Zitat
Ein Wurf ist eine Maximalkraftbelastung

Ich kopiere hier mal eben den Abstract einer Studie von Wirth, Bob, Müller & Schmidtbleicher aus der Leistungssport 1/2011. Thema: Vergleich unterschiedlicher Belastungsintensitäten zur Steigerung der Schnellkraft.
"Ziel dieser über zwei Jahre andauernden Untersuchung war eine differenzierte Be- urteilung unterschiedlicher trainingsme- thodischer Vorgehensweisen, die alle darauf abzielen, die Schnellkraft zu stei- gern. Neben der Erfassung unterschiedli- cher Maximalkraftparameter wurde die Leistungsfähigkeit im Bereich der Schnell- kraft der Beinstreckerkette über die Übung Countermovement Jump (CMJ) abgeschätzt.
Es wurden eine Kontrollgruppe und neun Trainingsgruppen gebildet. Eine Gruppe trainierte hierbei zweimal pro Woche nur die Sprungform CMJ ohne ein begleiten- des Krafttraining, um die Effekte des allei- nigen Übens der Sprungform einschät- zen zu können. Zwei Gruppen führten zweimal pro Woche ein Krafttraining mit hohen Lasten (> 80% 1RM; 1RM = Einer- Wiederholungs-Maximum) an der Bein- presse durch, von denen eine zusätzlich zum Krafttraining weitere zweimal pro Woche den CMJ übte und somit auf vier
Trainingseinheiten pro Woche kam. Die restlichen sechs Gruppen führten im Trai- ning die Übung Kniebeuge durch. Je- weils zwei Gruppen trainierten hierbei mit 30%, 60% oder mehr als 80% des 1RM. Jeweils eine der beiden Gruppen mit gleicher Belastungsintensität führte zudem, ebenso wie eine der Gruppen, die an der Beinpresse trainierten, zusätz- lich zum Krafttraining das Training des CMJ durch. An der Untersuchung nah- men insgesamt 196 Probanden teil, bei denen es sich zum größten Teil um Sport- studenten bzw. -studentinnen handelte. Nach Abschluss der achtwöchigen Trai- ningsperiode kam es in allen Gruppen, die ein Krafttraining mit der Übung Bein- presse oder Kniebeuge durchgeführt hatten, zu einer signifikanten Verbesse- rung (p < 0,001) des 1RM in der jeweili- gen Trainingsübung. Die Leistungen im CMJ stiegen in sieben der neun Trai- ningsgruppen signifikant an (p < 0,05- 0,001). Nur die Gruppen, die entweder
nur an der Beinpresse trainiert hatten oder die Kniebeuge mit 30% des 1RM durchgeführt hatten (jeweils ohne be- gleitendes Sprungprogramm), konnten ihre Leistungen im CMJ nicht signifikant steigern.
Paarweise Gruppenvergleiche machten deutlich, dass a) die Kniebeuge im Ver- gleich zur Beinpresse die effektivere Krafttrainingsübung darstellt, zumindest wenn das erklärte Trainingsziel eine Leis- tungssteigerung im CMJ ist, b) das Trai- ning mit hohen Belastungsintensitäten ei- nem Training mit niedrigeren Intensitäten und höherer Bewegungsgeschwindigkeit überlegen ist und c) das gleichzeitige Training der Zielbewegung den Transfer erworbener Kraftfähigkeiten fördert."
Das stützt eigentlich Euch beide, weil die Kernaussage ist, dass eine Kombination aus Krafttraining und dem Umsetzen der "Kraft in die Zielbewegung" am Effektivsten ist. Wobei man natürlich die Beschränktheit der Studie auf die spezielle Fragestellung CMJ beachten muss.
Für den TE (padi):
Zum Thema Sprinten:
Such dir jemanden, der dir eine korrekte Sprinttechnik vermittelt. Zum Beispiel ein Leichtathlet. Such dir außerdem jemanden der dir bei multidirektionalen Bewegungen weiterhelfen kann. Footballspieler/-trainer sind da super Ansprechpartner.
Arbeite an deiner Bodenkontaktzeit (z.B. mit einer Agility-Ladder) und an der neuronalen Ansteuerung (Bergabläufe mit max. 5-6% Gefälle / Läufe mit Zugunterstützung)
Arbeite an deine Rumpfstabilität: Warum(?) - Im Handball musst du ständig abstoppen, die Richtung ändern und wieder antreten. Wenn man SpielerInnen genau beobachtet, dann sieht man häufig, dass die Bein den Körper zwar abstoppen, der Rumpf aber nicht genug mitarbeitet um einen schnellen Richtungswechsel zu ermöglichen. Das äußert sich z.B. darin, dass der Spieler mit den Armen weit vom Körper entfernt "wedelt" um das Gleichgewicht halten zu können. Der stabile Rumpf ist Voraussetzung für die Schnelligkeit, die du beim Handball brauchst.
Halte dich an kurze Sprintdistanzen. 5-8 Meter. Maximal 20 Meter.
Trainiere Sprintschnelligkeit immer voll erwärmt mit vollständiger Pause
Zum Thema Sprungkraft:
- Beginne mit den Vorschlägen von Talentschmiede. Spring so hoch wie möglich bei vollständiger Pause und voll erwärmt. Optimal dazu: Box Jumps. Also Sprünge auf einen Kasten oder eine Box. Wähle die Höhe so, dass du gerade nach oben kommst.
- Achte dabei auf eine explosive Streckung in der Hüfte (wird oft vernachlässigt). Pass auf, dass dein Rumpf fest ist, wenn du das tust. Wieder gilt, dass der Rumpf stark genug sein muss.
- Mach nicht nur beidbeinige, sondern auch einbeinige Sprünge.
- Eigne dir gleichzeitig mit Hilfe eines Trainers die einschlägigen Gewichtheberübungen an (Reißen, Stoßen, Kniebeuge, etc.). Nimm dir dafür unbedingt genug Zeit und lass dich unbedingt von jemandem der sich auskennt unterstützen! Vorteil der klassischen Gewichtheberübungen: Die Explosivität wird geschult.
- Steigere erst, wenn du die Technik beherrscht die Gewichte.
- Fang dann an die Gewichtheberübungen mit den Übungen zum Umsetzen zu kombinieren.
Liebe Grüße
Edit: Arrgh... Maximalkraft ist per definitionem schlicht und einfach nicht Schnellkraft...! Was stimmt ist, dass die Steigerung der Maximalkraft meist mit der Steigerung der Schnellkraft einhergeht. (Nur für dich die Quelle: Gütlich & Krüger 2013, Sport - Das Lehrbuch für das Sportstudium)