Beiträge von nsumax

    Ich bitte um Entschuldigung für meine polemischen Entgleisungen.

    Ich hoffe, Ihr konntet Euch an meiner Meinungsäußerung ein wenig abarbeiten. Nicht jeden Tag trifft man einen Andersdenkenden, den man ungestraft so abwatschen darf. Deshalb ist es im Netz auch so unterhaltsam.

    Im Übrigem wollte ich nur ein wenig zündeln. Ich bin mir schon bewußt, daß der VFL seinen steilen Weg nach oben unbeirrt fortschreitet und es nur noch wenige Zeit dauern wird, bis er den Gipfel, die deutsche Meisterschaft, erklommen hat.

    Und die neue Halle kommt ganz bestimmt. Diesesmal ist es ganz sicher.


    Gruß

    Stefan

    Zitat

    Original von Arcosh
    Sag kurz Bescheid wenn Du nächste Woche den Thread "Gummersbach, der langsame Tod (10)" eröffnest. Vielleicht findest Du bis dahin mal neue und inhaltlich handfestes Argumente über die sich ernsthaft diskutieren lässt. Wenn jeder User jedesmal eine neuen Thread eröffnet, weil im ursprünglichen Thread die Meinungen der anderen User nicht mit deiner eigenen Meinung konform gehen, dann knackt die HE schon bald die 20.000-Threads-Schallmauer.


    P.S.: Ich bin dafür, dass die Mods die beiden Threads zusammenführen bzw. diesen hier schließen.

    Lassen wir mal meine Polemik im ersten Beitrag beiseite, nehmen wir mal an, das wirtschaftliche Umfeld des VFL sei wirklich ein Paradies.

    4000 Zuschauer gegen Magdeburg: Davon sicher 1000 aus Köln, also 3000 aus der tobenden, enthusiastischen Handballregion Oberberg.

    Wetten, daß mindestens 10.000 Rechtsrheinische aus den Provinzen alle 14 Tage zum FC fahren ?

    Was machen wir eigentlich, wenn der Ilic geht ? Ich wette, dann wird ein Unentschieden gegen Dormagen gefeiert.

    Die Verantwortlichen hatten einen Traum, mit Ilic, Sigurdsson, Narcisse, 1A Torhütern und vielen Anderen: Das hätte die deutsche Meisterschaft vor 3-4 Jahren sein müssen und ich habe großen Respekt vor der Vereinsführung, mit der Köln Arena und der WM im Rücken diesen Weg riskiert zu haben.

    Auf dem Papier waren die Spieler Weltklasse, in der Bundesliga lediglich vorderes Mittelfeld. Man träumte von europäischem Spitzenhandball. präsentiert in einer stimmungsvollen, gefüllten Arena und erhielt einen Haufen Legionäre, die Gummersbach lediglich als einen Zwischenschritt auf dem Weg zum großen Geld betrachtet haben.

    Jetzt soll es die vielbeschworene "Handballl Akademie" richten. Auch so eine GmbH, in Sportkreisen auch nicht gerade bekannt für hohe Gewinne in jeder Hinsicht.


    Mensch, ist das Schade drum.

    Gruß

    Stefan

    Schon als ich noch in Gummersbach wohnte, vor über 20 Jahren, interesseierte sich kaum jemand für die Bundesligaspiele des VFL. Man fuhr lieber nach Köln, Schalke oder Gladbach zum Fußball.

    Der Stadt war der Verein ziemlich egal, Sponsoren in der Gegend sind rar, das Projekt neue Halle wurde nie ernsthaft verfolgt.

    Die Kölnarena brachte ein Zwischenhoch, aber auch dort ist der Vererin nicht gern gesehen. Der Kölner ist verwöhnt und hat mehr Alternativen in seiner Freizeit als ein Berliner, er braucht keinen Handball Import von der ungeliebten östlichen Rheinseite.

