Wie lautet die Antwort der Rhein-Neckar Löwen?
HANDBALL: Nach Debakel in Hamburg morgen gegen Balingen / Dr. Jürgen Schwiezer neues Beiratsmitglied
Von unserem Redaktionsmitglied Ute Krebs
Das Bild, das die Handballer des Bundesligisten SG Kronau/Östringen in Hamburg beim 23:36-Debakel abgegeben haben, war ein desolates. Gegen einen vor allem im Angriff keineswegs wie eine absolute Spitzenmannschaft auftretenden HSV lieferten die Rhein-Neckar Löwen eine grottenschlechte Leistung ab. Die Fehlerquote war exorbitant, die Chancenverwertung katastrophal und eine kämpferische Einstellung nicht zu erkennen. Nun kreuzt morgen (19.30 Uhr) Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten in der Mannheimer SAP Arena auf - und die Frage lautet: Wie sieht die Wiedergutmachung der Badener nach solch einem Auftritt aus?
"Ganz klar, ich erwarte einen Sieg. Die Mannschaft muss die Antwort auf dem Spielfeld geben. Wir brauchen die Punkte, um uns in der Tabelle nach vorn zu arbeiten", sagt Trainer Iouri Chevtsov, der gegen die Schwaben auf die Heimstärke seiner Truppe setzt, danach aber auch in Minden und Düsseldorf von seinen Jungs einen Doppelpack fordert. Dann hätten die Löwen 20 Zähler auf der Habenseite - genau wie im vergangenen Jahr.
"In unserer Situation ist es zudem wichtig, die Ruhe zu bewahren", sehnt der Weißrusse nach langen Wochen der Turbulenzen und Personalquerelen endlich ruhigeres Fahrwasser herbei. Dabei plant Chevtsov bis 2008 mit Oleg Velyky. "Er ist für das Team und mich ein sehr wichtiger Mann. Ich habe noch nicht von ihm gehört, dass er früher gehen will. Deshalb gehe ich davon aus, dass er seinen Vertrag erfüllen wird", so der 47-Jährige weiter.
Allerdings will der HSV Hamburg den Ausnahme-Handballer so schnell wie möglich. Nachdem sich beide Klubs nach einem ersten Angebot der Hanseaten nicht einigen konnten, schoben die Nordlichter bislang kein zweites nach. "Es gibt also nichts Neues", berichtet Beiratsvorsitzender Dieter Matheis. Eine Aussage, die man so nur bezüglich der Verhandlungen um Velyky stehen lassen kann. Denn im Beirat der Badener hat sich schon etwas getan: Mit Dr. Jürgen Schwiezer ist die Anzahl der Mitglieder auf sieben angewachsen. Schwiezer ist nicht nur Aufsichtsratsvorsitzender der Mannheimer Stadtmarketing GmbH und Roche-Diagnostics-Chef, sondern auch bekennender Handball-Fan.
Derweil hat Manager Thorsten Storm von der SG Flensburg-Handewitt dem HSV Hamburg eine Absage erteilt. Der 42-Jährige hat sich damit - wie er gegenüber unserer Zeitung bestätigte - nicht gegen ein gut aufgestelltes Management entschieden, sondern für einen anderen Weg. Der wird ihn - das scheint längst beschlossene (unterschriebene) Sache - nach Baden führen, wo Storm sich ab 1. Juli 2007 einer neuen Herausforderung stellen wird und bei den Rhein-Neckar Löwen etwas aufbauen möchte.
Mannheimer Morgen
21. Dezember 2006