Beiträge von hsr

    Ich sehe das Problem noch an einer anderen Stelle: es gibt nur zwei SR mit (von der Natur) eingeschränkter Beobachtungsmöglichkeiten. Dem gegenüber stehen zwei Mannschaften mit Offiziellen und Spielern, bei denen oftmals jedes Mittel recht ist, um zum Erfolg zu kommen. "Fair geht vor" ist doch schon lange nicht mehr ...

    Ich hatte es hier ja schon einmal angemerkt: das (ablenkende) Theater auf den Bänken (wo bleiben da eigentlich die technischen Delegierten?), die unbeabsichtigten (?) Zusammenstöße auf den Außenpositionen, kurze Kontakte an der Hüfte oder am Wurfarm, Griffe ins Trikot, wahre Ringkämpfe am Kreis, absichtliches Agieren im Kreis ... und dann das Lamentieren, wenn es dann doch mal zu einer Strafe kommt (einschließlich der Kommentatoren)!

    Und vieles an mehreren Stellen gleichzeitig. Alles Themen, die vom DHB ausführlich angesprochen wurden und hier sind sie ohne ausreichende Ahndung ständig zu sehen. Aber welcher SR soll bei der Schnelligkeit des Spiels da noch immer richtig entscheiden, ob es eine Regelwidrigkeit und wenn ja, welche die erste war? In diesem Sinne mein Appell an alle: wenigstens das absichtliche Foul mal weglassen, für die SR bleibt dann immer noch genug zu tun!

    Zitat

    Original von meteokoebes
    Was mir besonders aufgefallen ist, ist die nahezu einheitliche Linie bei Aussen, die von der Ecke anlaufen und dann in den Wurfkreis springen. Wenn man von einzelnen Strafwurfentschiedungen absieht, dann bekommt der Angreifer in den seltensten Faellen dort etwas gepfiffen, selbst wenn sich der Abwehrspieler auf den Aussen auch zubewegt und so keinesfalls steht.

    Klar kann man einerseits sagen, dass der Aussen auch den Kontakt sucht (er will ja einen moeglichst guenstigen Winkel zum Tor bekommen), aber eigentlich muessten doch hier auch die Bewegungen des Abwehrspielers mit in Betracht gezogen werden, oder?

    Da gibt es sicherlich die eine oder andere strittige Szene. Viel schlimmer finde ich, wie oft die Hand zur Hüfte oder ins Trikot des Gegners geht bzw. das häufige Hineindrehen von Schulter oder anderen Körperteilen in den Gegner um diesen zu irritieren oder gar aus der Kontrolle zu bringen. Außerdem gefällt mir das "Theater" auf den Bänken und das ständige Reklamieren einiger Spieler gar nicht. Weder von den Schiedsrichtern noch von den Delegierten wird hier etwas unternommen. Da liegen Welten zwischen dem, was bei der WM geht und den Anweisungen des DHB:

    Abwehraktionen von der Außenposition
    1 Erkennbare Auswirkung der Behinderung (Hüft - / Körperblockade mit Händen) Progression + stets 7m
    2 Knie – oder Fußblockade mit Händen (Versuch) Sofort Hinausstellung
    3 Knie – oder Fußblockade mit Händen (erfolgreiche Destabilisation) sofort Disqualifikation !
    4 Kurzzeitiges Betreten des Torraums mit anschließendem „Zurückziehen“ aus dem Torraum (optische Behinderung) Vorteil
    5 Versperren des Laufwegs mit Bein/Fuß auf Außen Progression + 7m
    6 Außenspieler springt auf passiv und korrekt stehenden Abwehrspieler Stürmerfoul (evtl. Vorteil, falls Ball verworfen wird)
    7 Außenspieler fädelt beim passiv und korrekt stehenden Abwehrspieler ein, er sucht den Kontakt... Spiel evtl. weiterlaufen lassen (je nach Situation) > nie 7m

    Bankverhalten
    Ein Trainer / Offizieller steht permanent i.O.
    Trainer / Offizieller läuft ins Spielfeld / verlässt den AWR und reklamiert / kritisiert Progressionsreihe ab V
    Trainer / Offizieller steht dauernd im Spielfeld zum Coachen (Hallengröße) Progressionsreihe ab V
    Zwei (oder mehrere) Personen stehen weitere Person(en) zum Sitzen „auffordern“ (nur 1 Pers. darf stehen)
    Trainer / Offizieller reklamiert oder kritisiert ohne Zurücknahme seiner Emotion gegen SR Progressionsreihe ab V
    Trainer / Offizieller / Spieler putscht das Publikum auf Progressionsreihe ab V

    Überflüssige Diskussionen mit Spielern sind einzuschränken!
    Tendenzen zum „small-Talk“ sind immer wieder erkennbar. Manche Spieler nutzen das erheblich für sich aus!

