt vorstellen das EHF daraus eine Causa Kiel macht. Bei einem CL-Sieg fände ich das sportlich auch irgendwo gerechtfertigt. Für mich hat der CL-Sieger in einem WC-System was letztendlich eh willkürlich ist, eher die Berechtigung als der dritte oder zweite irgendeiner Liga. Naja...aber bis dahin wäre es noch ein steiler Weg für die Kieler. ;)

  • Nach meinem Verständnis ist Platz 5 ist nur dann ein EHF-Cup-Startplatz, wenn eine davor positionierte Mannschaft den DHB-Pokal gewinnt. Ausnahme: Magdeburg gewinnt im Mai den EHF-Cup in eigener Halle und ist am Saisonende nicht unter den ersten 4. Dann reicht ebenfalls nur der 4. Platz.


  • Was Kiel angeht, kann ich mir halt vorstellen das EHF daraus eine Causa Kiel macht. Bei einem CL-Sieg fände ich das sportlich auch irgendwo gerechtfertigt. Für mich hat der CL-Sieger in einem WC-System was letztendlich eh willkürlich ist, eher die Berechtigung als der dritte oder zweite irgendeiner Liga. Naja...aber bis dahin wäre es noch ein steiler Weg für die Kieler. ;)

    Das unterschreibe ich so voll und ganz!

    Ich bin nun wirklich alles andere als ein Wildcard Freund!
    Aber dem Titelverteidiger kann man von mir aus gerne als Anerkennung besonderer Leistung ein Startrecht einräumen, falls dieser eben in seiner Liga nicht Meister wurde.
    Von mir aus sogar noch lieber der Sieger des Cups darunter (EHF Cup) um diesen Wettbewerb und den Sieg dort aufzuwerten, auch den dortigen Sieger lieber als den 4. aus Liga XY nachdem man den 3. in der Liga auch noch übersprungen hat.
    Diese vollkommene Willkür nur nach Vereinsnamen ist und bleibt für mich einfach viel zu sehr Show und Event Gehabe als echter sportlicher Wettkampf mit klaren Kriterien wer denn teilnehmen darf und wer eben die sportliche! Qualifikation (mal) nicht geschafft hat.
    Wie bei Auf- und Abstiegen sollte und muss es eben auch bei der Qualifikation zu internationalen Wettbewerben mal (negative) Überraschungen geben, genau von solchen Ausschlägen lebt eben auch der Sport!

  • Ein Blick auf die Basketball-Bundesliga BBL:

    Zitat

    Auf der gestrigen Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Basketball Bundesliga e.V. in Frankfurt haben die Vertreter der 18 Klubs strategisch wichtige und weitreichende Beschlüsse mit Blick auf die Entwicklung der easyCredit BBL in den kommenden Jahren getroffen. [...]

    Mindest-Etat:
    Um den Wachstumskurs auch langfristig beibehalten zu können, so AG-Präsident Alexander Reil (MHP RIESEN Ludwigsburg), sei es notwendig gewesen, sich über die Standards und das Lizenzierungsverfahren Gedanken zu machen. Das Ergebnis: Um künftig in der easyCredit BBL mitspielen zu können, wird der Mindest-Etat ab der Saison 2019/2020 auf 3,0 Mio. Euro erhöht. Die 50-prozentige Steigerung ist eine Anpassung an das Wachstum der vergangenen Jahre. Diese Kennziffer gilt auch ausnahmslos für die sportlichen Aufsteiger aus der ProA.

    Alexander Reil: „Das Gros unserer Klubs liegt bereits jetzt über den künftig geforderten drei Millionen Euro. Dass dies für den einen oder anderen Klub eine hohe Hürde darstellt, ist mir bewusst. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass die Etat-Steigerung mit den handelnden Personen vor Ort realisiert wird. Nicht zuletzt sollte es uns dadurch gelingen, die Kluft zwischen den größeren und kleineren Klubs ein Stück weit zu verringern.“

    Quelle: Basketball Bundesliga

    Ohne Frage ist zum Beispiel die aufopfernd kämpfende Mannschaft des TV Hüttenberg sportlich eine Bereicherung für die Liga. Aber gleichzeitig ist absehbar, dass der TV Hüttenberg kein Verein ist mit dem wirtschaftlichen Potential mittelfristig ins gesicherte Mittelfeld der Liga aufzurücken. Ein Mindestetat wie in der BBL würde manch ambitionierten Zweitligisten den Weg in die 1. Bundesliga verbauen, aber im Gegenzug würden sich wirtschaftlich leistungskräftigere Aufsteiger eher in der Liga etablieren können.

