Beiträge von nsumax

    Friesenheim wird stark unterschätzt, daß ist kein Verein für das Mittelfeld, aber auch kein sicherer Absteiger. Da reisen viele hin, wollen leichte Punkte mitnehmen und fahren mit hängenden Köpfen heim. Das sollte sich eigentlich herumgesprochen haben, aber die Gummersbacher haben ja immer den Ausweg, “noch eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft zu sein“. Ich find es klasse, wenn so vermeintliche Abstiegskanditaten den Etablierten zeigen, daß die sich Handball spielen können.

    Ich kann das lächerliche Schönreden in Bietigheim nicht mehr ertragen, daß ewige “Kopf Hoch“, “beim nächsten Mal wieder kämpfen“, dIe unverschämten Kommentare im Programmheft, die uns frech weismachen wollen, der Klassenerhalt sei möglich. 6 Tore in einer Halbzeit, Gegenstöße reihenweise versemmelt, Mitspieler an den Fuß geworfen, Fehlwürfe, Abspielfehler, ich kann und will das alles nicht mehr sehen. Ich will auch keine 24 Euro mehr bezahlen und wegen des Pfand brav dusselige Plastikbecher zurückbringen. Ich möchte diese Becher lieber auf das Spielfeld feuern. Diese Mannschaft hat in der ersten Liga nichts, aber auch gar nichts zu suchen. Ich bin sowas von sauer, hoffentlich können die morgigen Geschenke wieder ein wenig meine Laune aufbessern. Gut, mal ein paar Wochen keinen Bietigheimer Handball sehen zu müssen. Und nicht weiter von der realitätsfernen Vereinspropaganda belästigt zu werden.

    Hat etwa jemand am Samstag Abend einen starken VFL gesehen ? Wohl kaum und das darf ja wohl auch mal gesagt werden dürfen. Der Manager, der permanent versucht, die Schiedsrichter zu beeinflußen, ständig willd gestikulierend 2 Minuten Strafen am Band fordert, ist dann noch das Interessanteste gewesen, wass es zu beobachten gab. Aus dem Fanblock sieht man das vielleicht etwas anders, deshalb, fall ich darf, stelle ich mich beim Nächstenmal auch dort hin.

    Selten habe ich ein Handballspiel gesehen, dessen Ausgang schon nach den ersten 10 Minuten voraussehbar war. Noch nie habe ich an der Seitenlinie einen “Manager“ gesehen, der sich so lächerlich macht. Ein richtiger Kasper, dessen Gehabe interessanter zu beobachten war, als das pomadige Spiel der Gummersbacher. Der VFL bleibt Provinz, ein enttäuschender Abend, der mit 35 Euro vorkommen überbezahlt war, die dargebotene Leistung war nur einen Bruchteil davon wert.

    Im Hinspiel lieferten die Balinger eine sehr beeindruckende Leistung ab, damals dachte ich noch, Bietigheim hätte eine Chance in Liga 1, nach dem Spiel wußte ich, genieße deses Jahr, im nächsten geht es wieder gegen Neuhausen. Inzwischen haben die Balinger aber doch auch einiege schreckliche Spiele abgeliefert, sie scheinen sehr schwankend zu sein. Ein Sieg der SG ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich und dann kommt Lemgo.....

    Egal wie und was, ich bin am Samstag anlässlich der Weihnachts Besuche, die im Oberbergischen anstehen, vor Ort und werde mir selbst ein Bild von der neuen Stärke des VFL machen. Wobei hier ein Geschiß um den Gegner gemacht wird, als käme Barcelona. Selbstverständlich muß Gummersbach zu Hause den Anspruch haben, Melsungen zu schlagen. Alles andere wäre ein herber Rückschlag.

    Grausam für Bietigheim, kaum ist mal einer der Etablierten unten festgemacht, kaum das man mal einen Favoriten aus der Halle kegelt, kommt Lemgo zurück und schickt uns wieder auf den kalten Boden. Das ganze System taugt nichts, die schöne Situation im Fußball, wo auch mal deutsche Meister Runden in der zweiten Liga drehen müßen, sich mühsam den Platz an der Sonne wieder erkämpfen zu haben, gibt es im Handball nicht. Die Etablierten bleiben unter sich. Ich wäre so gerne dringeblieben.

    Ich hatte keine Lust, abends nochmal 400 km alleine durch die Nacht zu fahren, natürlich ärgert ich mich schon, nachdem Ergebnis. Obwohl das natürlich keinen von uns Beiden wirklich hilft. Aber immerhin, Bietigheim mit einem Erfolgserlebnis zur rechten Zeit. Ich sah übrigens zweite Liga, Bittenfeld, was für ein qualitativer Unterschied! Ich kann gar nicht mehr begreifen, mit was für einer Begeisterung ich 8 Jahre in Bietigheim dabeigewesen bin. Erste Liga ist schon was ganz Besonderes.

