Beiträge von hsr

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    Original von berndo
    Das finde ich nicht, da 13:2 sowohl eine Passage bezgl. Regelwidrigkeiten der ballbesitzenden als auch der abwehrenden Mannschaft beinhaltet:

    Da ist mir doch glatt die Hälfte meiner Argumentation "abhanden gekommen": dieser Teil der Vorteilsauslegung kann gar nicht zur Anwendung kommen, da bei Fehlern in der Ausführung von Würfen ohne Anpfiff gar nicht auf Freiwurf zu entscheiden ist bzw. entschieden werden darf, sondern nach 15:7 korrigiert werden muss. Man nimmt also der werfenden Mannschaft ein Recht auf Korrektur, wenn das Spiel weiterläuft - aus meiner Sicht unter Anwendung einer nicht anwendbaren Vorteilsauslegung (13:2).

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    Original von Handball-SR
    m.e. ist hier ein pfiff nicht nur überflüssig, sondern sogar falsch !!! und zwar unabhängig wo der sr steht, oder nicht steht ( wo sollen sie schon stehen bei einem fw gegen die angreifende mannschaft? ).

    kurz abwarten ob der gegnerischen mannschaft durch die falsche ausgangsstellung ein nachteil entsteht und dann entsprechend reagieren - und nochmal: das hat mit entscheidungsfreiraum nichts zu tun, sondern mit klar definierten regeln.

    lg
    thorsten

    Hat der Werfer nach der Regel nicht auch einen "Anspruch" auf Korrektur und der SR eine "Pflicht" hierzu? Und kann bei einem langen Passweg noch von "unmittelbarem Ballverlust nach falscher Ausführung" die Rede sein?
    Der in der Regel genannte "Vorteilsgedanke nach 13:2" scheint mir sowieso der falsche Ansatz: in 13:2 ist von Regelwidrigkeiten gegen den Ballbesitzer die Rede, die nicht zur Unterbrechung führen darf, wenn dem Ballbesitzer kein Nachteil entsteht! Da wurde schon ganz schön gebogen, um hier eine "passende" Auslegung zu gestalten!

    "DHB-Schiedsrichterausschuss
    Regeltechnische Anweisungen / Inhalte der Schiedsrichterlehrgänge „Juli/August 2005“
    ...
    10. Time-out bei 7-m-Entscheidungen
    Im DHB-Bereich sollte bei 7-m-Entscheidungen im Zweifel auf Time-out entschieden werden. Allerdings sollte es nicht zum „Automatik-Time-out“ kommen. Zu beachten ist, ob bei der Ausführung eines 7-m-Wurfes eine Spielverzögerung einhergeht.
    ..."

    So wurde es ursprünglich auch bekannt gemacht (1.Satz); der zweite Satz ist dann wohl eine Reaktion auf die sehr freizügige Auslegung des DHB-SRW P.Rauchfuß (immer Time-out) - oder was die Presse daraus gemacht hat.

    Damit ist die Reihenfolge in Jugendspielen auch klar: entscheidet der SR auf Time-out ist ein Wechsel möglich - es wird aber kein Time-out gegeben, um einen Torwartwechsel zu ermöglichen.

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    Original von TLpz
    BerndO

    Ok, dann muß ich mal in den Regeln nochmal suchen gehen. Aber da ich Team A die offensichtliche Regelwidrigkeit nicht nachweisen kann, kann ich auch nicht Mannschaft B einen Freiwurf zu sprechen.

    In Anlehnung an Erl.9 letzter Absatz hatte der DHB im letzten Jahr angeweisen:
    Wird in einem laufenden Spiel der Trainer (oder ein anderer Offizieller/Spieler) der ballbesitzenden Mannschaft nach Pfiff des SR ermahnt, so geht das Spiel mit Freiwurf für die gegnerische Mannschaft am Ermahnungsort bzw. an der günstigeren Stelle weiter. ...

    Eine Ermahnung an die Offiziellen/Spieler liegt hier ja wohl vor, so dass der Ballverlust als kleine Nebenstrafe wohl gedeckt ist.

    In Regel 4:2-3 wird dem MV eine Aufgabe übertragen und eine Sanktion vorgesehen für den Fall, dass er dieser Aufgabe nicht nachkommt. Er würde also ggf. für sein eigenes Fehlverhalten bestraft. Und so ist es auch in allen anderen Fällen: Bestrafungen werden/können nur persönlich für das Fehlverhalten des Bestraften ausgesprochen werden, eine Bestrafung eines "Stellvertreters" ist nicht möglich.

    Natürlich kann man den MV ansprechen und auffordern für Ruhe auf der Bank zu sorgen, aber auch danach ist nur eine Bestrafung des tatsächlichen Übertäters möglich. Wenn ich mich aber durch die Bemerkungen von der Bank gestört/kritisiert fühle, würde ich der Bank mit Sicherheit nicht mehr ständig den Rücken zuwenden ...

