Timeout beim 7m

  • Eine Frage, die mich schon seit Jahren interessiert, ich hab mich allerdings nie bemüht, mich genau über die Regeln, sofern welche vorhanden sein sollten, zu informieren.

    Beim 7 Meter wird von nur wenigen Schiedsrichtergespannen die Zeit angehalten, oft verstreichen hierbei bis zu 30 Sekunden. Manche halten die Zeit sofort an, egal, obe jemand am Boden liegt, gewischt werden muss, oder wie üblich, gar nichts passiert ist, sondern lediglich der Spieler sich wieder etwas Zeit lässt.

    Ich würde gerne wissen, ob es eine feste Regel gibt, dass die Schiedsrichter die Zeit beim bzw. vor einem 7 Meter stoppen müssen und wenn ja, warum dies nur von einem ganz geringen Prozentsatz gemacht wird. Sollte es keine Regel geben, so frage ich mich, warum es gerade dieser geringe Prozentsatz doch tut !?!? ?(

    MfG und dank für die Antworten :hi:

  • Es gab bis vor ein (oder zwei?) Jahren die Regel, dass beim 7m die Zeit angehalten wird. Inzwischen ist es den Schiedsrichtern überlassen. Bei einem Torwartwechsel und gegen Ende des Spieles wird eher TO gegeben, wenn mit einer zügigen Ausführung zu rechnen ist, eher nicht.

  • Zitat

    Original von Ide71
    Es gab bis vor ein (oder zwei?) Jahren die Regel, dass beim 7m die Zeit angehalten wird. Inzwischen ist es den Schiedsrichtern überlassen. Bei einem Torwartwechsel und gegen Ende des Spieles wird eher TO gegeben, wenn mit einer zügigen Ausführung zu rechnen ist, eher nicht.

    Ok danke dir.

    Warum wurde diese Regel abgeschafft?? Finde das irgendwie schwachsinnig, da so sehr viel Zeit verstreicht(zum Teil 40 Sekunden oder mehr) und das sollte so nicht sein.

    Hat man sich vorgenommen, diese Regel wieder einzuführen??

    MfG

  • Nein, die Regel wird wohl nicht wieder eingeführt.

    Die jetzige Regelung gab es schon früher, dann wurde das Zwangs- Timeout eingeführt und festgestellt, dass es nahezu keine Änderungen gab. Durch das Zwangs- Timeout wurden die Spiele eher noch länger und insbesondere für das TV in höheren Ligen unberechenbarer. Deshalb wurde das Timeout wieder in das Ermessen der Schiedsrichter gegeben.

    Sicher gibt es Situationen, in denen viel Zeit verstreicht. Hier sollten SR Timeout geben. Das der eine SR das macht und der andere nicht liegt dann logischerweise an der Beurteilung der Situation.

  • Hi :hi:

    Manchmal ist es einfach nicht nötig, die Zeit anzuhalten. Es war vielleicht kein "böses" Foul, bei dem sich jemand verletzte, z. B. Abwehr durch den Kreis oder so etwas. Der Spieler schnappt sich den Ball und ist zum Wurf bereit.

    > Warum die Zeit anhalten?

    Außerdem heißt die Regel ja nicht, dass man kein Time-out nach 7-Meter pfeifen DARF. Wenn der Schiedrichter es für nötig hält (Verletzung eines Spielers oder irgendeine andere zeitverzögernde Aktion) kann er natürlich trotzdem Time-out pfeifen.


    Grüße!

    Judith


    edit: Da war wohl jemand schneller als ich... ;)

    Ich grüße alle die mich kennen.


    Schaut mal auf unsrer Homepage vorbei

    hgwinsen.oyla19.de

    3 Mal editiert, zuletzt von Loomit (17. Dezember 2007 um 15:23)

  • generell mach ich das auch nach ermessen. Was man aber nicht tun sollte ist 50 minuten ohne timeout zu pfeifen und dann in den letzten 10 Minuten plötzlich bei jedem 7m timeout pfeifen.
    Dafür fehlt mir nämlich jegliches Verständnis... entweder von Anfang an oder gar nicht, bzw. nur bei Verletzungen.

  • Zitat

    Was man aber nicht tun sollte ist 50 minuten ohne timeout zu pfeifen und dann in den letzten 10 Minuten plötzlich bei jedem 7m timeout pfeifen.

