Nachdem HSG-Trainer Sviridenko schon vor dem Spiel verkündet hatte "Wir werden gewinnen" sitzt der Stachel der Niederlage offenbar tief:
URL: http://www.derwesten.de/nachrichten/sport/...346/detail.html (NRZ)
Der Präsident haute auf den Putz
Düsseldorf, 03.02.2008, Marcus Gülck
Erwin Schierle kritisierte nach der 30:32-Niederlage im Spitzenspiel gegen Dormagen das HSG-Team.
„Die Nummer eins, die Nummer eins ja das sind wir!” Die lautstarken Freudengesänge vom proppevollen Oberrang ließen am Karnevalssonntag auch akustisch keinen Zweifel daran aufkommen, wer derzeit in der 2. Handball-Bundesliga das Zepter in der Hand hält. Freudetrunken und ausgelassen feierten rund 1500 Dormagener unter den offiziell als ausverkauft gezählten 3163 teils bunt verkleideten Zuschauern ein blau-weißes Freudenfest.
Für Fans und Spieler der HSG hatte indes nach der bitteren 30:32-Niederlage im närrisch-rheinischen Nachbarschafts-Derby gegen den nun mit vier Punkten Vorsprung die Tabelle anführenden Spitzenreiter der Aschermittwoch schon am Sonntag begonnen.
Grund genug für HSG-Präsident Erwin Schierle, auf den Putz zu hauen. Im pikanten Trikot seines Lieblingsfußballklubs von der anderen Rheinseite mit Geißbockemblem und mit Altbierglas in der Hand, ließ der Klubchef verbal eine eindeutige Sprache folgen. „Das, was die Mannschaft in der ersten Halbzeit gezeigt hat, war eine einzige Enttäuschung. Allen voran von Spielern wie Frank Berblinger und Frantisec Sulc hätte ich mehr erwartet”, polterte Schierle und nahm dabei auch vor Dormagens 37-jährigen Torhüter Jochim Kurth kein Blatt vor den Mund. „Dass wir im zweiten Durchgang reihenweise an so einem Handball-Opa
gescheitert sind, ist mir unbegreiflich!”
Kurths - im übrigen ein Jahr älterer - Positionskollege Almantas Savonis erlebte zwischen den Torpfosten der HSG eine erste Viertelstunde, die der Litauer so schnell nicht vergessen wird. Eine Kindergruppe auf Kamelle-Jagd beim Veedelszug strahlte in den ersten fünfzehn Spielminuten mehr Gefahr aus, als die allen voran auf der rechten Deckungsseite in Person von Frantisec Sulc anfällige Abwehrseite der HSG. Dormagen nutzte es bei der 7:4-Führung zu Treffern im Minutentakt.
Bereits nach acht Zeigerumdrehungen war Savonis' Arbeitstag beendet. Beim Einstand von Matthias Puhle sollte es allerdings noch dicker kommen: Während sich die Offensive der HSG eine 13-minütige Auszeit gönnte, enteilten die Gäste bis zur 17. Spielminute auf 12:5! Während die Defensive der Dormagener goldrichtig früh das Foulspiel suchte und den Spielfluss der zunehmend unter Zeitspieldruck geratenen HSG unterbrach, kamen die Düsseldorfer bei ihren (zu passiven) Abwehrbemühungen fast immer einen Schritt zu spät.
Dass sich die HSG angesichts eines so frühen und hohen Rückstands noch einmal in die Partie zurückkämpfte, wurden zu Recht mit Szenenapplaus bedacht. Insbesondere die Hereinnahme des agilen Philipp Pöters für den zwar bemühten aber glücklosen Maik Makowka, zahlte sich neben dem Torhüterwechsel zu Puhle aus.
Während Dormagen nach dem Seitenwechsel tief in die Rüpel-Kiste griff und bei fünf Zeitstrafen bis zur 40. Spielminute durchweg in Unterzahl agieren musste, kam die HSG durch Pöter zum Ausgleich (21:21). Versäumte es aber im Gegenzug, einmal die Führung zu übernehmen. Bei jeder sich dazu bietenden Chance wurde der Gegner durch Ballverluste wieder aufgebaut.
„So haben wir es Dormagen am Ende leicht gemacht”, ärgerte sich Trainer Georgi Sviridenko.
HSG: Savonis, Puhle; Sulc (8/1), Fölser (7), Pöter (5), Novickis (4), Berblinger (3/2), Runge (2), Makowka (1), Ramota.
Dormagen: Feshchanka, Puhle; Wisotzki (8), Koke (6/3), Schindler (5), Pfahl (5), Lochtenbergh (4), Dmytruszynski (3), Plaz (1), Meyer, Meckes, Jozsa.
Zuschauer: 3163 (ausverkauft). Schiedsrichter: Methe/Methe (Vellmar).
Strafminuten: HSG 6; Dormagen 12.