Beiträge von SteamboatWillie

    NEIN! Er hat den Ort der Ausführung nicht verlassen, der hintere Fuß steht ja noch dort! Wozu noch eine Regelklarstellung? Soll dann die Richtung des Schrittes gleich mit festgehalten werden? Oder Schrittgeschwindigkeit usw.?

    Fraglich ist auch ob der "Vorteil" wirklich so groß ist. Je weiter der Ort der Ausführung von der Freiwurfline weg ist desto geringer wird dieser vermeintliche Vorteil. Wie groß ist der Vorteil eines Schrittes aus dem Stand? Die Geschichte mit dem Schritt vorwärts kann man auch heute schon bei Frei- und Strafwürfen so machen (sofern man die Linie nicht übertritt).


    Genau das ist ja die Frage ob er ihn verlassen hat oder nicht. Eine Klarstellung was "verlassen" bedeutet würde hier ggf helfen.
    Nach nochmaligem überlegen bin ich übrigens zu der Entscheidung gekommen dir zuzustimmen und hier keinen Regelverstoß zu sehen.
    Beim direkten FW von 9m ist es ja auch üblich, dass der Werfer relativ breitbeinig steht und versucht an der Mauer vorbei zu fallen wobei der "Standfuß" fest auf dem Boden bleibt. Das ist ja durchaus vergleichbar.

    Immerhin erkennst du, worauf meine Frage abzielte ;)

    Am Ende ist es aber so. Wenn die Szene so passierte wie von dir beschrieben, können das mehrere Fehler des SR gewesen sein.
    Du musst aber bedenken, dass deine Beschreibung sehr subjektiv ist. Zudem warst scheinbar ein selbst am Spiel beteiligter.
    Ein "neutraler Zeuge" ist was anderes :)
    Und am Ende bleibe ich dabei. Wer auf schwachem Niveau Handball spielt, bekommt auch SR auf schwachem Niveau. Wie soll es anders gehen?
    Das für für den einzelnen immer schlecht, aber kaum zu ändern. Wer weiß, vielleicht denkt sich der SR von eurem Spiel auch immer "Warum bekomme ich immer nur so schlechte Mannschaften?"

    Die Frage ist, ob er mit diesem Schritt den Ort der Ausführung verlassen hat.
    Scharoff macht da durchaus einen Kniff weil mit der Stellung ja eher "Hand am Ball" und "ein Fuß am Boden" gemeint ist.
    Nichts desto trotz gibt es ja auch die Regel

    Zitat

    "Der Freiwurf wird normalerweise ohne Anpfiff (ausgenommen 15:5b) grundsätzlich an der Stelle ausgeführt, an der die Regelwidrigkeit begangen wurde."

    Ich sehe da durchaus Interpretationsspielraum ob er die Stelle verlassen hat, eben weil ja ein Fuß am Boden bleibt.
    Der Vorteil den er gegenüber der Mauer hat ist bei einem Schritt aber schon enorm. Von daher kann ich der Logik folgen. Hier fehlt ggf eine Regelklarstellung.

    Könnte mir mal jemand die konkreten Nachteile nennen, die eine Regelung identisch der im Fußball mit sich brächte?
    Oder sogar einen konkreten Fall in dem jemand dadurch Nachteile erfahren musste?
    Ich lese hier immer von Benachteiligungen usw aber kann mir da mal wer einen wirklich konkreten Fall nennen? Für mich sind das rein abstrakte Fallstricke.

    BTW: Vor welchem Gericht soll wenn man das doof findet denn bitte geklagt werden?

    In Westfalen gab ca innerhalb der letzten 2 Jahre eine Regelklarstellung bzgl des Verhaltens von Angreifer und Abwehrspieler bei der Ausführung des Anwurfs.
    Ich finde dieses Dokument grade leider nicht, meine aber es kam vom DHB und wurde durch gereicht.

    Tenor:
    Wenn der Angreifer aktiv einen Regelverstoß des Abwehrspielers provoziert ist der Abwehrspieler nicht zu bestrafen. Im Wiederholungsfall sogar der Angreifer wegen unsportlichem Verhalten.

    Wobei man da aufpassen muss.
    Grade von Würfen direkt vom Kreis oder beim Konter ist es ja nicht unüblich, dass der Keeper dem Werfer entgegen springt. In dem Fall kann man natürlich nicht pauschal auf Stürmerfoul entscheiden.
    Ich würde die Entscheidung auch davon abhängig machen, ob einer der beiden eben den anderen bewusst anspringt oder nur eine normale Sprung/Wurf bzw Sprung/Abwehrbewegung macht. Weiterhin ob zB der Werfer durch den Kontakt mit dem TW diesen bei der Abwehr behindert oder der TW der Werfer beim Wurf. Oder ob sich einer von beiden verletzt.
    Letztlich eine sehr knifflige entscheidung und ich gehe nicht davon aus, dass dies von den SR einheitlich gepfiffen wird.