    Zitat

    Original von faust2
    Denkbar wäre auch, dass sich das "frühestens ..." auf den notwendigen Ablauf der persönlichen Sperre, von der vorher die Rede ist, bezieht. Zudem ist offenbar ein Neustart der 4-Wochen-Frist vorgesehen (§55 (3)), aber nirgendwo ein "Nachwirken" nach einem Freiwerden. Also könnten eisbeer/TLpz doch recht haben.

    Bin mir allerdings immer noch nicht sicher, dass auf dieser Interpretationsgrundlage niemand nach unseren mühsam erworbenen Punkten und Euros (§55 (8)) trachten kann ...

    Der Spieler wird erst wieder "frei" für untere Mannschaften nach persönlicher Sperre + 2 Spiele - also ist dies(es Freiwerden) im Falle einer persönlichen Sperre der frühest mögliche Zeitpunkt für den Start einer neuen 4-Wochen-Frist. Bleibt immer noch die Frage: wann könnte ein späterer Zeitpunkt liegen? Ich bleibe dabei: entscheidend für ein Festspielen ist, ob innerhalb jedes (beliebigen) 4-Wochen-Zeitraums mehr als 1 Spiel in der höheren Mannschaft absolviert wurde!

    Zitat

    Original von eisbeer

    Jepp, dann startet er wie ein Spieler, der noch nie oben gespielt hat.

    Dagegen spricht die Formulierung "... Frühestens mit dem
    Freiwerden für untere Mannschaften kann die 4-Wochen-Frist des Abs. 3 erneut zu laufen beginnen." Es muss noch (mindestens) eine andere Möglichkeit geben, die den Beginn einer "neuen" 4-Wochen-Frist verzögert (und das kann eigentlich nur sein, wenn innerhalb von 4 Wochen vor dem neuen Spiel ein weiteres Spiel in der höheren Mannschaft gespielt wurde und somit Abs. 3 erfüllt und der Spieler festgespielt ist).

    Zitat

    Original von faust2
    ... Ich frag mich nur, warum in § 55 (5) steht: "Frühestens mit dem Freiwerden für untere Mannschaften kann die 4-Wochen-Frist des Abs. 3 erneut zu laufen beginnen." ...

    Ich frage mich auch: in welchem Fall könnte sie denn später als mit dem Freiwerden starten?

    Für mich bedeutet das, dass tatsächlich vier Wochen bis zum nächsten Einsatz in der höheren Mannschaft vergangen sein müssen, wenn ein erneutes Mitwirken kein sofortiges Festspielen bewirken soll. In Abs. 3 wird auch nur von einem (beliebigen) 4-Wochen-Zeitraum gesprochen, in dem an mehr als einem Spiel der höheren Mannschaft teilgenommen wird; von einem "Start bei Null" nach einem Freiwerden steht nirgends etwas.

