DHB-Pokal, 1/4-Finale: Rhein-Neckar-Löwen - MT Melsungen


  • Nööö, fänd ich nicht. Der Sinn der neuen Regel ist durchaus vernünftig. Hinzu kommt, dass mit der alten Regel ja Auswirkungen auf andere entstehen (können). Bei einer Sperre des foulenden Spielers wird dieser für das nächste Spiel gesperrt. Wenn das nun zufällig gegen einen direkten Tabellennachbarn des gefoulten Teams geht und diese das Spiel nun ausgerechnet wegen der Sperre des foulenden Spielers gewinnen, ist die gefoulte Mannschaft doppelt bestraft. Den Sachverhalt in genau dem Spiel abzuarbeiten, in dem er entsteht ist schon richtig. Die Beurteilung, ob eine Torwurfsituation hätte entstehen können und ob Schneider den Ball hätte aufnehmen dürfen und ob er ihn fallen lässt oder wegwirft, ist dann Aufgabe der SR. Selbst das ist dann noch schwer genug.
    Dummerweise wurde diese, vom Ansatz her vernünftige Regel, nun aber das erste mal spielentscheidend außerhalb ihres Gültigkeitsbereiches eingesetzt, was ihrer Akzeptanz nicht zuträglich sein wird. Man sieht das ja an den Kommentaren der Sport1-Experten und dem vielen Bauchgefühl in den posts hier.

  • Diesen grandiosen Satz werde ich in meine Top Ten des Jahres 2015 aufnehmen! :lol: :hi:


    Entschuldigt bitte, dass ich eure Euphorie bremsen muss, denn der Satz stimmt eben genau nicht.
    Er hat die gleichen Gesetze, wie die alle anderen auch - die eigenen Gesetze haben die 1. und 2. Liga!

    Irgendwann ist auch mal Schluss!!!

  • im zusammenhang mit der regelung meisterschaft / pokal hat er eben doch sein eigenes gesetz...

    der satz ist doch auch supi........und passt wirklich wie die faust aufs auge.......
    applaus für das "aufdecken" - dann kann man doch wenigstens mal richtig lachen über die eigentlich so unangenehme situation......
    und das heisst schon was beim handball im augenblick


    im übrigen finde ich das sekunden zählen auch schon lustig- also ich denke das schneider auf jeden fall das recht hatte den ball erstmal
    zu nehmen - es hätte genausogut eine entscheidung (freiwurf?) pro melsungen geben können - seine mitspieler hätten sich bedankt, wenn
    er dann nciht schnell genug den ball zur ausführung in der hand gehabt hätte bei den 4-6 sekunden restspielzeit, dass er ihn dann zu spät
    freigegeben hat ist rechtlich wohl unstrittig und auch egal ob es 3 oder 13 sekunden vor schluss war, warum dann aber gerade dies so
    grausam grob unsportlich gewesen sein soll ? im normalen spiel wärs doch auch nur unsportlich- kann es dann dadurch das es 5 sekunden
    vor schluss war automatisch grob unsportlich sein ? ich hätte als schieri aufgrund der gesamtsituation nur die überlegung...2 min oder
    nicht....denn es war ja nun auch wahrlich keine situation wo von vornherein nur auf den verstoss aus war, wie zb. beim vorsätzlichen foul
    beim tempogegenstoss oder erst den ball aufnehmen und dann sich umdrehen auf dumm tun und zur seite werfen.....also ich fand den
    verstoss dann deutlich am anfang der skala und somit eben max. 2 min.

    wie vorher schon von einigen beschrieben, eigentlich müsste viel mehr über das "fehl"- verhalten der offiziellen geredet werden, grad die
    spieler stehen in so einer situation doch erheblich mehr unter strom- für die geht es um viel mehr - die vorbereitung auf solch ein
    spiel durch die offiziellen dagegen gehört für mich auch extra ausgerichtet auf den pokal- warum dann grad soetwas nicht angesprochen wird
    was im pokal anders als in der meisterschaft ist, ist mir schleierhaft und amatuerhaft.

    alles andere als ein wiederholungsspiel wäre für mich schon ein skandal

  • Absolute Zustimmung zu Deinem Beitrag!

    Handball ist mehr als Rock`n´Roll...it`s HEAVY METAL :smokin:

  • ...und auch egal ob es 3 oder 13 sekunden vor schluss war, warum dann aber gerade dies so grausam grob unsportlich gewesen sein soll ? im normalen spiel wärs doch auch nur unsportlich- kann es dann dadurch das es 5 sekunden vor schluss war automatisch grob unsportlich sein ? ich hätte als schieri aufgrund der gesamtsituation nur die überlegung...2 min oder nicht....

