2. Frauenhandball-Bundesliga : Borussinnen quälen sich zum Sieg
Dortmund, 19.09.2010, Christian Menn
Pflicht erfüllt. Nicht mehr und nicht weniger. Mit einem 32:26 (15:13)-Erfolg gegen die „Elbehexen“ des SC Riesa verteidigte der BVB den als Minimalziel ausgebenen siebten Platz in der zweiten Liga Süd. Aber dieses Ziel hat natürlich niemand ernst gemeint...
Von ihren eigenen Ansprüchen sind die Borussinnen noch meilenweit entfernt. Natürlich hat die Saison gerade erst begonnen, natürlich kann zu solch einem frühen Zeitpunkt und nur wenigen Vorbereitungsspielen noch nicht alles rund laufen, und ebenso natürlich werden die Fans solche Spiele auf bescheidenem Niveau noch häufiger sehen (es ist halt die zweite Liga), doch setzten die Borussinnen zu wenig Glanzpunkte.
Die mit nur sechs Feldspielerinnen angereisten Gäste (!), die mit dem ehemaligen Bundestrainer Lothar Döring (wurde mit den deutschen Frauen 1993 Weltmeister), seinem Co-Trainer und zwei Physiotherapeuten vier Offizielle, aber nur noch eine zweite Torfrau auf der Bank hatten, zogen sich geschickt aus der Affäre. „Kompliment an Lothar und seine Mannschaft“, sagte auch Gustl Wilke, der bei allem Lob für den Gegner hart mit seinen Damen ins Gericht ging. Natasa Kocevska wurde zwar als beste Spielerin der Partie ausgezeichnet, „aber“, so Wilke, „sie war nur die beste von den schlechten.“
Vor allem das Abwehrverhalten brachte ihn auf die Palme. Der Mittelblock fiel auf die einfachsten Finten herein, dazu blieben alle viel zu sehr mit den Hacken am Kreis anstatt die zum Wurf ansetzenden Sächsinnen, die u.a. auf ihre überragenden, aber derzeit verletzten Spielerinnen Doreen Geheb (früher HC Leipzig) und Marzena Kot (früher FHC Frankfurt/Oder) antreten mussten, zu attackieren. Dahinter kamen sich die Torhüterinnen Magdalena Chemicz und zuletzt Hellen Trodler ziemlich allein gelassen vor, sahen aber selbst in ihren Bewegungen nicht gerade dynamisch aus.
Und der Angriff? Ohne Tempo, ohne Inspirationen, ohne Druck. Obwohl Natasa Kocevska versuchte, Linie ins Spiel zu bringen und mit ein paar Krachern unter die Latte oder an den Innenpfosten für die Höhepunkte sorgte, stellten sich die Borussinnen in der Offensive nicht gerade schlau an.
Wie eine Kampfansage
Statt dem Miniaufgebot mit hohem Tempohandball Luft und Kraft zu nehmen, spielten sie ihren Stiefel routiniert, aber ohne Glanz herunter.
Und dazu gesellten sich diese haarsträubenden Fehler wie beim 15:11 kurz vor der Pause, die dafür sorgten, dass bei den „Elbehexen“ durch zwei Konter zum 15:13 sogar noch einmal Hoffnung keimte. Lothar Döring sah’s mit einem Schmunzeln, während bei Gustl Wilke (“Abwehrarbeit ist Willenssache“) langsam der Kamm schwoll.
Über 18:13, 19:16, 22:17 und 23:20 schleppte sich das Spiel dahin. Erst in der Schlussphase wurde es noch so etwas wie ein klarer Sieg. „Das kommt davon, wenn man einen Gegner mit nur sechs Spielerinnen sieht und glaubt, man habe schon vorher gewonnen“, dozierte der Ex-Dozent Wilke, der „allein die Punkte als positiv“ ansah. Dass er den hohen Favoriten so ärgern konnte, ließ wiederum Lothar Dörings Herz hüpfen: „Gratulation an den BVB, der natürlich verdient gewonnen hat. Aber wir sind bald komplett - ich freue mich auf das Rückspiel.“ Hörte sich an wie eine Kampfansage.
Quelle: http://www.derwesten.de/sport/lokalspo…-id3733846.html
Gar grauslich wars anzusehen....die Abwehr der Dortmunderweitgehend desolat. Die Torhüterinnen..ich überlege ob die überhaupt einen einzigen Ball gehalten haben, der aufs Tor kam... im Angriff einfallslos und nur durch die Mitte, wenn das so gegen Gegner geht, deren erste Sechs komplett ist...dann seh ich schwarz. Ein Nachteil für die sehr rustikal zu Werke gehenden
Elbhexen wegen der sechs Feldspieler entstand nicht, da die Dortmunder auch auf fast allen Positionen durchspielten.
Die Schiedsrichterleistung war noch schlechter als das Spiel. Es wurde deutlich gegen die Heimmannschaft gepfiffen. Kein Ding an diesem Samstag, aber nicht lustig.