Beiträge von Halblinks

    Interessant finde ich dass hier wirklich keiner auch nur im Ansatz auf das Statement von Hereticus eingeht:


    Das ist so denke ich, dass Hauptproblem. Das will nur keiner wirklich wahr haben (einerseits durchaus verständlich...) Ich schätze mindestens 50% aller Vereine in der HBL hängen "am Tropf" und mogeln sich irgendwie von Saison zu Saison. Die HBL hingegen gaukelt uns weiterhin die heile Welt vor..... Ich schätze es gibt einfach wenig Regionen in denen der Bundesligahandball so wie er zur Zeit betrieben wird, wirklich seriös machbar ist. Auß0er man hat evtl. einen großen Geldvogel (das soll jetzt nicht abwertend gegen irgendwelche Vereine aus dem RM-Gebiet oder an der Elbe, oder auch anders wo sein... :P ) der einspringt.

    Grundsätzlich bin da ja bei euch. Nur frage ich mich, ob man jetzt ausgerechnet bei Dormagen mit 1,6 Mio Etat von einer Mannschaft von Vollprofis sprechen kann. Ich würde das mal (ohne detaillierte Kenntnis der Zustände vor Ort) schlank verneinen wollen. Ich vermute, viele Spieler waren oder sind parallel in Ausbildung oder Studium. In Dormagen werden sicherlich keine "horrenden" fünfstelligen Monatsgehälter gezahlt. Aber korrigiert mich, wenn ich falsch liege.
    Ist eine Reduzierung der Liga dagegen aber ein Mittel? Werde ich nicht immer eine Handvoll Vereine haben, die die wachsende Spirale nicht mitgehen können? Um solcheine Entwicklung ggf. zu stoppen sind wir doch schnell bei Begriffen wie "Salary-Cap", richtig? Das wird zumindest im US-Amerikanischen Profisport angewendet, um solche Szenarien einzudämmen. Ich weiß, dass das nur schwer vergleichbar ist, da dort kein Auf-/Abstieg existiert und Profivereine Wirtschaftsunternehmen in Privat- oder Unternehmensbesitz sind. Ich bin nur der Meinung, dass ich bei uns immer Vereine finden werde, die ein hohes Risiko für die Chance auf den einmaligen Erfolg eingehen werden. Das ist zu oft ein Balanceakt auf der Messerschneide und geht eben regelmäßig in die Hose. Da die Abhängigkeit von Sponsoren und Mäzen ja eh riesig ist, sollten vielleicht alle Vereine zu Saisonbeginn 50% des Etats auf einem Treuhandkonto hinterlegen (sprich: alle Sponsoren müssen im Voraus zahlen), so dass damit wenigstens die Spielergehälter gezahlt werden können.

    Und unterm Strich leiden wieder 17 andere Vereine darunter, der eine mehr, der andere weniger.

    ich bin mir immer nicht so sicher, ob die jetzt alle wirklich "leiden". Die leben alle in dem gleichen HBL-Biotop. Wenn da Kontrollmechanismen nicht greifen, wie sie sollten, dann profitieren auch alle theoretisch davon. Wenn die Vereine jetzt nämlich alle für weitere Verschärfungen stimmen würden, liefen viele Vereine Gefahr, Bedingungen zu erschaffen, die ihnen ggf. in ein-zwei Jahren selbst zum Verhängnis werden könnten. Es sind doch nur herzlich wenige Vereine komplett auf Rosen gebettet.

    Da ist es vielleicht leichter, mal eine Saison auf ein Heimspiel zu verzichten.

    Nur ne Mutmaßung

    Bei allem Mitgefühl für die Dormagener und meinem Verständnis dafür, dass man aus Berliner Sicht versucht, den Schaden so gering wie möglich zu halten, stellt sich dennoch die Frage:

    Was soll dieses Spiel?

    Kann man ja ne Attraktion draus machen. Wok-Handball? Handball-Poker?

    Mal im Ernst, es ist dann also ein Trainingsspiel mit Zuschauern. Warum sollte ich da groß emotional mitgehen? Muß man sich echt zweimal überlegen, ob da das Fußballspiel im TV doch mehr zu bieten hat.

    Für die Füchsemannschaft ist es ok, vor dem Kiel-Spiel nochmal zusammen zu spielen. Ob man dabei aber zusehen muß?