    Wäre ein Mindestetat eine sinnvolle Altenative zur regelmäßig aufkommenden Diskussion um eine Reduzierung der Mannschaften in der 1. Bundesliga?

  • Und was passiert, wenn es keinen Aufsteiger gibt, der den Mindestetat stemmen kann? Gibt es keine Absteiger? Und wenn zusätzlich Vereine die in der 1. Liga sind den Etat nicht schaffen? Wird dann nur mit 17 oder noch weniger Mannschaften gespielt?

  • Im Basketball wird es ja diesen Mindestetat jetzt geben, 3 Millionen..die Mannschaften aus dem Osten haben da wohl Probleme und deshalb auch dagegen gestimmt

    ich denke in der Tat dass es bei einem Mindestetat dann auf eine Reduzierung hinauslaufen würde, z.B. 12 Teams...gut fände ich das nicht, da die Liga auch "Underdogs" wie Hüttenberg, Friesenheim braucht

  • Die Frage ist immer was der Sinn davon ist. Ja, das ist professioneller. Da gibt es gar keinen Zweifel würde ich meinen. Allerdings schützt es im Zweifel auch nicht vor unseriösem wirtschaften und es würde die Kultur und Tradition von Handball verändern.

    Ich bin bereits kein großer Freund davon, dass es nur noch zwei Auf- und Absteiger gibt. Das ist der erste Schritt sich abzuschotten. Ja, es hilft wenn man nur drittletzter werden muss. Damit kann ein kleiner Club sicher besser planen und vielleicht nach und nach den Etat erhöhen, aber es bedeutet auch das man weniger und weniger neue Gesichter sehen wird.

    Die Frage die sich dann stellt: Was ist damit eigentlich gewonnen? Sagen wir mal dann geht man den Basketballweg und 16 oder 18 Clubs schaffen so einen Mindestetat...glaubt jemand wirklich das dann der erste gegen den achtzehnten nicht fast immer deutlich gewinnen würde? Das einzige was das wirklich erreichen könnte wäre im Gegenteil ein Salary Cap und ich weiß ja nicht ob das für einen Handball so gut wäre, der das Geld nehmen sollte was er bekommt.

    Ich wäre immer vorsichtig den anderen Sportarten zu folgen. Der Basketball hat zum Beispiel auch einen völlig anderen Zugang zu europäischen Wettbewerben und wer sich mal damit befasst was der Pokal dort so für einen Modus hat...da finde ich unser Gemecker über die blöden Erstrundenturniere schon recht sympathisch gegen.

  • Gerade solche Stories wie Hüttenberg sind doch herausragend und schaffen Aufmerksamkeit. Hüttenberg ist nun schon zum zweiten Mal überraschend innerhalb der letzten Jahre aufgestiegen. Der Umzug nach Gießen-Ost war ein Erfolg. Ich sehe auch nicht, dass der Verein jetzt völlig chancenlos ist,wie früher mal Stralsund oder Delitzsch.
    Auch mit Studenten kann man von der Kondition her in Liga 1 gegen Vollprofis bestehen. Hat der TVH eindrucksvoll in Melsungen unter Beweis gestellt.
    Ein 3 Mio. Cap würde Anreize wegnehmen. Gerade ein Verein wie Hüttenberg hätte dann ja kein Argument mehr Talente mit dem Versprechen: "Bei uns kannst du wenn alles gut läuft, mal in einem Punktspiel gegen den THW auflaufen" zu locken. Das Gleiche trifft auf Friesenheim zu.

  • Die Entscheidung der Basketballer kann man sicherlich so treffen, muss man aber auch nicht.

    Wirtschaftlich vernünftig agierende Vereine wissen, worauf sie sich in der ersten Liga einlassen mit dem Etat, den sie auf die Beine stellen können. Wenn z.B. also Hüttenberg mit den dortigen Möglichkeiten so gut agiert, dass man in die erste Liga aufsteigt, dann weiß man dort auch, dass man entweder sportlich und bei der Sponsorensuche über sich hinaus wachsen muss oder man weiß von vornherein, dass es ein einjähriges Abenteuer ist.