    Zu dieser Frage war die Diskussion doch eigentlich "eingeschlafen". Dieter Rudat (ehemaliger DHB-SR-Lehrwart) hat zu diesem Thema bei den letzten SR-Tagen in Saarbrücken aber einen interessanten Vortrag gehalten, zu dem mir leider keine Reaktionen bekannt sind.
    "... Zusammenfassung:
    Das IHF-Regelwerk mit den zugehörigen Erläuterungen ist in diesem Bereich absolut präzise. Disqualifikationen sind im Normalfall nur „Match-Strafen“, d. h. sie haben immer nur eine Wirkung bis zum Ende des Spiels. Lediglich Vergehen nach Erläuterung 6a, d oder g sollen Folgen haben und werden deswegen im Spielprotokoll dargelegt und im DHB auch begründet.
    Das sind also Beleidigungen, Revanche-Fouls und eben Vergehen in der letzten Spielminute, die gemäß 8:5 und 8:6 mit Disqualifikation zu ahnden sind.
    Diese Formulierungen sind eindeutig und hätten keiner weiteren Interpretation bedurft. Dennoch hat es die IHF-RSK für nötig befunden, im November 2005 eine Interpretation herauszugeben, die im WHM 4/2005 abgedruckt wurde und in 2.4 zitiert wird. ...
    Dieser RSK-Kommentar erscheint in sich widersprüchlich. Zunächst wird bemerkenswert deutlich gesagt, dass eine progressive Regelwidrigkeit, die während 59 Minuten mit einer Verwarnung oder einer Hinausstellung geahndet wird, auch in der letzten Minute nicht zu einer Disqualifikation führen kann. Dabei wird allerdings die Einschränkung gemacht, dass es sich um Vergehen handelt, die geschehen, während der Ball im Spiel ist.
    Wenn der Ball nicht im Spiel ist, d. h. wenn z. B. auf einen formellen Wurf entschieden wurde, soll aber jetzt ein Unterschied insofern gemacht werden, als dass die regelwidrige Verhinderung oder Behinderung dieses Wurfes die über 59 Minuten zu einer Verwarnung oder Hinausstellung führt, nunmehr in der 60. Spielminute mit einer Disqualifikation geahndet werden muss, woraus resultiert, dass gegen diesen Spieler dann eine Folgestrafe ausgesprochen werden kann, die über das Spielende hinaus ihre Wirkung entfaltet.
    Dies ist nach meiner Auffassung eine Interpretation, die weit über das hinausgeht, was zu einem Regelwerk interpretiert werden darf. Hier handelt es sich um eine gravierende Regeländerung, die auch gegen die bisherigen Grundprinzipien der Spielleitung gerichtet ist, wonach die Schiedsrichter gleichartige Vergehen über die 60 Minuten Spielzeit immer auch mit den gleichen Strafen zu belegen haben.
    Offenbar hat es hierzu eine Reihe von Rückfragen durch die Schiedsrichter gegeben, deswegen hat der DHB-Schiedsrichter-Lehrwart dazu ergänzende Erläuterungen versandt, die sich im Prinzip an das anlehnen, was die IHF-RSK vorgegeben hat. Letztlich bleibt auch dem DHB zunächst nichts Anderes übrig, wenn man nicht von den IHF-RSK-Vorgaben bewusst abweichen will. ...
    Es wäre interessant abzuwarten, wie die Rechtsinstanzen -möglicherweise letztlich auch ein ordentliches Gericht - entscheiden werden, wenn ein Spieler in der letzten Minute eines Spiels bei knappem Spielstand wegen Nichtanhalten des Abstands disqualifiziert und in der Folge davon mit einer Sperre belegt wird."

    PS:
    Der DHB hat eine Sperre für dieses Vergehen (bisher) abgelehnt und auch in der ab 01.07.2007 geltenden RO/DHB finde ich keine Sanktionsmöglichkeit (die HBL verfährt hier wohl aufgrund interner Vereinbarungen).

    Also entweder wollt oder könnt ihr nicht lesen. Deshalb noch einmal das Zitat:

    "... Selbst 1 Feldspieler und 1 Torwart können für eine kurze Zeit noch zusammen spielen, sofern sie in Ballbesitz gelangen, da derTorwart im Feld mitspielen darf und so eine Abspielmöglichkeit besteht."

    Hier hört der Handball-SR mit der Aufzählung der Möglichkeiten weiterer Reduzierung und Spielfortsetzung auf, da es dann faktisch kein Spiel mehr ist. Zum Zeitspiel (gemeint ist sicher passives Spiel) kann es übrigens kaum kommen, da der Torwart das Spiel bei eigenem Ballbesitz außer im absoluten Ausnahmefall mit einem Wurf fortsetzen müsste (und diesen wegen fehlender Anspielmöglichkeit nach Ausführung wiederholt berühren würde, ihn nach Anpfiff zu lange halten würde, ihn direkt als Torwurf ausführen oder für den Gegner frei spielbar "ablegen" müsste).