    BTW: In einer solchen Szene kann es auch wenn der TW seinen Torraum verlässt niemals zu einer roten Karte für den TW im Sinne des Kommentars zu 8:5 kommen!

    Der Kommentar spricht ganz eindeutig davon "wenn ein Torwart den Torraum verlässt um den für den Gegenspieler gedachten Ball abzufangen".
    Der Sinn der Regel basiert darauf, dass der Angreifer nicht nach vorne schaut wo er hinläuft sondern nach hinten um den Ball zu fangen und damit den TW nicht kommen sieht.

    Das ist in der hier beschriebenen Szene NICHT der Fall! Der Angreifer prellt/springt mit Ball auf den TW zu. Er blickt also zum TW!

    Der Kommentar zu 8:5 ist bewusst so eng gefasst damit eben nciht jeder Kontakt zwischen TW und Angreifer beim Konter zu einer roten Karte führt!

    Ich denke man muss es anders rum sehen.

    Wir können mal davon ausgehen, dass die Journalisten, welche "eingeladen" werden hauptsächlich sportlich über die WM berichten werden.
    Indirekt flutet die WM Organisation mit diesen Einladungen die Medienlandschaft im Land der eingeladenen Journalisten mit sportlichen Berichten.
    Je mehr Artikel es gibt die nur das sportliche betrachten desto weniger Aufmerksamkeit bekommen die bekannten gesellschaftspolitischen Probleme in Katar.

    Wenn ich sehe, wie das Thema Katar hier hoch kocht und wie schnell hier auch schon die Nazi/Hitler Keule schwang, dann gehe ich ganz fest davon aus, dass von nicht wenigen Usern ordentlich gegenwind gekommen wäre.

    Nichts desto trotz. Einen Einstieg in der ersten Folge oder auch schon im Vorfeld (Sascha hat ja angekündigt nach Katar zu fahren), dass er von den Organisatoren "eingeladen" wurde hätte ich im Sinne der Transparenz für sinnvoll erachtet.

    Die Frage ist ja auch, warum man meint diese "Einladung" nicht öffentlich zu machen.

    Aber das sagt sich eben alles immer einfacher als einfacher Leser/Hörer wie ich es bin.

    Ich finde es generell gut, das Sascha hier - wenn auch ggf Zähneknirschend - überhaupt Rede und Antwort steht.
    Er könnte das Thema ja genau so behandeln wie seine Kollegen.

    Sascha,
    ich habe absolut keinen Zweifel an deiner Unabhängigkeit und deiner Integrität.
    Die konzentrierst dich bei der Berichterstattung (zunächst) rein auf das Sportliche.
    Wer deinen Podcast hört, und er ist absolut großartig, der kann zu keinem anderen Ergebnis kommen, als das du da ganz seriös und ohne Einflussnahme über die sportlichen Geschichten berichtest.

    ABER:
    Durch eine solche Kommunikation machst du dich angreifbar. Ich kann deine Motivation und alle Argumente, die du in den letzten Posts aufzählst nachvollziehen.
    Aber wenn deine Unabhängigkeit außer Frage steht, warum machst du diesen Punkt dann nicht öffentlich?
    Wenn das erst auf Nachfrage raus kommt und du dann auch nur rum druckst, dann erzeugt das den Eindruck, dass du das Verheimlichst.
    Natürlich wäre der Aufschrei da gewesen. Aber wie gesagt, deine Argumente sind verständlich und die Qualität deines Podcasts spricht für sich.
    Und die Hater mit der verkauften Seele und dem Moralkeule, scheiß drauf!
    Aber dieses Intransparente und die Art wie du nun damit umgehst, naja, das geht besser.

    Mal ganz ketzerisch gefragt: Gilt das nicht auch für die Offiziellen im Handball, die durch katarisches Geld vielleicht die Chance haben, ein wenig mehr zu verdienen und sich und ihrer Familie eine rosige Zukunft aufzubauen?


    Meinst du damit Bestechung? Anderweitig wüsste ich keine Möglichkeit wie Geld von Katar zu den Offiziellen fließen soll.
    Nein, dafür gilt mein Verständnis nicht mehr.