    Ein gutes Beispiel ist doch auch Eintracht Braunschweig bei ihrem Erst-Liga-Besuch vor 2-3 Jahren. Die haben ihren Etat nicht sonderlich erweitert, weil sie wussten und auch so geplant hatten, dass es ein einjähriges Abenteuer sein wird. Überschüsse aus der ersten Liga wurden für Investitionen genutzt, um sich nachhaltig zu verbessern.

    Eine reguläre Verpflichtung auf durchaus hohe Mindestanforderungen kann ja auch in letzter Konsequenz zu einer "festen" Liga führen, in der es dann keine Auf- und Absteiger gibt sondern einfach nur Lizenzen vergeben werden und erst Neuerungen reinkommen, wenn man die Liga erweitert oder einer der Erstligisten die Anforderungen nicht mehr erfüllen kann.

    Da geht die BBL eher einen Schritt in Richtung DEL.

  • In der HBL ist es so wie es meist lief und läuft doch auch von den meisten Protagonisten gewollt.
    Man möchte unter sich sein und möglichst lange bleiben.

    Da kommen Aufsteiger die durch Kampf und mannschaftliche Geschlossenheit den Aufstieg geschafft haben, aber wirtschaftlich und hallentechnisch sowie namentlich/historisch eigentlich nicht erstligatauglich sind und direkt wieder absteigen wie gerufen. Man kann sie eine Saison als underdog verkaufen und dann aber bitte den nächsten.

    Man stelle sich bei einer Etatuntergrenze vor, es würden nur noch Mannschaften aus der 2. Liga nachrücken, nur weil sie wirtschaftlich und hallentechnisch in die erste Liga passen, aber seit Jahren sportlich einen auf Melsungen machen und sich durch diese Chance auch noch etablieren!? 8o
    Dann würde ja im Zweifel ein Dino dran glauben müssen, oder eine etablierte Mannschaft die mal eine schwache Saison hat. Nene, das geht nicht.
    Idealerweise liegt die Wahrscheinlichkeit bei >90% dass die Aufsteiger oder zumindest die typischen Fahrstuhlmannschaften nicht lange verweilen und wieder absteigen.

    Alle paar Jahre kann man solche "Experimente" wie mit Löwen, Erlangen, Leipzig oder Berlin mal dulden, wenn etablierte wie Essen oder der HSV wegbrechen oder die Protagonisten zu den Gesichtern des deutschen Handballs bzw. der deutschen Wirtschaft zählen. Oder einfach um das Ost-West/Nord-Süd-Gefälle etwas auszugleichen. Aber zur Gewohnheit darf das nicht werden.

  • Wenn ein Aufsteiger seine Mittel besser nutzt oder grundsätzlich bessere Mittel zur Verfügung hat als ein schwächelnder Dino und der Dino deshalb dran glauben muss, dann sind das Marktmechanismen und hat nichts mit "Duldung" zu tun.

    Die genannten Vereine haben das wirtschaftliche Potential ihrer Region genutzt und damit schlecht agierende Vereine zurecht verdrängt. Wenn es hier und da Starhilfen gab, dann ist es eben so gewesen, aber die meisten Vereine mit solch einem Trigger stehen doch jetzt auf eigenen Füßen. Letztlich ist Melsungen der einzige Verein, der in der breiteren öffentlichen Wahrnehmung noch stark mäzen-unterstützt ist.

  • ... Man stelle sich bei einer Etatuntergrenze vor, es würden nur noch Mannschaften aus der 2. Liga nachrücken, nur weil sie wirtschaftlich und hallentechnisch in die erste Liga passen ...

    Ich bin da überhaupt kein Freund davon, denn genau so läuft es in der Volleyball-Bundesliga (keine feste Untergrenze, aber hohe Anforderungen). Da ist es so ziemlich jedes Jahr ein Rätselraten, ob überhaupt jemand aus der 2. Liga aufsteigen möchte. Diese Teams finden sich in der nächsten Saison meist auf dem Abstiegsplatz wieder.

    ... Letztlich ist Melsungen der einzige Verein, der in der breiteren öffentlichen Wahrnehmung noch stark mäzen-unterstützt ist.