    Da es nun aber zu theoretisch (absurd) wird und sicher jemandem noch mehr Möglichkeiten einfallen werden, beende ich meine Überzeugsversuche hier (und werde im konkreten Fall ein Spiel mit 1+1 im Ausnahmefall weiterführen und ein Spiel mit nur noch 1 Spieler abbrechen).

    Unsinnig ist es, jetzt jedesmal den Eingangsfall durch eine noch abenteuerlichere Möglichkeit in Richtung "das Spiel muss auf jeden Fall zu Ende gebracht werden" zu drehen. Es geht wirklich ums Spielen und da ist nun einmal ein (An-) Spielpartner notwendig. Und glaube mir: ich kann das im (un-)möglichen Ausnahmefall (1 Sekunde) dann ggf. auch "richtig" beurteilen.

    Und widerlege Dich bitte nicht auch noch selbst mit dem letzten Absatz Deines Beitrags: entweder ist es noch ein Handballspiel (dann Fortsetzung) oder es ist keines mehr (dann Abbruch, da es im Grunde genommen ja schon zu Ende ist). :wall:

    Da es sich beim Handball-SR übrigens um das offizielle Ausbildungswerk handelt, solltet ihr aber dessen Rat aber annehmen (berücksichtigen)!

    Zitat

    Original von berndo
    Anspiel?? ;) Achso, Anwurf - na als direkter Torwurf...

    Im Training ja noch ganz "lustig" - aber wir sprechen hier doch über ein Handballspiel! Zitat aus dem "Handball-SR":

    "Ein Spiel kann abgebrochen werden bei bestimmten äußeren Umständen wie etwa Stromausfall/Zuschauerausschreitungen oder wenn die Anzahl der Spieler einer Mannschaft deutlich unter 5 (= 4 Feldspieler, 1 Torwart) sinkt. Die Entscheidung liegt im Ermessen der Schiedsrichter, die gemäß 17-12 zunächst alle Maßnahmen ausschöpfen müssen, das Spiel fortzusetzen. 6 gegen 2 (+ Torwarte) kann durchaus noch gespielt werden. Selbst 1 Feldspieler und 1 Torwart können für eine kurze Zeit noch zusammen spielen, sofern sie in Ballbesitz gelangen, da derTorwart im Feld mitspielen darf und so eine Abspielmöglichkeit besteht."

    Also:
    Alle Spieler von der Spielfläche oder nur noch ein Torwart auf der Spielfläche = Spielabbruch
    1 Spieler + 1 Torwart = für einen kurzen Zeitraum möglich, bei längerer Dauer kommt aber auch hier ein Spielabbruch in Betracht.
    Bei darüber liegender Spielerzahl kommt ein Abbruch aus diesem Grund immer weniger in Betracht (bleibt aber Ermessenssache des Schiedsrichters).
    Alles andere kann wohl auch nicht im Sinne des Handballsports sein ...


    Also insgesamt möchte ich mal anmerken, dass "beide Seiten" wohl (schon über längere Zeit) keine Gelegenheit ausgelassen haben, sich zu provozieren. Die Beteiligten sollten sich über ihr (eigenes) Verhalten mal gründlich Gedanken machen.

    PS:
    Mein Lieblingsthema : eine ausgeglichene Verteilung der Strafen auf die Mannschaften findet im Regelwerk keine Grundlage. Es wird immer wieder Spiele geben, in denen aufgrund des unterschiedlichen Verhaltens der Spieler/Offiziellen ein "eklatantes Missverhältnis" bei der Anzahl der Strafen vorliegt und das völlig zu Recht!

    Zitat

    Original von Theoitetos
    ähm wo steht in den Spielregeln das der Hallenwart das Spiel unterbrechen kann, meines erachtens nirgends

    ...

    Ich hatte zwar nichts von Unterbrechung des Spiels durch den Hallenwart geschrieben, aber es kommt schon vor, dass der sich überhaupt nicht um die Spielregeln schert und das Licht aus macht, die Tore hochfährt usw.

    Und glaubt doch bitte nicht, dass ihr alles wortwörtlich in den Spielregeln wiederfindet: nicht umsonst gibt es immer wieder Auslegungshinweise (und einen dicken Handball-SR) und noch die eine oder andere DHB-Ordnung sowie Durchführungsbestimmungen, die vom SR durchaus zu beachten sind.

