Handball aktuell
HSG-Manager Bernd Rigterink attackiert Uwe Schwenker
Aufatmen in Nordhorn: In zweiter Instanz hat der Tabellenführer der Handball-Bundesliga vom Liga-Ausschuss die Lizenz für die kommende Saison erhalten. Dennoch gab es Misstöne: Kiels Manager Uwe Schwenker und der ehemalige Bundestrainer Horst Bredemeier (Minden) traten wegen dieses Beschlusses aus dem Liga-Ausschuss zurück. "Ich stelle die von Nordhorn vorgelegten Zahlen ausdrücklich in Zweifel", erklärte Schwenker. Die Niedersachsen hatten einen Finanzplan vorgelegt, wonach die Überschuldung der HSG Sportmarketing GmbH & Ko. KG bis zum 30. Juni 2002 auf 95.000 Euro reduziert wird. Zurzeit drücken die HSG Schulden in Höhe von 1,8 Millionen Euro. NDR Online sprach nach dem Urteil exklusiv mit Nordhorns Manager Bernd Rigterink.
NDR Online: Herr Rigterink, Nordhorn spielt weiter erstklassig. Fühlen Sie sich persönlich als der große Sieger nach der Abstimmung im Liga-Ausschuss?
Bernd Rigterink: Mir war klar, dass wir die Lizenz im ersten Anlauf nicht bekommen würden, da die Zeit zu knapp war. Jetzt bin ich natürlich froh, doch als persönlicher Sieger fühle ich mich nicht.
NDR Online:: Ihr Kieler Pendant Uwe Schwenker ist aus dem Liga-Ausschuss zurückgetreten. Er hatte sich gewundert, dass die Personalkosten Ihres Starensembles in der kommenden Saison nur 55 Prozent vom Personaletat seines THW betragen sollen. Wie geht so etwas?
Rigterink: Ich glaube, dass die ganze Sache von Herrn Schwenker eine Showeinlage war. Bei uns spielen nette Jungs mit moderaten Gehältern. Und wenn Herr Schwenker unseren Zahlen keinen Glauben schenken mag, greift er auch gewisse Personen an. Das ist eine Unverschämtheit. Und wenn er das öffentlich macht, gibts aus Nordhorner Sicht noch einige Überraschungen. Außerdem: Er hat doch durch Angebote einiges kaputtgemacht. Nur soviel: Am jenem Tag, an dem uns die Lizenz verweigert wurde, hat Herr Schwenker, der schon informiert war, Glenn Solberg ein Angebot gemacht, welches 120 Prozent besser dotiert war als das in Nordhorn. Nicht gerade seriös.
NDR Online: Am Sonntag spielt Nordhorn in Kiel, im Meisterschaftskampf könnte eine Vorentscheidung fallen. Hängen die Aussagen ihres Kieler Kollegen auch damit zusammen?
Rigterink: Das ist bewusst gemacht, um uns im sportlichen Bereich zu verunsichern. Leider kommt von einzelnen Personen aus dem Liga-Ausschuss zuviel in die Öffentlichkeit. Ich verstehe Herrn Schwenker auch nicht. Das ist nicht mein Stil. Und verunsichern lassen wir uns ohnehin nicht. Die Jungs sind schon seit Wochen vom Kopf her sehr stark.
NDR online: Für Sie ist die HSG eine Herzensangelegenheit. Sie sind Unternehmer, sollen jetzt wieder Geld in den Verein gesteckt haben. Wann ist bei Ihnen das Ende erreicht? Und wie wollen Sie die Schulden tilgen?
Rigterink: Also, ich habe jetzt kein Geld irgendwo hineingesteckt. Die Speditionsgruppe Rigterink hat den Zeitraum für die Rückzahlung eines Darlehens, welches sie vor Jahren gegeben hatte, verlängert. Wir haben Fürsprecher aus der Politik, die uns mit Sponsoren in Verbindung gebracht haben. Da sind wir uns mit einigen in den vergangenen Tagen einig geworden. Mit dem Konzept, welches wir jetzt aufgestellt haben, gehe ich davon aus, dass wir die Altlasten tilgen können. Es kommen auch bald wieder Zeiten, wo wir mehr Geld einnehmen werden. Und dann kann auch das Darlehen abbezahlt werden.
NDR Online: Apropos Geld. Zahlreiche Topspieler der HSG liebäugeln scheinbar mit einem Wechsel ins Ausland oder zur Konkurrenz. Solberg soll mit Kiel verhandeln, Torsten Jansen mit dem THW und Lemgo, Frode Hagen mit Barcelona. Laufen Ihnen die Stars weg?
Rigterink: Ich weiß nicht, wer mit seinen Gedanken in Barcelona oder sonst wo ist. Noch hat sich keiner bei uns abgemeldet. Ich kann auch nichts zu Vertragsverhandlungen sagen. Nur soviel: Wir müssen noch sehr viel arbeiten, aber ich bin optimistisch.