    Nun geht auch noch Alvanos. Die Halle in Köln ist leer, zu Hause in Gummersbach herrscht Zweitliga Niveau, ein "Eugen Haas" Kult ist nur in den Köpfen einiger Hardcore Fans auszumachen. Die Stadt wirkt, nach dem Konkurs des größten Arbeitgebers, leer und trist, hat keine Zukunft. Von einer neuen Halle wird nur gefaselt, käme sie, wäre sie leer, denn der Oberberger hat eigentlich gar kein Geld und Interesse am Handball.

    So gehen jedes Jahr 1-2 Leistungsträger, die mangels Barem nicht ersetzt werden können. Und die Leistungen sinken langsam aber sicher, ohne das es einer der Verantwortlichen richtig merkt. Sieg in Mannheim, gut ein Zufallstreffer, relativiert durch das erbärmliche Unentschieden in Dormagen. Und gegen die echten Spitzenteams seit Jahren keinen Stich.

    Meine Prognose: In 5-7 Jahren spielt der VFL in der zweiten Liga. Für diese Entwicklung sind nicht unbedingt die Offiziellen, sondern das tradionelle Desinteressse der Bevölkerung und der Politik verantwortlich. Und gegen den allgemeinen Trend im Handball, weg aus der Provinz und hinein in die großen "Arenen", kann auch der emsigste Funktionär nichts machen.

    Gruß

    Stefan

    Bei uns in Bietigheim war Jerermis Rose ein Urgestein, ein Spiel ohne Ihn nicht denkbar. Leider ging er nach Hildesheim, aber nach allem, was ich von hier aus erfahren kann, ist er dort nicht so erfolgreich.

    Stimmt das ?

    Woran liegt es, daß er im Norden offensichtlich nicht so in dier Gänge kommt ?

    Die Meinung von Augenzeugen aus Hildesheim würde mich interessieren.

    Gruß

    Stefan

    Wo und wie die Fa. Brose ihre Sponsorengelder verteilt, sollte doch der Spender selber entscheiden dürfen. Und wenn es in Wuppertal ist- Bitte schön. Und wenn es bei den Entscheidungen auch menschelt, ja sogar Frauen im Spiel sind: Nicht verboten.

    Wem das nicht paßt: Bei den nächsten Wahlen "die Linke" wählen, dann entscheiden andere, wo die Gelder hinfließen.

    Coburg dürfte aber auch dann erneut den Kürzeren ziehen.

    Gruß

    Stefan

    Ich habe das Spiel im sportdigital gesehen: Ja, die Löwen beßen nicht, eine Söldnertruppe, die, wie Hoffenheim, nicht kämpft, aber dazu auch noch keinerlei spielerisches Können abruft.

    Lemgo war dumm, daß nicht zu gewinnen. Lemgo war ideenreicher, frischer.

    Aber 7000 Zuschauer im Handball: Was wollt Ihr eigentlich mehr unter der Woche ?

    Ein Vererin ohne Tradition sollte auf diese Zahlen eher stolz sein. Was erwartet Ihr denn in Mannheim, mit Eishockey und Fußball als Wettbewerb: Das jeder 3 x in der Woche das bezahlen kann ?

    Gruß

    Stefan

    Obwohl die Oftersheimer wieder ihren Galeerrensträfling an der Trommel mitgebracht hatten-ein lebendes Beispiel, daß auch übergewichtige Menschen über Kondition verfügen können- es half nichts, unser Gegner wurde heute an die Wand gespielt, daß es eine wahre Freude war.

    Herrlicher Handball. Was für ein Heimauftakt. Wird das eine Saison. Einfach Klasse.


    Gruß


    Stefan

    Als Wahlschwabe bin ich vom Handball nicht verwöhnt. Muß meist mit biederer, aber ehrlicher Zweitliga Kost vorlieb nehnmen. Auf Dienstreisen versuche ich aber immer, ein wenig an der 1.ten Bundeliga zu naschen, so wie am vergangenem Mittwoch in Hamburg.

    Klar muß ich dort mehr bezahlen, als in Bietigheim. Aber müßen es gleich 38,-- EUR für eine Platz sein, dem ich allenfalls die Note 2-3 geben würde ?