    Wenn sich der Werfer aber 50 Minuten lang zügig zum Punkt bewegt und in den letzten 10 Minuten (z. Bsp. um die Zeit herunterzuspielen) trödelt wirst du dies aber nicht durchhalten können.

    Gleiche Situationen sollten über das Spiel gleich bewertet werden. Die eigene Linie muß klar erkenntlich sein (wenn sich der Werfer immer gleich verhält).

  • Zitat

    Original von TLpz
    Nein, die Regel wird wohl nicht wieder eingeführt.

    Die jetzige Regelung gab es schon früher, dann wurde das Zwangs- Timeout eingeführt und festgestellt, dass es nahezu keine Änderungen gab. Durch das Zwangs- Timeout wurden die Spiele eher noch länger und insbesondere für das TV in höheren Ligen unberechenbarer. Deshalb wurde das Timeout wieder in das Ermessen der Schiedsrichter gegeben.

    Sicher gibt es Situationen, in denen viel Zeit verstreicht. Hier sollten SR Timeout geben. Das der eine SR das macht und der andere nicht liegt dann logischerweise an der Beurteilung der Situation.


    Ich finde, das wiederspricht sich irgendwie.
    Wenn jeder Schiedsrichter selbst entscheiden kann, ob er Timeout pfeift oder nicht, dann können in Spielen mal mehr und mal weniger Tore fallen. Wenn dies aber geregelt wird, also für alle gleich, so hätte man hier Chancengleichheit für alle. Wenn in einem Spiel 5 Minuten verstreichen, nur weil sich die Spieler zu viel Zeit lassen und die Zeit nicht angehalten wird, in einem andern Spiel aber diese 5 Minuten aber angehalten werden, so können sich die TV verändern, da jedem Team etwas Zeit genommen wird um Tore zu schiessen. Da jeder Schiri selber entscheiden kann, was er macht, kann sich ja ohne "Zwangs-Timeout" das TV ändern, würden aber alle die zeit anhalten, dann hätten wir das nicht.


    Bitte deshalb um Erklärung, warum das TV unberechenbar sein würde mit Zwangs-Timeout.


    MfG :hi:

  • Hier gilt TV = Television (nicht Torverhältnis)
    Es ging um die unberechenbare Brutto-Spieldauer, die für die Fernsehanstalten nicht kalkulierbar war

  • Zitat

    Original von berndo
    Hier gilt TV = Television (nicht Torverhältnis)
    Es ging um die unberechenbare Brutto-Spieldauer, die für die Fernsehanstalten nicht kalkulierbar war

    :D :D :D

    sorry, total missverstanden, aber:

    1.) Macht das soviel aus und
    2.) Gibt es ja immer noch Schiris, die Timeout geben, von demher ist es für das TV immer nicht kalkulierbar ?( ?(

    MfG

  • Zitat

    Original von MobbDeep87

    :D :D :D

    sorry, total missverstanden, aber:

    1.) Macht das soviel aus und

    Ja, denn 1. lässt man sich bei einem TO mehr Zeit mit der Wurfausführung. Schätze, dass das pro Strafwurf ca. 30sec ausmacht und 2. ist die Anzahl der Strafwürfe nicht vorher in die Sendezeit einkalkulierbar. 10 Strafwürfe = 10min mehr Sendezeit. Ohne zwingend vorgeschriebenes TO gibt es vllt nur 4 TOs und somit "nur" 4min mehr Sendezeit.

    Zitat

    Original von MobbDeep87
    2.) Gibt es ja immer noch Schiris, die Timeout geben, von demher ist es für das TV immer nicht kalkulierbar ?( ?(

    MfG

    Ich gehe davon aus, dass die Buli-SR dementsprechend geschult sind ;) und [ironie] dann zum Spielende hin weniger Strafen bei 7m geben und Spieler nicht auf der Platte behandeln lassen. Ebenso wird ab der 45min, wenn der DSF-Aufnahmeleiter (oder wie der auch immer heißen mag) es wünscht, der Boden nicht mehr gewischt [/ironie]

    Lieber WM-Fünfter als Vize-Weltmeister im eigenen Land

    Einmal editiert, zuletzt von eisbeer (18. Dezember 2007 um 11:58)

    • Offizieller Beitrag

    Das es nicht kalkulierbar ist, sehe ich ähnlich. Vielleicht finden wir ja jemanden aus den Kreisen des Norddeutschen Handballverbandes, der mal das -was ich aufgeschnappt habe- bestätigen kann.