    Der Unterschied ist doch die Auswirkung der Strafe. Passiert das im regulären Spiel, geht er für zwei Minuten und der Gegner hat die Möglichkeit in Überzahl Nutzen daraus zu ziehen. Geht er 3 Sekunden vor Schluss, passiert nix. Kein Nachteil für's Foul. Da muss schon was hin, was weh tut, damit sowas nicht passiert.

    Die alte Regel hilft da wenig. Ich erinnere mich an ein Spiel, bei dem kurz vor Schluss ein Spieler den Anwurf des Gegners unterbindet, dafür runter geht und für ein Spiel gesperrt wird. Das hat man in Kauf genommen, da dieser Spieler eh 0 Minuten gespielt hat und auch im nächsten Spiel wohl nicht gespielt hätte. Spiel (clever/unfair) gewonnen und keinen Schaden erlitten. Man sieht, die alte Regel ist durchaus untauglich. Wie scharf man die neue auslegen muss, wird die Zeit zeigen.

  • Absolute Zustimmung zu Deinem Beitrag!


    Irgendwie nicht, Tobi75 hat das schon richtig gesagt, man hat diese Regel doch genau deswegen so verschärft, damit diese Spielverzögerungen kurz vor Schluss unterbunden werden und nicht ein einzelner Spieler, sondern der Verein/die Mannschaft getroffen wird. Meist beruht so etwas auf einer Entscheidung des Trainers, siehe Kiel gg. Magdeburg vor ein paar Jahren, Magdeburg wirft 10 sek. vor Schluss den Ausgleich und Frank Carstens stellt einen Jungspund hin, der die Ausführung des Anwurfes verhindert... Rot mit Bericht, aber Punkt gesichert, herzlichen Glückwunsch (sollte es damals nicht MD gewesen sein, leiste ich Abbitte). Von daher ist die Regeländerung so dumm nicht, auch wenn es im ersten Moment als äußerst unglücklich und mit wenig Fingerspitzengefühl entwickelt wirkt.

    Um noch einmal auf Schneider zurückzukommen: Ist ja soweit in Ordnung, dass er den Ball in der Hand hat, aber er sieht die Entscheidung der SR, dreht sich um, läuft 2 Schritte und gibt den Ball nicht frei, sondern rollt ihn zur Seite weg. Schlicht und ergreifend dumm von ihm, denn das hat jeder gesehen. Rot mit Bericht und Abwurf logische Konsequenz. Und ja, die Offiziellen haben gepennt und ja, alles kacke gelaufen und so... Aber alle, die groß rumreden und sagen, müssen die doch wissen: Hut ab, ihr müsst ja wirklich Nervenstärke besitzen und immer alles richtig machen.

    Handball ist hart, sollte aber immer fair sein...

  • Der wesentliche Punkt ist doch, dass die Regel im Pokal offensichtlich nicht gilt und somit ein klarer Regelverstoss vorliegt....ob die Regel korrekt angewendet wurde oder ob sie sinnvoll ist, ist doch dann ohne Belang

    verbockt hat das m.E. wie bereits ausgeführt die HBL, da in Bundesliga und Pokal verschiedene Regeln gelten was m.E. nicht sein sollte, jedenfalls dann nicht wenn 2 HBL Teams gegeneinander spielen

  • @TCLIP und oko:
    Natürlich darf Timm Schneider den Ball aufnehmen, wenn er denkt es wäre möglicherweise auf Freiwurf für die MT Meslungen entschieden worden. Aber in dem Moment wo er sein Fehleinschätzung wahrnimmt muss er ihn ablegen ohne die Spielfortsetzung weiter zu verzögern. Den Ball noch zwei Schritte mitzuführen und dann in Richtung der Mittellinie, d.h. vom Ort der Freiwurfausführung weg, zu werfen ist nicht regelkonform und wurde meiner Meinung nach zurecht geahndet.

    Darüber hinaus bin ich überzeugt, dass Timm Schneider ganz genau wusste was er tat ... auch wenn ihm die möglichen Konsequenzen im dem Moment wahrscheinlich nicht klar waren. Dafür ist er Profi genug. Er sieht den Ball im Torraum rollen, seinen Mitspieler Marino Maric neben sich und hört den Pfiff der Schiedsrichter in dem Moment als dieser den auf dem Boden rollenden Ball im Kreis aufnimmt. Allein das dürfte ein starkes Indiz dafür sein, was die Schiedsrichter gepfiffen haben. Die Reaktion vom Publikum wäre ein weiteres Indiz. Im Moment der Ballaufnahme sucht Timm Schneider zudem kurz den Blickkontakt mit dem Schiedsrichter. Er sollte also das eindeutige Handzeichen des Torschiedsrichters gesehen haben und entscheidet sich dann bewusst sich mit dem Ball in der Hand umzudrehen, zwei Schritte zu laufen und ihn wie beschrieben mit Effet in Richtung Mittellinie aus der Hand zu werfen. Seine Unschuldsgeste im Anschluss belegt, dass er sich seiner Handlung bewusst ist.