    Und was mir aufgefallen ist: Alle drei Hamburger, die ich in der Straßenbahn, an der Pommes Bude und in der Halbzeit traf, berichteten von vergünstigten Karten: Einmal über die Firma, dann von einem Sponsoren, zuletzt arbeitete die Freundin bei der Sparkasse, keiner der Drei hatte mehr wie 8,-- EUR bezahlt.

    Gummesbach soll ja auch die Plätze nahezu verschenken.

    Da komme ich mir als ehrlicher Vollzahler schon ein wenig veräppelt vor. Dann doch eher, wie bei Gummersbach-Balingen, allen Besuchern 50 % Rabatt geben, aber nicht die einen quasi umsonst reinlassen und die anderen in gröbster Weise zur Kasse bitten.

    Gruß

    Stefan

    Ich war am Samstag Zeuge, wie der TV-K meine Bietigheimer, zumindest in der ersten Halbzeit, auseinandernahm. So ein unverschämtes Selbstbewußtsein und freches Auftreten eines Aufsteigers, der normalerweise in tiefer Demut seine Punkte liegen lassen muß, ist mir noch nicht untergekommen.

    Nur durch einige unberechtigte Zeitstrafen waren diese Teufel in den Griff zu bekommen.

    Eine solche Spielweise haben sich Dormagen und Düsseldorf hier nicht getraut.

    Was haben die eigentlich in der ersten Halbserie gespielt, wo kommt diese plötzliche Entwicklung her ? Das würde mich doch sehrt interessieren.

    Ich bin in jedem Fall froh, daß wir es hinter uns haben. Bis zum Schluß kommen jetzt nur noch leichtere Gegner.

    Gruß

    Stefan

    Seit dem die Bietigheimer vor zwei Jahren am letztem Spieltag die Klasse gehalten haben, gehe ich dort hin und bin von Woche zu Woche mehr begeistert.

    Das ist, ohne das es alle gemerkt haben, eine richtig klasse Mannschaft geworden, da machen auch Niederlagen, wie gegen Coburg, Spaß.

    Hoffentlich strecken nicht bald Stuttgarter oder Ludwigsburger Manager Ihre gierigen Pfoten nach Bietigheim und versprechen Spitzenhandball in der Stuttgarter Porsche Arena. Dann wäre es um das kleine Handball Wunder an der Enz wohl bald geschehen.

    Auch dürften die wirklich guten Spieler, und davon gibt es so einige, nach dieser Saison an zahlungskräftigerer Vereine wechseln. Also genieße ich dieses Jahr in vollen Zügen.

    Und denke, man kriegt auch im nächsten Jahr wieder einen ähnlich starken Kader zusammen.

    Gruß

    Stfan

    Handballfreunde im Stuttgarter Raum haben es nicht leicht, alle Versuche, Spitzenhandball in dieser Region zu etablieren, scheitern kläglich.

    Den letzten Versuch erlaubte sich ein Herr Markus Graf mit der gewagten Fusion zweier verfeindeten Vereine und der Aussicht, schon im nächstem Jahr in der feinen Porsche Arena gegen Kiel spielen zu können.

    Ich bewundere, trotz seines Scheiterns, diesen Helden der Sportwelt und mich würde mal interessieren, wer eigentlich dieser Markus Graf ist. Beruf, Herkunft, Werdegang.

    Es scheint sich ja um einen äußerst versierten Manager handeln, der in Chefetagen südwestdeutscher Automobilhersteller sicher große Möglichkeiten hätte.

    Fusionen, Synergieeffekte und die Aussicht, mit einer mittelmäßigen Zweitligatruppe in einer "Arena" zu spielen, daß waren Visionen, die uns elektrisiert haben.

