Zitat
Original von Felix0711
Wenn es wirklich um insgesamt 5 Millionen Euro geht, die bei ihrer Investition in den Fußball diesen niemals weiterbringen, und deswegen eine Sportlandschaft zugrunde geht, handelt es sich hier rein ökonomisch betrachtet vielmehr um vollkommenen Unsinn.
Ich weiss nicht ob ich dich richtig verstanden habe, aber wenn der Bayer-Konzern 5.000.000 Euro einspart ist das durchaus sehr oekonomisch.
Zitat
Original von Felix0711
Zweitens ist es aus sozialpolitischen Überlegungen Unfug.
Da stimme ich dir zu! Auf der anderen Seite muss man auch sehen, dass Bayer in den letzten 25 Jahre abermillionen EUR bzw. DM in die Sportfoerderung gesteckt hat und auch noch weiter steckt.
In meinen Augen handeln eher die Unternehmen sozialpolitisch verwerflich, die als Foerderer auftreten koennten, es aber nicht tun.
(Ob ich mit "sozialpolitisch verwerflich" die richtige Wortwahl getroffen habe weiss ich nicht. Ich habe zu wenig Einsicht in unternehmerische Prozesse der Unternehmen.)
Zitat
Original von Felix0711
Drittens ist es völliger Unsinn, einer gerade aufstrebenden Sportart wie Handball in just diesem Moment die Kohle zu streichen, mit der Begründung, sie hätte zu wenig Potenzial.
Najaaaaaaa... auch hier laesst sich wieder drueber streiten.
Der Sport an sich mag im Aufschwung sein. Aber selbst trotz der Unterstuetzung der Bayer AG haben (z.B.) die HandballER aus Dormagen den Abstieg aus Liga 1 geschafft und sind lange in der zweiten Liga „herumgeduempelt“.
Ausserdem sollte man von einem ordentlich wirtschaftenden Unternehmen/Verein erwarten, dass dieser sich nicht auf einen Sponsor verlaesst und fuer Ersatz sorgen kann und sich breit genug aufstellt um eine solche Situation abzufangen.
Auch hier will ich mich zuweit aus dem Fenster lehnen, da ich keine Ahnung von der Finanzsituation und Sponsorenmoeglichkeiten in Dormagen habe. Da sie jedoch die Lizenz ohne Auflagen erhalten haben, scheint's ja gut zu laufen?!
Bitte um Korrektur, wenn ich da falsch liege.
Zitat
Original von Lenus
Ketzerische These meinerseits:
Ist der Handball (Vereine, Verband, Spieler) nicht selber schuld an dem Dilemma? Die Euphorie um den WM-Titel hat gerade mal 1 - 2 Wochen gedauert, dann war sie verflogen.
Nicht nur die WM.
Immerhin standen deutschen Vereine in allen Europapokalfinals und haben sie alle gewonnen!
Zitat
Original von Lenus
Anstatt unmittelbar zukunftsweisende Strategien zu entwickeln, oder öffentlichkeitswirksames Marketing zu betreiben, oder auf häufige Medienpräsenz zu bauen, haben sich die Vereine nach der WM wieder nur auf ihre eigenen Interessen zurückgezogen.
Selbst das Final-Four wurde nur als Randnotiz im Fernsehen gesendet.
Die Europapokalendspiele konnten nur auf Eurosport verfolgt werden.
Durchaus ketzerisch! 
Aber ist das ein Fehler der Vereine, Verbaende, Spieler?
Oder ist es vielmehr ein Problem der fehlenden Lobby des Handballs?
Es sind ja schliesslich nicht die Vereine, die nicht wollen das ihre Spiele im TV uebertragen werden! Es sind die Sender, welche die Spiele nicht zeigen wollen.
Wenn wir uns allerdings die Entwicklung der letzten Jahre anschauen ist man auf einem guten, wenn auch langsamen, Weg.
Immerhin uebertraegt Eurosport die Spiele. Ausserdem gibts mittlerweile das HBL.tv, was in Zukunft auch in das Digitale Netz eingespeist werden soll/wird. Ebenso uebtragen die Lokalsender (NDR, WDR, MDR, etc) regelmaessig Spiele.
Zitat
Original von Lenus
Im Fußball werden die Übertragungen regelrecht zelebriert, 3 Stunden Vorberichte und 5 Stunden Nachbetrachtung. Bei Handballübertragungen wird meist unmittelbar nach Spielende umgeschaltet auf Nachrichten, Werbung oder sonst was.
Das wir (die Handballer) jemals an die Dimensionen des Fussballs herankommen werden ist utopisch. Das koennen wir uns gleich abschminken! Wie eben schon gesagt: uns fehlt einfach die Lobby.
Aus Sendersicht ist es doch auch nachvollziehbar:
Wenn ich bei einem Fussballspiel 7.500.000 Zuschauer habe und bei einem Handballspiel 750.000 ist doch klar worauf ich mein Augenmerk lege. Und schon wieder: Wenn die Spiele nicht uebertragen werden, bilden sich auch keine groessere Nachfrage! ...leider!
Zitat
Original von Lenus
Wenn die WM aber auch im hektischen Schweinsgalopp binnen 14 Tagen durchgeführt wird darf man sich nicht wundern.
Zudem werden die Stars bzw. Idole kaum präsentiert. Mit Spielern wie z. B. Hens, Zeitz oder Fritz sind die Personen ja vorhanden, aber ein Starkult wie um Ballack und Co wird nicht aufgebaut.
Berechtigter Einwand.
Aber dann muessen wir auch ueberlegen wie man den Spielplan der Nationen entschlaken kann. Moeglich waere darueber nachzudenken, die WM/EM nur alle 4 Jahre stattfinden zu lassen. Sind aber dann die Spieler praesenter? Eher nicht! Die WM dauert zwar laenger und in dieser Zeit werden die Spieler sicherlich bekannter. Aber genauso schnell werden Sie auch in den 4 Jahren dazwischen wieder vergessen.
Das ist nun aber wieder eine ganz andere Diskussion.
Durch den Internationalen Wettbewerb, und vor allem die weitaus haeufigeren Laenderspiel, als beim Fussball, sollte man meinen die Praesentz der Spieler, Mannschaften und Vereine sei da.
Allerdings...und damit bin ich wieder bei meinem Anfang: Die Lobby fehlt einfach.
In meinen Augen besteht die Problematik darin, dass viele Sender es nicht konsequent versuchen wollen die Hanball-Bundesliga zu uebertragen.
Sollte dies irgendwann man der Fall sein, bin ich sicher, kommt es auch zu einem (steigenden) Interesse der Bevoelkerung am Handballsport.
Aber ohne die Unterstuetzung der TV-Sender ist das ein unheimlich schweres Unterfangen.
Besonders schade ist es gerade wenn man sieht, dass UNSERE Bundesliga in anderen Laendern unheimlich gut angenommen wird und die TV Sender, z.B. Vereinigte Arabische Emirate, noch mehr Spiele zeigen wollen.
Fazit: Wir sind auf einem guten Weg..... denke ich als Laie!