Um dir die Frage zu beantworten, wie ich in einer solchen Situation entscheide, erklär ich es dir gerne.
6:2 ist eindeutig, da steht ohne Nebensatz:
6:2 Beim Betreten des Torraumes ist zu entscheiden.
auf a, b oder c
a,b oder c sind eindeutig, und nicht das eigentliche Thema der Diskussion.
Und an der Stelle hast du wenn du nur 6:2 anwenden möchtest nur eine Möglichkeite, pfeifen und entscheiden ob a,b oder c, Abwurf, freiwurf oder 7m
a und c sind unproblematisch.
Bei b hab ich jedoch die Ausnahme, wenn ich 13:2 anwende
13:2
Die Schiedsrichter sollten eine Kontinuität im Spiel zulassen, indem sie eine vorschnelle Unterbrechung des Spiels durch eine Freiwurf-Entscheidung vermeiden.
Dies bedeutet, dass die Schiedsrichter gemäß Regel 13:1a keinen Freiwurf geben sollten, wenn die abwehrende Mannschaft unmittelbar nach dem von der angreifenden Mannschaft begangenen Regelwidrigkeit in Ballbesitz kommt.
Gleichfalls sollten die Schiedsrichter gemäß Regel 13:1b erst dann eingreifen, wenn klar ist, dass die angreifende Mannschaft wegen der von der abwehrenden Mannschaft begangenen Regelwidrigkeit den Ballbesitz verloren hat oder nicht in der Lage ist, den Angriff fortzusetzen.
Wenn eine persönliche Ahndung wegen einer Regelwidrigkeit zu geben ist, können die Schiedsrichter das Spiel umgehend unterbrechen, wenn dies für die Mannschaft, die den Regelverstoß nicht begangen hat, keine Benachteiligung ergibt. Ansonsten sollte die Bestrafung bis zum Ablauf der vorliegenden Spielhandlung aufgeschoben werden.
Regel 13:2 gilt nicht im Falle von Verstößen gegen die Regeln 4:2 bis 3 oder 4:5 bis 6, bei denen das Spiel sofort durch ein Signal des Zeitnehmers unterbrochen werden muss.
In 13:2 kommt da folgender Auszug zur Anwendung
Gleichfalls sollten die Schiedsrichter gemäß Regel 13:1b erst dann eingreifen, wenn klar ist, dass die angreifende Mannschaft wegen der von der abwehrenden Mannschaft begangenen Regelwidrigkeit den Ballbesitz verloren hat oder nicht in der Lage ist, den Angriff fortzusetzen.
Und jetzt ist es wichtig, sich auch noch 13:1b anzusehen
13:1 Grundsätzlich unterbrechen die Schiedsrichter das Spiel und lassen es durch einen Freiwurf für die andere Mannschaft wiederaufnehmen, wenn:
a) die ballbesitzende Mannschaft eine Regelwidrigkeit begeht, die zu einem Verlust des Ballbesitzes führen muss (4:2 bis 3, 4:5 bis 6, 5:6 bis 10, 6:5 1. Absatz, 6:7b, 7:2 bis 7:4, 7:7 bis 8, 7:10 bis 11, 8:8, 10:3, 11:4, 13:7, 14:4 bis 7 und 15:7 Absatz 3 und 15:8).
b) die abwehrende Mannschaft eine Regelwidrigkeit begeht, die dazu führt, dass die ballbesitzende Mannschaft den Ball verliert (4:2 bis 3, 4:5 bis 6, 5:5, 6:2b, 6:7b, 7:8, 8:8).
Um diese ganzen Verschachtelungen jetzt mal in eine folge zu bringen,
In 13:1 wird ein Grundsatz festgelegt, der bei 6:2b anzuwenden ist, Freiwurf! 13:2 lässt die Möglichkeit, erst einmal weiter laufen zu lassen und abzuwarten, ob der Angreifer auf Regelkonforme Art einen Vorteil erringt und den Angriff fortsetzen kann, und wenn das nicht gelingt, dann greift die Entscheidung aus 6:2b.
Jetzt muss ich noch entscheiden, ob das in den Mann rennen des Angreifers eine klare Torgelegenheit gewesen wäre, wenn der Gegenspieler korrekt gestanden hätte. Da wir uns da, glaube ich zumindest, einig sind, kann ich nur noch auf Freiwurf entscheiden, da der Angreifer nicht in der Lage war, den Angriff korrekt fortzusetzen.
Wenn man jetzt einfach pauschal sagt, er darf nicht da stehen, weil das nicht regelkonform ist und wenn er nicht da gestanden hätte wäre es eine klare Tormöglichkeit gewesen oder sogar einen Zeitraum vom Betreten bis zum verlassen betrachten möchte, dann stell dir mit dieser Aussage mal folgende Situation vor.( Ist zusammengefasst eure Argumentation mit den verschiedensten Auslegungen begründet)
Verteidiger wird in den Kreis gestoßen, ich sehe es und pfeife Stürmerfoul. Ein Mitspieler des Verteidigers führt den Freiwurf schnell und korrekt aus mit einem langen Ball welcher vom gegnerischen Torwart abgefangen wird. Dieser spielt selber postwendent einen langen Ball zu seinem Rückraumspieler, der aus der Drehung hinaus zum Sprungwurf ansetzt und direkt in den zuvor gefoulten noch im Kreis stehenden Verteidiger welcher gerade aufgestanden ist springt.
Fantastisch, selten aber geiler Spielzug
Und wenn ich jetzt der Argumentation und Auslegung von euch folge, muss ich 7m pfeifen gegen einen Spieler, der selber nichts für seine eigene Position kann, einfach weil er da nicht korrekt steht und damit, die in diesem Fall klare, Tormöglichkeit verhindert. Da passt dann was an der Argumentation und Regelauslegung nicht.
Und genau das ist der Grund, warum ich so gegen diese Argumentation gehe. Wenn ich einer Argumentation folge, dann muss diese auf alle vergleichbaren Situationen anwendbar sein, und das fehlt mir bei eurer.
Ich entscheide in dieser speziellen Situation 6:3, habt Ihr aber mit eurer Argumentation auch ausgeschlossen. Pech für den Angreifer und seinen Sprungwurf, jede Menge Geschrei und vielleicht Rudelbildung, aber das hätte man bei einer 7m Entscheidung in dieser Situation genauso.
Und vorsicht wer mir jetzt mit 6:3 in dieser anderen Situation folgen möchte, das wirft sofort wieder die Frage meiner Ursprungsargumentation auf, ob eine Ferse die 5cm auf der Linie ist, bei einem 4m entfernt stehenden Angreifer einen Vorteil bedeutet.