Das sehe ich anders. Er hatte ein Konzept und daran hätte er festhalten sollen. Ihr wolltet mich als Trainer, dann machen wir es so, wie ich es will oder ihr macht es ohne mich. Das meinte ich mit claare Grenzen setzen. Er wollte es eben allen recht machen und sowas geht nie gut. Wenn es vorher absehbar war, dass er da irgendwelche Kompromisse oder Eingeständnisse machen müsste, um den Posten zu bekommen bzw. dann auch auf dem Posten zu bleiben, hätte er gar nicht erst antreten sollen. Und dann dieser kumpelhafte Umgang mit den Spielern, nachdem er öffentlich von Pekeler so eine Breitseite bekommen, damit war letztlich jede Autorität weg. Und nach dem Turnier ging dieses Rumgeeiere ja noch weiter. Aussprachen mit den Spieler und dieser ganze Tinnef.
Stell dir mal vor, ein Spieler würde öffentlich im Interview sagen, Benno wollte es so, aber ich habe es anders entschieden. Für den wer nicht mal mehr auf der Bank Platz.
Ich sehe aber auch, dass Prokop zu viele Widerständler gegen sich hatte. Der DHB stand nicht voll hinter ihm und dann ist es im Grunde schon so gut wie zum scheitern verurteilt.
Dafür war er aber als "kleiner, junger" BuLi-Trainer nicht unbedingt allein von sich aus in der nötigen starken Position.
Dazu und zwar genau dazu hätte er Unterstützung aus dem Verband gebraucht.
Aber selbst, wenn man ihm das zum Vorwurf macht, mein Gott, jetzt ist der kumpelhafte Ton auch wieder falsch, für den Onkel Alfred so gelobt wird.
Aussprachen sind auch nicht per se falsch oder Tünneff, okay, manchmal kann es für eine Paartherapie schon zu spät sein, auch alles möglich, aber was ich auf keinen Fall hinnehmen kann, ist, dass man hier die Vokabel "untragbar" problemlos durchwinkt.
Das ist für mich, nach meiner persönlichen Vorstellung von "untragbar" nur für Leute angemessen, die sich schwere Verfehlungen im zwischenmenschlichen Bereich, bis hin zur moralischen Verwerflichkeit zu Schulden kommen ließen.
Das alles kann ich bei Prokop nicht erkennen.
Es gab ja Möglichkeiten, auch bis zum Schluss, den Prozess aufzuhalten und umzudrehen. Davon abgesehen, dass man es gar nicht erst so weit hätte kommen lassen dürfen.
Aber es ging ja verbandsintern auch gegen Hanning. Da kann man auch mal einen BT im Regen stehen lassen.
Prokop hat Fehler gemacht, aber die waren m.M.n. nicht irreversibel.