    Demnach ist es wohl im Regionalverband NHV so, dass es die Anweisung gibt wieder zwingend T/O beim Siebenmeter zu geben. Zudem soll in der nächsten Regelrunde der Timeout auch wieder kommen.

    Im NOHV ist mir soetwas nicht bekannt und bei uns gilt auch die derzeitig offizielle Version Time-Out nur bei erkennbarer Verzögerung oder Torwartwechsel.

    Andre

    Handballecke.de Team

  • Auch im HV Westfalen gab es nach der Regeländerung (wurde hier der "DSF-Paragraph" genannt) die Anweisung eher öfter denn seltener die Zeit anzuhalten. Das hat sich mMn aber in den letzten Jahren etwas verlaufen, so dass überwiegend kein TO gegeben wird. Eine Benachteiligung der einen oder anderen Mannschaft sehe ich aber dadurch nicht da es idR recht ausgeglichen ist.

    Von der Haltung in den letzten Minuten verstärkt TO zu pfeifen halte ich nicht viel, jedoch wird bei so etwas nur selten die Schuld bei den Spielern die sich mit fortschreiten der Spielzeit immer mehr Zeit lassen gesucht sondern bei den SR.

    Habe mir selbst angewöhnt besonders bei Überzahl/Unterzahl Situationen auf Verzögerungen zu achten und dort schneller TO zu geben.
    Tut grade bei hitzigen Spielen allen beteiligten ganz gut eine kurze Auszeit zu nehmen. Im Zweifel noch mal wischen, mit dem Kampfgericht vergleichen und schon sind alle wieder ein wenig runter und umgänglicher.

  • Zeit wird ja nicht nur beim 7m verdaddelt, Nordhorn-Lemgo am Samstag war ein paradebeispiel. Was da wieder mal an Zeit verloren ging, kurze Gespräche über 10-15 Sekunden mit dem Schiedsrichter(in Unterzal logischerweise) ohne Timout, wo gibts denn sowas!?

    Finde, da sollte man in Zukunft verstärkt drauf achten, bei den 7m würde ich das Zwangs-Timeout wieder einführen.

    Auch wenn die Jungs vom TV das nicht kalkulieren können, wie machen sie es dann beim Tennis, wenn ein Spiel mal "überraschend" über 5 statt nur über 3 Sätze geht?


    MfG :hi:

  • Zitat

    Original von MobbDeep87
    Auch wenn die Jungs vom TV das nicht kalkulieren können, wie machen sie es dann beim Tennis, wenn ein Spiel mal "überraschend" über 5 statt nur über 3 Sätze geht?


    Dann wird von dem Handball-Champions-League-Spiel, das im Anschluss übertragen werden sollte, nur noch die Schlussviertelstunde gezeigt - zur Freude der Flensburg-Fans. :hi:

  • Zitat

    Original von Arcosh


    Dann wird von dem Handball-Champions-League-Spiel, das im Anschluss übertragen werden sollte, nur noch die Schlussviertelstunde gezeigt - zur Freude der Flensburg-Fans. :hi:

    Genau das meine ich.

    Ich bin einfach der Meinung, dass ohne Zwangs-Timeout zuviel Zeit verloren geht. Wenn man im Tennis aber vor allem auch im Basketball bei jeder Gelegenheit die Zeit stoppt, dann sollte dies wie ich finde auch im handball der Fall sein, aber hab da ja nix zu sagen :D :D

  • 14:3 Wenn auf 7-m-Wurf entschieden wurde, sollte nur bei erkennbarer Verzögerung (z.B. Wechsel des Torwartes oder des Werfers) Time-out gegeben werden. Die Entscheidung, Time-out zu geben, sollte den Kriterien der Erläuterung 2 genügen.


