Ziercke atmet auf: »Das Erzgebirge fiel mir vom Herzen« Samstag-Einsatz wahrscheinlich
Von Volker Krusche
Das Strahlen in seinem Gesicht drückte die Erleichterung aus, die Aaron Ziercke nach der eingehenden Untersuchung seiner Schulter empfand. »Konntest du nicht das Erzgebirge hören, das mir gerade vom Herzen gefallen ist«, fragte er jene, die sich nach seinem Wohlbefinden erkundigten. Das grobe Foul von Eisenachs Linksaußen Carsten Wöhler, der Ziercke beim Wurf brutal in den Wurfarm gepackt und diesen dann nach hinten gerissen hatte, zeigt zwar weiterhin seine Spuren, blieb aber ohne die befürchteten Folgen. Eine langfristige Verletzungspause blieb Ziercke jedenfalls erspart.
Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Schulterblessuren, die ihn zu langen Pausen zwangen, kam Aaron Ziercke diesmal mit einem blauen Auge davon. Die Schmerzen waren schon am Sonntag etwas weniger geworden. Dennoch sollte eine Kernspintomographie genauen Aufschluss geben. Gestern Nachmittag wurde dem Übel in der »Röhre« auf den Grund gegangen. Als Mannschaftsarzt Dr. Jörg Pöhlmann wenig später die »Bilder« in die Hand bekam, hellte sich nicht nur seine Miene auf. »Aaron hat sich lediglich einen kleinen Kapselriss in der rechten Schulter zugezogen. Glücklicherweise ist nichts Gravierendes passiert.« Allerdings nahm »Doc« Pöhlmann seinen Schützling vorsorglich bis Donnerstag aus dem Trainingsbetrieb heraus. Und gleichzeitig machte er Ziercke, Trainer Rymanov, Manager Bredemeier, aber auch den vielen Fans des nach wie vor abstiegsbedrohten heimischen Bundesligisten GWD Minden Mut: »Die Chancen, dass er gegen Wilhelmshaven am Samstag spielen kann, stufe ich bei 50:50 ein. Doch so wie ich Aaron kenne, will er unbedingt dabei sein und sich in den Dienst der Mannschaft stellen.« So wie auch schon in den anderen Jahren, in denen der Abwehrhüne bei den »Grün-Weißen« aktiv ist. Immer wieder traten kleinere und größere Blessuren auf. Doch jedesmal biss Ziercke auf die Zähne und stand seinen Mann. »Wir schauen mal, wie die nächsten Tage verlaufen. Wenn es irgendwie geht, dann bin ich am Samstag auch mit dabei. Schließlich will ich der Mannschaft in dieser schwierigen Situation helfen.« Sein Glücksschwein schien die erhoffte Wirkung jedenfalls nicht verfehlt zu haben. »Ich hatte auf Grund der Art wie mir Wöhler in den Arm gegriffen hat, schon die schlimmsten Befürchtungen. Das war ein ganz schlechtes Gefühl. Aber endlich habe ich auch mal Glück im Unglück gehabt.«
Ziercke brachte aber noch eine weitere Blessur aus dem Eisenachspiel mit: Er renkte sich den Ringfinger der Wurfhand aus, wodurch die Kapsel riss. Doch Aaron machte weiter, erzielte mit der lädierten Hand sogar noch drei Tore. Der Mann beißt sich eben durch ...
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