Du kennst mich doch so gut, dass du weißt, was ich darauf antworten würde. Wenn ich auf der Rennbahn beim Galopp gewinnen will, nehme ich auch nicht den alten Esel aus dem Stall meiner Tante mit. Ich leihe mir lieber den Araber vom Nachbarn.
Es ist eben alles ein Frage der Leistungsfähigkeit der Spieler. Und die hängt nun mal von ihrer Grundqualität und ihren erlernten Fertigkeiten und damit von Trainingsfleiß und Willen ab. Topspieler können sich nun mal schneller auf neue Mitspieler einstellen und liefern auch in neu formierten Mannschaften schneller, als eben halt gute bzw. mittelmäßige Spieler. Zu Topspielern wurden sie aber nicht in ihren Nationalmannschaften, sondern eben in ihren Vereinen. Die Spieler können sich nur über die Vereine entwickeln.
Die Frage sollte eher lauten, warum Spieler aus deutlichen kleineren ausländischen Handballverbänden die "stärkste Liga der Welt" dominieren und auch sonst bei ausländischen Spitzenvereinen eine führende Rolle spielen. An der Grundqualität kann es nicht liegen. Eher müsste es doch für einen zahlenmäßig deutlich größeren Verband möglich sein, auch über mehr Spieler mit dem nötigen Talent zu verfügen. Es bleiben dann wohl nur die erlernten oder eben die nicht erlernten Fertigkeiten als Ursache für Mittelmaß übrig.
Der DHB zählt ca. 725.000 aktive Handballer. In Dänemark z. B. sind es nur etwa 125.000 und trotzdem sind es eher Dänen, die sich in Spitzenvereinen der HBL durchgesetzt haben und nicht deutsche Spieler. Island hat ganze 380.000 Einwohner. Ersetze Gisli, OIM und Smarason beim SCM mit deutschen Spieler und wir haben keine Probleme mit dem Spielplan mehr. Auch Karten für spontane Besuche der GETEC dürften wieder genügend vorhanden sein und sogar Dauerkarten würde MHS wieder anbieten können
Obo, wir führen gerade den Tanz um den heißen Brei auf. Es ist für die deutsche Nationalmannschaft völlig egal, was andere Länder anders und sicher meistens auch besser machen als wir. Wir müssen mit den Spielern klarkommen, die wir haben.
Wir sind voriges Jahr U21-Weltmeister geworden. Das heißt, dass wir eine gute Generation von Anfang 20-jährigen haben.
Wie der Iceman weiter vorne auch sehr richtig anmerkte, wir haben ein Überangebot an Spielern für fast alle Positionen, nur eben ein Stück weit unter dem Niveau der Topnationen. Des Weiteren haben wir einige Spieler über 30, von denen eigentlich nur der biedere Steinert einen gewissen Mehrwert hatte, weil er hinten zufassen kann und vorne wenigstens Hausmannskost abliefert. Nur ist der auch schon 33 und nicht mehr die Zukunft. Wir kommen doch gar nicht drum herum diese Leute zu ersetzen und das hätte ich gern mit Leuten, die aus der Generation Heymann, Michalczik oder jünger stammen und Knorr/Köster würde ich nicht als so unentbehrlich betrachten, auch nicht als so überragend gut, dass sie jedes Turnierspiel 50 min auf der Platte stehen müssten.
Von den ü30-Feldspielern hat sich keiner so aufgedrängelt, dass ich den nächstes Jahr noch mal sehen möchte.
Das Argument Eingespieltheit zieht für mich auch nicht, weil auch mit den Alten immer nur Rumpelhandball gespielt wurde.