So, ich bringe mal den Wiederer, er sagt zu dieser schwachsinnigen Regel in den letzten 30 Sekunden folgendes:
Wenn man auf die letzten 30 Jahre schaut, dann weiß man, daß die Schiedsrichter dazu neigen, ein Spiel nicht mit ihrem Pfiff zu entscheiden. Das ist eine Frage der Psychologie, daß die Schiedsrichter in den letzten Sekunden dazu neigen, es die Mannschaften selbst entscheiden zu lassen.
... noch einmal. Regeltechnisch ist der Fall klar. Aber ich erlaube mir zu sagen: Ich finde diese Regel dumm. Wenn eine Szene keinerlei Einfluß auf das Spiel hat, wenn eine Torchance gar nicht mehr besteht, so wie es in dem Halbfinale von Köln ( kein Rot für Corrales und 7m für Kiel )war, dann ist es nicht sinnvoll, eine solche Regel anzuwenden und damit ein Spiel zu entscheiden. Ich fand es genauso unsinnig, diese Regel bei der EURO 2018 ( BRD-SLO, Drux beim Anwurf behindert, 7m für BRD). Das paßte aus meiner Sicht ebenfalls nicht. Das war aus meiner Sicht nicht realistisch, dass aus dieser Situation noch Torgefahr entstehen würde. Nach dieser Szene die Zentimeter zwischen Schützen und Verteidiger zu messen, um zu entscheiden ob ein Siebenmeter gepfiffen wird, fand ich ebenfalls nicht sinnvoll. Anlaß und Konsequenzen stehen da in keinem Verhältnis.
Die Regel ist nicht optimal, die muß überarbeitet werden. Die Frage lautet: Aus welcher Situation heraus darf eine Regel das Spiel entscheiden?
Handball Inside, Ausgabe 37 1/2021