    Die Kosten des großen Traums sollten nach Auffassung des Top Managers der Steuerzahler, hier in Gestalt der Stadt Stuttgart, übernehmen. Am Zahltag will sich aber dort keiner mal daran erinnern, was er vielleicht mal vor Monaten beim Sektempfang so vor sich hin phantasiert hat. Auf so unsichererem Grund einen Bundesligaverein aufzubauen, zeugt von bemitleidungswerter Naivität, oder aber bewundernswertem Optimismus.

    Was sind das nur für Leute ? Wie kommen die eigentlich in solche Positionen ?

    Da ich auf Ähnlichem Weg zu Anerkennung Ruhm und Vermögen gelangen möchte, wäre ich für jede Information über den Werdegang des Herrn Graf und seiner Kollegen dankbar.

    Gruß

    Stefan

    Vor den Ludwigsburgern braucht Ihr keine Angst zu haben: Die spielen beständig und gut gegen alle, außer den Spitzenteams.

    Das macht Tusem und Bayer locker, auch hier in Stutgart.

    Deshalb reden die Ludwigsburger auch beim Aufstieg nicht mit.

    Gruß

    stefan

    Nee Nee,

    erstens bin ich gar kein Schwabe, zweitens habe mit selbst in den 70ern beim VFL Gummersbach die Seele aus dem Hals geschrienen, drittens weiß ich eine stimmungsvolle Atmosphäre sehr zu schätzen und trage, ungeachtet meines fortgeschrittenem Alters, sogar dazu bei.

    Aber den Experten da am Samstag, den hättet ihr mal hören sollen. Und ich wette jeden Betrag, sollten bei Euch mal 2, oder gar 3 von dieser Sorte auftreten, werft ihn den raus.

    In der Köln Arena kann man den vielleicht in ein fernes Eck verbannen, in der Hohenstaufenhalle muß man sich Sorge um die Konstruktion machen.

    Habe ja gar nichts gegen den Mann, sage nur, daß durch dieses überlaute Getrommel eine wirkliche Atmosphäre in der Halle gar nicht aufkommen konnte.

    Im Übrigen hatte ich bei Bietigheim mal das Pech, daß sich ein solcher Akteur direkt über mich setzte, die Schallwellen fand Ihren ersten Absorptionskörper nach wenigen Zentimetern in Höhe meines Ohres. Ausweichen war wegen Überfüllung unmöglich. Das hat mit „ruhig Handball gucken“ nichts mehr zu tun.

    Gruß

    Stefan

    Am Samstag waren die Schwetzinger zu Gast in der Porsche Arena, wehrten sich tapfer und mußten sich dann doch gegen Ende den stärkeren Ludwigsburgern beugen.

    Dabei konnte von Stimmung keine Rede sein: Von Beginn an sorgte ein wohlbeleibter Schwetzinger Fan mit einer orkanartigen Trommel für eine Geräuschkulisse, die einem den Atem nahm.

    Das Gerät verstummte auch bei Angriffen der Ludwigsburger nicht, änderte lediglich den Rhythmus.

    Auch meine Hoffnung, dem Mann könnte auf Grund seiner erheblichen Leibesfülle irgendwann die Luft ausgehen, erfüllte sich nicht. Unverdrossen hielt er bis zur letzten Sekunde durch.

    Beeindruckend auch das weite Ausholen vor den Schlägen, seine Vorfahren müssen auf einer französischen Galeere Dienst getan haben. Das von diesem Schlagmann geleitete Schiff dürfte an Geschwindigkeit und Ausdauer jedem Feind überlegen gewesen sein.

    Hoffentlich findet das nächste Spiel gegen Schwetzingen nicht in der Rundsporthalle statt, das ehrwürdige Gebäude dürfte bei dieser Geräuschkulisse zum Einsturz kommen. Dabei wäre dem Architekten kein Vorwurf zu machen, mit einer solchen Belastung konnte er nicht rechnen.

    Aber mal im Ernst: Das ständige Trommeln gehört wohl im Handball inzwischen dazu, aber man kann es auch übertreiben.

