THW Kiel Teamthread

  • Das Problem beim THW ist doch nicht der Kader. Als ob dieser Kader nun schlechter als der von Wetzlar oder Nantes wäre. Gerade in letzter Zeit sind die Kaderbewegungen mit Reinkind und Landin 2 besser aufgegangen, als man das erwarten konnte.

    Momentan verliert der THW aber vom Coaching her. Die 6:0 mit den offensiven Halben wird sehr, sehr konstant ausgespielt, sodass sie extrem viele freie Würfe abgeben. Ab und an bekommen Sie mit der 3:2:1 bisschen Stabilität rein, aber auch nicht immer. Die offensive Verteidigung kommt mit viel Speed beim Gegner überhaupt nicht klar. Man sieht richtig, wie hilflos die Spieler gucken, wenn sie wieder und wieder zusehen müssen, wie der nächste freie Wurf aufs Tor fliegt.

    In der Offensive genau umgedreht. In den letzten Alfred-Jahren war dieses endlose Hin- und Herpassen im Rückraum ohne jede Geschwindigkeit schon schwere Kost. Das wurde unter Jicha schon etwas besser und mit Sagosen hat man sicher gehofft, dass die Kreativität noch etwas besser wird. Aber insgesamt spielt der THW viel zu wenig als Mannschaft zusammen. Insbesondere unter Druck verfallen zu viele Spieler in Einzelaktionen, die mal funktionieren können, aber wenn nicht, wie am Sonnabend, dem Gegner wunderbar in die Karten spielen. Sobald der Gegner mit Mut und Aggressivität stört, hat man gute Chancen, dass der THW die Nerven verliert. Aber auch hier wirken die Spieler sehr hilflos, was sie machen sollen, wenn Plan A nicht funktioniert.

    Es wird sich jetzt zeigen, ob Jicha darauf die richtigen Antworten findet als noch junger Trainer, der hier genauso wachsen muss, wie junge Spieler. Die grundsätzliche Qualität, dass sie trotzdem alles gewinnen, ist mal von schwerwiegenden Verletzungsthemen abgesehen, auf jeden Fall da. Insofern kein Grund alles grundlegend in Frage zu stellen.

  • Zeitzi20: Wer soll denn die ganzen Spieler alle bezahlen?

    Grundsätzlich muss der THW mit den vorhandenen finanziellen Mitteln schon den klar besten Kader zusammenstellen. Und zwar unabhängig von Corona, schließlich sollten die Kaderplanungen für die aktuelle Saison zu dem Zeitpunkt bereits zum größten Teil bzw. eigentlich komplett abgeschlossen sein. Aber konkret zu deiner Frage: Im Tor wären Kandidaten wie bspw. Rudeck oder Klimpke sicherlich nicht viel teurer als Quenstedt, verfügen aber über ein deutlich höheres Entwicklungspotential und aufgrund ihres jungen Alters verzeiht man ihnen Leistungsschwankungen viel eher. Aber da gibt es sicherlich auch noch eine Vielzahl an anderen finanzierbaren Kandidaten. Zur "Causa Nilsson" ist vom THW ganz klar kommuniziert worden, dass es nicht an finanziellen Gründen liegt. Von daher darf das nicht als Ausrede gelten und ich finde Kritik dann durchaus angemessen.

  • Was der Verein kommuniziert und was den Tatsachen entspricht, sind immer zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Aber unabhängig davon, war Quenstedt bei seiner Verpflichtung weiter als Rudeck oder Klimpke. Und die müssen auch zu haben sein. Gute Linkshänder für den Rückraum wachsen auch nicht auf den Bäumen.

  • Sie müssen vor allem auch kommen wollen. Jeder sieht doch, was Landin zuletzt an Leistungen gebracht hat und kann sich ausmalen, wie viel man dann spielt, wenn es wichtig ist. Zumal schon angekündigt hat, dass er noch einige Jahre bleiben möchte. Warum sollte sich jetzt ein aufstrebender Torhüter beim THW auf die Bank setzen und auf eine Verletzung von Landin hoffen mussen, damit er nicht nur die B-Spiele macht? Selbe mit Nilsson. Glaubt doch keiner, dass er bleiben wollte als nominelle Nummer 5 im RM/RL, wie er es letzte Saison ganz klar war. Und dann stellt sich die Frage, was man davon hat, wenn die Spieler sauer auf der Bank hocken. Das sind alles junge Leute mit einer kurzen Karriere im Sport, die auch ihre Ziele haben neben der Höhe ihrer Vertrages. Konnte man doch absehen, dass nach dem Theater mit Landin/Wolff eine klare Nummer 2 geholt wird, die damit gut leben kann. Das hat dann seine Vor- und Nachteile. Gerade eben die Nachteile.

