Beiträge von Sinola


    Konitz wurde gestern Manngedeckt. Er blieb an der Mittellinie stehen und konnte sich im Angriff ausruhen. Als dann ein Abpraller auf ihn zurollte, ging er nicht zum Ball, sondern richtung Abwehr (das mag eventuell noch richtig gewesen sein). Ein Friesenheimer schnappte sich den Ball und passte ihn einem Mitspieler, der dann ungehindert an Konitz vorbei zum Dormagener Tor einwerfen konnte. Ohne eine Abwehrreaktion von Konitz!

    Konitz interpretierte seine Rolle, als er in Manndeckung war, in der Tat sehr statisch. Im Grunde hätte er sich in der Zeit auch auf die Mittellinie setzen können. Irgendwann rief ihm jemand aus dem Publikum wohl zu, er solle sich in irgendeiner Form mal bewegen, man kann ja durchaus auch in Manndeckung produktiv tätig sein. Ab dem Zeitpunkt war die Aufmerksamkeit des Spielers dann deutlich mehr den Zuschauern als den Mitspielern gewiss.

    "Sehr sehr störend" wirken nur Oberaufseher, die sich über durchaus zum Thema passende Beiträge mokieren. Das Thema ist die Fusion, und da ist es nicht unangebracht, sich auf andere Beispiele zu beziehen. Und dies auch gerne im Detail.
    Was den vermeintlich höheren Publikumszuspruch in Dormagen gegenüber dem ungeliebten Nachbarn angeht, braucht man sich linksrheinisch auch nicht so aufzuplustern. Die offizielle Zuschauerzahl von knapp 1400 gestern beim Friesenheim-Spiel wurde mal mindestens um 400 nach oben geschönt. Und von Stimmung war nur ansatzweise etwas zu hören, als der DHC mal auf ein, zwei Tore Rückstand aufholte. Sonst absolute Stille. Kein Vergleich mit dem Spektakel früher in der Konrad-Adenauer-Halle. Aber diese Trauerspiele mit dem Fluch der modernen stimmungstötenden Arenen erleben wir ja auch anderswo, siehe Trier...

    Weder spiele noch pfeife noch trainiere ich, dennoch schaue ich Handball im Fernsehen, bin da eventuell nicht der einzige, auf den dein Ausschlußprinzip nicht zutrifft. TV-Abendspiele unter der Woche schaue ich demzufolge weit häufiger als Spiele am Wochenende. Ich würde auch ungern auf die Spiele am Dienstag o.ä. verzichten wollen, da ich mein privates Wochenendprogramm ungern dem TV-Konsum und damit dem ungewollten Daheimbleiben opfern würde. Kollisionen mit den Fußball gäbe es im übrigen ebenso unter der Woche, CL und EL spielen permanent parallel zu den Sport-1-Übertragungen. Und da es nach wie vor keine kompakte Handball-Bundesligasendung a la Sportschau mit zusammengefassten Höhepunkten ALLER Spiele mit jeweils fünf Minuten gibt, sehe ich keinen Grund, den Spieltag nicht wie bisher auch zu entzerren.

    Ja, die Bayer-Halle wird nie einen Schönheitspreis gewinnen (wie im übrigen die Klingenhalle auch nicht) aber entscheidend ist ja anderes. Je enger und fieser die Halle, umso größer der Heimvorteil...
    Gerne war ich auch früher zu Gast in Wermelskirchen, die Halle war sonntags um halb 6 immer gut gefüllt, der WTV hat in der Regel einen schönen Handball gezeigt und die Leute waren auf eine zurückhaltende Art handballbegeistert, dabei stets fachkundig und freundlich. Galt im Grunde ebenso für den Sportring, dort war das Publikum auch in der Lage, eine verdiente Niederlage hinzunehmen, ohen, wie es heutzutage oft üblich ist, die Schuld bei den Schiris zu suchen.

    Wie ist es eigentlich bei Euch mit der Stimmung verteilt? Komnmen die Wuppertaler lieber nach Solingen oder umgekehrt? Kann mich erinnern, dass zu alten Sportring Höhscheid-Zeiten noch in der Regionalliga die Atmosphäre stets hitzger war als beim LTV in der Uni-Halle.

    Selbst Kretsche war gestern fassungslos, als Heinevetter vor einem Saubermann wie Glandorf seine bescheuerten Psycho-Faxen abzog. "Lass es raus. Du bist so, wie du bist. Dafür liebe ich dich", bekommt er bestimmt abends nach dem Spiel erzählt.

    Bemerkenswert, welche Härte die Schiris haben durchgehen lassen. Es gab sicherlich mindestens ein halbes Dutzend Szenen, in denen eine Zeitstrafe angebracht gewesen wäre. Zum Schluss konnten sie dann nicht mehr anders und prompt gab es Palaver auf beiden Bänken. Vor allem dieser kleine Nerd links auf der Berliner Bank ist mir da aufgefallen, ja, es hatte tatsächlich auch ein paar Füchse-Spieler getroffen. Schade fand ich, dass die Reporter eventuelle gelbe Karten nicht nach den entsprechenden Szenen erwähnt haben. Die Bildregie hatte sich ja in diesen Momenten für weit wichtigere Szenen entschieden und schwenkte derweil zum jubelnden Publikum über. Echte Fachleute halt.

    Was für ein dilettantisches Geschwafel.

    1. Wieso ist Bernd ein bekennendes Brot? Dann wäre ich ein bekennender Mensch.

    2. Sachsen können sich dehnen oder dänisieren lassen, aber können sie dänen?

    3. Einmal "hoch" reicht. Für eine Steigerung ist das Wort "höher" geeignet.

    4. Eine Niederlage lässt die Leipziger Chancen nur dann verschwinden, wenn sie hoch ausfällt. Selbst dann könnten Stojanovic und Abati aber "noch etwas machen".

    5. Das kommt dabei raus, wenn man Frohsinnsredakteure Texte schreiben lässt.

    @Forever: Wir gehen in die Oberliga zu unseren Wurzeln.


    Liebe kennt keine Liga... (ok, der Spruch ist geklaut...) Im besten, zugegebenermaßen unwahrscheinlichen Fall könnte es ja auch so laufen wie in Frankfurt und Kassel nach dem dortigen Abstieg der DEL-Vereine. Die haben in der Regionalliga/"Bratwurstliga", um im Duktus von hereticus zu bleiben, einen Schnitt um die 4000. Da könnte mal ja in Dormagen der Beweis dafür angetreten werden, dass Handball eben noch nicht vollständig zum Eventsport mutiert ist und den Leuten es egal ist, ob Kiel mit Omeyer oder Derschlag mit Pohl antritt.

    Ja, es hat etwas von schönreden, zugegeben. Ich habe auch eine Dormagener Vergangenheit, erwähnt wurden hier schon Dyllong und Vukoje, ich möchte hier mal die Namen Bartke, Fuchs oder Scheuermann plazieren, an die ich genauso schöne Erinnerungen habe.

    Eine zweite Verlängerung hätte ich genommen, allein um zu sehen, wie das Sendescheme des DSF aus den Fugen gerät. ;)

    Die Abneigung mancher gegen Omeyer beruht wohl auf seinem eher, nennen wir es, distanzierten Wesen. Für mich ist dieses Imponiergehabe von Bitter kein Stück besser. Keine Parade, nach der er nicht wie Johnny Weissmüller sich aufgespielt hat, mit geballter Faust, verzerrter Miene und dem ganzen Programm aus dem VHS-Kursus "Selbstbewußtsein zeigen". Aber das gehörte wohl zu den verordneten Triumphgesten der Deutschen mit dazu. Was waren das noch Zeiten, als Thiel oder Hofmann ohne Poserei die Bälle gehalten haben und Wunderlich, Freisler und Co. cool wie Sau ohne diese ganzen Faxen nach Toren in die eigene Hälfte zurückgelaufen sind.

    Kommentare mit einem ähnlichen Tenor sind heute wohl in jedem Lokalblättchen zu finden. Einfache Übung für jeden Sportvolontär.

    Nicht vorenthalten sollte man auch die Meinung von Herrn Bredemeier:

    Es gebe "keine Trainerdiskussion". Das Turnier habe lediglich den falschen Verlauf genommen, so der Funktionär. "Der Sport ist schnelllebig. Spanien ist vor zwei Jahren 13. geworden, jetzt stehen sie im Halbfinale."

    Das Euphoriemeter war doch nun wirklich speziell bei den ÖR 2006 und 07 am Anschlag, das war ja teilweise nicht auszuhalten, das Geschrei der Reporter aus den Fanmeilen z.B. inmitten der wie Pfingstochsen ausstaffierten Gelegenheitsfans. Wenn ich euphorisch werde, brauche ich keine künstlich dressierten Reporter, die von der Sendezentrale oder ihrem Programmdirektor zu patriotischem Gebrüll zwangsverpflichtet werden, da reichen mir gute Spiele völlig aus, bei denen Deutschland nicht zwingend dabei sein muss.

    Den Verzicht der ÖR auf einen Co-Kommentator noch mit dem gescheiterten Experiment Rubenbauer/Rummenigge zu begründen, wie es Florian Naß macht, ist ja auch fehl am Platz. KHR war eben damals ungeeignet für den Job, da hätte man es halt mal mit sprachlich gewandteren Protagonisten probieren müssen. Gut, die Messlatte liegt im Handball mit dem exzellenten Gespann Götz/Hanning nun mal sehr hoch. Einen Co-Kommentator halte ich jedenfalls für sinnvoller als diese Expertenbefragungen vor und nach dem Spiel bzw. in der HZ.

    Übrigens hat auch der eingangs kritisierte Christoph Hamm selbst gespielt...http://www.toyota-handball-bundesliga.de/magazin/artike…398&topmenu=264

    Das Problem bei ihm ist, dass er die Balance einfach noch nicht so gut wie Florian Naß gefunden hat, der den Spagat zwischen Un- und Fachkenntnis seitens der Zuschauer ganz gut im Griff hat. Vergesst nicht, wir meckern hier auf einem ziemlich hohen Niveau, vergleicht die Repräsentanz des Handballs im TV und die akzeptablen bis guten Reporter, die wir mittlerweile haben, mal mit den Gurken von vor 10 Jahren. Was sie allerdings nie lernen, ist sich nach offensichtlichen Fehlleistungen zu entschuldigen. Das Ding mit den falschen Hymnen bei GER-SPA hätte man spätestens zu Beginn der zweiten Halbzeit erklären müssen.

    Und ich bilde mir ja wahrlich nicht ein, dass sie alle hier mitlesen, aber Markus Götz hat gestern bei CRO-SRB kein Mal den Namen dieses gewissen japanischen Autoherstellers in Zusammenhang mit der Bundesliga genannt . Die folgsame und hündische Nennung der Sponsoren ohne Notwendigkeit ist weniger "professionell", wie User Hereticus mutmaßt, sondern peinlich und anbiedernd. Im Fußball hat man z.B. von Manni Breuckmann, als der noch am Mikro saß, niemals den Namen S.....-I....-Park gehört, sondern immer nur "Stadion in Dortmund" o.ä. Wenn man will und Eier in der Hose hat, dann geht das auch.

    Herr Megannem verdrängt da wohl "seine" eigene WM 05, kann mich weder an stets gefüllte Hallen und gleichermaßen begeisterte Zuschauer bei den meisten Spielen ohne tunesische Beteiligung erinnern. Ich erklär mir die mangelnde Resonanz damit, dass die Schweden vielleicht etwas zurückhaltender sind wie ihre Nachbarn aus Dänemark oder Norwegen, wo die Hallen mutmaßlich besser gefüllt wären. An den Ticketpreisen ab 22 Euro kanns sicher nicht liegen, die sind für eine WM sogar vergleichsweise günstig, zumal die Schweden sogar noch ein etwas höheres Durchschnittseinkommen haben wie wir. Dass sich darüber beklagt wird, sich auf der Pelle zu hocken, beweist doch nur, dass die Handballer genauso oft Herdentiere sind wie Fußballer und die Zeit nicht nutzen wollen oder können, vielleicht mal die jeweilige Stadt in der sicherlich vorhandenen Freizeit ein bißchen zu erkunden.

    Bei aller berechtigten Kririk würde ich mal unser Forum erleben wollen, wenn D gegen Argentinien verloren hätte und nicht der Gastgeber....


    ...dann wäre hier ebenso mit Namen von BL-Trainern herumgekegelt worden wie nach dem GER-UKR-Desaster.

    btw: wird eigentlich Markus Götz von seinem Sender zwangsverpflichtet, bei Erwähnung der Bundesliga stets den Sponsorennamen hinzuzufügen? Oder ist das Part seines Deals, dass er nen Avensis für lau fahren darf?

    Bin im Allgemeinen sehr sensibel, was überflüssige Rahmengeschichtlein angeht, die wir ja zum Glück beim Handball viel weniger als beim Fußball ertragen müssen. Markus Götz ist kein Thomas Hermann, Uwe Semrau kein Jörg Dahlmann, um mal die zwei abschreckendsten Beispiele für widerlichen laienanbiedernden Reporterstil zu nennen. Aber wer bei der erstmaligen Nennung der chilenischen Spielernamen Emil und Erwin Feuchtmann nicht wenigstens ein kleines Grinsen übrighatte, lacht wahrscheinlich nicht mal bei "Fast wia im richtigen Leben".

    sis präsentiert geniale Ansetzungen:

    OLM/RPS 31.12.10 22:00 HG Saarlouis II TV Moselweiss Bentz J./Bentz M.
    Karte* Steinrauschhalle Saarlouis,Kurt-Schumacher-Allee,66740 Saarlouis

    OLM/RPS 117 31.12.10 22:00 TSG Friesenheim II HF Illtal Austausch HV Baden
    Karte* TSG Sportzentrum Friesenheim,Eschenbachstraße 85,67063 Ludwigshafen


    (ich meine, mir ist schon klar, dass an Silvester um 22 Uhr keiner einen Ball anpackt, aber warum schreibt man dann nicht einfach "verlegt" oder nn. ?

    Zitat

    Original von Steinar
    Ich war letztens mal bei einem Spiel der dritten Liga Frauen West. Die zweite Mannschaft eines Bundesligavereins hatte den Co-Trainer der ersten Mannschaft auf der Tribüne abgestellt, um mit Zwischenrufen die Schiedsrichter zu verunsichern. Da habe ich dem auf der Tribüne Contra gegeben, danach hat er sich mehr mit mir beschäftigt, als mit den Schiedsrichtern - was aber dann zumindest auf dem Parkett zu einer kontrollierten Spielleitung führte.

    Die Verlockung, öfters mal Contra zu geben, kenn ich nur allzu gut. Gerade wenn man als im Grunde ständig vereinsneutraler Zuschauer in der Nähe von Hardcore-Vereinsfans sitzt bzw. sitzen muss und sich über viele Kommentare aus der Nähe ärgert, kann es aber dazu führen, dass, wenn man sich auf Diskussionen mit den Zwischenrufern einlässt, sich nicht mehr richtig aufs Spiel konzentrieren kann. Je unsachlicher und unqualifizierter ein Publikum bzw. einzelne Teile desselben, umso größer allerdings meine Sympathie für den Gastverein...