    40 EUR hatte ich bereits bezahlt für den Fanbus nach Erlangen und freute mich schon die ganze Woche auf diesen schönen Wochenendbeginn, vielleicht mit einer Niederlage im Gepäck nach Hause kommend, aber bestimmt gut gestärkt durch leckeres, fränkisches Bier. Erlangen, die Halle in Nürnberg, hätte ich gerne mitgenommen. Gestern kam ein Anruf, es haben sich lediglich 2 Personen angemeldet. Die Busfahrt mußte demzufolge abgesagt werden. Auch das ein Kennzeichen der Bietigheimer Misere, wo bei Heimspielen noch viele Handball Anhänger die Gelegenheit nutzen, Bundesliga zu sehen, die Mannschaft jedoch direkt nur noch marginal unterstützt wird. Um meinen Handballhunger dennoch zu befriedigen, fahre ich stattdessen nach Stuttgart, zur TV Bittenfeld. Um mich dort wieder so langsam an die zweite Liga zu gewöhnen.

    Mehr ist offensichtlich in Kiel nicht zu holen. Das ist nicht die Baustelle der Oberberger. Wie die Erlanger das geschafft haben vor zwei Wochen, solange auf Augenhöhe zu bleiben, ist mir unerklärlich. Wir die Kieler Zuschauer das aushalten, jahrzehntelang spannende Spiele nur äußerst selten sehen zu dürfen, ebenso.

    Ich werde mitfahren, habe aber wenig Hoffnung, daß Bietigheim bei den heimstarken Erlangern gewinnen kann. Vielleicht auch besser so, als wenn wir Aufsteiger uns gegenseitig die Punkte wegnehmen. Zumindest Erlangen könnte es als Einziger schaffen, in Liga 1 zu bleiben. Ihr merkt, ich habe jede Zuversicht verloren, daß es Bietigheim noch schaffen könnte. Was wird denn bei Euch für ein Bier in der Halle gezapft?

    Bietigheim startet wie die Feuerwehr, als ging es gegen Saarlouis, macht dadurch den Gegner erst wach, wer will hier schon untergehen? Es geht hin und her, aber Magdeburg holt sich zur Pause die wichtige 2 Tore Führung, zeigt dem Gegner seine Klasse und seinen Anspruch. In der zweiten Halbzeit gelingt dann gar nichts mehr, die Außen wirkungslos, Robin Haller mit schönen Toren, aber auch mit schlimmen Fehlwürfen, der Rest ohne jede Gefahr. Ballverluste, freistehend doch erstmal aus Angst weitergespielt, alles dabei. Verdammt, es reicht nicht.

    Interessant, wie unterschiedlich ein Spiel eingeschätzt werden kann. Dahlhaus war sicher ein Totalausfall, er wirkt schon immer irgendwie überfordert, "eines der größten Talente in Deutschland" vermochte ich in ihm noch nie zu sehen. Aber er hat schon auch wirklich gute Spiele abgeliefert. Ansonsten bleibe ich aber dabei, ein relativ gutes Spiel der Bietigheimer gesehen zu haben. Zu erstenmal hatte ich den Eindruck, sie können einem "Großen" auf Augenhöhe gegenübertreten, mit dieser Leistung müßte ein Heimspiel gegen einen Tabellennachbarn auch mal zu gewinnen sein. Das es für die Liga dennoch nicht reicht, ist keine neue Erkenntnis. Und 2700 Zuschauer halte ich, vergleicht man das mit der zweiten Liga, wo selbst im Aufstiegsjahr selten mehr als 1000 kamen, für erstaunlich: immerhin ist die SG auf dem letzten Tabellenplatz. Haben Minden, die Bergischen oder der HBW mehr ? Wohl kaum.

    Die Großen Spielen doch immer so gehen die Kleinen: immer schön knapp führen, schlimmstenfalls knapp hinten liegen, 10 Minuten vor Schluß diinBZügel straff und schon ist ein lockerer Sieg eingefahren, ohne sich zu verausgaben, ohne große Risiken einzugehen. Die Zuschauer in Lemgo hatten zumindest 40 Minuten ihren Spaß. Ich durfte mich heute in Bietigheim sogar 50 Minuten freuen.

    Eine hervorragende Leistung der Bietigheimer. Man weiß natürlich nie, zu was eine Mannschaft wie Berlin in der Lage wäre, wenn es mal richtig ernst wird, aber ich hatte den Eindruck, ohne den Stochl und ohne die oft unpräzisen Würfe der SG, wäre ein Sieg möglich gewesen. Auch, wenn es mir niemand glauben mag. Eine absolut klasse Abwehleistung der Hausherren, der Angriff im Vergleich zu dem hilflosen Gestochere in Friesenheim vom letzten Mittwoch nicht wiederzuerkennen. Schade, daß insgesamt der Abstand schon zu groß ist, die Neuzugänge sind allesamt ein Treffer, leider ist es zu spät. Berlin, angesichts der Stars die dort ihr Geld verdienen mit einem schwachen Spiel, daß hätte zumindest auch ein Unentschieden werden können, ja müssen.

    Eisenach, habe ich mir sagen lassen, soll am Besten sein. Sogar Gefahr für Leib und Leben der Gästefans sei dort zu befürchten. Am schlechtesten empfindfe ich die Stimmung immer in den Hallen, die von den Vereinen selbst als "Hölle" bezeichnet werden. Die Hölle entpuppt sich dann meistens aus einer Ansammlung weihaariger Rentner, die zwar viele Sachverstand mitbringen, aber, angesichts der Erlebnisse im letzten Krieg, keine Bengalos mehr zünden wollen.