Schock-Start!
Und Riesenzoff zwischen Gislason und Hecker
VfL-Trainer will braucht noch weitere Spieler. Doch Geschäftsführer Hecker lässt ihn im Regen stehen.
Von ALEXANDER HAUBRICHS Köln – Sauna, Massage, Ruhe. Einen Tag nach dem blamablen Auftakt gegen die Rhein-Neckar-Löwen stand der VfL Gummersbach noch unter Schock, suchte in einem Gummersbacher Gesundheitszentrum nach Erholung.
Von der 23:32-Pleite gegen die Rhein-Neckar-Löwen. Und von der Schimpfe der Chefs. „Das war nicht unsere Mannschaft“, polterte Sportchef François-Xavier Houlet, „das war nicht unser Niveau.“
Trainer Alfred Gislason nahm am Mittwoch noch die Niederlage auf seine Kappe. „Wir hatten zu viele Vorbereitungsspiele.“ Doch am Donnerstag platzte die Wut aus ihm heraus. „Es nutzt nichts, ständig alles unter den Teppich zu kehren. Wir bräuchten eigentlich noch jemand auf links und am Kreis. Wir hatten auch jemand. Aber wir dürfen niemanden holen.“
Der Grund: Geschäftsführer Stefan Hecker (noch bis 1. März 2008 im Amt) legte sein Veto ein. „Sicher hätte ich gerne noch die ein oder andere Verstärkung. Aber die ist finanziell nicht drin. Wir müssen es mit der aktuellen Truppe schaffen“, sagt Hecker.
Das war aber so nicht verabredet. Schließlich gab man vom geplanten Kader in der Vorbereitung mit Wiegert und Lützelberger zwei Profis ab. Ersatz war versprochen. Und deshalb kam es nun zu einem handfesten Eklat.
Gislason hatte Dormagens Adrian Wagner zum Wechsel nach Gummersbach überredet. Montag sollte er schon mittrainieren. Doch als der sich ins Auto setzen wollte, kam alles anders. „Ich hatte das Okay von Hecker. Plötzlich heißt es, wir machen es nicht“, erzählt Gislason wütend.
Sportchef Houlet sagte Dormagen ab. Der Spieler sitzt nun zwischen allen Stühlen, wurde von Dormagen für das Spiel gegen Hüttenberg freigestellt. „Wir brauchen Spieler, die sich mit uns identifizieren“, sagt Bayer-Manager Uli Derat.
Heckers lapidarer Kommentar: „Der hilft uns nicht weiter.“ Damit brach er Gislasons Wort. Der Coach soll sich daraufhin sogar überlegt haben, die Brocken hinzuschmeißen. Nur der überzeugende Auftritt des neuen Bosses Claus Horstmann ließ den Isländer umdenken.