Quelle: http://www.oberberg-aktuell.de
ZitatAlles anzeigen(bv/9.11.2008-14:15) Von Bernd Vorländer
Gummersbach - Nach der SPD stimmt auch die CDU dem Projekt grundsätzlich zu, stellt aber Bedingungen - Notwendiges Parkhaus noch nicht in den Gesamtkosten enthalten - Kreis soll sich an Betreiberkosten beteiligen - Stadtrat will im Dezember Grundsatzentscheidung treffen.Lange Zeit köchelte das Thema auf Sparflamme, war eher ferne Zukunft denn klare Perspektive. Faktisch hat sich gar nicht so viel verändert, doch nunmehr wird in der Stadtpolitik wesentlich intensiver als noch vor Monaten über ein Bauprojekt gesprochen, das sehr viele Bürger im ganzen Kreis bewegt. Es geht um die Frage, ob auf dem Gummersbacher Steinmüllergelände im Zuge des Neubaus eines Einkaufszentrums auch eine Multifunktionshalle errichtet werden soll. Die städtische SPD hat sich in der vergangenen Woche als erste aus der Deckung begeben und sich deutlich für den Hallenbau ausgesprochen. Am Wochenende hat die CDU im Rahmen einer Klausur nachgezogen, den Bau grundsätzlich befürwortet, jedoch deutlich gemacht, das man nicht um jeden Preis eine Halle akzeptieren werde. „Uns geht Qualität ganz eindeutig vor Schnelligkeit“, sagt CDU-Fraktionschef Uwe Tholl. Verwaltung und Politik hätten eine große Verantwortung, denn man müsse nicht nur die Bau- und Betreiberkosten, sondern auch die Auswirkungen einer Halle auf den übrigen Teil der Stadt im Auge behalten.
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Rund 20 Millionen Euro soll eine Multifunktionsarena in Gummersbach bei einem Angebot von 4.000 bis 5.000 Plätzen kosten. Neben dem Investoren-Zuschuss ist aber auch noch fraglich, ob die heimische Wirtschaft sich in ausreichendem Maße an der Finanzierung beteiligt. Noch nicht eingerechnet in die Kosten ist zudem die Errichtung eines Parkhauses, das bei einem Hallenbau dieser Größe verpflichtend ist, und das wohl mit mindestens vier Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Weiterer Unsicherheitsfaktor: Die Betreiberkosten. Konsens in der Gummersbacher Politik ist, dass sich die Stadt an einer zu gründenden Betreibergesellschaft nicht beteiligen dürfe. Wer aber übernimmt dieses (unkalkulierbare) Risiko? Vor allem, wenn künftig die von dem Gutachter prognostizierte „schwarze Null“, die beim Betrieb der Halle erzielt werden könne, nicht erreicht wird.
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So hat sich der Rathauschef bei einem Besuch im Düsseldorfer Innen- und Bauministerium bestätigen lassen, dass sich das Land wohl nach OA-Informationen mit einem Förderbetrag von vier Millionen Euro beteiligen würde. Das Innenministerium als oberste Kommunalaufsicht hat zudem grundsätzlich grünes Licht gegeben, obwohl der Gummersbacher Haushalt auch 2009 erneut ins Minus rutschen dürfte. .......
„Das sind für uns ganz wichtige Informationen....“, so Helmenstein.Bei einem Gespräch mit Landrat Hagen Jobi hat der Bürgermeister vor einigen Tagen versucht, den Kreis als Mit-Betreiber der Halle zu gewinnen. Konkret bedeutet dies, dass sich alle oberbergischen Kommunen in einem niedrigen sechsstelligen Bereich an dem Gummersbacher Projekt beteiligen sollen. Jobi habe sich dafür eingesetzt, bei den oberbergischen Bürgermeistern für den Bau und die Beteiligung zu werben. Dennoch – zum jetzigen Zeitpunkt bleiben noch viele Fragen offen. Wenn der Gummersbacher Stadtrat am 2. Dezember in dieser Frage zusammenkommt, wird jedenfalls mitnichten über den Bau einer neuen Halle entschieden. Dann geht es lediglich darum, entsprechende Angebote europaweit einzuholen. Erst danach dürfte man klarer sehen.