"Wir müssen kämpfen bis zum umfallen"
Branko Kokir ist der neue Chef auf dem Spielfeld beim TuS N-Lübbecke. Er wurde von Trainer Velimir Kljaic vor der Saison als neuer Kapitän bestimmt und soll in Zukunft als Bindeglied zwischen Trainer und Mannschaft fungieren. „Ich sehe die Rolle des Kapitäns als eine große Ehre, aber auch als eine große Verantwortung an“, sagt Branko Kokir über seine neue Aufgabe beim TuS N-Lübbecke.
Rund eine Woche vor seinem Geburtstag sprach der noch 32-jährige mit http://www.tus-n-luebbecke.de über den bevorstehenden Saisonstart gegen Flensburg, seine Rolle auf dem Platz und außerhalb davon beim TuS N-Lübbecke und die Abstiegsprognose vom vermeintlichen Handball-Experten Stefan Kretzschmar.
Frage: Kurz vor Ende der letzten Saison hast Du Deinen Vertrag beim TuS N-Lübbecke um 2 Jahre verlängert. Er war auch für die 2. Bundesliga gültig. Was waren Deine Gründe für diesen Schritt?
Branko Kokir: „Es gab viele Gründe für mich, meinen Vertrag beim TuS N-Lübbecke zu verlängern. Meine Familie fühlt sich sehr wohl in Lübbecke, auch die Fans und der Verein waren immer fair und gut zu mir. Außerdem passt meine Mentalität gut nach Lübbecke. Hier wollen alle immer möglichst viel erreichen und so bin ich auch. Deshalb wollte ich mit meiner Vertragsverlängerung ein Zeichen im Abstiegskampf setzen.“
Frage: Was hat sich seit dem Trainerwechsel von Jens Pfänder zu Velimir Kljaic für Dich verändert?
Branko Kokir: „Meine persönliche Situation hat sich schon in den letzten Spielen unter Jens Pfänder verbessert. Als Velco dann Trainer wurde hat sich dieser Trend fortgesetzt. Er hat mir Vertrauen geschenkt und ich konnte diese Chance durch gute Leistungen auf dem Platz nutzen. Für dieses Jahr denke ich, dass ich von Beginn an viel spielen werde.“
Frage: Du bist von „Velco“ zum Kapitän ernannt worden. Wie siehst Du Deine neue Rolle auf dem Spielfeld und außerhalb davon?
Branko Kokir: „Auf der einen Seite ist das Kapitänsamt eine große Ehre für mich und erfüllt mein Herz mit Stolz. Auf der anderen Seite ist so etwas aber auch eine große Verantwortung, der ich mich stellen muss. Ich muss mich jetzt auch um viele Dinge kümmern, die nichts mit dem Handballsport zu tun haben. Ich bin zum Beispiel oft Vermittler für unseren neuen Spieler, da ich kroatisch und deutsch spreche.
Ich bekomme aber auch gute Unterstützung von Nico Greiner. Er ist länger im Verein als ich und kann mir daher sehr viel helfen.“
Frage: Viele Experten wie zum Beispiel Stefan Kretzschmar sehen Euch als Absteiger Nummer 1 in dieser Saison. Was entgegnest Du diesen Handball-Experten?
Branko Kokir: „Ich finde das gut, wenn uns alle schon als Absteiger abgeschrieben haben. Wir sind eine unerfahrene Mannschaft und die Rolle des ‚Underdogs’ passt zu uns. Die Favoritenrolle zu haben ist immer schwer, mir persönlich hilft es, in der Außenseiterrolle zu sein. Wenn Leute sagen, dass man etwas nicht schafft, erzeugt das bei mir sehr viel Motivation. Ich will diesen Leuten dann das Gegenteil beweisen.
Ich denke, auf diese Kritik im Vorfeld wird unsere Mannschaft auf dem Platz eine Antwort haben“.
Frage: Du hattest in der Vorbereitung Probleme mit der Achillessehne und der Schulter. Bist Du für den Saisonstart am Samstag wieder völlig gesund?
Branko Kokir: „Wenn es um ein Saisonspiel geht, bin ich immer fit (lacht). Ein Handballer, der keinen Schmerz kennt, ist kein Handballer. In der Vorbereitung haben wir sehr hart und sehr viel trainiert, da kann es schnell mal zu kleineren Blessuren kommen. Da ich mittlerweile eine Menge Erfahrung habe, weiß ich, wann mein Körper an die Grenze gekommen ist. Daher war meine Pause in der Vorbereitung eine Vorsichtsmaßnahme, um kein größeres Risiko einzugehen.“
Frage: Wie schätzt Du die Chancen für das 1. Saisonspiel gegen die SG Flensburg, einen selbst ernannten Titelfavoriten, ein?
Branko Kokir: „Flensburg ist natürlich klarer Favorit. Sie haben eine absolute Spitzenmannschaft. In diesem Spiel haben wir keinen Druck, was ein Vorteil sein kann. Besonders in den ersten Spielen kann man Überraschungen gegen die Spitzenteams schaffen. Wir müssen kämpfen bis zum Umfallen und wenn die SG einen schlechten Tag hat, müssen wir zuschlagen.“