(Hi Tester, hast du ein Problem? nimms leicht - werd TUSEM Fan, die können immer lachen)

... und noch ein kleiner Bericht zum Thema Finalist:
Abgeklärter Tusem steht im Finale
Der Tusem jubelt. Bereits zum vierten Mal steht er in einem internationalen Finale, wo er es Anfang Mai zweimal mit dem Liga-Konkurrenten SC Magdeburg zu tun bekommt. Da schmerzt die 25:26 (12:9)-Niederlage beim russischen Vizemeister Dynamo Astrachan keinesfalls, lediglich die schwere Verletzung von Kapitän Dimitri Torgovanov bereitet Kopfzerbrechen.
Nur drei Minuten vor dem Abpfiff prallte der Essener Kreisläufer mit dem russischen Abwehrhünen Serikov (2,05 m) zusammen und renkte sich die seit langem lädierte Schulter aus. Deswegen wird Torgovanov am Mittwoch im Heimspiel gegen den Post-SV Schwerin kaum spielen können (19.30 Uhr, Am Hallo).
Die Gesten der weit gereisten Gäste waren schon Mitte der ersten Hälfte eindeutig. Gerade hatte Mark Schmetz einen Siebenmeter zur 9:7-Führung (17.) versenkt, da reckte Sigurdsson die Faust als Signal des Triumphes in die Höhe. Dagegen bekam der russische National-Rechtsaußen Bashkin wenig später einen ordentlichen Rüffel vom aufgebrachten Trainer Pschelyakov. Wieder hatte Astrachan gepatzt und leichtfertig eine Chance vergeben. Symptomatisch waren diese beiden Situationen für den ersten Durchgang, den die Gäste nach wenigen Minuten dominierten, während die Gastgeber zu übereifrig wirkten und sich viele Fehler erlaubten.
Da Astrachan wieder auf Serikov zurückgreifen konnte, war die Deckung zumindest in den ersten Minuten Herr der Lage. Aber vor dem Spiel hatte Trainer Iouri Chetsov es seinen Jungs eingetrichtert: Trotz des 31:23-Sieges in der ersten Partie sicher spielen, nicht überheblich. Geduld, keine Nerven zeigen trotz der hohen Dezibelzahl in der Spartak-Halle. Und seine Spieler beherzigten die Anweisungen nahezu optimal.
Dabei legte Astrachan stürmisch, voller Eifer und Entschlossenheit los. Der Halblinke Zaikin, ein Star bei den Hausherren, hatte nach zehn Minuten seinen dritten Treffer zur 5:2-Führung markiert. Das Volk tobte, immer wieder angepeitscht von zwei Fans mit Megaphonen, ständig getrieben von Hoffnung und Erwartung.
Doch der Tusem, selbstbewusst und souverän, wankte nicht. "Den Grundstein haben wir in der ersten Viertelstunde gelegt, da haben wir uns die nötige Sicherheit geholt", analysierte Viktor Szilagyi treffend. Ganz seiner Meinung war auch der sichtlich zufriedene Iouri Chevtsov, der die Mannschaft vor allem für ihre Disziplin lobte. "Wir stehen verdient im Finale", sagte der Tusem-Trainer in die zahlreichen russischen Mikrofone.
Bis Mitte der zweiten Hälfte lief es rund beim Tusem, doch danach ging etwas die Luft aus, die Essener ließen es im Gefühl des Sieges langsamer angehen. "Wir hatten nicht die Aufgabe, hier hoch zu gewinnen", erklärte Oleg Velyky ziemlich abgeklärt.
Jedenfalls kam Astrachan zwischenzeitlich heran und belohnte sich immerhin für den nimmer müden Einsatz mit einem Sieg. Gut für die Moral, mehr aber nicht.
Nicht ganz so nüchtern wie Velyky, sondern ziemlich überwältigt kommentierte Nationalspieler Oliver Roggisch, der wegen seiner Handverletzung nur als Zuschauer mitgereist war: "Vor ein paar Jahren habe ich nicht daran geglaubt, einmal in einem internationalen Finale zu stehen. Für mich geht ein Traum in Erfüllung."
Nicht alles war für den Tusem auf dem Trip ans kaspische Meer glatt gelaufen, doch zum Glück half Astrachans Manager Oleg Maslakov gastfreundlich über manche Hürde, die sich im dort oftmals behäbigen Alltagsleben in den Weg stellen, hinweg. Und weil das so ist, kam auch Volker Heuermann von der deutschen Botschaft in Moskau ans Kaspische Meer gereist. Als Zeitsoldat hatte sich der junge Mann freiwillig für den Einsatz im Ausland gemeldet, wo er nun bevorzugt deutsche Handball-Mannschaften betreut. Den Nordhornern half dies vor zwei Jahren wenig, weil sie im EHF-Viertelfinale an Astrachan scheiterten (27:25 in Nordhorn/ 28:33). Mit Kiel hatte er mehr Erfolg, denn die Norddeutschen verloren zwar mit drei Toren Unterschied in Russland, gewannen aber zu Hause wie der Tusem mit acht Treffern. Da hat es später zum Titel gereicht - sicher kein schlechtes Omen.
Tusem: Hannawald, Kelentric (33./ 44. Für 7m - ab 52.), Velyky (7), Rose (1/1), Schmetz (2/1), Sigurdsson (2), Torgovanov (6), Klesniks, Reiners, Haaß, Casanova (1), Szilagyi (6/1). Zeitstrafen: 8 für Astrachan/6. Zuschauer: 1800. Schiedsrichter: Raiko/ Nebojska (Serbien-Montenegro). Spielfilm: 2:2 (5.), 5:2 (9.), 5:5 (14.); 6:8 (17.), 7:10 (21.), 8:12 (26.), 9:12 (30.) - 11:14 (35.), 12:17 (39.), 14 :20 (43.) 19:21 (48.), 21:21 (50.), 23:23 (54.), 25:25 (59.), 26:25 (60.)
Siehe auch 5. Lokalseite
10.04.2005 Von Rolf Hantel Handball Halbfinale im EHF-Pokal