Auch ein Bericht. Diesmal aus der Sicht eines betroffenen Vaters.
Sonntag am frühen Morgen. Aufstehen frühstücken. Heute ist Endspiel um die Mittelrheinmeisterschaft. Spielbeginn 13.00 Uhr, Abfahrt um 11.00 Uhr am Hauptbahnhof. 10.45 Uhr Alarmschrei aus der Diele. „Wo sind meine Knieschoner ? Ich hab die hier unten irgendwo liegen lassen !“ Hier unten, irgendwo. 136 Quadratmeter Durchgangslager von 9 Personen, davon sieben Kinder die mindestens zwei Sportarten ausüben….. täglich drei Maschinen Wäsche… Kann mir irgendeiner erklären, warum die Blagen es nicht kapieren, dass ihre Klamotten nur in ihrem Zimmer sicher sind ?
Papa fegt in den Keller und findet nach intensiver Suche tatsächlich einen Knieschoner der passt (und vier andere)
. 10.57 Uhr sind wir tatsächlich an der Tür. Da steht die Frau des Jugendobmanns schon vor derselben.
Die beste Trainerin von allen hat wohl schon Angst gekriegt, dass wir mal wieder viel zu spät eintreffen. Gut, das spart meiner Frau den Trip zum Bahnhof. Wir sind nicht mal die letzten. Die Fahrt verläuft unspektakulär, selbst die Autobahnauffahrt in Lohmar wird problemfrei bewältigt. Liegt daran, dass der ältere Bus ohne Navi aber mit kompetenter Fahrerin unterwegs ist.
Dafür fahren wir eine Ausfahrt zu früh von der Autobahn, finden aber dank des sicheren Instinktes des Jugendobmanns wieder auf die angegebene Route zurück. 
Kurzer Blick aufs Spielfeld, die in Privatwagen vorgefahrene Mannschaft ist komplett und macht sich warm. Ich genehmige mir einen Kaffee und rekapituliere die Ausgangssituation. Beide Mannschaften in der Saison ungeschlagen. Der Gegner hat alles relativ souverän gewonnen. Die eigene Mannschaft hat die Gegner weitgehend abgeschlachtet :D. Also gehen wir leicht favorisiert ins Endspiel. Andererseits hat der Gegner fast ein Heimspiel. Haben auch deutlich mehr Fans dabei. 12.45 Uhr: Der ranghöchste Fan unserer Mädels trifft ein: unser Bürgermeister.
Jetzt kann nichts mehr schiefgehen. 
Spielbeginn. Unsere gehen ratzfatz in Führung, ich lege mich entspannt zurück.
Aber der Gegner wehrt sich ernsthaft.
Das ist neu. Das ist ungewohnt. Auf einmal liegen sie zwei Tore hinten. Und immer wieder der gleiche Trick. Die gute Linksaußen des Gegners läuft ein, zieht zwei (!!) Abwehrspielerinnen mit und die halblinke Auswahlspielerin hat Platz und Zeit.
Der Gegner merkt die Schwäche und spielt konsequent über links.
Naja, zur Pause liegen wir 1 Tor vorn. Aber nur, weil zwischenzeitlich der oberbergische Konkurrenzverein mit der B-und A- Jugend und reichlich Fans eingetroffen ist. Die beziehen sofort Stellung und Schluss ist es mit dem Heimvorteil.

Ich weiß nicht warum, aber das Töchterchen sitzt auf der Bank nach der Pause.
War vielleicht grantig, wegen „ich steh mir hier außen völlig frei die Beine in den Bauch und krieg den Ball nicht“. (Das ist bei vier Außenspielern/Innen das familieninterne Lieblingslied
) Unsere ganze linke Seite spielt nicht mit… und die ist mindestens so stark wie die Rechte.
Der Gegner greift immer wieder über links an und versenkt. Gottseidank hat unsere Torhüterin einen Riesentag und ihre Gegenüber spielt dafür völlig unter Form – ich würde behaupten an diesem Tag waren die glatt gleichgut.
Töchterchen ist wieder im Spiel. Langsam kommt unsere körperliche Überlegenheit zum Tragen. Aber immer noch läuft alles nur auf einer Spielfeldhälfte. Der Gegner greift links an, mit zunehmend geringerem Erfolg. Wir spielen konsequent über rechts. ;(Töchterchen würde das Pausenbrot auspacken, wenn sie eins hätte, unsere Halblinke will gerade den Schiedsrichter nach einem Stuhl fragen.
Wird dann aber doch angespielt. Die eine Hälfte des Spielfeldes wird gar nicht genutzt, die Putzfrauen wollen schon bohnern. 
Ab der 41. Minute ist der Keks dann gegessen, vier Tore Vorsprung. Der Gegner versucht alles, aber es ist deutlich, dass es nicht mehr reichen wird. Wir gewinnen mit vier Toren. In den Berichten ist von einem guten Spiel die Rede.
Unsere drei Auswahlspielerinnen, Kreis, Rückraum, Linksaußen haben zusammen 4 Tore von 26 geworfen.
Die Presse hat recht. Die vorhergehenden Spiele waren schlechter.
PS.: die oberbergische Konkurrenz hat ihre Spiele auch gewonnen. 