Beiträge von hlp

    Guter Vergleich. Daher verstehe meine Perspektive als Hardcore Radsportfan darauf. Da wirkt es auf mich wirklich so als wenn hier im Jahr 2024 festgestellt wurde das es in letzter Zeit ein bisl Wettertrouble gab und das ja ganz schön nervt.

    Was aber das wichtigere am meiner Ausgangslage und Perspektive ist: viele meiner Idole, die mit Sicherheit nen höheren Stellenwert bei mir hatten als bei euch Portner (der halt noch lange keine Vereinslegende ist) sind tief gefallen und Trotz wird dann auch irgendwann zur Realität die man im Zweifel anerkennen muss.

    +das ich dadurch das Vergnügen hatte den Aufbau des modernen Kontrollesytems sehr nah mitzuverfolgen. Inklusive der Schwachsinnsaspekte. Da ihr aber alle nicht unter einem Stein lebt ist dieses von 0 auf 100 gegen dieses System trotzdem unverständlich. Es war direkt vor eurer Nase und immer fragwürdig.

    Ich war nie Radsportfan, aber musste es wegen Vater und Bruder irgendwie mitnehmen.

    Trotzdem danke für das Beispiel. Jahrelanger, systemischer Dopingsumpf übelster Sorte mit Müllcontainern voller Krankenhausabfall beim Verlassen des Etappenortes incl. dem Fall von so ziemlich jedem Star der Szene bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Trotzdem wurden danach "sauber" noch einige Streckenrekorde aufgestellt, die nicht mal die überführten Doper in ihrer Blüte geschafft haben. Weiter will ich das nicht ausführen. Dieser Sport ist für mich durch, definitiv.

    Das System auch.

    Die letzten beiden Sätze nehme ich so nicht an. Ich sage ja, dass Thema Doping war natürlich immer vor meiner Nase.

    im Fall Radsport habe ich meine Konsequenzen gezogen, was zugebenermaßen für mich nicht schwer war, weil ich vorher schon kein Fan war. Beim Handball ist das anders, also ja, ich bin auch Opportunist.

    Im Radsport wurden so ziemlich alle Tatbestandsmerkmale im Zusammenhang Doping erfüllt, die nur irgendwie denkbar waren, incl. der Qualifizierungen "systemisch", "gewerbsmäßig", "kriminelle Vereinigung", "besonders schwere Fälle" etc.

    Im Handball kann ich das so nicht sehen, im Gesamtsport nicht und im Einzelfall Portner ist es auch noch ein mysteriöser Fall geringfügiger Ausprägung.

    Den Radsport als Maßstab zu nehmen, taugt m.M.n. nur bedingt, weil einfach zu wenig vergleichbar ist.

    Wenn die Missstände im Radsport aber dazu geführt haben sollten, dass man auch mit Schwachsinnsaspekten im Kontrollsystem leben muss, dann noch mal einen Extradank an den Radsport.

    Verstehe ich das richtig?

    Du hast in gut 3 Monaten 2 Bier getrunken und die waren in der Haarprobe nicht nachweisbar?

    Dann würde ich sagen, Glückwunsch zur Abstinenz.

    Oder im Ernst. Das ist ja mein Problem. Was sind denn 2 Bier in 3 Monaten??? Zwar nicht 0 Alkohol, aber nahe 0.

    Was kann ich mit so einem Pegel für Schaden anrichten oder mit solchen Trinkgewohnheiten? Keinen.

    Das sollte der Maßstab auch beim Doping sein.

    Im Falle von Portner und Meth soll die Haarprobe aber belegen, dass vorheriger Konsum auszuschließen ist, wenn ich das noch alles richtig im Kopf habe.

    wie gesagt, das menschliche Einzelschicksal tut mir leid, wenn Portner wirklich unschuldig ist.

