Beiträge von Arcosh

    Übrigens: Dass in der zweiten Hälfte riesengroß auf dem Videowürfel stand und durchgesagt wurde, wie lange die Schweiz ohne Tor war (über 12 Minuten), war echt unnötig. :thumbdown:

    Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit wurde die "Zeit ohne Torerfolg" in der TV-Übertragung zwischenzeitlich eingeblendet und das habe ich ähnlich auch schon in anderen (Handball-)Übertragungen gesehen. Da sehe ich grundsätzlich kein Problem drin, denn es dient in meinen Augen dazu auf ein gewisses Momentum im Spielverlauf hinzuweisen und nicht dazu die in diesem Moment erfolglose Mannschaft bloßzustellen.

    In meinen Augen hat Kolstad bis Sommer 2025 die Gelegenheit sich zu etablieren oder sie werden maximal ein zweites Elverum, wenn nicht sogar wieder in der nationalen Liga verschwinden. Diese Saison hat Kolstad (mit fragwürdigen Mitteln) einen Kader zusammengestellt, der das Potential hat, das Final4 der EHF Champions League zu erreichen. Falls sie das Final4 erreichen, dann wäre dies der "proof of concept", dass ein Leuchtturm im europäischen Vereinshandball auch in Norwegen realisierbar ist. Dann kann ich mir vorstellen, dass die aktuell noch fehlenden Sponsoren bzw. Investoren einsteigen, um den Verein dauerhaft in der europäischen Spitze zu etablieren und Kolstad eine Mannschaft wird, die regelmäßig ein Champions-League Viertelfinale erreichen kann. Man stelle sich vor im WM-Finale 2025 gewinnt eine im Verein eingespielte norwegische Nationalmannschaft in Oslo den Weltmeistertitel ...

    Sollte aber Kolstad diese und nächste Saison nicht über das Achtelfinale hinauskommen, dann erwarte ich spätestens im Sommer 2025 ein Auseinanderbrechen des Kaders und das Ende dieses Projektes. Einen so langen Atem wie bei Paris St. Germain wird man in Norwegen nicht haben.

    Gruppe F (München)

    Dänemark

    Portugal

    Tschechien

    Griechenland

    Spielplan:

    Donnerstag, 11. Januar 2024

    18:00 Uhr: Portugal - Griechenland

    20:30 Uhr: Dänemark - Tschechien

    Samstag, 13. Januar 2024

    18:00 Uhr: Tschechien - Portugal

    20:30 Uhr: Griechenland - Dänemark

    Montag, 15. Januar 2024

    18:00 Uhr: Tschechien - Griechenland

    20:30 Uhr: Dänemark - Portugal


    In der EM-Qualifikation konnte Griechenland einen Heimsieg gegen die Niederlande feiern und den Tschechen gelang ein Heimerfolg gegen Island. Dennoch sind sie Außenseiter in dieser Gruppe. Portugal ist individuell stärker besetzt, aber sie hatten in den letzten Jahren auch immer wieder schwache Spiele während eines Turniers.

    Weltmeister Dänemark sollte sich in dieser Gruppe warm spielen können, ehe in der Hauptrunde das nordeuropäische Gipfeltreffen mit Schweden und Norwegen wartet.


    Mein Tipp:

    1. Dänemark

    2. Portugal

    3. Tschechien

    4. Griechenland

    Gruppe E (Mannheim)

    Schweden

    Niederlande

    Bosnien-Herzegowina

    Georgien

    Spielplan:

    Donnerstag, 11. Januar 2024

    18:00 Uhr: Niederlande - Georgien

    20:30 Uhr: Schweden - Bosnien-Herzegowina

    Samstag, 13. Januar 2024

    18:00 Uhr: Bosnien-Herzegowina - Niederlande

    20:30 Uhr: Georgien - Schweden

    Montag, 15. Januar 2024

    18:00 Uhr: Bosnien-Herzegowina - Georgien

    20:30 Uhr: Schweden - Niederlande


    Mit Bosnien-Herzegowina und Georgien wurden zwei der schwächsten Mannschaften im Turnier in eine Gruppe gelost, sodass Schweden und die Niederlande ungefährdet die nächste Runde erreichen sollte. Gleichzeitig denke ich nicht, dass die goldene Generation der Niederlande die Schweden in Gefahr bringen kann.