    In Lübbecke würde ohne die Gauselmänner wohl auch nur noch im DHB-Bereich gespielt werden. Ob das jetzt mehr oder weniger bekannt ist als der Braun-Clan kann ich nicht beurteilen. Ist nur ein Bauchgefühl ohne Fakten, aber auch in Stuttgart vermute ich, dass es ohne den jetzigen Hauptsponsor anders laufen würde. Aber ein Mäzen ist Kärcher natürlich nicht.

  • Themenwechsel:
    Auf die Gefahr hin das ich hier einen Thread übersehen habe, ist es doch ein deutliches Zeichen für eine allgemein positive Entwicklung der Liga, dass es dieses Jahr keine Diskussionen um Lizenzen zu geben scheint und seit dem Hamburger Aus auch in der Endkonsequenz nichts mehr passiert ist.

    Es scheint ja dieses Jahr nicht mal von Fanseite Diskussionsbedarf zu bestehen. Es sei denn ich versteh da was falsch, aber ich wunderte mich fast darüber als ich las das Flensburg seine Lizenz ohne Auflagen bekam und dann hier im Forum gar nichts zu den Lizenzen fand.

  • Stimmt, das lief dieses Jahr erstaunlich geräuschlos ab. Es scheinen alle ihre Hausaufgaben gemacht und in realistischem Rahmen kalkuliert zu haben. Es gab aber auch während der Saison keine Anzeichen, dass bei einem Verein wirtschaftlich etwas nicht stimmt. Vielleicht kommt auch daher die Forumsruhe bei diesem Thema. Aber genau so soll es auch sein.

  • Ich bin da überhaupt kein Freund davon, denn genau so läuft es in der Volleyball-Bundesliga (keine feste Untergrenze, aber hohe Anforderungen). Da ist es so ziemlich jedes Jahr ein Rätselraten, ob überhaupt jemand aus der 2. Liga aufsteigen möchte. Diese Teams finden sich in der nächsten Saison meist auf dem Abstiegsplatz wieder.


    Im Volleyball ist es zweifelsohne eine sehr, sehr schlechte Situation. Da ist der Unterschied zwischen 1. Liga und 2. Liga einfach riesig. Bestes Beispiel sind da leider wir (Solingen Volleys). 2016 hoch gegangen, dann abgeschlagen Tabellenletzter. 2017 den Platz besetzt, den ein eventueller Aufsteiger innegehabt hätte, also quasi „Nachrücker“. Das Ende vom Lied, in der Saison haben wir ein einziges Spiel gewonnen (gegen den Tabellenvorletzten) und jetzt gibt’s einen Neustart in Liga 3. Ohne potente Sponsoren ist die 1. Liga im Volleyball derzeit normalerweise ein (zumindest temporäres) Todesurteil. Das ist aber eine andere Geschichte. Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass ich jene Punkte im Handball nicht annähernd so extrem befürchten würde. Der Unterschied zwischen 1. Liga und 2. Liga ist deutlich geringer und generell ist mehr Geld vorhanden.

    Die Kraft in uns.

  • Und jetzt erstmals seit 2002 einen Meister mit mehr als 10 Minuspunkten, also den punktetechnisch schlechtesten Meister seit 16 Jahren.

    Ist trotzdem nicht die spannendste Meisterschaft seit 2002. Sofern die Löwen das tatsächlich nicht wirklich auf den Zielgeraden vergeigen, wovon niemand ernsthaft ausgeht, ist die Meisterschaft im Grunde schon im Dezember durch gewesen.

    Gerade da du einer derjenigen bist, die immer über Ausgeglichenheit der Liga reden, finde ich es seltsam das du an dieser Stelle so oberflächlich einfach die Tabellen wälzt. ;)

  • Das habe ich ja auch nicht behauptet, dass es die spannendste ist.
    Ganz im Gegenteil: ich war doch einer der wenigen, für die es Weihnachten auch schon praktisch feststand und wurde dafür hier ja kritisiert.
    Trotzdem ist ne Punktzahl nichts oberflächliches für mich und ich dokumentiere sowas in diesem Thread ja mal ganz gerne und dann natürlich auch in beide Richtungen.
    Und das ist ja schonmal ein gutes Zeichen, auch wenn ich trotzdem weiterhin der Meinung bin, dass man zu viele Ergebnisse schon vor Anpfiff weiß

    :hi: