Hi TLPZ,
sicher hast du recht mit der Frage, warum der Spieler hart schubsen muss. Das muss er nicht und ist in der 1. oder 2. Minute sicher die Ausnahme. Überwiegend beginnt ein Spiel relativ fair.
Aber, und das beobachte ich in den Hallen immer wieder, wenn der Schiedsrichter aufkommende Härte nicht von Anfang an direkt unterbindet kommt Stimmung auf.
Entweder fängt der Trainer auf der Bank an, oder aber die sachkundigen Zuschauer fangen erst zaghaft, später immer heftiger an zu rufen. Und da kann ich als Schiedsrichter schon entscheidend Einfluss nehmen ob es zu Aktion/Reaktion kommt. (auf dem Feld und auf der Tribüne).
Und eine negative Grundstimmung gegen die Schiedsrichter kann ich nicht feststellen. Ich sitze oft vor oder nach meinem Spiel auf der Tribüne, unterhalte mich, wirke auf Zuschauer ein und hab da eigentlich im Allgemeinen positive Resonanz. Aber ich denke da sind die Erfahrungen von Region zu Region unterschiedlich.
Hi netrojaner
ja ich strebe nach Perfektion. Wenn ich das nicht tun würde, wäre ich nicht bereit 100% zu geben. Ob ich die immer erreiche, das steht auf einem anderen Blatt. Und das sollte auf jeden zutreffen, egal ob Job, Familie oder Hobbys. Wer nicht bereit ist das zu versuchen, der ist in meinen Augen Mittelmaß und sollte sich selbst hinterfragen.
Und gerade wir als Schiedsrichter sollten da Vorbild sein. Immerhin sind andere davon abhängig, das wir ehrlich mit Ihnen umgehen.
Und ich weis nicht ob ich zu den wenigen gehöre, die keine Probleme haben. Der Mensch neigt dazu, sich immer nur den Frust von der Seele zu schreiben und das positive nicht zu erwähnen. Wenn ich mir nur ansehe, wie viele hier von regelmäßigen negativen Erlebnissen berichten und wie viele hier aktiv sind, dann sind es gar nicht so viele. Und wir in der Handballecke sind ja auch nur ganz wenige.
Geh doch mal in die Hallen und schau dir an, wie einige auf dem Feld rumrennen bzw. stehen, dann weis ich auch ob der Lust hat oder nicht. Und das merken auch die Spieler und Zuschauer. Wen wundert es, wenn dann schon bei der ersten fragwürdigen Entscheidung, und sei Sie auch noch so richtig, Stimmung aufkommt. Und wenn irgendwann die Emotionen überkochen, dann fallen auch die Hemmungen.
Ich hab mich gestern hingestellt und bevor ich das Spiel nach TO fortgesetzt habe den Trainern schnell meine Entscheidung erklärt. Weniger für die Trainer als vielmehr für die Zuschauer. Auf der Tribüne kam Unverständnis auf, danach war aber wieder Ruhe. Auch sowas kann beruhigend wirken.
Ein Patentrezept für den Umgang miteinander hab ich nicht, jedoch wenn alle etwas mehr ab und an geben, würde vieles einfacher werden.