Ich setze mal hier den heutigen Bericht aus der Landeszeitung rein:
Die Mauer muss weg
Lemgo II hat ein Hallenproblem
Lemgo (jh). Der gute Name nützt nichts. Die Lage ist ernst. Regionalligist Handball Lemgo II muss sich nach einer Alternative für die Volker-Zerbe-Halle umschauen. Der Grund: Die urige Spielstätte genügt nicht mehr den Anforderungen des Westdeutschen Handball-Verbandes.
"Das Problem ist nicht neu. Doch die Vereine wollen ja nicht lernen", hebt Männerspielwart Günter Knickmann auf die Ausnahmegenehmigung für die zurückliegende Saison 2007/08 ab. "Nachdem alle zwei Wochen auf dem Spielbericht entsprechende Beschwerden über fehlende Markierungen und ähnliches aus Lemgo gemeldet wurden, haben wir es jetzt satt", fordert Knickmann auch im Namen der Schiedsrichter massive bauliche Veränderungen ein. Trainer- und Auswechselbänke sowie der kunstvoll um einen dicken Pfosten gezogene Zeitnehmertisch sollen auf die gegenüberliegende Seite verlegt werden. "Dazu bedarf es baulicher Korrekturen, denn die sechs Meter lange Betonmauer muss weg", bestätigte HL-Geschäftsführer Rolf Wüstenbecker am Wochenende. Von Sportreferent Andreas Fritz sei das Ansinnen bereits positiv beschieden worden. Nun, so Wüstenbecker, "liegt der Vorgang zur Prüfung beim Hochbauamt". Durch die aktuelle Urlaubssituation ist jedoch nicht mit einer schnellen Lösung zu rechnen. Das erste Heimspiel gegen TSV Bayer Dormagen II steht am 14. September um 17 Uhr an. "Vielleicht bekommen wir aufgrund der Kurzfristigkeit ja doch noch einmal eine Ausnahmegenehmigung. Ansonsten müssen wir im Herbst zunächst in der Gesamtschulhalle spielen. Das ist für uns die erste und einzige Alternative", so Wüstenbecker, der es für ausgeschlossen hält, "dass wir 2500 bis 3000 Euro bezahlen, um in der Lipperlandhalle spielen zu können". Bereits im vergangenen Sommer musste Handball Lemgo II Auflagen erfüllen, um in der 3. Liga an den Start gehen zu dürfen. Seinerzeit investierte die Stadt Lemgo nicht unerhebliche Summen in eine neue Heizungs- und Belüftungsanlage am Heldmanskamp.
Kommentar
Bauliche Kurzsichtigkeit
Unumstrittener Star im Lemgoer Sportstättenkonzept ist die Lipperlandhalle. Hinzu kommen drei vom Kreis Lippe verwaltete sowie 16 städtische Turnhallen. Zuzüglich der vereinseigenen Halle des TV Lemgo und den Turnhallen von Eben-Ezer und der Bibelschule Brake mag das überdachte Sportangebot für die 50 Vereine im Gebiet der Alten Hansestadt quantitativ ausreichend. Qualitativ ist es das nicht.
Durch die sukzessiven Erweiterungen der inzwischen 5000 Zuschauer fassenden Lipperlandhalle ist mittlerweile eine große Diskrepanz entstanden. Konkret: Es fehlt eine Halle mit Platz für etwa 500 Besucher sowie einer entsprechenden Infrastruktur. Ob die Handballer von Lemgo II, die Kunstradsportler oder Fußballvereine, die im Winter gerne mal ein etwas anspruchsvolleres Hallenturnier ausrichten würden, sie alle büßen für bauliche Kurzsichtigkeiten.
Siehe die Zwei-Feld-Halle unterhalb des VIP-Bereichs der Lipperlandhalle, die praktisch nur für den Schulsport interessant ist. Mitten in die Zuschauerränge wurden zwecks Stabilisierung dicke Betonpfähle „gepflanzt“, die ein barrierefreies Zuschauen unmöglich machen. Hier wurde 2005 eine für den Lemgoer Vereinssport historische Chance verschlampt.
LZ
Die nächstbeste Halle,die in Frage käme, wäre nun die Witexhalle in Augustdorf