„Während das spielende Personal nahezu feststeht...“
Das hat mich auch ein wenig verwundert. Allerdings gibt es das "nahezu" und die Aussage schließt ja nicht aus, dass da etwas im Gange ist, von dem die Öffentlichkeit noch nichts weiß - hoffe ich mal.
Was hinter der Aussage steckt, ist wohl die Erkenntnis, dass es nicht leicht ist, derzeit in das Mannschaftsgefüge einzugreifen. Es ist eine junge Mannschaft in Entwicklung und man wird darauf vertrauen müssen, dass der bestehende Kader individuell und als Ganzes noch reifen wird. Wen wollte man da kippen und mit welcher Begründung? Und Dreifachbesetzungen sind oft auch nicht der Weisheit letzter Schluss (siehe die gegenwärtige Spielmacherposition) und kaum finanzierbar.
Doch der Reihe nach:
TW: Der Abgang von Mrkva ist schmerzlich, er war mMn der beste HBW-Keeper ever. Bozic ist gut, kann ihn aber nicht ersetzen, und ob Mike Jensens Schuhe groß genug sind muss sich erst noch weisen. Das ist nicht mehr und nicht weniger als die entscheidende Frage für das Überleben in der ersten Liga!
LA: Gretarsson und Nothdurft sind ein perfektes Gespann. Mögen sie uns lange erhalten bleiben!
KM: Niemeyer und Meschke haben zwar gerade ihre Problemchen, der eine vermisst die Strobel-Anspiele und der andere sucht nach langer Verletzung noch seine Form, aber was Besseres müsste man erst einmal finden. Mehr geht nicht und die kommen schon wieder in Schwung.
RA: Thomann und Hausmann sind gut und trotz ihrer jungen Jahre HBW-Urgesteine und Identifikations-Ankerpunkte. Wer wollte sie missen?
RL: Kiwi und Schoch? Schick sie weg und sie finden sofort einen anderen Verein und hauen dir dann von dort aus die Dinger rein.
RM: Da drängelt sich's etwas und trotzdem bleibt Martin unverzichtbar. Dahinter sehe ich Saueressig, der eine klare Spielauffassung hat, die mir gefällt. Aber da tummelt sich noch La Peña und Oliveira soll's ja auch noch geben.
RR: Hier sehe ich die Baustelle! Zobel macht sein Ding in seiner ersten Saison überraschend gut, dagegen konnte Lars Friedrich nach seiner Verletzung nie mehr an die alte Form anknüpfen. Davor war er ein Brecher, allemal für 3-4 Tore gut und auch in der Lage Spiele zu entscheiden, doch leider geht inzwischen von ihm keine unmittelbare oder gar zuverlässige Torgefahr mehr aus. Hier scheint mir Handlungsbedarf gegeben. Doch einen guten Linkshänder, der auch noch finanzierbar ist, zu finden und zu bekommen ist eine schwierige Übung. Cho und Vasilakis lassen grüßen!
Und dann bleibt da noch Unikat Matti Flohr! Sag ich nix zu - bin ich Fan von - absolut - wär ich traurig, er ginge!
Zusammengefasst: Wir schreiben nicht mehr das Jahr 2006 und die (Handball- )Welt hat sich verändert, doch wer hätte auch damals der HBW-Truppe in der ersten Liga eine Überlebenschance eingeräumt. Es waren Spieler dabei, deren Fähigkeiten schon beim Aufstieg in die zweite Liga angezweifelt wurden. Da ist der Verein und die derzeitige Mannschaft wesentlich professioneller und besser aufgestellt. (Muss ja auch sein!)
Woran noch zu arbeiten ist, das ist die um sich greifende kollektive Hilflosigkeit, wenn's mal nicht so läuft wie erwartet, sowie die Konzentrationseinbrüche in Spielphasen, wo man das Schäfchen ins Trockene bringen müsste. Mentale Dinge, für die sich der Trainer noch was einfallen lassen muss.
Ansonsten muss man die Sache auf sich zukommen lassen und vielleicht von den Rheinischen lernen: Et kütt wie et kütt ...