    Gruß

    Stefan

    Sicher, es war ein Spiel unter der Woche, aber in Großwallstatt verirrten sich nur ein paar Versprengte aus Gummersbach. Die fielen zwar nach dem verdientem Auswärtssieg durch extrem pöbelhafte Grölerei mächtig auf, dennoch finde ich, daß ein Verein, der bei Heimspielen bis zu 18000 Leute aktivieren kann, mehr Fans auswärtig verdient hat, als ein Häuflein Betrunkener.

    Gestern staunte ich nicht schlecht, als die Hüttenberger in der Porsche Arena gegen Ludwigsburg mindestens 100 Leute mithatten, die angesichts des nahenden Sieges in der Halle sogar mächtig auftrumpften.

    Als ich noch im Oberbergischen wohnte, vor 20 Jahren, war es noch schlimmer, sogar zu Heimspielen ging man nur ungern. Vom Europacup verwöhnt war uns eine Begegnung etwa gegen Rheinhausen einfach zu schnöde und galt als Zeitverschwendung.

    Irgendwie ist dieser Club, trotz aller Erfolge, nie so richtig bei der Bevölkerung angekommen, von der Stadt und der Industrie ganz zu schweigen.

    Und der Kölner geht da jetzt auch nur hin, weil er das Spektakel in der Arena genießen will und zu Hause eine aussagefähige Begründung für die nachfolgende Kneipentour sucht.

    Schade eigentlich, denn mit der Halle in Köln und der geschichtlichen Aura sollte der VFL mindestens die Rolle im Handball spielen, die Schalke 04 im Fußball übernimmt. Die bewegen seit Jahren die Massen, ohne durch sportliche Erfolge groß aufzufallen.

    Gruß

    Stefan

    Ich muß wohnortbedingt Handballspiele der 2.ten Liga besuchen, vorzugsweise Bietigheim und Ludwigsburg.

    Je länger ich das praktiziere, umso mehr wünsche ich mir, die HBR möge nicht aufsteigen, denn ist man als Fan gedanklich erstmal in der zweiten Liga richtig drin, merkt man schnell, es ist viel spannender als die erste Liga.

    Was soll ich bei Balingen gegen Kiel ?

    Ich sah letztens Großwallstadt - Gummersbach: Da ist von der ersten Minute klar, wer zum Schluß als Sieger nach Hause fährt.

    In Liga II schlägt fast jeder jeden, Bittenfeld gewinnt gegen Tusem und Gelnhausen erwacht.

    Dazu noch eins: Klar, die WM war toll, aber meistens war es doch nur Freistilringen mit Ball. Auch in BL I immer dieses Gewürge und Handgemenge am Kreis.

    Da haben die Spieler in Liga II viel mehr Freiraum, daß Spiel wirkt flüssiger.

    Deshalb nicht verzagen, wenn kein Erstligist erreichbar ist, mit dem Zweitem sieht man genauso gut.

    Gruß

    Stefan

    Es gehört zu den gern verbreiteten Märchen, die Deutschen seien besonders unfreundlich gegenüber Kindern, obwohl das Gegenteil der Fall ist.

    Russischen Vätern sind die Hinterlassenschaften ihrer Lust völlig gleichgültig. Italienischen Vätern sagt man nach, die Kinder nur als Prestigeobjekte bei festlichen Gelegenheiten einzusetzen. Auf der Isle of Man verweigerte ein Wirt den Eintritt meiner Familie mit dem Hinweis, mein Sohn, damals 6 Jahre alt, habe gesetzlich keine Berechtigung zum Eintritt in einen Pub und ich mußte auf mein Nachmittagsbier schweren Herzens verzichten.

    In deutschen Handballhallen, insbesondere in den zweiten Liga, nerven mich unzählige lärmende und tobende Kinder, die weniger wegen des Spiels, mehr wegen des möglichen Spektakels bei freiem Eintritt die Sitzplätze belegen.

    Und mit einem 2 jährigem Sproß eine Halle mit 10.000 Zuschauern zu betreten, dient eher der Selbstbewusstsein der Eltern, die ihren kinderlosen Mitmenschen ihre Ausnahmestellung zeigen wollen, mehr nicht.