    Die Spielregeln enthalten eine ganze Reihe von Beispielen für regelwidriges bzw. unsportliches Verhalten; in den beschriebenen Fällen gibt es dann auch keinen Spielraum in der Bewertung und ggf. Bestrafung. Daneben sind aber auch immer Formulierungen vorhanden, die Raum für eine Auslegung lassen und so Endloskataloge für falsches Verhalten ersparen (s. 4:9, 8:2d, 8:4,6 i.V.m. Erl.5,6, 8:5 "insbesondere wenn a)...e)...").

    Teilweise wurden die SR mit der Überwachung eines Harzverbotes beauftragt (Durchführungsbestimmungen). Als SR bin ich also zum Handeln gezwungen und muss fehlbare Spieler aussortieren, da sonst schnell mal ein Spiel zu Ende ist - einige Hallenwarte verstehen da überhaupt keinen Spaß ...

    Wenn also Spieler und Offizielle ausdrücklich auf das Harzverbot hingewiesen wurden, halte ich es durchaus für eine (strafbare) Unsportlichkeit, wenn Spieler dennoch "harzen". Und daher halte ich eine Anweisung zu diesem Thema schon für hilfreich - schon allein, damit sich die Vorfälle in Grenzen halten. Beispiel Bremer HV:

      In vielen Hallen ist die Benutzung von Haftmitteln verboten! Die Spieler müssen ein bestehendes Haftmittel-Verbot beachten (Hallenordnung i.V.m. Durchführungsbestimmungen)! Um einen möglichen Spielabbruch zu verhindern gilt:

      Eine Eintragung wegen der verbotenen Verwendung von Haftmitteln ist im Spielbericht dann vorzunehmen, wenn es von einem Vertreter des Hallenträgers, und das kann auch der Heimverein sein, moniert wird.
      Spieler sind festzustellen und im Spielbericht einzutragen!

      Verwendet der Heimverein trotz Verbots (spezielle) Haftmittel, muss er diese auch dem Gast gestatten bzw. zur Verfügung stellen; sonst ist die Verwendung auch vom Heimverein einzustellen (im Spielbericht vermerken)!

      Wird trotz Verbots von Spielern Haftmittel verwendet, müssen diese es beseitigen und dürfen so lange nicht am Spiel teilnehmen (analog 4:9).

      Kommen Spieler der Aufforderung zur Beseitigung des Haftmittels nicht nach, sind sie wegen unsportlichen Verhaltens zu bestrafen (analog 4:10).

      Der Mannschaftsverantwortliche ist aufzufordern, für die Beachtung des Verbotes zu sorgen. Wird danach erneut Haftmittel benutzt, werden betroffene Spieler und der Mannschaftsverantwortliche wegen unsportlichen Verhaltens bestraft (analog 4:10 bzw. 4:2-3).
      Wenn notwendig, ist auch der Spielball zu wechseln.

      Das Tragen von „Taschen“ mit Klebemitteln an Handgelenken oder Armen ist immer verboten, Spieler dürfen bis zur Beseitigung nicht am Spiel teilnehmen (analog 4:9)!

    Zur Klarstellung noch einmal der Text der Erläuterung 6g):
    "Wenn ein Spieler in der letzten Spielminute eine Handlung vornimmt, die als Vergehen im Sinne der Regeln 8:5 oder 8:6 angesehen werden kann, und dadurch der anderen Mannschaft die Chance genommen wird, in eine Torwurfsituation zu kommen oder eine klare Torgelegenheit zu erreichen. Bei der Beurteilung ist entscheidend, ob durch die Aktion ein wichtiges Tor (Sieg, Unentschieden oder Tordifferenz) verhindert wird."

    Hier wird also tatsächlich nicht nur von einer Verhinderung eines formellen Wurfes gesprochen. Für eine entsprechende Disqualifikation kommen auch andere Situationen (8:5!) in Frage. Kriterien sind:

      Chance in Torwurfsituation zu kommen wird verhindert (also noch keine klare Torgelegenheit erreicht)
      und (mögliches) wichtiges Tor wird dadurch verhindert
      und letzte Spielminute.