    Den Spielern in diesem konkreten Fall kann man keinen Vorwurf machen. Wenn die Summen die überall genannt wurden stimmen habe ich für jeden Spieler Verständnis, der da sich und seiner Familie eine rosige Zukunft aufbauen will.

    Du sprichst immer wieder von Nachhaltigkeit.
    Wenn man bedenkt, dass Katar ein Land ist, dass schon immer außer Öl alle Ressource von außen einführen muss, denke ich, dass sogar eine Söldnertruppe da als "unsere Nationalmannschaft" angesehen werden kann. Kenne mich dazu aber zu wenig mit dem Leben in Katar aus. Denke aber, man ist für solche Söldnertruppen offener.
    ABER:
    Schafft so etwas wirklich Nachhaltigkeit?
    Die nächste WM ist erst in 2 Jahren. Abgesehen vom Superglobe findet in Katar kein nennenswerter Handball statt. Ob die Spieler alle weiterhin für Katar spielen werden ist mir zudem nicht bekannt. Das war ein Projekt mit dem klaren Ziel kurzfristigen Erfolg zu haben.
    Ob sowas wirklich Nachhaltigkeit erzeugt halte ich zumindest für sehr Zweifelhaft.

    Natürlich kann so ein wenig eine wenig Handballaffine Nation auf die Handballweltkarte bringen.
    Aber ist dieser Weg wirklich der, den man dabei gehen sollte? Dass jede Nation sich seine Mannschaft zusammenkaufen kann?
    Wäre es nicht eher ein Weg mehr Geld in "Handballentwicklungshilfe" zu stecken? Also erst mal in diesen Ländern den Handballsport bekannt zu machen?
    Mann muss ja nicht gleich ins WM Finale einziehen. Es würde ja erst einmal reichen, wenn in dem Land überhaupt Handball gespielt wird.
    Wie weit es der IHF mit der weltweiten popularität der Handballs wirklich ist, sieht man gut am Beispiel Australien.

    Schöner Beitrag Nordlicht!

    Ich sehe vor allem die Probleme auf "Verbands- und Funktionärsebene" als die größten Probleme und das nicht nur für den Handball sondern für den Spitzensport an sich.

    Das Problem ist aber fürchte ich:
    Diese Probleme fallen nur wirklich Sportinteressierten auf. Und diese sind den verbänden mittlerweile egal. Weil deren Potenzial vollständig ausgeschöpft ist und man mit denen einfach nicht mehr Geld verdienen kann.
    Also geht der Fokus auf die breite Masse.
    Auf die, die vor 2 Wochen nicht mal wussten, dass ne Handball-WM stattfindet, die kaum einen Spieler kennen, die sich drüber aufregen, dass die WM bei Sky läuft, die gestern um diese Zeit glaubten, wir werden Weltmeister und denen heute alles das schon wieder völlig egal ist.
    Die Sport als reinen Event sehen und die kurzfristig unterhalten werden wollen.
    Denen ist egal was Katar macht, wie die Schieris pfeifen und wer wie zur WM gekommen ist.
    Wenn zur nächsten WM Deutschland wieder ganz gut spielt, werden die auch wieder dabei sein, auch wenn die WM in Nordkorea stattfindet.
    Das ist Zielgruppe von Sportevents. Dumme Menschen die ohne nachzudenken konsumieren und mit denen man noch Geld verdienen kann.

    Natürlich hat Österreich es letztlich selbst vermasselt, was aber nichts daran ändert dass die Schiris offensichtlich dafür sorgen sollten dass Katar auf jeden Fall im Turnier bleibt...das hinterlässt schon einen faden Beigeschmack und auf dem Konto der Schiris eventuell einen satten Zuwachs

    Knappe Entscheidungen eher pro Heimteam abzugeben ist leider nicht unüblich. Im Grunde kann man sich auch jedes KO Spiel der europäischen Wettbewerbe der letzten Jahre ansehen. Durch die Final4 Turnier hat sich das etwas abgeschwächt aber Anfang der Nuller Jahre hieß es doch lange, man brauche zu einem Rückspiel in Spanien fast gar nicht antreten.
    Bei der Heim-WM 2007 haben wir gg Frankreich doch auch durchaus von dieser Einstellung profitiert.
    Die Ösis bei der Heim-EM im letzten Gruppenspiel meine ich auch.
    Das ist ein großes Problem im Handball, hat aber nicht direkt was mit den Kataris zu tun.

    Insofern hätte es mich eher überrascht, wenn die SR gestern nicht "etwas" fürs Heimteam gepfiffen hätten.
    Gemessen am üblichen Heim-Bonus fand ich die Entscheidungen gestern alle noch OK.

    Schade, dass es so ist, aber so ist leider.