Beiträge von Hodges

    ich kann mir insofern eine Auslegung für die Zeitnehmer vorstellen, dass eine viel zu große Grauzone (Zeitnehmer lässt sich absichtlich Zeit)entstehen könnte bzw. die Zeitnehmer unter enormen Druck stehen (d. h. nicht der Trainer ist dann verantwortlich fürs Team Time Out sondern der Zeitnehmer. Das find ich dann auch nicht mehr fair). Denn m.E. ist daher das hinlegen der Grünen Karte schon konstitutiv (rechtserheblich) und der Pfiff dann nur noch deklaratorisch (feststellend, informativ).

    Sehr guter Ansatz von HFranz, weil es doch genau ins Schwarze trifft.
    Halbwissen bei Spielern, Schiedsrichtern und Zuschauern.

    Ich habe mir auch schon überlegt, die Trainer vor dem Spiel bzw. die Spieler bei der Begrüßung über die 3 größten Handball-Irrtümer (Fuß ist nicht gleich Fuß, Würfe müssen korrigiert werden, etc.) einfach nett zu informieren. Aber eine ware Herkules Arbeit bzw. muss man sich selber auch immer wieder kontrollieren bzw. auf dem laufenden Halten.

    Also in Berlin gibt es auf der normalen Abschnittsebene nur die jährlichen Fortbildungen (wo aber unschöne Regelauslegungen auch besprochen werden) und ansonsten im Kader einen viel besseren Austausch (Beobachtungen). Aber einen monatlichen "Schieri-Stammtisch" wird vom Verband nicht initiert, bzw. ein Treffen der Schieri-Obmänner.

    Aber dieses Forum ist ja schon mal ein sehr guter Ansatz, sich über Regelauslegungen auszustauschen. Nur wird dies hier auch wieder selektiv stattfinden, denn nur die die Interessiert sind, werden auch hier fragen stellen.

    Ansonsten vielleicht über die regionalen Verbands-/Vereinszeitungen eine Initiative starten ( Motto "Schieri - wir wissen wie die Regeln sind"). Der HVB (Handball Verband Berlin) Schieri-Lehrwart stellt obgleich in der Verbandszeitschrift desöfteren Schierifragen vor. Aber dies müsste man noch besser (mündlich) kommunizieren.

    @ Gottfried
    Deinen Hinweis auf die StB Prüfung werde ich sehr ernst nehmen (Einzelfall).
    Anonsten sehe den Föderalismus als die schlimmste Ursache für die 16 verschiedenen Anwendungen in Deutschland. Aber das ist ein anderes, neues Thema.

    "Ähnliche Vergleichbarkeit" müsste genauer definiert werden. Ich sehr leider die pädagogische, soziale Einwirkung des Schiedsrichters auf seine Schützlinge nicht. Aber es wird jetzt müßig, die verschiedenen Sichtweisen noch einmal darzulegen.

    Und wir sollten schon einmal Spenden für die Musterklage (Finanzgericht --> Bundesfinanzhof --> EuGH --> UN) ;)

    Zur Unterscheidung zwischen Auswechselraum und Coachingzone/
    interessant in Berlin (laut aktuellen Durchfühtungsbestimmungen):

    Coachingzone Oberliga Berlin-Brandenburg
    --> "Sieben Meter von der Torauslinie ist an der Seitenlinie eine 50 cm lange und fünf Zentimeter breite Linie zu ziehen (sog. „Coachingzone“). Diese Linie darf nicht überschritten werden." (2.3)

    Coachingzone HVB (Handball Verband Berlin)
    --> "Als sogenannte „Coachingzone“ gilt der Bereich zwischen Mittellinie und dem Ende der Auswechselbank (höchstens die Länge zweier sog. Turnbänke)." (3.4)

    Aber der Trend geht wohl deutlich zu der "langen" Coachingzone.

    Ansonsten noch ein Hinweis auf die Farben der Offiziellen (Das Auswechselraum-Reglement, Der Handball Schiedsrichter 2005, 1.6, S 37, Punkt 3):
    "Die Mannschaftsoffiziellen müssen im Auswechselraum komplette Sport- und Zivilkleidung tragen"
    --> also keine Farbvorgabe der Offiziellen! (sie dürfen nur nicht nackt sitzen ;)

    eigentlich interessiert ja nur, was aufn Platz ist (4 Farben)

    Und solange nicht alle stehen und sich warmlaufen entlang der Auslinie, ist es ok, wenn (nur) der Trainer mit dem Hellbau dort steht. Er ist außerhalb und die Trainingsfarbe war auch vorher den Gegner bekannt.

    --> also regelrechnisch nix

    Ich würde aber wahrscheinlich im Spiel den Trainer bitte, die Jacke auszuziehen oder sich was anderes anzuziehen (einfach mal nett bitten)

    erstmal respekt an Lord vader, der es eigentlich immer sehr kompetent zusammengefasst hat (die Frage bleibt offen, ob Du StB bist?).

    "Eigentlich" deshalb, weil ich gerne folgendes zur Diskussion stellen möchte:

    1. Steuerbar/Steuerpflichtig?
    Bei der Schiedsrichtertätigkeit ist eine Einkunftserzielungsabsicht gegeben
    --> Einkommensteuerpflichtiger Tatbestand

    2. Einkommensart?
    Schiedsrichtertätigkeit ist entweder als
    - selbstständige Tätigkeit (es besteht kein Angestelltenverhältnis, keine SV Beiträge, Einkünfte=der Gewinn) oder eventuell als
    - sonstige Einkünfte zu definieren (Nachhaltig, Gewinnerzielungsabsicht, Einkünfte=Einnahmenüberschuss über die Werbungskosten)
    --> ich tendiere zur selbstständigen Tätigkeit, weil die Bedingungen m.E. erfüllt sind.

    3. Steuerfreie Pauschale?
    Die steuerfreie sog. "Übunsgleiterpauschale" (§ 3 Nr. 26) ist sehr eng auszulegen und daher nicht auf die Tätigkeit des Schiedsrichter anzuwenden (Annahme einer begünstigten Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeit eine pädagogische Ausrichtung der Tätigkeit gefordert; der Steuerpflichtige muss auf andere Menschen durch persönlichen Kontakt Einfluss nehmen, um auf diese Weise deren geistige und körperliche Fähigkeiten zu entwickeln und zu fördern (R 17 Abs. 1 LStR)
    --> keine steuerfreie Pauschale für Schiedsrichter

    4. Objektives Nettoprinzip
    Das Einkommen (Spielleitungspauschale + Spesen etc.) vermindet um die Ausgaben, die durch die Tätigkeit veranlasst ist, ist das Einkommen.
    D.h. man darf in diesem Zusammenhang auch folgende Aufwendungen geltend machen:
    - Fahrtkosten (ca. 30ct. pro KM (Diskussion ist bekannt)
    - Verpflegungsmehraufwand bei z.B. über 8h
    - jährlich Aus- und Fortbildungskosten
    - Equipment/Kleidung
    - Telefonkosten(ggf. Pauschale), Büromaterial und Fachliteratur (z.B. Handball Schiedsrichter Abo vom Phillippka Verlag)
    --> (angefallene) Kosten von den Einnahmen abziehen

    Wichtig ist hierbei, das nur die Aufwendungen geltend gemacht werden können, die auch tatsächlich angefallen sind. Erstattet der eigene Verein die Fortbildungskosten/Schieri-Trikots bzw. werden einem die Fahrtkosten vom Heimverein erstattet, so können diese selbstverständlich nicht angesetzt werden.

    5. Basisrealität
    Bei dem durchschnittlich engagierten Schieri sollten sich die Kosten und die Einkünfte die Waage halten (zumal ich auch was von einem steuerfreien Härteausgleich nach §46 Absatz 3 EStG gehört habe, der für Personen gilt, die im Wesentlichen Einkünfte aus nichtselbstständige Arbeit beziehen (d.h. bis 410 EUR steuerfrei). Allerdings konnte ich das noch nicht ganz nachvollziehen).

    Aber interessant wird es doch bei den (Fußball) Bundesliga Schiedsrichtern, die pro Spiel zwischen 3-5 T€ bekommen. Da möchte der Staat schon ein Stück von abhaben.

    Über eine weitergehende Diskussions würde ich mich sehr freuen. Allerdings sollte dies fundiert sein und zu keinen Grundsatzdiskussionen führen ("warum hat die Politik...").
    Ich bin gespannt.

    Zitat

    Nun sind auf den Spielberichtsbogen nur noch Spieler und derjenige der jeweils im Tor ist muss entsprechend gekennzeichnet sein, ist aber nicht mehr festgelegt. Bei einem Wechsel sollte man nur das Kampfgericht informieren


    @ Larsjens=das mit den "nur noch Spielern" ist richtig, aber es gibt noch eine Festlegung durch die Spielkleidung! Und das Kampfgericht muss auch nicht mehr informiert werden.

    --> immer daran denken, dass jeder spielen kann, wo er will (einzige Restriktion: farbliche Unterscheidung).

    wichtig ist aber bei einem Feldspieler-Torwart wechsel, dass
    1. der "neue" TW seine Nr. behält und
    2. die gleiche Grundfarbe wie der andere TW besitzt (2 Mannschaften=4 Farben)

    Der Klassiker nämlich zum Spielende, den "richtigen" TW rauszunehmen, und einen "siebten" Feldspieler mit Leibchen reinzunehmen ist verboten, wenn dass Leibchen nicht die gleiche Farbe hat wie der ursprungs TW. --> also darf der "falsche Pullover" trotz der richtig getapten Nr. nicht ins Tor!!

    Bei solch einem Vergehen Ballverlust aus dem laufenden Spiel heraus.

    es wurde richtig beschrieben, dass das passive Spiel nicht einfach weggenommen werden kann.

    Mir ist aber hier auch sehr wichtig, dass viele Schieris (nach dem Anzeigen) zu früh passives Spiel abfeifen (von wegen 5 Ballkontakte und so). Es heißt, dass ein "Tempowechsel" erforderlich ist und der Zug zum Tor. Von daher kann man auch länger laufen lassen.

    wenn ich das richtig verstanden habe, dann wollen die einen "Mitteldeutschen Handballregionalverband" gründen, weil die Wege ansonsten in der derzeitigen Situation (Regionalliga, Semi-Profi-Bereich) keinem Aufwand-Nutzen-Verhältnis entsprechen und die Lokalen Derbys fehlen. Soweit sogut auf Regionalliagaebene.

    Nun aber meine Frage, warum dann eine eingleisige 2. Liga. Da haben wir dann genau das Problem, dass z.B. SG Sylt dann gegen HC Bodensee spielen muss (Stichwort Reisekosten). Die werden sich dann freuen. Und in der zweiten Liga ist auch noch längst nicht Profi Bereich.

    Also warum diese entgegengesetzte Bestrebungen?

    ich muss mich Hfranz und Ex-HVS anschließen.

    Es zeigt doch von Arroganz wenn die Schiedsrichter keine Kritik zulassen.
    Ich habe damals als Trainer auch die Schiedsrichter im Internet/nach dem Spiel kritisiert (positiv als auch negativ), wichtig ist nur das es fundiert ist und auch nicht anonym. Und jede unsachliche Kritik fällt dann auch auf den (wenn bekannten) Schreiber zurück.

    Ich kann auch nur jedem empfehlen (wie oben bereits erwähnt) nach dem Spiel das Gespräch mit den Trainern zu suchen oder auch mal ein Spiel von Euch auf Video aufzunehmen. Ihr werdet sehen groß der Unterschied zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung ist.

    Natürlich kann die Entwicklung sehr gefährlich sein, wenn Hetze betrieben wird oder in Foren sich die Leute anonym aufpuschen (ps. wir sind hier auch alle anonym!). Aber das sind dann (hoffentlich) Ausnahmen.

    Als Beispiel für Interessante Kritiken bzw. als Feldstudie :) empfehle ich jeden, hier mal reinzuschauen (aber mit Anmeldung):
    http://www.studivz.de

    Dort gibt es tausende von lustiger und peinlicher Gruppen, z.B. "Die Handball Schiedsrichter" oder auch die "Wenn Handball einfacher wäre würde es Fußball heißen"Gruppe. Wenn man sich dort anmeldet, kann man diesen Gruppen auch beitreten und dort auch chatten. Gut find ich dabei, dass es dort "offenen/ehrlicher" zugeht, da mal (meistens) die Leute auch bildlich kennt und nicht alles anonym ist. Allerdings gibts dort auch eine Gruppe, die den Namen eines Schiedsrichter trägt, von dem der betroffende Schieri bestimmt auch nichts weiß.

    (PS auch nicht Studenten können sich da anmelden, einfach eine Uni aussuchen und los gehts).

    genug der Werbung, viel Spaß :)

    Frage 4 (jeder Wurfversuch der angreifenden Mannschaft wird regelwidrig vereitelt) ist in der Praxis auf jeden Fall ein kniffeliges Problem.

    Wir hatten letztens auch solche Situation:
    - längerer, aber für das Spielniveau normaler Angriff
    - Abwehr fordert "Zeit", macht Angriff mehr und mehr fest
    - Bank fordert "Zeit"
    - hektik bei der angreifenden Mannschaft kommt auf, wenig Druck aufs Tor --> Konsequenz: Zeitspiel wird angezeigt
    - jetzt geht Abwehr überhart in die Zweikämpfe
    - Angriff versucht immer wieder Druck aufzubauen, aber nach jedem Pass werden sie fest gemacht
    - Abwehr meckert
    - Bank steht und meckert
    - Angriff beschwert sich über die Regelwidrigkeiten der Abwehr

    ca. 4x haben wir erneut auf Freiwurf gepfiffen, weil ein Wurf gar nicht möglich war (alles hektisch in solchen Situationen). Dann allerdings wollte ein Angreifer noch einen Wackler machen und dann haben wir Zeitspiel gepfiffen.

    Aber irgendwie hat mir die Situation nicht gefallen. Wie sieht ihr das?

    weil immer wieder alte Fragen aufgeworfen werde und dann auf das alte schon besprochene Theme verwiesen wird, welches dann natürlich keiner mehr findet, möchte ich hiermit einen Vorschlag machen:

    - Pro Regel müsste es eine "Referenzstruktur" gebene, d.h. dass man dann darunter sämltiche Diskussionen schnell und einfach wieder finden kann.

    Natürlich gibt es Abgrenzungsprobleme aber die Vorteile überwiegen doch, oder?


    PS Ich wusste nicht wo ich diesen Vorschlag reinhängen sollte, daher dieses neue Thema.

    das Argument mit dem "zu früh pfeifen" wurde mir in der Schieri Ausbildung auch bei gebracht, aber wenn man über den Tellerrand hinausschaut sieht man beim Basketball die Schieris ständig das Ding im Mund haben und es somit nicht greift.

    Ich finds auch optisch nicht so schön aber denke dass es nur Training/Gewohnheit ist mit dem richtigen Pfiff zur richtigen Zeit. Ich bin ürbigens auch nur ein "Pfeifen" Besitzer und brauche im Spiel nichts zum Spielen ;)

    Hey Manfred,

    das ist doch ganz einfach: gerade weil Du die Regeln nicht genau kennst, ist es doch gerade richtig, wenn Du Dich mal schlau machst.
    So ein Lehrgang bringt richtig neue Erkenntnisgewinne und Du brauchst auf dem Spielfeld nicht mehr "nach dem Gefühl" entscheiden.
    Und du wirst sehen, dass die Deine Kameraden plötzlich ansprechen, "wie ist denn genau die Regel" und dann kannst Du souverän Antwort geben.

    Und keine Angst, Du pfeifst am Anfang nur "ungefährliche" Spiele (unterer Jugendbereich) und kannst dort sehr viel Lernen. Aber auf eines solltest Du am Anfang sehr viel Wert legen: Dass Du bei Deinen ersten Spielen von Eurem Schieriwart begleitet wirst und sofort Feedback erhälst - das hilft ungemein.

    Also, ran an die Pfeife und viel Spaß!!!