    Nochmal und unabhängig von Portner: ich nehme heute ein Dopingmittel, mit dem ich mehr Muskeln aufbauen kann. Deshalb kann ich in der Saison härter werfen, da ich den somit illegal erreichten Stand mit normalem Training erhalten kann. Kontrolliert wird aber nicht täglich oder wöchentlich. Dementsprechend kann bei einer noch so kleinen nachgewiesenen Menge (eines Stoffes, der nicht natürlicherweise im Körper vorkommt) nicht wissen, ob es wirklich eine Kleinstkontamination war oder der Körper einfach zu spät den letzten Rest vernichtet hat. Und da haben sich alle Verbände (in denen die Vereine organisiert sind) dem Regelwerk der WADA unterworfen. Es gibt keine bessere Methodik.

    Und aus diesem Grund ist das Argument von einem Tropfen Urin im Schwimmbad halt nicht treffend.

    Haben wir hier nicht schon den Gegenbeweis mit der Haarprobe?

    Sagt die nicht aus, dass eine frühere Einnahme ausgeschlossen ist?

    Das ist für die meisten hier aber jahrelang nicht wirklich ein großes Problem gewesen, zumindest spielt hier Dopingaktivismus im Forum bisher keine Rolle. Wie ich schon sagte...nur weil es Portner betrifft scheint mir und ja ich nannte nicht ohne Grund Kevin Möller als Beispiel das es bei uns vermutlich genauso wäre.

    Aber dann solltet ihr euch ehrlich die Frage stellen, ob ihr das wie ich finde äußerst fragwürdige Anti-Dopingsystem in Frage teilweise oder in Gänze in Frage stellen wollt oder was ihr bisher darüber gedacht habt. Portner gab es wie ich schon sagte zu dutzenden und vielfach auch Fälle wie zum Beispiel minderjährige oder wo absolut klar war, dass es der Betreuungsstab war....also Athleten die da noch viel weniger Kontrolle haben drüber,

    Na und? Was ist das denn für ein Argument? Na klar ist Portner jetzt der Aufhänger hier, aber das ändert doch nichts an grundsätzlichen Fragen, die man sich mal anfängt zu stellen, wenn das Problem vor deiner Tür steht und hier in der HE ist Portner nun mal näher als meinetwegen ein Geher aus Mexiko.

    Ich habe auch eine Weile gebraucht um das Problem Klimawandel anzunehmen und zu akzeptieren, obwohl noch kein Tornado mein Dach mitgenommen hat.

    Steht das Problem bei dir direkt vor der Tür oder ist die bisher nur abstrakte Gefahr des nachts durch den Stadtpark laufen zur realen Gefahr geworden, weil 3 Kapuzen-Typen dir Portemonnaie und Handy abgenommen haben, denkst du evtl. auch anders über das nach, was vorher für dich Normalität war.

    Die Substanz wurde nachgewiesen. Nicht nachweisbar ist wann die Substanz in welcher Dosierung in den Körper kam. Aber sie war da und ich weiß jetzt nicht ob es einen Grenzwert gibt der toleriert werden kann.

    Und auch wenn es Dir nicht gefällt - der Sportler ist und bleibt dafür verantwortlich dass bei ihm keine Substanzen nachgewiesen werden.

    Nein, es gefällt mir nicht und das mit der Verantwortung hatten wir hier auch schon zig-mal.

    Genau wie du nicht zum 100000sten mal betonen musst, dass er was im Körper hatte. Das ist unstrittig und das war es immer.

    Aber einige Aspekte im System sind lebensfern und rechtsethisch bedenklich, weil die Beweislastumkehr zur Hinnahme von Justizopfern führt und fehlende Grenzwerte den Zweck der Dopingabwehr ad absurdum führen.

    Das Strafrecht kennt Dinge wie Geringfügigkeit der Schuld oder Geringfügigkeit des Schadens. Nur so als Beispiel.

    Warum soll so etwas im Dopingkampf nicht auch möglich sein, wenn die Begründung im Strafrecht immer die Menschenrechte des Beschuldigten sind?