    Gruß


    Stefan

    Hier in Stuttgart sind sie mächtig stolz: Ausverkaufte PORSCHE Arena. Kein Wunder, die Halle faßt nur 7000 Menschen und Handball ist im Raum Stuttgart ein schlafender Riese. Hierzulande werden die Fans nur gelegentlich durch Gastauftritte benachbarter Bundesligisten verwöhnt, müssen im Alltag mit karger Zweitliga Kost vorlieb nehmen. Da nimmt man die Gelegenheit auf Spitzenhandball gerne wahr.

    Aber sonst ? Das Risiko von speziellen Veranstaltungen schien den Stuttgartern laut eigenem Bekunden zu hoch, im Gegensatz zu Köln, wo einige Spiele sogar von einem Schiff aus übertragen werden sollen.

    Es dürfte sich aber in Köln um einen Einzelfall zu handeln, in Mannheim kaufte ich auch 2 Wochen vor Beginn noch völlig problemlos Karten für die Zwischenrunde, die SAP Arena scheint keinesfalls ausverkauft.

    Weiter herrscht in der ganzen Republik Unwissenheit und Ruhe, von einer Euphorie ist nichts zu spüren. Und dass ist kein Wunder, denn der DHB vermarktet dieses Ereignis wie eine regionale Dart Meisterschaft:

    Will man einmal vom Bundestrainer im Fernsehen aus erster Hand Einschätzungen erfahren, muß man geduldig sein: Vor dem Interview, geschehen am vergangenem Samstag im ASS, wird man genötigt, zunächst zwei Frauen zu betrachten, die eine unwürdige Schlägerei im Ring darbieten. Dann folgt erst einmal ein langer Bericht über unsere Fahrrad Helden und die Frage, ob diese auch in diesem Sommer wieder bekifft bis unter die Ohren in die Pedale treten dürfen. Dann, die Uhr schlägt 12, freuen wir uns endlich auf Herrn Brand, Bundestrainer der zweitwichtigsten Sportart in Deutschland, doch gemach, im Anschluß prügeln sich wieder zwei Weißrussen im Ring und die Zeit drängt.

    Das ist eine Vermarktung im Westentaschen Format: Ein Heiner Brand und seine Spieler gehören Samstags um 0:00 ins Bett und nicht ins Sportstudio. Es sehen sowieso nur noch Halbbetrunkene zu, deren Aufnahmefähigkeit für so eine diffizile Sportart wie Handball nicht mehr ausreichend ist. Dafür hätte die ganze Mannschaft in die letzte „Wetten Das“ Sendung gehört und die Christiansen hätte eine Sendung über Sportarten im Schatten des Fußballs machen müssen, unter besonderer Beachtung des Handballsports.

    Hier in den Zeitungen um Stuttgart sind Meldungen wichtiger, wie es den VFB Profis beim Training in Dubai ergeht, wobei auch ein neuer Haarschnitt eines mir bis dato unbekannten Akteurs durchaus Beachtung findet. Berichte über die Handball WM folgen bestenfalls auf Seite 2 und zeugen vom krampfhaften Bemühen der Verfasser, irgendetwas zu schreiben, aber nichts zu wissen.

    Die lächerliche Randsportart Hockey verfachte im letztem Sommer mehr Feuer und Interesse, wie dieses WM Spektakel, welches Deutschland vermutlich in den nächsten 25 Jahren nicht mehr erleben wird.

    Eine große Chance zur Verbesserung der Jugendarbeit und der Erhöhung des Bekanntheitsgrades wurde schmählich vertan.

    Vermutlich sind die Verantwortlichen mit Empfängen und festlichen Anläßen ausgelastet, zählen die Einnahmen aus den vollen Hallen, sowie den trickreich ins Ausland verkauften Fernsehrechten und kehren nach dem Ende der Spiele in ihre Provinzen zurück.

    So, wie Sie es dort in ihren Schützenvereinen gelernt haben.

    Schade drum.

    Gruß

    Stefan