Hallo Sascha,
vielen Dank für diese wirklich interessante und kurzweilige Episode.
Insbesondere der Teil mit Olaf Bruchmann hat mich interessiert, da hier sehr viel aus dem umfangreichen Handballkosmos miteinander verknüpft und, zumindest für mich, sehr gute Fragen gestellt worden sind.
Bezüglich der Nachfolge von Axel Kromer kam mir auch der Name Jogi Bitter in den Sinn, da er für mich all das vereint, was als Charaktereigenschaften notwendig ist. Zudem hat er natürlich mit Anna Loerper eine Person an seiner Seite, die auch eine Schnittstelle zum Damenhandball bildet und Synergien erzeugen kann.
Problematisch sehe ich allerdings genau die benannten Ansätze wie "kritisch, Finger in die Wunde, anecken" usw. da das halt im deutschen Sportsystem nicht ankommt. In Deutschland wirst Du ein Funktionär (und ich lasse bewusst das Wort "gut" weg), wenn Du jahrzehntelang bei anderen Funktionären "gutes Wetter" machst und dann für einen höheren Posten vorgeschlagen und mit diesen Stimmen gewählt wirst (Zitat aus dem www von Carsten Korte: Nach vielen Jahren der Arbeit auf Landes- und Bundesebene ergab sich 2015, aufgrund struktureller Veränderungen im Vorstand des DHB, die Chance für den Posten des DHB-Vizepräsidenten des Ressorts „Amateur- und Breitsport“ zu kandidieren: „Ich habe kurzfristig meinen Hut in den Ring geworfen und prompt wurde ich gewählt.“, erinnert sich Korte.). Dieses System sorgt i.d.R. (Ausnahmen wie z.B. Hanning beim DHB, Klein in Bayern gibt es schon auch) doch dafür, dass man einerseits in einer Spitzenposition ein gesetzteres Alter hat und sich natürlich von niemandem auf kritische Art und Weise seine Arbeit bewerten lassen will (Thema Altersstarrsinn). Wenn ich mir das Profil der Präsidiumsmitglieder ansehe, dann ist doch das Ø-Alter sicherlich Ü60. Ich kann hier, aus eigener Erfahrung, insbesondere ein Präsidiumsmitglied bewerten, das seinen Landesverband richtig runterwirtschaftet, während er sich selber in den DHB befördert hat. Was ich damit ausdrücken will, ab einem gewissen Zeitpunkt geht es nur noch um das "mich" und nicht das Allgemeinwohl.
Ich würde es sehr begrüßen, wenn solche Leute wie z.B. Jogi Bitter, Stefan Kretzschmar, Flo Kehrmann, Christoph Schindler, die frische und unkonventionelle Ideen haben, aus der Praxis kommen, ein unverbrauchtes Netzwerk haben und, vor allem, den Eindruck erwecken motiviert zu sein, sich als Gruppe formieren und dem DHB eine, der jetzigen Zeit entsprechend, Frischzellenkur verpassen.
Ich gehe aber stark davon aus, dass auch in diesem Fall (Wahlen!!!), die alten Seilschaften stärker wären als der frische Wind 🤷♂️.
Dies ist meine Meinung, muss nicht jeder teilen und gut finden, spiegelt aber meine eigene Erfahrung in großen Teilen wider.