    Hat ein Sportler weniger Menschenrechte als ein gewöhnlicher Straftäter?

    Sorry, ich kann es nicht ändern, dass mir sowas im Kopf rumspukt.

    Siehe folgende Beiträge Sebi bzw Paul- Jonas , er hat es ganz gut formuliert und deckt sich mit meiner Sichtweise.

    Ganz allgemein, unabhängig von Portner

    Wie ich weiter vorn schon mal sagte, wir diskutieren hier zwar den Fall Portner, aber mir geht es nicht vordergründig um den Fall Portner, sondern darum das System insgesamt etwas gerechter und lebensnäher zu gestalten.

    Für mich stellen sich da Grundsatzfragen wie, "kann man überhaupt von Doping sprechen, wenn die nachgewiesene Menge gar nicht zur Leistungssteigerung taugt" ?????

    Ein System, das Kollateralschäden hinnimmt ist für mich reformbedürftig. Portner ist nur hier in der HE ein Einzelfall, in der Sportwelt nicht. Darum finde ich die Aussagen von Paul Jonas zynisch.

    Was steht denn im Vordergrund?

    Soll die Dopinganalyse eine Leistungssschau der modernsten Medizintechnik/Labortechnik sein oder erfüllt sie doch eher den Zweck unerlaubte Leistungssteigerungen und gesundheitliche Schäden beim Sportler aufzudecken und zu verhindern?

    Wir haben uns absichtlich überholen lassen. Das ist der Vorwurf, der gemacht werden muss. Es ist doch ein Schlag ins Gesicht, wenn wir einen pensionierten Enddreißiger von weit weg für wenige Einsätze/Spielminuten verpflichten müssen, anstatt dies unserem Nachwuchskeeper zuzutrauen, der noch dazu wahrscheinlich das eine oder andere Mal bereits mit den "Großen" trainiert haben dürfte.

    Aber losgelöst davon fehlt hinter den Kristjanssons, Magnussons und Claars dieser Welt der eine oder andere hochtalentierte Youngster, da sind uns andere ebenfalls voraus.

    140 % Zustimmung! :thumbup:

    Beim TW und einem Aggefors habe ich da sogar noch eher Verständnis dafür, (TW, Erfahrung, Druck, Stressfestigkeit) als wenn wir einen Lipovina oder Schöngarth holen, (Opa Knorr war da die Oberbohne für mich) und diese paar min Spielzeit, die diese Spieler hier insgesamt auf der Platte standen, keinem Youngster zutrauen.

    Uns fällt nun wahrscheinlich etwas auf die Füße, was einst unser Prunkstück war: die Jugendarbeit. Wir haben keinen Buchele im Kader, keinen Höler, von einem Späth ganz zu schweigen. Uns fehlt aktuell definitiv ein Unterbau aus jungen Talenten, nicht nur für die TH - Position.

    Die Erkenntnis ist an sich nicht neu, aber in den Stunden der Not fällt einem auch sowas wieder ein.

    Ich persönlich habe es immer bedauert, dass in den ersten Jahren der kleinen Brötchen unter Schmedt und kurze Zeit später auch mit Wiegert, der Nachwuchsbereich zum vernachlässigten Ressort wurde und das obwohl Schmedt und Wiegert beide aus der Nachwuchsarbeit kommen.

    Man hat unseren Konkurrenten um uns herum (Burgdorf, Leipzig, Berlin) für meinen Eindruck das Feld zu kampflos überlassen.

