Die jetzige Saison halte ich vom Terminplan auch für ziemlich verpfuscht.
Zwar kann ich das Wirrwarr durch die späte Eröffnung des Color-Line-Dingsbums ja ein bißchen verstehen, trotzdem sind mir die Unterschiede von 11 Heimspielen gegenüber 7 Heimspielen bei anderen Mannschaften zu diesem Zeitpunkt einfach zu groß.
Folgende Nachteile fallen mir dazu ein.
1. Ich kenne keine Statistik, aber im Handball zählt Heimstärke garantiert mehr als im Fußball. Und wenn eine Mannschaft mit sehr vielen Auswärtsspielen in die Saison startet, ist der Tabellenstand im Normalfall also erst mal schlechter, damit sinken aber auch die Zuschauerzahlen bei den Heimspielen ohne wirkliches eigenes Verschulden.
2. Nicht alle Fans können geldmäßig mitziehen, wenn ihr Club mal drei, vier Heimspiele hintereinander austrägt. Also ein weiterer geldwerter Nachteil.
3. Wenn es geballt Heim- ODER Auswärtsspiele gibt, ist die Gefahr der Wettbewerbsverzerrung durch Verletzungspech mehr gegeben. Wenn ein kleiner Verein gerade während der Heimspielphase viele Verletzte hat, könnte das ebenso der Abstieg sein, wie ein großer Verein seine Meisterschaftsambitionen an die Wand fahren kann, wenn er mit stark ersatzgeschwächtem Kader immer ausgerechnet auswärts ranmußte. Fazit: Verletzungspech kann immer schlecht kompensiert werden, aber in Kombination mit einem merkwürdigen Terminplan artet das in noch größere Probleme aus.
4. In der Tat wird das Einschätzen der Chancen für alle Teams unnötig erschwert durch solche Verzerrungen. Man ist eigentlich gezwungen, den Restspielplan der Ausreißer-Vereine genau unter die Lupe zu nehmen, um vernünftige Einschätzungen abgeben zu können.
Weiter glaube ich, daß ein europäischer Terminrahmenkalender nicht schaden könnte, weil die vielen Verlegungen durch Europacup-Spiele nicht so förderlich sind für diese attraktive Sportart. Dann ließe sich vielleicht auch mal wieder eine feste Sportsendung am Wochenende mit viel Handball einbauen.