  • Selbe mit Nilsson. Glaubt doch keiner, dass er bleiben wollte als nominelle Nummer 5 im RM/RL, wie er es letzte Saison ganz klar war. Und dann stellt sich die Frage, was man davon hat, wenn die Spieler sauer auf der Bank hocken.


    Den Gedanken hab ich z.B. bei Nilsson auch immer wieder wenn das Thema "Verschenken" aufkommt.
    In der letzten Saison waren seine Leistungen für mich relativ schwankend und er machte zumindest auf mich nicht einen wirklich zufriedenen Eindruck. Was nützt es dem Verein, einen Spieler aufgrund eines bestehenden Vertrages unbedingt zu halten, wenn dieser sich unwohl fühlt und eigentlich weg möchte? Es ist für mich relativ weit hergeholt, dass jemand, der sich aus welchen Gründen auch immer unwohl an einem Arbeitsplatz fühlt, konstant Topleistungen abliefert und den ursprünglichen Erwartungen gerecht wird. Gerade im Sport bedeutet das Festhalten an solchen Verträgen dann auch, dass es teilweise Unruhe in die gesamte Mannschaft bringt und zusätzlich auch einen deutlichen Karriereknick bei dem jeweiligen Spieler auslösen kann. Gerade in dem Alter, in dem sich Lukas Nilsson befindet und dem Kleinkind in seiner Familie, ist der Wohlfühlfaktor vermutlich ein ziemlich wichtiges Kriterium für Leistungserbringung.

    Glück auf
    smoerf

  • Vermutlich... Wenn du sonst 10.000 Dauerkarten zu im Schnitt 400-500 € oder so verkaufst... Wo soll die Kohle derzeit sonst herkommen.? Rechtlich trotzdem schwierig und moralisch vor allem in der momentanen Situation sowieso..

  • Vermutlich... Wenn du sonst 10.000 Dauerkarten zu im Schnitt 400-500 € oder so verkaufst... Wo soll die Kohle derzeit sonst herkommen.? Rechtlich trotzdem schwierig und moralisch vor allem in der momentanen Situation sowieso..

    Ich glaube, dass nicht mehr als 1.000 bis 1.500 "Re-Start"-Dauerkarten kurzfristig verkauft werden. Denn die Karten haben nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile:

    Der THW schreibt dazu:
    Bis zum 2. November haben Bundesliga-Stammblatt-Inhaber zunächst exklusiv die Möglichkeit, sich mit der Re-Start-Dauerkarte Plätze für die ausstehenden Heimspiele der Saison 2020/2021 des THW Kiel zu sichern. Da das Stammblatt-System bis zum Ende der laufenden Saison ausgesetzt ist, kann jeder THW-Dauerkarten-Inhaber aus den angebotenen Sitzplätzen und Kategorien frei wählen. Ein Anspruch auf den Stammplatz aus der Saison 2019/2020 besteht aufgrund der reduzierten Zuschauerkapazität allerdings nicht. Wichtig: Das Vorkaufsrecht aus der Saison 2019/2020 auf angestammte Bundesliga-Saisonplätze behält in jedem Fall seine Gültigkeit für den Dauerkarten-Verkauf der Saison 2021/2022! Die Re-Start-Dauerkarte beinhaltet kein Vorkaufsrecht für die kommende Spielzeit.

    Die Re-Start-Dauerkarte im THW-Design wird im handlichen Scheckkarten-Format ausgegeben und gilt ab dem Heimspiel unseres THW Kiel gegen die Füchse Berlin am 12. November. Jeder Stammblatt-Inhaber kann sich maximal vier Re-Start-Dauerkarten sichern. Für die Nachverfolgung muss jede Saisonkarte wie bisher auch pro Platz namentlich und mit Adresse des Ticketnutzers registriert werden - allerdings nur einmal für 15 Spiele!