    Genau für diese Situationen wurde die Regel doch überhaupt eingeführt bzw. verfeinert:

    • 2005: Stefan Lövgren reißt in den letzten Spielsekunden am Mittelkreis Jonny Jensen um, um dessen Anwurf ins leere Tor zum Sieg zu verhindern -> Zur Saison 2005/06 ändert die IHF die Regeln und legt für dieses Vergehen fortan eine Disqualifikation mit Bericht fest.
    • Olafur Stefansson hinderte Johannes Bitter in den letzten Sekunden des Champions-League-Halbfinales daran den Abwurf auszuführen -> Die Regel wird präzisiert und umfasst nun mit 8:10 c) und d) explizit sowohl Aktionen während der Ball im Spiel ist als auch Vergehen während der Ball nicht im Spiel ist.
    • Nun werden zwar die Spieler für ihren Verstoß gegen den Fairplay-Gedanken sanktioniert, aber die benachteiligte Mannschaft erfährt keinerlei Kompensation -> Regelerprobung DQ+7m anstatt DQ+Bericht


    Ob die aktuell erprobte Regel nun der Weisheit letzter Schluss ist, wird sich zeigen. Aber im Sinne des Sports und einer sportlichen Entscheidung enger Spiele begrüße ich die Regeln 8:10 c) und d) und ihre konsequente Anwendung.

  • Genau für diese Situationen wurde die Regel doch überhaupt eingeführt bzw. verfeinert:
    2005: Stefan Lövgren reißt in den letzten Spielsekunden am Mittelkreis Marcus Ahlm um, um dessen Anwurf ins leere Tor zum Sieg zu verhindern

    Meinst du nicht, es war Johnny Jensen, den er umgerissen hat? :unschuldig: :P

    Ansonsten volle Zustimmung.

    Handball ist hart, sollte aber immer fair sein...

  • verbockt hat das m.E. wie bereits ausgeführt die HBL, da in Bundesliga und Pokal verschiedene Regeln gelten was m.E. nicht sein sollte, jedenfalls dann nicht wenn 2 HBL Teams gegeneinander spielen


    Soll das heißen du willst innerhalb des DHB-Pokal unterschiedliche Regeln abhängig davon ob ein Bundesligist gegen einen Bundesligisten oder gegen eine unterklassige Mannschaft spielt? ?(

    Da in der IHF-Regelkommission, der HBL, etc. offencihtlich nur Stümper am Werk sind, würde mich interessieren wie du im Sinne des Sports die Regel definieren würdest, so dass sie jede Eventualität abdeckt, keine Schlupflöcher mehr aufweist und zudem so simpel ist, dass sie jeder Zuschauer sofort versteht.

  • Pokal-Einspruch: Rhein-Neckar Löwen bemühen sich um Terminverschiebung
    Das kann doch wohl nicht sein. Nur weil Roggisch nicht kann? Die Mannschaft wird ja wohl mal ohne ihn spielen können. Sonst sollen sie jemand anderes schicken.

  • Du bist also der Meinung, dass die Schiedsrichter hier Handballregelnkonform als Tatsachenentscheidung nicht auch nur hätten 2 Min geben können? 4 Sek vor Schluss, am gegnerischen Kreis, nahezu alle Abwehrspieler schon in der eigenen Hälfte...da hat er in der Situation keine Wurf-/Torchance vereitelt und man muss hier nicht zwingend rot geben! Unsportlich von Schneider: Ja....Grob unsportlich:Nein!

    Oder sehe ich das falsch?

    Richtig, denn die angewandte Regel lässt keinen Interpretationsspielraum. Geben sie zwei Minuten, die sie geben müssen, zieht das nach der neuen Regel auch eine Rote Karte und den Siebenmeter nach sich. Was ich da denke, ist doch egal, denn Fakt ist, dass die neue Regel klar vorschreibt, wie die Schiedsrichter zu handeln haben. Man gibt ihnen eben keinerlei Ermessensspielraum mehr, was auch die Schiedsrichter in Schutz nimmt. Einzig die Tatsache, dass die Regel im Pokal nicht zählt, ist aktuell Bestand des Protests.