    Zusätzlich wurde angewiesen, dass die Verhinderung eines formellen Wurfes, die ansonsten ein Unsportlichkeit darstellt in dieser Situation als grobe Unsportlichkeit auszulegen ist; eine normale Regelwidrigkeit im normalen Spielgeschehen darf aber nicht derart umgewertet werden (IHF-Schreiben November 2005).

    Diese Disqualifikation soll nach Regel 16:8 über das Spiel hinaus gehende Folgen haben (IHF). Der DHB hat sich zu diesem Punkt wie folgt geäußert:
    "Das Erweiterte Präsidium hält es weder aus Gründen des Fairplay noch aus sonstigen Erwägungen für sachgerecht, Sonderregelungen für die letzte Spielminute einzuführen.
    Das jetzige Regelwerk bietet hinreichende Möglichkeiten, um Sanktionen auszusprechen, wenn eine klare Torgelegenheit verhindert wird. Der Schiedsrichter kann auf sieben Meter erkennen und dem fehlbaren Spieler die rote Karte zeigen.
    Sofern der angreifenden Mannschaft die Chance genommen wird, zu einer Torwurfsituation zu kommen, rechtfertigt dies keine andere Beurteilung, denn auch insoweit bietet das Regelwerk einen hinreichenden Handlungsspielraum.
    Die von der Regelkommission ins Auge gefasste Änderung führt insbesondere im Hinblick auf die Tordifferenz zu willkürlichen Ergebnissen, die unter dem Gesichtspunkt des Fairplay eine Änderung der Rechtsordnung unter keinen Umständen rechtfertigen.
    Im EP wurde dazu folgende Situation diskutiert:
    Im Rahmen einer Play-off-Begegnung startet ein Spieler der Mannschaft A in der 59. Minute und 30 Sekunden zu einem Tempogegenstoß beim Spielstand von 18:16. Der Spieler B verhindert die klare Torchance grob regelwidrig. Der Schiedsrichter entscheidet auf sieben Meter und zeigt dem fehlbaren Spieler die rote Karte, die weitere Sanktionen nicht nach sich zieht.
    Im Rückspiel ereignet sich die gleiche Spielsituation. Der Schiedsrichter entscheidet wiederum auf sieben Meter und zeigt dem fehlbaren Spieler die rote Karte. Da nunmehr die Tordifferenz entscheiden könnte, soll dies eine Bestrafungsmöglichkeit eröffnen.
    Die gleiche Situation unterschiedlich zu beurteilen ist willkürlich, denn im Nachherein betrachtet erweist sich die Situation aus dem ersten Spiel in der Tordifferenz als entscheidend, ohne dass eine weitere Sanktionsmöglichkeit besteht.
    Die Auswirkung derartiger Entscheidungen wäre nach Ansicht des EP für den Handball insgesamt nicht förderlich."

    Fazit: Ich kann verstehen, dass die IHF einer Unsitte Einhalt gebieten will, indem sie Spielern/Vereinen über das Spiel (hier ja wegen fehlender echter Konsequenz kaum ein Nachteil) hinaus gehende Folgen ins Aussicht stellt. Andererseits leuchtet mir schon ein, dass die Bestrafung schon recht willkürlich wäre und deshalb die Regelung nicht praktikabel und nachvollziehbar (gerecht?) wäre!

    Zitat

    Original von Lasse
    ... Die SR pfeifen, woraufhin B4 seine Abwehraktion einstellt, A7 nutzt dies und wirft mit voller Wucht aufs Tor, trifft dabei den regungslosen (weil er auf den Pfiff reagiert hat) TW ins Gesicht.

    ...

    Wohlgemerkt, es waere eine ausreichende Reaktionszeit fuer den Spieler vorhanden gewesen, einfach nicht aufs Tor zu werfen, denn schliesslich hatte der Spieler ja nur durch den Pfiff der SR ueberhaupt die Moeglichkeit, sich zu befreien.

    6. Grob unsportliches Verhalten (8:6, 16:6c)
    Die folgenden Beispiele sollen im Sinne der Regel 16:6c mit einer Disqualifikation bestraft werden. Analog können die Schiedsrichter andere Handlungen ebenso bewerten:
    ...
    e) Den Ball während einer Spielunterbrechung bewusst auf einen Gegenspieler werfen, (wenn der Wurf sehr stark und aus kurzer Entfernung ausgeführt wird, kann das auch als Tätlichkeit ausgelegt werden);
    ...