    Die Gerüchte um Carlen/Glandorf kann ich mir eigentlich entweder nur als falsch vorstellen, oder als Fingerzeig, daß es um den kleinen Lijewski momentan nicht allzugut steht. Die Hamburger würdenn dann wohl Bedenken haben, eine ganze Saison mit nur einem Linkshänder im Rückraum zu spielen. Obgleich dort ja zumindest mit dem THW Chancengleichstand herrschen würde. Denn einen sofortigen Vujin-Wechsel würde ich anhand der erneuten Andersson-Verletzung zwar begrüssen, aber der ist aufgrund der Interessen Veszprems wohl illusorisch und aufgrund der Nichspielberechtigung in der CL auch nur teilweise nützlich.

    Wenn das passiert, weil die Genesung Slotys sich noch hinzieht, bleibt abzuwarten, bis die RNL nervös werden und Petersson dann auch schon für nächste Saison wollen ;(

    ich frage mich in den letzten Tagen vermehrt, ob die Verantwortlichen in der Lage sind eine angebrachte Analyse zu leisten. Die aktuellen Rahmenbedingungen für die Taskforce samt "Bedingungen" von Heiner Brand lassen eine wirklich zielführende Analyse der Gesamtsituation als äußerst schwierig erscheinen.

    Ich denke, wir nehmen Symptome war: Deutsche Spieler übernehmen zu wenig Verantwortung; in brenzligen Situationen treffen sie schlechte Entscheidungen; die Mannschaft ist keine Einheit; deutsche Spieler scheinen nicht die Weltklasse zu haben, wie in anderen Nationen

    wir vergleichen mit Symptomen anderer Nationen: Mannschaft ist eine Einheit; Weltklassespieler auf Schlüsselpositionen.

    und schließen jetzt auf Ursachen (vor allem der Bundestrainer): zu wenig Deutsche in HBL-Topklubs; Spieler im Verein nicht Verantwortungsträger; vermeintlich starker Nachwuchs wird nicht an die Spitze herangeführt, erreicht kein Weltklasseniveau.


    Sind die Vergleichsymptome den wirklich richtig? Haben die anderen Nationen die Probleme nicht, die wir in Deutschland haben? Ist das so? Kann das einer beweisen?

    Waren es nicht die Dänen, die jahrelang keinen vernünftigen Halblinken hatten und so nie die Erwartungen erfüllen konnten? Haben nicht die Franzosen und Spanier jahrelang ohne Linkshänder auf RR gespielt?
    Haben nicht die Schweden (ausser dem bei dieser WM "herausgekommenden" du Rietz) eigentlich auch keinen guten Halblinken?

    Dennoch sind es diese 4 Länder, die im Halbfinale standen. Hat das eventuell garnichts mit der Nachwuchsförderung zu tun, sondern etwas mit dem Teamspirit und der besseren Vorbereitung?
    Haben diese Länder auf den Schlüsselpositionen eigentlich ein unerschöpfliches Reservoir an potentiellen Weltklassespielern, weil sie es schaffen regelmäßig ihren Nachwuchs an die Spitze heranzuführen?

    Oder haben die Dänen eben doch nur den Hansen, die Franzosen den Karabatic? Sehen wir bei unseren vermeintlich repräsentativen Vergleichsgruppen auch nur die Spitze, die eben aktuell Weltklasse ist? Ist das häufig nicht auch schicksalsgetrieben, ob sich einer auf dem dünnen Eis der absoluten Spitze halten kann und es dort überhaupt hinschafft.

    Als Folge stelle ich mir die Frage: Rennen die deutschen Jungs, die alle das Zeug zur Weltklasse haben nicht längst in der HBL rum und in 2 Jahren sind 1 oder 2 von ihnen sowieso Weltklasse, egal ob man jetzt etwas ändert?

    Ich habe auf all diese Fragen keine finale Antwort, habe nur etwas Sorge, dass derzeit von kurzfristigen Symptomen auf Ursachen und damit Maßnahmen geschlossen wird, die die Symptome garnicht bekämpfen.

    Der beste Beweis dafür sind für mich weiterhin die deutschen Torleute. Wenn mir einer erklären kann, warum auf dieser Position sich stetig deutsche Nachwuchskräfte bis in die Weltelite entwickeln, ohne Auflagen für die HBL, spezielle Ausbildungskonzepte oder gar Deutschenquoten, dann liefert er womöglich auch gleich die Lösung für die weiteren Schlüsselpositionen mit.

    Manchmal kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass der Einkauf von Spielern bei den Löwen nach einem vergleichbaren Konzept abgewicklet wird wie der Kauf von Schuhen bei "Sex in the City".
    Hauptsache der letzte Schrei wird direkt gekauft. Die alten Treter kann man im Schrank ja nach hinten schieben.

    Man kann für Ihn nur hoffen, dass Alex Petersson nicht mit Appelsinen gehandelt hat, sich schon jetzt für 2012 an die Löwen zu binden. Wer weiß, welche Neuentdeckungen bis dahin auf RR noch vom Markt zu schnappen sind.

    Ich bleibe aber auch dabei dass es ein Fehler ist, einen Spieler erst mit 27/28 an die Nationalmannschaft heranzuführen und dann noch als Nr.1b auf ihn angewiesen angewiesen zu sein. Ein Pfahl hätte bestenfalls als Dritter Mann mitgenommen werden dürfen mit Spielanteilen eines Christophersen.

    Und dann? Beim nächsten Turnier fährt Christophersen dann als Nr. 1 oder 2 mit, spielt schlecht und alle kreischen: "War ja klar, der hat ja auch noch nie Erfahrungen bei einem großen Turnier gesammelt, das mußte ja schiefgehen!"

    Ich muß bei talentierten Spielern schlicht auch mal den Mut haben, sie in die Verantwortung zu schubsen. Von daher fand ich Pfahls Nominierung in Ordnung. Ich finde auch nicht, dass er jetzt so über die Maßen enttäuscht hätte. Es war ja auch Pfahl, der dieser Mannschaft im Qualispiel gegen die Ösis den Ar... gerettet hat. Da war er gut genug und niemand stellte ihn in Frage. Mit welchem Grund hätte der Bundestrainer ihm nicht vertrauen sollen.
    Welche große internationale Erfahrung haben vor 2007 denn Kaufmann und Glandorf in Waagschale geworfen? Dennoch hat man ihnen das Vertrauen geschenkt, das sie damals (vor allem Glandorf) mit Leistung zurückzahlten.

    Meiner Meinung nach ist ein Teil des Nachwuchsproblems, dass Heiner Brand zwar gebetsmühlenartig die (Top-)Vereine auffordert junge deutsche Spieler auszubilden, er aber selber kaum jungen Spielern eine Chance in der Nationalmannschaft gibt. Am Ende nominiert er stets dieselben Spieler, die seit Jahren im DHB-Trikot spielen und bei den großen Turnieren regelmäßig durch mangelnden Einsatz und fehlen Willen aufgefallen sind. Wann hat zuletzt ein Spieler eines Vereins aus der unteren Tabellenhälfte für die deutsche Nationalmannschaft gespielt? Matthias Gustavsson (TuS N-Lübbecke) oder Dalibor Doder (GWD Minden, 2. Bundesliga) sind gut genug für die schwedische Nationalmannschaft. Der 22-jährige Kim Ekdahl du Rietz vom schwedischen Tabellenvierten Lugi HF (der kaum das Niveau hätte in der deutschen Bundesliga zu bestehen) hatte vor dieser WM erst 19 Länderspiele absolviert, avancierte aber bei diesem Turnier zum Shootingstar der Schweden. Traut irgendjemand Heiner Brand zu Spieler wie Kristian Nippes oder Patrick Wiencek für eine Weltmeisterschaft zu nominieren? Junge unverbauchte Spieler, für die die Nationalmannschaft noch eine Ehre und keine lästige Pflicht ist und die ohne die Belastungen der Champions-League fit und ausgeruht in ein Turnier gehen können, bei dem aufgrund von 10 Spielen in zweieinhalb Wochen die Physis eine wichtige Rolle spielt. Stattdessen erzählt beispielsweise Michael Kraus nach seinen mäßigen Leistungen wieder, dass er trotz Verletzung gespielt habe und deshalb nicht die Erwartungen erfüllen konnte. :rolleyes:

    Meine Unterschrift ist drunter! ;)

    Ich habe es hier ja auch schon (in einem der vielen Threads) geäußert.
    Wenn ich den Konkurrenzdruck nur von "den Anderen" fordere, dafür aber selber nichts tue, dann habe ich schlecht keine Argumente. Warum werden die potentiellen Nachrücker (selbst wenn sie aktuell noch schwächer sein mögen) nicht konsequent zu den Lehrgängen eingeladen, um die Konkurrenz zu schüren.
    Und wenn der "leicht schwächere" Spieler dann aber vor der EM/WM mehr brennt, als der "Etablierte", dann nehme ich den eben mit. Punkt. Zeichen setzen.
    Das Beispiel Kim Ekdahl du Rietz zeigt ja zudem, dass ich über eine starke Teamleistung eben dennoch erfolgreich sein kann, auch wenn ich keinen doppeltbesetzt Weltklasse-Rückraum links habe. Das war nicht zuletzt auch die Stärke der Deutschen 2007. Warum war das diesmal komplett anders? Zu dieser Frage hätte ich auch gerne mal Antworten oder Ansätze von Trainerteam.

    Da werde ich als Trainer ausgelacht - und zwar nicht nur von den Spielern, denen ich damit Feuer unterm Hintern machen will.

    Mir ist schon klar, worauf du hinaus willst. Ganz so einfach, wie von mir beschrieben ist es natürlich nicht. Nur würden mich auch mal die Reaktionen und Argumente der "angesäuerten" Vereine interessieren, wenn ihr toller Spieler überraschenderweise nicht nominiert wird und ein vermeintlich unerfahrener Spieler vorgezogen wird.

    Was wäre bei Pascal Hens aktuell das Argument?
    - der spielt eine starke Saison - kannste streichen
    - der war bei großen Turnieren und wichtigen Begegnungen immer eine Bank - kannste streichen; "auf der" Bank höchstens :D
    - der hat merh internationale Erfahrung - gut, stimmt, aber was hat er zuletzt draus gemacht?


    Ich will aber nochmal eine andere Frage in den Raum stellen, die ich im Füchseforum auch schon gestellt habe:

    Warum haben wir in Deutschland eigentlich noch nie ein Nachwuchsproblem bei Torleuten gehabt? Aber bei Halblinken?
    Die Position ist im modernen Handball vergleichbar wichtig. Nur ist es für Torleute doch ungleich schwerer, sich in der HBL durchzusetzen. Es gibt weniger Posten und vor allem wird der Torwart selten öfter, als ein- oder zweimal pro Spiel getauscht. Einen Rückraumspieler, den bringe ich eben auch mal schnell nur für 10 Minuten und hole ihn wieder runter. Die Torwarte haben also eine viel höhere Hürde, sich durchzusetzen. Denen gelingt das seit Jahren aber kontinuierlich. Da haben wir auch keine Ausländerquoten oder Selbstverpflichtungen der Vereine und dennoch kein Problem.

    Warum ist das so? Was läuft da anders?

    Keine Frage!! Bei mir flögen fast alle raus (einige nur für ne Denkpause, andere für immer) und der erweiterte Kader wäre zum großen Teil mit Junioren besetzt. Dann würde ich hoffen, die nächsten Internationalen Turniere nicht zu erreichen und ruhig neu aufbauen. Mit dem Erfolgsschwund ginge evtl. ein Teil des HBL-booms (geschürt u.a. durch die Erfolge zwischen 2002 bis 2007) auch flöten, damit das Kasperl-Theater, der Boulervard und die profilierungsneurotischen Geldsäcke..... ;)

    In einigen Jahren würde ich dann neu angreifen.....Was sagt der DHB?

    :D ?( ;)

    SEHR SCHÖN!!! :lol:

    Ich bin dabei!

    Aber Spaß beiseite. In deinem ironisch-sarkastischen Ansatz steckt vielleicht mehr Lösung drin, als man denkt. Wenn der Bundesheiner von den Vereinen seit Jahren die stärkere Einbindung/Ausbildung des Nachwuchses fordert und keiner hört zu. Dann könnte der DHB doch jetzt selber handeln.

    Nach dem Motto: Wenn ihr die Spieler nicht heranführt, dann machen wir es.

    Mich würde tatsächlich interessieren, wie die Vereine reagieren, wenn ihre Nationalmannschaft-Aushängeprofis auf einmal nicht mehr berücksichtigt würden. Wenn die Konsequenz tatsächlich wirtschaftlich spürbar wäre in der Liga, dann sitzen die doch sofort am Tisch und sind redebereit. In der Position habe ich die HBL aus Sicht des DHB doch derzeit garnicht. Bohmanns Aussage zeigt das doch. Erst wenn der DHB Lösungen anbietet, dnn setzen wir uns gerne an einen Tisch. Die haben den Druck doch garnicht, irgendetwas zu ändern.

    Oder? Wäre es evtl. besser, wenn die im Ausland spielen. War Deutschland nicht auch mal Fussballweltmeister mit massig "Legionären" (ich hasse dieses Wort...)? Da wars nicht schlimm, oder?

    Jup, damals war die deutsche Liga international aber auch sehr schwach und der Wechsel ins Ausland war die vergleichbare große Chance, die die ausländischen Handballer nutzen, wenn sie heute nach Deutschland oder Spanien gehen. Der Wechsel ins Ausland war deutlich mehr Chance, als Risiko.

    Schau dir deine Liste noch einmal an und du hast die Antwort. Mal davon abgesehen, dass Kneer schon dabei war, aber derzeit verletzt ist.


    Das ist zu einfach! Niemand hätte einem Lars Kaufmann vor der WM 2007 eine nachgewiesene internationale Klasse zugeschrieben. Dennoch war er dabei.
    Und heute stellen sich alle hin und stellen fest, dass die deutschen Spieler pauschal alles Blindpesen sind. Das stimmt doch nicht. Wenn ich Konkurrenzdruck haben will, dann muß ich ihn auch schüren.

    ich kann mir ebenfalls nur schwer vorstellen, dass das Wegbewegen von der stärksten Liga der Welt für die meisten Spieler der logische Schluß ist, um sich weiterzuentwickeln.

    Ist die Situation im deutschen Handball nicht vergleichbar mit dem Fußball in England?

    Stärkste nationale Liga, aber eben schwer für einheimische Spieler, sich dort durchzusetzen. Mit der Folge einer eher dürftigen Erfolgsquote bei der Nationalmannschaft. Finden wir als Konsequenz denn jetzt viele englische Fußballer in den anderen starken Ligen Europas? Und das Leistungsgefälle der Ligen ist im Fußball deutlich geringer, als im Handball.

    In der Tat fürchte ich eben auch, dass im Land der stärksten Liga auch verstärkt "im Land geguckt wird". Wenn ich erstmal weg bin, bin ich eventuell auch aus dem Sinn.

    Es sind doch einige Spieler ins Ausland gegangen, wer ist denn zurückgekommen? Wenn es einer tatsächlich als Sprungbrett mal schaffen sollte, könnte er natürlich Nachahmer finden. Vorher erscheint diese Lösung für viele doch wohl eher riskant ohne Aussicht auf "sicheren" Erfolg.

    Hauptsache es bekommen alle ihre Brieftasche noch zu.

    Freuen wir uns also auf eine Handball-WM in krachend-vollen Handball-Hallen vor einem begeisterungsfähigen Fachpublikum.

    Wenn selbst in einem Handballland wie Schweden die in der Vorrunde teils eher kleinen Hallen trotz der Nähe der europäischen Nachbarn oftmals nur sehr dünn besucht waren, wie soll das dann in der Wüste werden?

    Aber trotzdem spielen die viel, weil kein Druck von hinten kommt von anderen Spielern.

    Aber das ist doch ein zu einfacher Reflex des Bundestrainers. Diese Behauptung kann er ja garnicht mit Fakten belegen. Er handelt doch eben auch nicht danach, dass er diesen potentiellen Nachwuchs, der da drückt, dann auch berücksichtigt. Wenn ich schon frühzeitig Spielern wie Hens und teilweise auch Kraus quasi Freifahrtscheine für die Nominierung der WM ausstelle, dann erhöhe ich den Druck auf diese Spieler eben auch nicht. Ganz im Gegenteil.
    Warum nominiert der Bundestrainer die vorhandenen potentiellen Nachrücker (Kneer, Schindler, Fäth, Müller etc.) denn nicht einfach zu den Lehrgängen, um den Druck aufzubauen und den Etablierten zu zeigen: "ey, da kommen noch andere, die ich im Auge habe".

    Er nominiert dann Christophersen und setzt ihn nicht ein, trotz der katastrophalen Leistungen von Hens. Hens muß doch nichtmal jetzt Sorge haben, dass der Bundestrainer ihn zukünftig nicht mehr berücksichtigt!