    Die Erläuterung beschreibt doch klar, wie der Regeltext (aus Sicht der Ersteller) zu verstehen ist. Alle außer Dir erkennen die Absicht der Regeln, bei den "Würfen" einen "Stopp" einzulegen.

    Warum versuchst Du, die Texte als getrennte "Regeln" auszulegen? Damit "verläufst" Du dich und legst etwas aus, was nie so ausgelegt wurde und nie unklar war.

    Mal ganz ehrlich: es gab bisher nie eine Diskussion darüber, dass die "Regelwürfe" im Stehen auszuführen sind. Allein um dieses zu verdeutlichen wurde der für das Durchlaufen anfällige Anwurf ausführlicher beschrieben. Er ist aber weiter zusätzlich unter dem Aspekt der Regel 15 (Allgemeine Anweisungen ...) zu beurteilen. Auch der Anwurf ist also (und so hat es Hans Thomas ja auch klar geschrieben) im Stehen (und wenn das Verharren noch so kurz ist) auszuführen!

    Und übrigens: die Erläuterungen (und damit auch das Stehen in Erl. 7) sind Bestandteil des Regelwerks - da ist das Vorwort zum Regeltext eindeutig!

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    Original von berny2
    ... Übrigens dürfte eigentlich niemand über die Regeländerungen meckern. Warum ich das behaupte? Ganz einfach: vor ca. 2 Jahren wurden alle reginal- und Landesverbände gebeten ihr Mitspracherecht in Form von Ergänzungen/Erweiterungen/Meinungen zu nutzen.
    Und was war das Ergebnis? Vernichtend geringe Rückmeldungen. Die Basis hat wieder mal seine Möglichkeiten der Mitsprache verschlafen.

    Also bitte, jetzt nicht meckern - helft mit die Änderungen richtig zu verbreiten, damit bei den Spielen so viel wie möglich der Beteiligten informiert sind.

    Ich erinnere mich da nur an die Vorschläge von Vlado Stenzel, über die in einer world.com-Umfrage und in der Zeitschrift "handball-schiedsrichter" abgestimmt werden konnte.

    Das Ergebnis wollte der DHB als Änderungsvorschlag an die IHF geben, ergänzt um das Verbot für den Torwart, seinen Torraum zu verlassen; habe von diesen Vorschlägen bei den aktuellen Regeländerungen nichts wieder gefunden.

    Als offizielle Anfrage und Aufforderung ist das - glaub' ich - aber nie an die Verbände gegangen.

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    Original von jfherden
    Ich schimpfe überhaupt nicht. Das "finde ich genauso" war darauf bezogen, dass eine endgültige Fassung wünschenswert wäre. Ich besitze eine ziemlich endgültige Fassung.
    Nur halte ich es grundsätzlich für gefährlich, wenn in der alten Saison schon nach den neuen Regeln gespielt wird. Bei den kommenden Regeln ist es nicht so schlimm, da sich kaum etwas weltbewegendes ändert. Aber immerhin kann es (auch bei Turnieren) Ärger geben.

    BerndO: Im groben und ganzen schon. Nur ist mir eine Unstimmigkeit im Hinterkopf: Die neue Erläuterung 5 (unsportliches Verhalten) bezieht sich auf die Regel 16:3e. Diese 16:3e exisitiert im Regelwerk allerdings nicht (Regel 16:3d und 16:3f existieren, aber nicht die e). Wenn man genauer nachschaut, wird man noch mehrere Unstimmigkeiten finden, da bin ich mir sicher. Und das sollte bei einer endgültigen Version nicht der Fall sein.

    was ist das für eine logik? wenn 16:3d und f existieren, gibt es auch 16:3e - soweit hat es auch die ihf immer geschafft lücken zu schließen. und was ist eine ziemlich endgültige fassung?

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    Original von meteokoebes
    Sinn ist es beispielsweise, dass Nordhorn nicht mehr Vranjes auswechselt, um dafür dann einen Glandorf dort in den Weg zu stellen.

    Wie oft kommt es denn vor, dass sich ein Abwehrspieler in der letzten Aktion derart verletzt, dass er das Spielfeld verlassen muss? Da ist dann das Fingerspitzengefühl der SR gefragt. ;) Vielleicht sollte man ja den Zusatz: "Verletzte Spieler dürfen nur durch Spieler der gleichen oder geringeren Körpergröße ersetzt werden." :D

    Das mit dem Fingerspitzengefühl vergiss' lieber gleich wieder ...