    Die unverschuldete Aufnahme des Dopingmittels muss der entscheidenden Instanz wahrscheinlicher erscheinen, als ein schuldhaftes Verhalten. Die Konzentration in der Urinprobe und die Haaranalysen lassen eine absichtliche Einnahme unwahrscheinlich erscheinen, aber das genügt nicht, um ein schuldhaftes Verhalten auszuschließen. Die Aussagen zu seiner Lebensweise sind bezüglich Dopingvergehen ein schwaches Indiz (Es gibt zahlreiche Fälle in denen "lupenreine" Sportler später völlig überraschend des Doping überführt wurden). Als Beleg dafür, dass ohne sein Verschulden das Methamphetamin in seinen Körper gelangt ist, muss er daher eine plausible Erklärung, die dem Gremium überwiegend wahrscheinlich erscheint - und da kommt Medienberichten zu Folge der Hautkontakt ins Spiel.

    siehe Tobi75

    Wir wissen aber alle nicht, ob es das einzige Argument oder Version gewesen ist und wie weit das in die Beurteilung eingeflossen ist.

    Es ist halt das, was durchgesickert ist und immer wiedergekäut wurde.

    Wir sollten nicht unsere persönlichen Geschichten, Wahrnahmen oder was wir glauben oder gerne hätten, da mit hineinmischen.

    Ich für meinen Teil nehme eigentlich nicht mal oder kaum den Namen Portner in den Mund, weil meine Gedanken über diesen Einzelfall hinausgehen und mit der Hoffnung verbunden sind, dass sich sowas nicht wiederholt.

    Damit meine ich nicht das Schicksal oder den Ruf des Handballs, weil ich das für Bullshit halte. Der Handball hat da 0 Schaden von.

    Aber der Sportler hat definitiv den Schaden, selbst bei einem etwaigen Freispruch vorm CAS und der Verein ziemlich sicher auch.

    Nun bin ich zwar SCM-Fan, aber der Fall würde mich auch aufregen, wenn es sich um einen anderen handeln würde.

    Klar hänge ich da emotional sicher mehr drin, weil es den SCM betrifft, aber mir geht es da echt mehr um das große Ganze.

    Wie geht die Gesellschaft mit einem Fall um, in dem ganz nüchtern nur dem ein Schaden entstanden ist, der jetzt unter Verdacht steht.

    In einer klassischen Strafsache gibt es Täter und Opfer, bzw. Geschädigte. Dort richtet sich ein Urteil nach der Schwere der Tat, der Schwere der Schuld und am entstandenen Schaden. (Verkürzt)

    Hier fehlt mir völlig dieses Verhältnis. Wegen praktisch nichts oder fast nichts wird hier ein Apparat in Gang gesetzt, das ist der Hammer.

    Mir fällt es tatsächlich sehr schwer hier etwas anderes zu sehen als das es nur einen mit der Arschkarte gibt.

    Editha: Eben erst gelesen, dass es in einer Studie der Uni Köln bereits nachgewiesen wurde, dass Kontaminierung durch Hautkontakt möglich ist. Also ist es eigentlich egal, ob du, ich, Rheiner oder sonst jemand das für ein schwaches Argument hält.

    Korrigier mich gerne, wenn ich was überlesen habe.

    Wurden andere mögliche Erklärungen für die Kontaminierung angegeben?

    Wenn es stimmt, dass Porntner und Anwalt sogar Aufnahmen eingereicht haben, wo Portner in Umarmung mit Fans zu sehen ist, wurde da offenbar sehr stark der Fokus drauf gelegt.

    Ja, kann ja sein, aber auf was willst du damit hinaus? Das sagst du nämlich (wie quasi immer) nicht.

    Ich helfe dir mal und sage, was ich davon halte.

    Ich finde diese Variante auch nicht so pralle, dass ich mir an die Stirne schlagen würde und sagen würde, klar, so muss es gewesen sein.

    Aber, wenn man es nun mal nicht weiß, dann muss man halt das nehmen, was einem einfällt, egal was da jetzt andere von halten.

    Dann kann das eine so schwach klingen wie irgendwas beliebiges andere.

    Ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll, aber mir erscheint sowas zumindest irgendwie ehrlicher als wenn er sich da eine lückenlose, stimmigere Geschichte ausgedacht hätte, die es aber auch nur nicht beweist, weil es sich evtl. gar nicht beweisen lässt.

    Es ist völlig legitim, wenn ihn hier einige für schuldig halten oder zumindest für so unbedarft, dass er bestraft gehört.

