"Ich kann mir vorstellen, lange beim HSV zu bleiben"
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Dubai - Die ersten Stunden und die erste Trainingseinheit mit seinen neuen Teamkollegen waren Frank Rost ins Gesicht geschrieben. Zum einen, weil der HSV-Neuzugang nicht allzu viel Schlaf bekommen hatte, zum anderen weil der Torhüter am Samstagvormittag (06.01.07) mächtig die Sonne abbekam. Nach einem Lauf noch vor dem Frühstück, trainierte Rost mit der Mannschaft und arbeitete am Nachmittag individuell. Alles andere als ein behutsamer Einstieg für den neuen HSV-Torwart. Im Interview mit hsv.de spricht der ehemalige Bremer und zuletzt Schalke-Keeper über seinen neuen Arbeitgeber, wie er mit den Rothosen die Klasse halten will und dass er sich vorstellen kann, in Hamburg seine Karriere zu beenden.
hsv.de: Herr Rost, Herzlich Willkommen beim Hamburger SV. Wie haben Sie die ersten Stunden in der neuen Umgebung bei Ihrem neuen Verein erlebt?
Frank Rost: Es ging dann letztlich ja alles relativ schnell. Ich bin froh, dass sich die Vereine auf den Wechsel einigen konnten und dass ich jetzt beim Team angekomen bin. Der erste Tag war natürlich anstrengend. Ich hatte nicht viel Schlaf und habe gleich zwei Mal trainiert. Das Wetter gefällt mir aber sehr gut und es ist alles bestens organisiert, das sieht man recht schnell.
Können Sie erläutern, warum Sie gerne zum HSV wechseln wollten?
Rost: Der HSV ist ein richtig guter Verein. Ich wollte mit meiner Familie sehr gerne in Deutschland bleiben und bei Schalke 04 ging es für mich einfach nicht mehr weiter. Die Situation war wahrlich nicht einfach und ich wollte unbedingt wieder spielen. Ich hoffe natürlich, dass ich durch gute Leistungen in Hamburg wieder regelmäßig im Tor stehe und spielen kann.
Hat in Ihrer Entscheidung eine Rolle gespielt, dass der HSV nach der Hinserie auf dem 17. Tabellenplatz steht?
Rost: Nein, hat es nicht. Dass wir nicht gut stehen, kann jeder sehen. Doch entscheidend war für mich, dass die Perspektive stimmt. Die Mannschaft ist nicht so schlecht wie der Tabellenstand, es ist zweifelsfrei Klasse vorhanden. Doch zunächst geht es darum, dass wir uns gut vorbereiten. Denn mit dem Auftakt bei Arminia Bielefeld beginnt für uns eine ganz wichtige Phase. Wir haben viele entscheidende Spiele vor uns.
Sie kennen einige Spieler gut, haben zum Beispiel mit Raphael Wicky in Bremen zusammen gespielt. Wie wichtig ist dies für die Eingewöhnungsphase?
Rost: Es erleichtert natürlich vieles. Allerdings kennt man sich durch die Spiele gegeneinander recht gut, da wird es auch mit den anderen Spielern keine Probleme geben. Mit Thomas Doll habe ich auch schon telefoniert und Sportchef Dietmar Beiersdorfer kenne ich ja auch sehr gut.
Was muss aus Ihrer Sicht passieren, damit das Team wieder in die Erfolgsspur zurückkehrt?
Rost: Bislang habe ich ja alles eher aus der Entfernung verfolgt, daher kann ich mir eigentlich kein Urteil erlauben. Ich denke dennoch, dass wir uns schnell als Einheit finden müssen. Und wir müssen an uns glauben, jeder muss wieder eine breite Brust bekommen. Dann durchbrechen wir auch den Negativlauf. Es kam ja auch viel zusammen. Viele verletzte Spieler, Platzverweise und zum Schluss sogar noch dieses kuriose Eigentor in Aachen. Ich habe das Spiel live im Fernsehen gesehen, das war ja alles nicht mehr zu glauben. Doch jetzt geht der Blick für mich und auch für uns nur nach vorne. Mit der Vergangenheit sollten wir uns nicht mehr beschäftigen.
Sie sind ein sehr erfahrener Spieler, haben 277 Bundesligaspiele auf dem Konto und stand vier Mal im Tor der Deutschen Nationalmannschaft. Kommen Sie als Führungsspieler nach Hamburg?
Rost: Zunächst habe ich sicher kein Problem damit, als Führungsspieler aufzutreten und zu fungieren. Beim HSV wird sich das mit der Zeit sicher entwickeln, ich möchte nichts überstürzen. Wichtig ist, dass ich zunächst meine Leistung bringe.
Ihr Vertrag läuft bis 2009. Können Sie sich eventuell vorstellen, noch länger in der Hansestadt zu bleiben?
Rost: Ich möchte mir schon etwas aufbauen, bin nicht der Typ, der nach einem Jahr direkt wieder den Verein wechselt. Doch zum jetzigen Zeitpunkt ist es sicher zu früh, zwei Jahre oder noch länger nach vorne zu schauen. Grundsätzlich kann ich aber sagen, dass ich es mir schon vorstellen könnte, lange in Hamburg zu bleiben und meine Laufbahn beim HSV zu beenden. Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste (lacht). Doch jetzt zählt nur die Vorbereitung und dann die Saison. Darauf müssen wir uns alle konzentrieren.
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