Der Trainerschein mag das eine sein, das andere ist die "Masse" auf die zugegriffen werden kann.
Wie ich gehört habe, gehört Handball in Portugal zum Schulsport und da ist die Auswahl an potentiellen Spielern natürlich größer als in Deutschland.
Mir hat ein angehender Sportlehrer erzählt, daß Handball in der Sportlehrerausbildung nicht mehr verpflichtend ist und das sagt wohl einiges.
Ich glaube nicht, dass in der Schule die überragenden Handballer ausgebildet werden. Der maximale Synergieeffekt wird sein, dass Kinder in der Schule Spaß am Handball haben und dann in einen Verein gehen. Dennoch ist es absolut schade, dass der Handball aus den Schulen verschwindet, aber angesichts der Komplexität auch verständlich. Ich habe mal an der Schule von meinem Sohn eine Einheit in der Handball-AG mitverfolgen können, das hat mich wirklich erschüttert, wie groß die körperlichen und koordinativen Defizite bei einem Großteil der Kinder sind. Da sich die "Handballer" eine solche AG dann lieber nicht antun, da es letztlich kein wirkliches Handballspielen ist, wird Handball mangels Interesse vom Lehrplan genommen - ein Teufelskreis.
Aber dennoch bin ich ebenfalls der Meinung, dass sich der DHB, runtergebrochen in die Landesauswahlen und bereits Bezirksauswahlen, mit seinem Konzepthandball (Stoßen-Rückstoßen, leeres Kreuzen als Auftakt, Passkontinuum usw.) in eine Sackgasse bewegt. Die Kinder, die auf Grund ihrer individuellen Klasse gesichtet wurden, bekommen diese sukzessive abtrainiert, da alles mit den entsprechenden statischen Auftakthandlungen erfolgen soll. Wo ist unser Karabatic, Sagosen, Zarabec, Bezjak, Vranjes, Palmarsson uva, die blitzschnell eine Spielsituation erkennen und dann zum Entscheidungsspieler werden. Bei diesen Spielern wurden die Stärken weiterhin gestärkt und das generelle Konzept trotzdem implantiert. Spieler, die ich in den letzten Jahren im Juniorenbereich gesehen habe, die "Handball frei Schnauze" spielen ( z.B. Vincent Sohmann, Kenji Hövels oder Björn Zintel) kommen wohl nicht über die 2. Liga hinaus, da man sie als zu klein äh schmächtig ansieht. Aber auch das ist eine schon lange eingefahrene Denkweise, das die förderungsfähigen Handballer möglichst groß oder breit, ach am besten beides, sein müssen. Mal sehen, was z.B. mit einem Jerome Müller oder Alexander Feld, die ebenfalls Spieler für die besonderen Momente sind, weiterhin passiert.
Ich bin der Meinung, gerne auch exklusiv, dass in einer A- oder B-Lizenz heutzutage nicht wirklich das verpackt ist, was die Entwicklung des einzelnen fördert, sondern ein Einheitsbrei, den wir jede Woche auf's neue in allen Hallen sehen und meistens nur der körperliche Vorteil einer Mannschaft am Ende den Unterschied macht.