    Natürlich fande ich das auch nicht gut, dass Smörre so wenig gespielt hat, aber gegen gutstehende Abwehrreihen stößt der -so finde ich- schnell an seine Grenzen

    Aber ein Hens doch auch! Bei ihm muß doch nicht mal die gesamte Abwehr gut stehen, sondern nur der direkte Gegenspieler ihm den Laufweg, den er immer braucht, zustellen. Wenn ich einem Christzophersen, der sich übrigens in der HBL sehr hervorragend auch gegen gute Abwehrreihen durchzusetzen weiß, nichtmal eine Chance bei einem Rückstand von 7 oder 8 Toren gebe, wann soll er sich denn jemals lernen international durchzusetzen.
    In zwei, drei Jahren wird dann wieder gejammert, dass es zu wenige Spieler mit Erfahrungen bei großen Turnieren gäbe. Das hat der Bundestrainer doch selber in der Hand. Und? Was macht er?

    Bemüh doch mal das Archiv um zu gucken, auf welchen Platzierungen die deutschen Nationalmannschaften gelandet sind, als es Ausländerbeschränkungen gab. :rolleyes:

    Nene, es sind genug deutsche Spieler vorhanden. Nur weil 3-4 Vereine keine Deutschen auf Schlüsselpositionen haben, ist kein Grund, von der mangelnden Trainerleistung abzublicken.


    Ich halte von einer Ausländerbeschränkung auch überhaupt nix.
    Was wäre denn in einem solchen Falle mit den beiden hier berechtigtermaßen hart kritisierten Hens und Kraus?
    Wären die besser?
    Nein, warum auch, ihr Marktwert (als halbwegs akzeptabler Deutscher) wäre vermutlich sogar höher.

    Sie spielen doch so schon beim HSV und sind dort längst nicht bei den Leistungsträgern dabei. Dennoch haben sie dort offensichtlich eine Daseinsberechtigung (und wenn es nur aus Marketinggründen ist). Das passt übrigens zu der Aussage von Jicha, die in meinen Augen erschreckend entlarvend ist.

    Eins noch zu Smöre: Der ist NATÜRLICH noch nicht auf einem Weltklasseniveau. Wie auch? Wenn ich selbst in einer Katastrophenpartie, wie heute, erst in den letzten 7 Minuten komme, wo alles schon im Eimer ist. So macht man sich potentielle Spieler für die Zukunft zusätzlich kaputt. Habe ich kein Verständnis für.

    ich denke, wenn wir uns zu sehr auf Kraus und Hens fokussieren verlieren wir das Problem aus den Augen.

    Ich denke, beide sind nicht zwingend repräsentativ. Beide waren schon in sehr jungen Jahren "auffällig" und herausragend, weil sie Nischenfähigkeiten besassen, die sie attraktiv machten und sie in Deutschland gut vermarkten ließ. Beide waren torgefährlich und damit tendenziell im Angriff wertvoll. Sie waren somit schon recht früh in ihrer Karriere in einer "bequem-auskömmlichen" Situation angekommen. Mimi Kraus ist doch das gute Beispiel. Er wurde trotz eher schwacher Jahre seit seinem internationalen Durchbruch 2007 immer zu den Stars des Deutschen Handballs gezählt und der Boulevard liebte ihn.

    Es hat also gereicht, dass man trotz fehlender überzeugender internationale Klasse auf dem Feld zum HSV wechselt. Und auch dort überzeugt er nicht. Er entwickelt sich ja auch nicht wirklich weiter (Hens vergleichbar). Er muß ja auch nicht.

    Und da sind wir dann bei der vollkommen richtig angesprochenen Abwehrschwäche. Beide wurden immer gehätschelt. Sie mußten dieses Defizit offensichtlich auch nie beheben.

    Der junge Ausländer, der ergreift seine Chance. Und wenn man einem Palmarson Abwehrschwäche zu Beginn seiner Zeit beim THW nachgesagt hat, dann arbeitet der daran und wird besser. Das haben die "überragenden" deutschen Talente offensichtlich nicht immer nötig.

    Es gibt natürlich auch hier immer Gegenbeweise. Ein Olafur Stefanson ist auch noch nie ein Abwehrgott gewesen. Er hat aber im Angriff Fähigkeiten, die weit über einen Shooter hinausgehen.

    Bei einem Christophersen (egal, ob er den internationalen Durchbruch noch schafft, oder nicht) ist das eben anders. Der mußte sich mehrfach beweisen und in verschiedenen Vereinen durchsetzen. Eine eklatante Abwehrschwäche wäre sein Karriereende gewesen. Ergo ist er heute auch ein guter Abwehrspieler.

    Von daher glaube ich auch, dass ein Großteil des "Nachwuchsproblems" letztlich auch bei den Spielerpersönlichkeiten selber zu suchen ist.