    Aber keiner sollte sich jetzt hinstellen und so tun, dass sein Ansatz oder seine Vermutung nun besser wäre als irgendeine andere.

    Hat hiermit nix zu tun, aber Baumanns Zahnpasta-Geschichte klingt da für mich noch deutlich absurder.

    Aber auch auch das heißt nicht automatisch, dass die nicht doch auch passiert sein kann.

    Insgesamt völlig sinnlose "Meins ist besser als deins"-Kindergarten-Diskussion. Wenn die Halle voll ist, wird es den Anwesenden schon irgendwie gefallen oder sie können damit leben.

    Es soll auch Leute geben, die sich das Spiel ansehen und für die der ganze Bums drum herum eher unwichtig ist.

    Arbeiten alle Labore nach den gleichen Methoden/Geräten oder ist das eine Labor in der Lage "den Tropfen Pisse im Schwimmbad zu finden" während das nächste gerade in der Lage ist den einen Tropfen in der Badewanne zu finden?

    Du bist offensichtlich später dazugestoßen. Das wurde hier alles schon mal und sogar von Insidern und echten Experten erklärt.

    Ich kann mich nur sinngemäß daran erinnern, für die Dopinganalysen sind nur ganz wenige Labore zugelassen, 2 oder 3 in Deutschland, waren das m.M.n. Die erfüllen die höchsten Standards und sind vergleichbar.

    Das Argument Labor 1 findet was, Labor 2 nicht, zieht also nicht wirklich oder anders ausgedrückt, es war wohl egal wer Portners Probe nun auswertet.

    Etwas anderes war der schwedische Artikel von @Küstentanne, in dem ging es sinngemäß um die Sinnhaftigkeit der ganzen Dopinganalysen, wenn die Nachweisgrenze so minimal ist und ausreicht das Verfahren in aller Härte zu betreiben, wenn die tatsächliche Wirkung gar nicht gegeben ist oder zumindest mehr als zweifelhaft ist.

    Stichwort: unnötige Kriminalisierung schon ab Nachweisgrenze.

    Man möge mich korrigieren, wenn ich das nicht richtig wedergegeben habe.

    Das ganze Kaderkonstrukt steht schon etwas auf wackeligen Beinen. Ob das alles so ohne Weiteres an der Mannschaft vorbei geht ,darf bezweifelt werden. Zumal viele Jungs jetzt erstmal ihre Nationalmannschaft im Kopf haben und relativ spät in die Saisonvorbereitung starten. Dieses Problem haben sicher viele Spitzenklubs,aber bei denen ist medial wenigstens Ruhe. Und auch beim Sportfreund Partner muß man erstmal abwarten ,wie er wieder reinfindet und wie er damit umgeht,doch wieder von einen Tag auf den anderen gesperrt zu werden.

    Alles in allem keine guten Voraussetzungen für eine Saison um ganz oben mitzuspielen.

    Für das Kaderkonstrukt kann der SCM nun aber am allerwenigsten. Verletzungen von Magnusson, Saugstrup und Kristjansson als absolute Führungsspieler hauen nun mal rein. Omi Ingo konnte mit Smits aufgefangen werden, Gisli mit Smarason und Saugi mit Bergendahl. Das ist sowas von 100%ig aufgegangen, das ist schon fast unheimlich.

    Dadurch kamen Verwerfungen in die Kaderplanung und jetzt noch Portner on top.

    Aber er kann erst mal spielen, so weit so gut. Ob er mit dem Damokles-Schwert des immer noch oder wieder schwebenden Verfahrens in der Lage ist seine Topleistung abzurufen ist zumindest zweifelhaft. Es wäre auch nur zu verständlich.

    Der Club muss da jetzt durch, anders geht es doch gar nicht. Wir können nicht auf Verdacht einen neuen TW holen, kriegen wahrscheinlich auch keinen Topmann auf die Schnelle.