    Die Re-Start-Dauerkarte bietet dem THW-Fan eine deutliche Preis-Ersparnis im Vergleich zum Einzelticket-Verkauf der aktuellen Saison. Die Preise der Re-Start-Dauerkarte entsprechen dem bisherigen anteiligen Dauerkarten-Preis. In der ersten Preiskategorie entspricht das z.B. einer Ersparnis von 12 Euro je Spiel: 48 Euro anteiliger Dauerkarten-Preis im Vergleich zu 60 Euro, wenn man pro Spiel ein Einzelticket erwirbt.
    Da die Entwicklung der Corona-Pandemie allerdings nicht vorhersehbar ist, sichert der Re-Start-Dauerkarten-Käufer dem THW Kiel seine volle Unterstützung zu: Auf die Rückerstattung für bis zu drei Heimspiele, die möglicherweise aufgrund von Corona-Maßnahmen ohne oder nicht mit der maximal erlaubten Zuschauerzahl ausgetragen werden können, wird verzichtet.

    Trotzdem werde ich auf jeden Fall am Samstag um 09.00 Uhr vor der THW-Fan-Welt sein und mir und meiner Frau "ohne moralische Bedenken" die Dauerkarten kaufen.

  • 3 von 15 sind genau die 20 Prozent, die durch die Preisreduzierung gespart werden. Wir werden uns aber auch Samstag mit Karten eindecken, da die top Plätze sonst wohl nicht mehr zu haben sind. Und es unterstützt den Verein, passt also!

  • ich tippe auf deutlich mehr als 1500 dk- verkauf re-start

    ich sehe den anteil der fans die den verein damit unterstützten wollen, egal wieviel spiele dann nicht gesehen werden können,
    auch bei anderen vereinen deutlich höher als nur 10- 15 % der dauerkarteninhaber

    bei uns ist diese zahl ganz deutlich höher, wobei wir auch ein anderes system gewählt haben- was allerdings sogar dem tbv
    noch mehr entgegenkommt als jetzt re-start-dk mit rabatt beim thw

  • der von einigen wenigen so oft kurz vorm finanziellen kollaps stehende thw ,
    verzichtet auf die zuschauer im spiel gegen gwd-
    1200 karten verkauft-
    geld zurück...

    begründung : im hinblick auf die gesamtsituation corona ein zeichen setzen und nicht erst bis montag warten,
    bis die verordnungen zuschauer sowieso untersagen würden

    respekt für den thw

  • Ich finde die Entscheidung vom THW absolut folgerichtig und gut. An anderer Stelle wurde die Entscheidung vom THW massiv kritisiert, da man dem Fan doch jetzt nicht auch noch das Hallenerlebnis am Sonntag wegnehmen kann, wenn wir uns danach alle zu Hause einschließen müssen.

    Glück auf
    smoerf

  • 300 wären erlaubt gewesen?

    ich glaub es wären sogar nur 100 Zuschauer gewesen, aber bei den ganzen Zahlen blickt doch eh keiner mehr durch.

    Neue Corona-Regeln in Schleswig-Holstein: THW Kiel und Flensburg nur noch vor 100 Zuschauern?

    Dann finde ich die Entscheidung sogar noch sinnvoller, denn wie hätte man die 100 Glücklichen auswählen sollen? Generell ist es sehr schade, dass auch Bereiche mit augenscheinlich funktionierendem Hygienekonzept heruntergefahren werden, aber ich halte eine weitere Differenzierung für sehr schwierig.

    Glück auf
    smoerf

  • Und so spart man auch die Kosten für den Ordnungsdienst, die Hygienemassmahmen im Zuschauerbereich und die Hallenreinigung. Diese Kosten hätten sicherlich deutlich über den Einnahmen für 100 Zuschauer gelegen. Sinnvolle Maßnahme, auch wenn ich mich als Karteninhaber ärgere, nicht in der Ostseehalle sein zu können.

  • Ehrlich gesagt denke ich, dass sich der finanzielle Schaden durch den Zuschauerausschluss in Grenzen halten wird. Wenn man sich anschaut, dass bislang nicht mal die zulässige Kapazität (FL Spiel ausgenommen) erreicht wurde und dann mal überlegt, dass trotzdem eine super Stimmung gemacht wurde, dann ist wohl jedem klar, dass in der Halle überwiegend die "Hardcore" Fans waren. Das werden wohl auch diejenigen sein, die zu großen Teilen am ehesten auf eine Rückerstattung verzichten.