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    Original von härter_schneller
    regel 14:1 greift hier.


    ich bin mir ziemlich sicher, dass ich hierzu irgendwo eine erläuterung von dhb oder ehf habe. finde sie nur zur zeit nicht.

    was übrigens auch heißt, dass grafschafter pfiffe genauso wie flensburger 'wind' oder kieler 'brise' bewertet werden. muß ja auch, oder sollen die sr noch den übeltäter namentlich benennen?

    Noch steht es hier (in Kürze dann im Regeltext):

    Regel 13:4a, 14:1c – RSK/IHF-Erläuterungsschreiben Nr. 3 / Oktober 2002
    Unterbricht der Pfiff eines Zuschauers den Gegenstoß eines Spielers, wenn dieser sich allein vor dem Tor (allein gegen
    den Torwart) befindet, ohne daß ein anderer Gegenspieler ihn stoppen könnte, haben die Schiedsrichter entsprechend
    Regel 14:1c auf 7-m-Wurf zu entscheiden.
    Könnten jedoch Abwehrspieler, in derselben Situation, den Angriffsspieler stoppen, wird das Spiel entsprechend Regel
    13:4a mit einem Freiwurf wiederaufgenommen (es wurde keine klare Torgelegenheit vereitelt). Für den Fall, daß -
    in dieser Situation – die Abwehrspieler den Pfiff hören und ihren Abwehrversuch unterbrechen, während die Angriffsspieler
    weiter spielen, bis der Schiedsrichter pfeift, kann der Eindruck entstehen, daß der Angriffsspieler eine klare
    Torgelegenheit hatte. Dieser Eindruck darf jedoch nicht berücksichtigt werden, da die Spielsituation zum Zeitpunkt
    des Pfiffs vom Zuschauer entscheidend ist: die richtige Entscheidung lautet somit Freiwurf.
    Regel 14:1c behandelt „das Eingreifen einer nicht am Spiel beteiligten Person“, d.h., es besteht Bezug auf eine Person.
    Die Regel sollte analog auch bei Vorfällen „höherer Gewalt” (wie plötzlicher Stromausfall) zur Anwendung kommen,
    welche die gleichen Folgen für den Spielverlauf auf der Spielfläche nach sich ziehen.

    Zitat

    Original von Andy-TVG
    ...

    Und nun noch zu meiner Meinung: Ich denke auch, dass die rote Karte hart aber vertretbar war. Lackovic ist seitlich schon fast an Zeitz vorbei, und Zeitz springt mit beiden Armen und dem ganzen Körper in Lackovic' Wurfarm. Wieso kann man da nicht Rot geben? Mich haben in dem Zusammenhang auch die Experten-Meinungen in der Halbzeitpause (Wunderlich, Brand) gewundert.

    Einige haben die letzten Regeländerungen eben immer noch nicht so richtig mitbekommen ... und die nächste (August) wird wohl für noch mehr Staunen bei den Experten sorgen!

    ja nee is schon klar

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    @ ulle
    Regelkonforme Entscheidung: Wenn der Tw verletzt (bei Gesichtstreffer sehr wahrscheinlich) am Boden liegt ist sofort zu unterbrechen !! Spielfortsetzung FW für den Angreifer, da zuletzt in Ballbesitz.
    Bei dieser Schilderung des Vorfall´s wäre Rot angebracht.


    Eine Disqualifikation beim 7-m-Wurf ist nur möglich, wenn die Bedingungen nach Regel 8:5e) zutreffen (Torwart hat sich nicht bewegt und Gesichtstreffer). Wenn das nach Meinung der SR der Fall ist, bleibt nur 'ROT', Spielfortsetzung ist dann aber Freiwurf für die Mannschaft des Torwarts wegen Regelverstoß des Werfers! Freiwurf für die angreifende Mannschaft kann es 'nur' geben, wenn wegen der Verletzung des Torwarts unterbrochen wurde und keine Bestrafung nach 8:5e) erfolgt.

    Zitat

    @ T.N.T.
    Dir sind aber bestimmt auch Situationen bekannt, in denen der Werfer unfähig genug zu sein scheint, den Ball am Torwart (nicht am Kopf) vorbei ins Tor zu bekommen, auch wenn selbiges nach Deiner Aussage "groß genug" ist.
    Du gehst bei diesen Szenen davon aus, dass der Werfer absichtlich den Kopf des TW treffen will, und genau bei dieser Unterstellung wäre ich extrem vorsichtig.
    Der andere Fall - also Unfähigkeit des Werfers - ist doch wohl kaum mit ner Disqualifikation zu ahnden.


    Wenn es sich um eine gesundheitsgefährdende Ausführung handelt, wird Unfähigkeit auch in allen anderen Fällen mit 'Rot' belohnt!