    Außerdem muss man auch schauen wie lange Damgaard noch ausfällt, ob es eher nötig wird da noch mal tätig zu werden, obwohl auch da der Markt sicher nicht mehr viel hergibt.

    Ich für meinen Teil würde einfach nicht davon ausgehen, dass es jetzt mit den Titeln einfach so weitergeht.

    Dann muss man eben mal 1 Jahr etwas kleinere Brötchen backen, geht die Welt auch nicht von unter.

    Wenn dann doch mehr bei rumkommt umso besser.

    Was ich meine ist, dass es wahrscheinlich besser ist die derzeitige Kadersituation nicht unbedingt an den Titeln der letzten 2 Jahre zu messen. Manchmal hat man auch mal Pech und es kommen 1 oder 2 magerere Jahre.

    Die wichtigste Frage derzeit ist doch: ist die derzeitige Spielberechtigung rechtssicher oder kann sie im Nachhinein dazu führen dass z.B. ein absteiger nur deswegen absteigt, weil er gegen den SCM verloren hat und deswegen klagt, weil in den Reihen des SCM ein Spieler war, welcher nach seiner Rechtsauffassung gesperrt sein müsste.

    Wenn die Spielberechtigung also in irgendeiner Art und Weise anfechtbar ist, dann hat der SCM ein Problem. Gilt sie uneingeschränkt bis zu einem möglichen Urteil, mit negativen Auswirkungen für den Spieler/Verein, kann der SCM sich bis dahin bequem zurück lehnen. Nur sollte der CAS dann auch mitteilen wie lange sich das Verfahren hinziehen wird.

    Es gibt im Art. 103 GG einen Artikel, der sich (verkürzt), mit dem Rückwirkungsverbot befasst. Gilt leider explizit auch nur wieder im Strafrecht. Dieses ganze Sportrecht ist ein rechtsethischer schlechter Witz dagegen.

    Doch weil man eben nicht immer den Einzelfall betrachten kann, sonst wird auch immer jemand auf diesen Einzelfall klagen. Alleine bei einer Bewährungsstrafe für Ersttäter, wieviele Ausversehentäter könnte man damit retten im Gegensatz zu den ganzen die bewusst dopen würden und den Freifahrtsschein für Rekorde oder Verträge nutzen würden.

    Bitte nicht Einzelfall und Verallgemeinerung verwechseln. Ich meine, dass jeder Sachverhalt individuell beurteilt werden muss.

    Alles andere wäre über einen Kamm scheren.

    Sonst würde man in der Rechtssprechung auch nicht zu unterschiedlichen Strafmaßen kommen (können und müssen).

    Es kann doch wohl nicht darum gehen, dass sich die Dopingverfolgung gegen Klagen absichert.

    Es sollte doch wohl darum gehen, dass der Sportler ein an seinem Vergehen gemessen, faires, gerechtes und nachvollziehbares Urteil bekommt.

    Reformen sind immer sinnvoll wenn sie die Zielerreichung verbessern.

    Lange gab es Bewährungsstrafen für Ersttäter - die wurden bewusst und für mich aus nachvollziehbaren Gründen abgeschafft.

    Wenn meine Probe Spuren einer unerlaubten Substanz enthält war ich gedopt. Egal ob bewusst oder durch Manipulation. Hier tuen mir tatsächlich die Sportler leid die unbewusst wie auch immer das Zeug in den Körper bekamen. Ich erinnere nur an die Geschichte von Dieter Baumann mit der verseuchten Zahnpasta. Ich glaubte die nicht, aber wer weiß ...

