KRÄMER: Wenn ich in Interviews lese, wie sich Frank von Behren heftig über die traurigen Augen seiner Frau und seiner Tochter beklagt, darüber, dass er am ersten Weihnachtstag nicht zu Hause ist - das kann doch wohl nicht wahr sein. Da frage ich mich auch: Wer hat den eigentlich gezwungen, Handball zu spielen? Das ist die Einstellung, das ist das Problem, und deswegen werden wir die Mannschaft anders mischen. Wir dokumentieren das schon mit unseren Neuzugängen: Sigurdsson ist ein anderer Typ.
Torwart Ramota wohl auch.
KRÄMER: Ramota ist ein ganz anderer Typ. Und ich hole noch zwei ganz andere Typen. Und ich werde im Januar mit ein paar Leuten reden, die davon noch nichts ahnen und denen sagen: „Such dir einen neuen Verein.“
Sie werden den Kader also nicht vergrößern?
KRÄMER: Nein.
Das heißt: Für jeden, der neu kommt, muss einer gehen.
KRÄMER: Richtig.
Welche Rolle spielt der Kapitän?
KRÄMER: Ein François-Xavier Houlet, ein hochintelligenter Diplomat, der bekommt mit anderen hochintelligenten Menschen keine Probleme, der kriegt das hin. Aber es gibt eben leider in der Mannschaft Leute, die man ständig irgendwohin treten muss. Ich habe gestern zum Mannschaftskapitän und zu Steinar Ege gesagt: Wenn ihr euch jetzt nicht freiwillig zusammensetzt, ohne Trainer, ohne Offizielle, und euch die Klamotten vor den Kopf haut, dann glaube ich nicht mehr an euch.