    Persönliche Sperren werden nicht angerechnet (§ 55 (5) SpO); d. h., dass ein festgespielter Spieler an zwei weiteren Spielen der Mannschaft, in der er festgespielt ist, nicht teilgenommen haben darf.

    Wenn Du wirklich sicher gehen willst, stellst Du diese Frage aber an die Spielleitende Stelle bzw. den Spiel- oder Rechtswart Deines "Verbandes". Alles was hier an Antworten kommt, sind Hinweise, auf die Du dich niemals berufen kannst.

    Zitat

    Original von Dany
    @Todde
    hast du meinen letzten Post gelesen? Das heißt immer wenn das Toor leer ist ist es eine klare Torgelegenhiet? Was ist wenn der Außen frei zu Schußß kommt und da mit einem Hüftschwung gestoppt wird das ist doch auch eine klare Torgelegenheit also 7m oder nicht? Und da steht ein Torwart im Tor.
    Also musst du bei einem Konter immer 7m geben wenn ein anderer Abwehrspieler in mit einem Normalen festmachen stoppt. Da es ja auch eine klare Torgelegenheit ist.

    Äpfel sind ja auch Birnen (und umgekehrt) ...

    Zitat

    Original von michaelb
    Gerade bei DSF-Spiel hat Bob Hanning wieder Regelkunde betrieben: "Bei einer roten Karte in der letzten Minute kann es eine Sperre geben." (Rot gegen Markus Baur, Lemgo: HSV)

    Ich hab da mal ein Statement von Hans Thomas dazu herausgekramt:

    "Beim halbjährlichen Schiedsrichter-Lehrgang des A-Kaders an diesem Wochenende in Halberstadt wurde von Lehrwart Hans Thomas die von der IHF am 24.11.05 verkündete Regel, nach der ein grob unsportliches Verhalten in der letzten Spielminute bei Gleichstand oder einem 1-Tore-Rückstand zu einer Disqualifikation und einem Eintrag im Spielbericht führt, verbindlich eingeführt.

    Der betroffene Spieler muss in einem solchen Fall mit einer Sperre von bis zu 2 Spielen rechnen. Hans Thomas stellte gegenüber den Schiedsrichtern klar, dass jede Aktion, die darauf ausgerichtet ist, dem Gegner die Möglichkeit zu einem schnellen Torerfolg zu nehmen, solange das Spiel nicht wieder angepfiffen ist, zu einer solchen Strafe führen muss. Das Verhindern der Schnellen Mitte oder das Verhindern des Abwurfs wird somit erstmalig größere Konsequenzen als nur eine 2-Minuten-Strafe nach sich ziehen. Die Bundesligavereine wurden bereits über die Einführung der Regel informiert. Die Schiedsrichter wurden aufgefordert, diese Regel konsequent umzusetzen. Nicht betroffen von der Regelung sind Fouls aus dem Spiel heraus, die weiterhin nach der normalen Progression zu ahnden sind." Quelle:http://www.handball-world.com 16.01.2006

    Hat sich da was geändert oder was?

    Die Regel selbst ist bereits seit 01.08.2005 gültig (siehe Erläuterung 6, Buchstabe g)). Am 24.11.2005 hat die IHF hierzu lediglich weitere Hinweise veröffentlicht. Und so sind die SR gehalten, entsprechende Vorfälle im Spielbericht zu melden - und nur dieses dürfte von Hans Thomas auch vermittelt worden sein.

    Denn welche Folgen eine solche Disqualifikation hat, legt die IHF nicht fest; sie spricht nur allgemein von möglichen Folgen über das Spiel hinaus (Regel 16:8 ). Die möglichen weiteren Folgen legt der DHB in seiner Rechtsordnung fest - hier ist meines Wissens nach bisher nichts für geändert worden und somit keine weitere Folge möglich. Eine Änderung wurde durch das Präsidium im letzten Jahr sogar ausdrücklich abgelehnt! Sollte "die Liga" hier besondere Regeln eingeführt haben (gefunden habe ich auf deren Homepage aber nichts)?