    Im Falle des Torwarts (Abwehrspielers) wäre es aber nur eine Überlegung wert, wenn er tatsächlich keine (Abwehr-) Aktion startet und sozusagen selbst in den Ball hineinspringt und der Werfer unbedrängt agiert, da sonst der "Fremdanteil" am Wurferfolg kaum zu beurteilen ist. Nach derzeitiger Auslegung ist für eine Disqualifikation aus dem "laufenden" Spiel heraus aber wohl eine Regeländerung notwendig.

    Zitat

    T.N.T.
    Was ist bitteschön "gefährliches Spiel", bzw. was soll das sein, und wo steht davon was im Regelwerk???


    Regel 8:2d) Es ist nicht erlaubt, den Gegner mit oder ohne Ball regelwidrig zu stören, zu behindern oder zu gefährden.

    Zitat

    goolmann
    Andere Situation.
    7m für gegnerische mannschaft, ich stehe an der 4m Markierung, der Schütze versucht wohl einen Leger, dessen Flugbahn für mich als Torwart schwer vorauszusehen ist, und trifft mich, da ich mich keinen cm bewegt habe, voll auf die nase. Für den Schützen hatte das keine Ahndung zur Folge. Nach der Situation hat der Schiedsrichter entschuldigend zu mir gesagt, es tue ihm auch leid, aber in der Situation könne er nichts machen.

    Was ich jetzt nicht verstehe: Hat der Schiedsrichter den Schützen nicht bestraft weil es ein vom Aufprall her vermeintlich "leichterer" Ball her war, und er deswegen nicht annehmen konnte das Absicht im Spiel sei?

    Aber immerhin standen wir nur drei Meter auseinander und ich habe mich nicht bewegt (juchu gehalten!)...


    Merkwürdiger "Leger", der aus 3 m im Gesicht des Torwarts landet. Hast Du dich nicht bewegt und der Ball trifft mit der für eine Gesundheitsgefährdung entsprechenden "Wucht", muss die Entscheidung 'Rot' sein. Oder hast Du die Augen zugekniffen und Dich hat ein "Wattebäuschchen" getroffen (Achtung: Übertreibung! ;) )?

    Tja, ich müsste mal ein altes Regelheft rauskramen; bis 1997 (1993) war der Mannschaftsführer - also ein Spieler - derjenige, der die Schiedsrichter ansprechen durfte und auch Ansprechpartner für die Schiedsrichter war und natürlich immer sofort auszumachen sein sollte. Dann wurde die Regel geändert und Rechte und Pflichten gingen an den Mannschaftsverantwortlichen - also einen Offiziellen.

    Damit wäre im Grunde genommen die Binde für den Mannschaftsführer entbehrlich, hier wurde die Regeländerung aber wohl nicht ganz zu Ende geführt. Und in unteren Spielklassen dient der Mannschaftsführer bei fehlenden Offiziellen ja auch weiterhin als Bindeglied ;)

    Bei der Gelegenheit hat man in der Spielordnung auch die Unterschriftsleistung durch einen von einer Strafe mit Sperrwirkung Betroffenen gestrichen (nur noch der MV) - eine Einspruch eines Betroffenen muss der SR aber weiter entgegen nehmen (und eintragen); warum hier nicht auch wieder auf den MV beschränkt wurde, ist für mich nicht nachvollziehbar.

    Zitat

    Original von Zickenbändiger

    P.S.: Falls hier mal wer vom DHB reinschaut: Seht Euch doch mal die real existierende offensive Deckung an! Das noch weiter durch das Regelwerk zu forcieren ist Anstiftung zur Körperverletzung. Flächendeckende Trainerausbildung statt taktische Zwangsvorgaben!

    Eine Anregung, die ich aus Sicht (der?) Schiedsrichter nur unterstützen kann!

    Analog "Verlassen Torraum/Betreten Torraum" dürfte das Spielfeld bzw. der Torraum erst verlassen sein, wenn der Boden außerhalb des Torraumes mit einem Körperteil berührt wird. Solange dies nicht der Fall ist (Torhüter z. B. in der Luft) oder nur Körperteile über dem Boden außerhalb des Torraumes sind, gilt der Torraum nicht als Verlassen und das Spielen des Balles wäre nicht regelwidrig (Ausnahme: Ball liegt/rollt im Spielfeld und Torwart befindet sich im Torraum).

    In der vorigen Diskussion um dieses Thema habe ich euch die offizielle Auslegung (IHF/DHB) dargelegt. Diese wurde vom Verbandsgericht offenbar auch genauso ausgelegt. Wie offiziell soll es jetzt noch werden?

    Warum sollte das Vergehen (Spucken ohne Treffer) während der Spielzeit etwas anderes als eine grobe Unsportlichkeit - und damit Disqualifikation - sein. Mit der entsprechenden Begründung (Beleidigung/Bedrohung) ist der Weg frei für ein entsprechendes Urteil - mit dem "kleinen" Hindernis Spielleitende Stelle.