    Erläuterung 2: Time-out (2:8)

    Abgesehen von den in Regel 2:8 beschriebenen Situationen, bei denen ein Time-out verbindlich ist, wird von den Schiedsrichtern erwartet, dass sie ihr Urteilsvermögen bezüglich der Notwendigkeit eines Time-out auch in anderen Situationen walten lassen. Einige typische Situationen, bei denen ein Time-out nicht obligatorisch ist, aber dennoch unter normalen Umständen gewährt wird, sind:

    a) äußere Einflüsse, z.B. die Spielfläche muss gewischt werden;
    b) ein Spieler scheint verletzt;
    c) eine Mannschaft spielt offenkundig auf Zeit, z.B. verzögert die Mannschaft die Ausführung eines formellen Wurfs oder ein Spieler wirft den Ball weg oder gibt ihn nicht frei;
    d) der Ball berührt die Decke oder eine über der Spielfläche befestigte Vorrichtung (11:1), prallt ab und landet dadurch weit von der Stelle des fälligen Einwurfs entfern, was zu ungewöhnlicher Verzögerung führt.

    Hinsichtlich der Notwendigkeit eines Time-outs in diesen und anderen Situationen sollten die Schiedsrichter vor allem berücksichtigen, ob eine Spielunterbrechung ohne Time-out einen ungerechtfertigten Nachteil für eine der Mannschaften entstehen lassen würde. Wenn z.B. eine Mannschaft kurz vor Spielende mit klarem Vorsprung führt, ist es vielleicht nicht erforderlich, für eine kurze Unterbrechung zum Wischen der Spielfläche Time-out zu geben. Sicherlich keinen Anlass für ein Time-out gibt es, wenn eine Mannschaft, die in Rückstand liegt, selbst das Spiel verzögert.
    Ein wichtiges Kriterium für die Frage „Time-out oder nicht?“ ist die erwartete Dauer der Unterbrechung. Bei Verletzung ist sie häufig schwer schätzbar, deswegen kann es sicherer sein, Time-out zu geben. Umgekehrt sollten die Schiedsrichter nicht zu schnell Time-out gewähren, nur weil der Ball die Spielfläche verlassen hat. Oft ist er nämlich umgehend zurück. Falls nicht, sollten die Schiedsrichter sich darauf konzentrieren, rasch einen Reserveball ins Spiel zu bringen (3:4), um ein Time-out zu vermeiden.
    Das bei 7-m-Entscheidungen früher verbindliche Time-out wurde gestrichen. Entsprechend den obigen Grundsätzen liegt es jedoch in einigen Situationen im Ermessen der Schiedsrichter auf Time-out zu entscheiden, etwa wenn eine der Mannschaften die Ausführung deutlich verzögert, z.B. durch Auswechseln des Torwarts oder des Werfers.


    Sollte also eigentlich klar sein wann, und doch gibt es immer wieder Time-outs bei Sibenern die ich nicht nachvollziehen kann bspw. kurz vor Ende der Spielzeit obwohl keine Zeitverzögerung vorliegt. Um derartigen, teils recht willkürlich anmutenden, Entscheidungen vorzubeugen wäre ich wieder für die Einführung des Pflichttime-outs bei 7 Metern.

    "Mit dem Ende des Kinos werden wir vertrieben worden sein aus einem Paradies"
    ( Peter Handke)

    "Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung"
    ( Theodor W. Adorno )

  • Sehr schön Outsider, danke dir und vor allem vertrete ich dieselbe Meinung, es wird einfach zu viel Zeit verdaddelt in verschiedenen Situationen und da könnte man mit einem Pflicht Timeout beim 7m ein wenig entgegenwirken.

    MfG :hi:

  • Hallo MobbDeep87,

    eine Tatsache wurde noch nicht angesprochen.

    Oft sind 7m-Entscheidungen ja auch mit Bestrafungen der fehlbaren Spieler verbunden. Bei einer 2-Min.-Strafe, einer Disqualifikation oder einem Ausschluss muss die Zeit angehalten werden. Der 7 m- Wurf ist ja nicht die Bestrafung sondern nur die Herstellung des vor dem Foul herrschenden Zustand - die 100%-ige Torchance.

    Zusammenfassen:
    - bei 7m wird kein Timeout gegeben.
    - je nach Umstand (Progressionsbestrafung, vermuteter Spielverzögerung, Verletzung, Wischenmüssen usw.) muss Time out zusätzlich gegeben werden.

    Gruß