Bloß weil zwei (oder mehr) Szenarien denkbar sind, sind sie noch lange nicht gleich wahrscheinlich oder müssen als gleichwertig betrachtet werden. Wäre es so einfach sich mit einer doping-relevanten Substanz zu kontaminieren, dann müssten wir viel mehr positive Dopingproben haben angesichts der Vielzahl an Trainings- und Wettkampfkontrollen. Offenbar passiert das aber so gut wie nie. Ich empfehle in diesem Zusammenhang sich mit
Ockhams Rasiermesser auseinanderzusetzen.
Kurzer Off-topic-Vergleich: Das ist derselbe Bias wie bei Diskussionen über den menschgemachten Klimawandel. Nur weil es auch Meinungen gibt, die den menschgemachten Klimawandel bestreiten, sind die beiden Positionen wissenschaftlich betrachtet nicht gleichwertig und müssten in Diskussionen gleichwertig oder als gleichwahrscheinlich berücksichtigt werden.
Ja, sicher sind die Szenarien nicht gleich wahrscheinlich, aber egal wie die prozentuale Verteilung ist, sollte man die Festlegung auf das Doping im klassischen Sinne evtl. vermeiden.
Man kann sich einer neutraleren medialen Begleitung befleißigen, aber man muss es natürlich nicht.
Dafür hat es eben auch schon spektakuläre Gegenbeispiele gegeben, wo es mit der nachträglichen Richtigstellung eben nicht funktionierte oder der Zufall zu Hilfe kommen musste.
Auch wenn es meinetwegen zu 95 % die Richtigen trifft, heißt das für mich aber noch lange nicht, dass mir die 5 % Schwund am Arsch vorbeigehen oder ich die gerne für die große Sache opfere.
So viel zu old Ockham seinem Rasiermesser. Ich kann auch 350 m die Straße runtergehen und die Augen zumachen.
Das Hufgetrappel könnten auch Zebras sein............