    Der nicht zu erbringende Beweis nicht bewusst die Substanz zugeführt zu haben ist der Preis des Ehrlichen für die tatsächlich vorhandenen Dopingstrukturen - die es sicher nicht nur in Russland gibt und bei uns unter anderem zu Zeiten von Prof. Klümper als Gerücht umgingen und nicht zwingend aufgehört haben. Letztlich geht es im Sport um teilweise sehr viel Geld (und Renommee) - dadurch sind Sportler, Trainer und Verbände auch bereit Regeln zu brechen

    Wieder viel allgemeines Zeug. Bleib doch mal beim Einzelfall. Dieser muss entsprechend behandelt werden. Da hilft es nicht, wenn zu 95 % die richtigen erwischt werden oder dieser ganze Kram. Das hat nie jemand bestritten, hilft nur im Einzelfall dem nicht, der durchs Raster gefallen ist.

    Meinst du Diejenigen mit Pech, die nicht bewusst gedopt haben?

    Mit Pech meine ich die mit der Zahnpasta, der falschen Pille, (der andere Schweizer) oder allgemein welche, die auf ihren Arzt oder Ernährungsberater vertraut haben, die, die sich nicht bewusst und selbst die Mittel in den Körper geballert haben oder die wie Pechstein nur auf Verdacht gesperrt wurden, ohne positiven Befund.

    Also unterm Strich alle die, die für mich im Kern, (was das eigene Unrecht angeht) nicht betrügen wollten.

    Es hat ja Gründe, dass es den § 263 StGB, den Betrug im strafrechtlichen Sinne, nicht nur nicht als fahrlässige Variante gibt, sondern das sich der Vorsatz sogar explizit über eine genau definierte Kausalkette erstrecken muss.

    Wenn das System der Dopingkontrolle und Bestrafung keine Sonderfälle und Grauzonen kennt oder zulässt ist das System Scheiße, weil es in Kauf nimmt Unschuldige zu treffen und das ist komischerweise völlig konträr zu unserem restlichen Rechtssystem, welches Sanktionen verhängen kann. Im Gefahrenabwehrrecht und im Verwaltungsrecht gibt es auch einiges, was sich mit einem gesunden Gerechtigkeitsgefühl nur schwer ertragen lässt, aber dagegen kann man wenigstens noch gerichtlich vorgehen und sich wehren.

    Das System der Kontrollen hat so oder so Lücken.

    Der bewusste Doper kann Glück haben nicht kontrolliert zu werden oder so weit voraus sein, dass sein Mittel nicht entdeckt wird und der saubere Athlet wird 35x im Jahr getestet.

    Manche Länder lassen Dopingkontrolleure gar nicht ins Land oder behindern systematisch ihre Arbeit.

    Die Liste der Beispiele ließe sich fortführen. Dabei will ich mich gar nicht an russische oder chinesische Standards annähern, sondern möchte im Einzelfall eine für die Wirkung vernachlässigbare Konzentration, eine nicht lückenlos erbrachte Rechtfertigungskette etc. auch so berücksichtigt sehen, wie sie sich in den Widrigkeiten des Lebens auch zutragen kann.

    Weil er nicht genau das beweisen kann, was ihm widerfahren ist, kann ihn das nicht automatisch schuldig sprechen, wenn er das nun mal nicht weiß. Belastende und entlastende Umstände müssen gleich gewichtet werden. Der Tropfen im Schwimmbad darf nicht das K.O.-Kriterium sein. Komischerweise habe ich von denen, die eine versehentliche Kontamination für absurd halten auch bloß keine schlüssige Erklärung für den Fall Portner gehört oder gelesen. Die antworten dann auch nur mit Allgemeinplätzen.

    Wenn ich diesen Stuss schon höre, jeder Athlet ist selbst für sich verantwortlich. Das ist unmöglich. Der Athlet muss dann auch noch Mediziner, Toxikologe, Pharmakologe, Ernährungswissenschaftler sein und sich nur noch in Reinsträumen bewegen.

    Jeder Sportler ist gezwungen in seinem Sport auch auf andere zu vertrauen.

    Vielleicht fehlt denen auch nur Vorstellungskraft oder schlicht eigene wissenschaftl. Expertise. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

    Vernunft, Augenmaß und Verhältnismäßigkeit über den ganzen Sachverhalt. Das würde mir schon reichen.