    Mein Tipp:

    1. Schweden

    2. Niederlande

    3. Georgien

    4. Bosnien-Herzegowina

    Gruppe D (Berlin)

    Norwegen

    Slowenien

    Polen

    Färöer Inseln

    Spielplan:

    Donnerstag, 11. Januar 2024

    18:00 Uhr: Slowenien - Färöer Inseln

    20:30 Uhr: Norwegen - Polen

    Samstag, 13. Januar 2024

    18:00 Uhr: Polen - Slowenien

    20:30 Uhr: Färöer Inseln - Norwegen

    Montag, 15. Januar 2024

    18:00 Uhr: Polen - Färöer Inseln

    20:30 Uhr: Norwegen - Slowenien


    Eine vergleichbare Konstellation zur Gruppe B, mit einem klaren Favoriten (Norwegen) und dahinter einem recht offenen Kampf um Platz 2. Die Färöer Inseln haben eine junge, talentierte Mannschaft, aber die Handball-EM kommt für sie meiner Meinung nach noch zu früh. Sie werden viel lernen können und reifen, aber ich erwarte, dass Polen und Slowenien Platz 2 dieser Gruppe im direkten Duell ausspielen werden. Beide Mannschaften haben eine solide EM-Qualifikation gespielt. Polen hat stattliche fünf Testspiele vor der EM absolviert und dabei lediglich gegen Spanien verloren. Bei der Handball-WM 2023 im eigenen Land musste Polen eine bittere 23:32-Niederlage einstecken, wodurch das Turnier nach zwei Spieler für den Gastgeber bereits gelaufen war. Die Polen haben also noch eine Rechnung zu begleichen und sie wären gut beraten nicht zu viel Kraft in das Spiel gegen Norwegen zu investieren. Diesen Fehler hatten sie letztes Jahr im Auftaktspiel gegen Frankreich gemacht.


    Mein Tipp:

    1. Norwegen

    2. Slowenien

    3. Polen

    4. Färöer Inseln

    Gruppe C (München)

    Island

    Ungarn

    Serbien

    Montenegro

    Spielplan:

    Freitag, 12. Januar 2024

    18:00 Uhr: Island - Serbien

    20:30 Uhr: Ungarn - Montenegro

    Sonntag, 14. Januar 2024

    18:00 Uhr: Montenegro - Island

    20:30 Uhr: Serbien - Ungarn

    Dienstag, 16. Januar 2024

    18:00 Uhr: Serbien - Montenegro

    20:30 Uhr: Island - Ungarn


    Gruppe C wird wahrscheinlich keinen Halbfinalisten hervorbringen, aber verspricht in sich eine spannende Konstellation. Island und Ungarn wurden bereits bei der Handball-WM 2023 und Handball-EM 2022 in dieselbe Vorrunde gelost. Bei der WM verlor Island gegen Ungarn 28:30, bei der EM im Jahr zuvor gewannen sie 31:30 und auch dieses Jahr erwarte ich eine enge Partie zum Abschluss der Gruppenphase. Serbien hat sich zwar nur als Zweiter ihrer Qualifikationsgruppe für die Handball-EM qualifiziert, aber dazu muss man wissen, dass sie in einer Gruppe mit Norwegen spielten und den Nordeuropäern beim 25:24-Heimsieg zwei Punkte abnehmen konnten. Bei der WM im vergangenen Jahr unterlagen sie in der Vorrunde gegen Deutschland hauchdünn mit 33:34 und dieses Spiel war am Ende ausschlaggebend für Platz 2 und 3 in der Hauptrunde, wodurch Serbien knapp das WM-Viertelfinale verpasste. Montenegro dürfte im Vergleich zu den drei Konkurrenten ein wenig abfallen, aber ich halte einen Spielsieg für nicht ausgeschlossen.


    Mein Tipp:

    1. Ungarn

    2. Island

    3. Serbien

    4. Montenegro

    Gruppe B (Mannheim)

    Spanien

    Österreich

    Kroatien

    Rumänien

    Spielplan:

    Freitag, 12. Januar 2024

    18:00 Uhr: Österreich - Rumänien

    20:30 Uhr: Spanien - Kroatien

    Sonntag, 14. Januar 2024

    18:00 Uhr: Rumänien - Spanien

    20:30 Uhr: Kroatien - Österreich

    Dienstag, 16. Januar 2024

    18:00 Uhr: Kroatien - Rumänien

    20:30 Uhr: Spanien - Österreich


    Gruppe B könnte interessant werden. Natürlich ist Spanien der klare Favorit auf den Gruppensieg und aufgrund der Gruppenauslosung auch ein heißer Kandidat aufs Halbfinale. Aber wer wird Zweiter. Österreich hat eine makellose Qualifikation gespielt, mit sechs Siegen aus sechs Spielen gegen die Ukraine, die Färöer Inseln und Gruppengegner Rumänien. Kroatien schloss die Qualifikation nur als Gruppenzweiter hinter den punktgleichen Niederländern ab - was keine Schande ist. Aber es hat die Kroaten in Lostopf 3 katapultiert und das führt dazu, dass der Standard-Spielplan ihnen einen knüppelharten Start ins Turnier beschert. Sie müssen direkten in den ersten beiden Spielen ihre Leistung abrufen, sonst dürfte die Handball-EM nach drei Spielen bereits beendet sein. In der EM-Vorbereitung haben beide Mannschaften gegen Slowenien getestet. Kroatien gewann vorgestern mit 32:26, während Österreich kurz vor dem Jahreswechsel mit 33:34 unterlag. Alle drei Pflichtspiele beider Mannschaften gegeneinander hat Kroatien gewonnen - wobei der letzte Vergleich vier Jahre zurückliegt. Meiner Meinung nach spricht die spielerische Qualität für Kroatien - auch wenn der Spielplan den Österreichern eher gelegen kommen dürfte. Insgesamt sehe ich Kroatien favorisiert für Platz 2 - zumal die Spanier aufgrund des Spielmodus auch am letzten Spieltag gegen Österreich nicht zurückschalten können, sondern drei Siege benötigen.


    Mein Tipp:

    1. Spanien

    2. Kroatien

    3. Österreich

    4. Rumänien

    Gruppe A (Düsseldorf & Berlin)

    Frankreich

    Deutschland

    Mazedonien

    Schweiz

    Spielplan:

    Mittwoch, 10. Januar 2024

    18:00 Uhr: Frankreich - Mazedonien

    20:45 Uhr: Deutschland - Schweiz

    Sonntag, 14. Januar 2024

    18:00 Uhr: Schweiz - Frankreich

    20:30 Uhr: Mazedonien - Deutschland

    Dienstag, 16. Januar 2024

    18:00 Uhr: Mazedonien - Schweiz

    20:30 Uhr: Frankreich - Deutschland


    Die beiden Plätze für die Hauptrunde sollten recht sicher an Frankreich und Deutschland gehen. Dazu sind die Qualität beider Mannschaften sowie der Heimvorteil Deutschlands zu groß, als dass die Schweiz oder Mazedonien ernsthaft gefährlich werden sollten. Es läuft also in erster Linie auf die Frage hinaus, wer die Gruppe gewinnt und sich die bestmögliche Ausgangslage für die Hauptrunde erspielt. Deutschland hat (mit Mühe) beide Testspiele gegen Portugal gewonnen, Frankreich hat beim Golden League Turnier im eigenen Land Brasilien (37:28) und Tunesien (35:26) deutlich deklassiert. Das letzte direkte Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und Frankreich war im WM-Viertelfinale. Frankreich gewann deutlich mit 35:28 und wurde erst im WM-Finale von Dänemark gestoppt. Vorsichtig optimistisch tippe ich auf ein Unentschieden - um die EM-Euphorie in Deutschland zu entfachen. Frankreich dann Gruppensieger aufgrund der besseren Tordifferenz.


    Mein Tipp:

    1. Frankreich

    2. Deutschland

    3. Schweiz

    4. Mazedonien

    Ja genau....wenn sie es nicht mitbekommen hätten, wäre es eine Tatsachenentscheidung! Aber offensichtlich haben sie es durch den "Protest" von Leipzig schon während dem Spiel mitbekommen, haben dann aber nicht dem Regelwerk entsprechend gehandelt....somit Regelverstoß!

    Was wäre denn Deiner Ansicht nach (gerne auch mit Regelbezug) die dem Regelwerk entsprechende Handlung gewesen? Wissen wir, ob diese Handlung stattgefunden hat?

    Bei einer falschen Anzahl Spieler auf dem Feld oder ähnlichem ist es einfach dies zu korrigieren. Wenn aber die Spielzeit zunächst unbemerkt weiterläuft, dann ist die Korrektur schwieriger. Denn in diesem Moment ist in der Halle nicht nachvollziehbar, was die korrekte Spielzeit wäre. Es gibt schlicht nur die eine Spieluhr (die versehentlich weitergelaufen ist). Wenn der Zeitnehmer bemerkt, dass die Spieluhr während des Team Time Out läuft, dann muss er sie unverzüglich stoppen. Aber woher sollen der Zeitnehmer oder die Schiedsrichter wissen, wie lange die Uhr irrtümlich weitergelaufen ist? Waren es drei Sekunden, sechs Sekunden oder zehn Sekunden? Ein objektiv korrekte Anpassung der Spielzeit ist nahezu unmöglich. Also müssen das Kampfgericht und die Schiedsrichter, die in letzter Instanz die Hoheit über die Spielzeit haben, eine Tatsachenentscheidung treffen bzgl. der Spielzeit. Falls es diese aktive Entscheidung gab, dass noch 65 Sekunden zu spielen seien, sehe ich wenig Aussicht auf Erfolg für den Leipziger Einspruch. Was aber wirklich am Kampfgericht passiert ist, ist bislang öffentlich nicht bekannt geworden.

