Hallo zusammen,
das ist wirklich eine sehr spezielle Diskussion, zu der ich gerne ein paar Dinge mitteilen möchte:
Zu allererst einmal zum Thema von Gottfried: Wenn ich mich nicht irre, dann bist Du Gottfried K. aus K. und wir haben in der Vergangenheit in diversen persönlichen Treffen sehr interessante Gespräche zu verschiedenen Themen (Auslegung Passives Spiel) gehabt. Ich schätze Deine Ideen und Ansichten sehr, auch wenn sie manchmal leider nicht mit den Vorgaben zu vereinbaren sind.
Die Regelauslegung für die Außenspieler wurde vom DHB u.a. aus dem Grund eingeführt, da die Rückmeldung von Sportwissenschaftlern ist, dass „ein Außenspieler seinen Ablauf in der vollen Anlaufbewegung nicht mehr abstoppen kann“. Das gleiche könnte man ja auch über den Abwehrspieler sagen, aber ich vermute, dass im Zuge des „attraktiven“ Spiels lieber die Offensive bevorzugt wird. Ich persönlich finde das falsch, denn der Abwehrspieler ist ja auch in einem Bewegungsablauf. Was allerdings schon ein wesentlicher Faktor ist, ist der, dass die heutigen Außenspieler sehr hoch verteidigen und dann in den wenigsten Fällen eine frontale Abwehrhaltung einnehmen, die es ermöglicht, den Angreifer korrekt anzunehmen.
Die Aussage von Spielmacher79 finde ich irgendwie anmaßend. Warum und wie soll der Verband den Zuschauern die Regeländerungen kommunizieren? Wenn ich interessiert am Handballsport bin, dann bekomme ich Regeländerungen mit und habe über viele Kanäle die Möglichkeit mich entsprechend einzulesen. Hier gilt dann tatsächlich der Begriff der „Holschuld“, wenn ich mitreden will!
Das sich hlp bzgl. der Regelauslegung auf einen Bericht von Handball-World bezieht, ist doch bezeichnend für diese Situation. Irgendwer schreibt oder sagt etwas, das wird dann wohl stimmen. Da bin ich absolut bei TCLIP, der auch geschrieben hat, dass das nun einmal nicht das Spezialgebiet von Julia Nikoleit ist.
TCLIP: solche Szenen sind vor 10-20 Jahren in der Menge nicht aufgefallen, da die Fouls nicht so versteckt gewesen sind. Ich finde es absolut richtig, die Spieler zu bestrafen, wenn sie an die Hüfte, das Knie oder gar den Fuß fassen, denn das ist nur darauf ausgelegt, denn Spieler zu destabilisieren. Das zuschieben beurteile ich dann danach, ob der Abwehrspieler eine frontale Position einnimmt oder nicht. Wenn nicht, dann soll er entweder wegbleiben oder er hat halt die Konsequenz zu verantworten. Früher wurden ja auch die Stoßbewegungen gegen den Rückraum oder der Kontakt beim Tempogegenstoß nicht so konsequent geahndet, was zumindest im leistungsorientierten Handball inzwischen überwiegend sehr sauber abläuft. Auch das Hinterlaufen des Außenabwehrspielers durch den Kreis bei einer Sperre wurde inzwischen „rausgepfiffen“, was im allgemeinen ja auf eine gute Arbeit im Schiedsrichterwesen deutet. Aber leider gibt es vor allem außerhalb Deutschlands das Problem, dass die Schiedsrichter zu selten „gefordert“ werden und dann die Schublade (siehe 59:58 THW-Veszprem) nicht öffnen können.
BHC06-JST: Die Tatsache, dass Pommes nicht wusste, was es mit den Lichtern am Tor auf sich hat, lässt keine Rückschlüsse auf seine Regelkenntnis und das ist das Problem vieler Handballgucker. Die Sache mit den Lichtern ist in den DfB geregelt und das hat nichts mit den Regeln zu tun, aber das wird leider zu oft vermischt.
Ich finde es absolut richtig, diese Diskussion zu führen, aber dann bitte mit sachlich richtigen Argumenten und regelsicher. In der Regelkunde liegt oftmals die Erklärung zu Grunde und wer lesen kann ist klar im Vorteil. Aber immer irgendwelche steilen Thesen aufstellen und dann, in bestem Konsumentenverhalten, darauf zu warten, dass jemand die richtige Lösung präsentiert ist nicht immer die beste Lösung. Damit meine ich jetzt nicht Gottfried, den ich wie oben erwähnt sehr schätze (so ich den richtigen meine).