Quelle: HP Oberberg-Aktuell
>>
Kommentar: Nachwuchsarbeit beim VfL „für die Katz“(bv/14.01.2011-14:32)Gummersbach – Leichtfertig setzt die sportliche Führung des VfL Gummersbach den Unterbau des Bundesligateams aufs Spiel und dürfte erneut zahlreiche junge Akteure verlieren.
Von Bernd Vorländer
Man solle bloß keine Dummheit zweimal begehen, wusste schon der französische Schriftsteller und Philosoph Jean-Paul Sartre. Doch eben dies geschieht derzeit beim Handball-Bundesligisten VfL Gummersbach. Konkreter gesagt in dessen Nachwuchsförderung. Dort gibt es derzeit eine Reihe von Merkwürdigkeiten, die nur den Schluss zulassen, dass man die Problematik noch nicht erkannt hat (was fatal wäre), oder den Blick vor den Realitäten verschließt und dem rheinischen Grundsatz „Et hätt noch immer jot jejange“ folgt – irgendwie liebenswürdig, aber eben auch völlig unprofessionell.
Aber der Reihe nach. Bei den Blau-Weißen ist es unstrittig, dass die zweite Mannschaft eines Bundesligisten tunlichst in der 3. Liga spielen sollte. Dort könnten sich junge Spieler dann künftig profilieren und auf einen Bundesligaeinsatz vorbereiten; vormals verletzte Bundesliga-Akteure gewännen dort Spielpraxis. Doch merkwürdig ist: Dem guten Vorsatz folgt kein Handeln. Das zweite Jahr in Folge ist die Oberligamannschaft zusammengewürfelt. Der eine Teil trainiert mit dem Bundesligateam, der andere Teil in der Jugend. Und wenn dann noch trotz einer langen Verletztenliste eine ganze Reihe von Leistungsträgern der II. Mannschaft zu einem Turnier nach Tunesien abkommandiert wird, fehlt eben die sportliche Substanz, um die nötigen Punkte für den Aufstieg zu holen. Man fasst sich an den Kopf, wie leichtfertig hier sportliche Chancen weggeworfen werden.
Merkwürdig ist aber auch, welche große Lücke beim Nachwuchskonzept des VfL zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft. Als vor einigen Jahren die VfL-Akademie startete, war das Konzept der Verantwortlichen genau so richtig wie es heute noch aktuell ist: Jungen, talentierten Sportlern unter Leistungssport-Gesichtspunkten eine optimale handballerische und schulische Ausbildung zu geben, um sie später in der Bundesligamannschaft des VfL einzusetzen. Doch diesen Überlegungen folgt kein nachhaltiges Handeln. Schon die erste Generation von Absolventen spielt inzwischen größtenteils in anderen Vereinen, der eine oder andere sogar bei Bundesligisten. Und dasselbe Dilemma droht erneut. Talentierte junge Spieler erhalten in der Bundesliga so gut wie keine Chance, sich zu entwickeln. Konsequenz wird sein, dass sich die Besten nach dieser Saison einen neuen Verein suchen werden.
Kann sich der VfL Gummersbach ein solch kurzsichtiges Denken leisten? Offenbar fehlt dem Verein vor allem eines: Eine sportliche Führung, die klare Vorgaben macht, Ziele anpeilt und entsprechend handelt. Mit einer neuen Halle allein ist es nicht getan – es braucht auch kreative Köpfe, die dem VfL Perspektive geben und die Früchte der Akademiearbeit ernten wollen.
>>
Da spricht mir einer aber sowas von aus der Seele, wie ich schon im Thread "Testspiele und Vorbereitungsturniere 2010/2011" von mir gegeben habe. Alle paar Jahre die gleichen Fehler..... 