    Doch, die Zeit lief, als sie nicht laufen sollte (unmittelbar nachdem der Buzzer kam). Und als es weiterging, waren 6 Sekunden weg.

    Geklärt ist nur nicht (zumindest nicht öffentlich), warum sie plötzlich anfing zu laufen. Ich glaub aber nicht, dass das relevant ist.

    Ich denke schon, dass der Grund für das Weiterlaufen der Spieluhr mitentscheidend für den Ausgang dieses Einspruchs ist. Bereits zu Anfang der Diskussion hatte ich erwähnt, dass klar und abschließend definiert ist, wann Einsprüche gegen eine Spielwertung zulässig sind:

    Ich finde es bemerkenswert, dass - wie im DYN-Video erkennbar - die Spieluhr unmittelbar mit Ertönen des Auszeitsignals zu laufen beginnt. Vorher war die Spielzeit wegen einer Unterbrechung angehalten. Ich kenne nicht die genauen technischen Details, aber mit Einführung des Auszeit-Buzzers sollte nach meinem Verständnis das Drücken des Buzzers automatisch die Spielzeit anhalten und es ist keine aktive Handlung des Zeitnehmers mehr notwendig. Falls das so ist, kann ich mir u.a. zwei Szenarien vorstellen. (Die natürlich beide reine Spekulation sind)

    1. Der Zeitnehmer war mit dem Time-Out-Prozedere und den Auszeit-Buzzern der Trainer nicht vertraut oder hatte einfach gedanklich einen Aussetzer und hat bei Ertönen des akustischen Signals für das Team-Time-Out versehentlich den Start/Stopp-Knopf der Spielzeit gedrückt, sodass die Spielzeit wieder gestartet wurde. Jetzt wäre die Frage, was passiert ist, nachdem der Fehler nach 6 Sekunden aufgefallen ist. Den Fehler zu ignorieren, wäre wohl ein Regelverstoß. Richtig wäre es in einem solchen Fall, die Situation mit den Schiedsrichtern, die letztendlich die Hoheit über die Spielzeit haben, zu besprechen und evtl. auch die Mannschaftsverantwortlichen miteinzubeziehen. Die Spielzeit zurückzustellen ist knifflig, weil in diesem Moment niemand genau sagen konnte, wie viele Sekunden irrtümlich verstrichen waren. Allerdings wäre das gemeinsame Festlegen der Spielzeit zwischen Zeitnehmer und Schiedsrichtern meiner Meinung nach eine Tatsachenentscheidung, die im Nachhinein nicht angreifbar wäre. Nur ein wissentliches Verschweigen seitens des Zeitnehmers könnte meiner Meinung nach als Regelverstoß ausgelegt werden.
    2. Es gab ein technisches Problem mit dem Auszeit-Buzzer. Beim Drücken des Buzzers soll die Spieluhr angehalten werden. Da die Spieluhr aufgrund der Spielunterbrechung aber bereits pausiert war, könnte das Drücken des Buzzers die Spieluhr wieder in Gang gesetzt haben. In diesem Fall läge ein technischer Fehler in der Steuerung der Spieluhr vor und es wäre die große Frage, ob die Spieluhr oder der Auszeit-Buzzer wirklich zu Abschnitt 2a als sonstiges Spielgerät oder Teil der Halle hinzugezählt werden können. Denn sonst wäre ein technischer Fehler an einem dieser Geräte gar kein zulässiger Einspruchsgrund.

    https://m.bild.de/sport/mehr-spo…bildMobile.html


    "Wir haben noch immer nichts schriftlich erhalten. Unsere Anwälte haben sich bei der Kammer vorgestellt, dass sie uns in diesem Fall vertreten. Einen Einspruch haben weder sie noch wir bis heute schriftlich gesehen. Wir kennen nicht einmal den Einspruchsgrund. Ich verstehe eigentlich auch nicht, warum wir bis heute nichts bekommen haben oder gehört werden sollten.“



    Feuer frei

    Der Grund für den Einspruch muss im Spielbericht vermerkt sein. Sonst würde der Einspruch bereits aus rein formalen Gründen abgewiesen werden. Der Spielbericht dürfte dem ThSV Eisenach vorliegen.

    Ich vermute, dass diese Konstellation tatsächlich noch möglich ist. Es sind 168 von 306 Saisonspielen absolviert. Das bedeutet, in den verbleibenden 138 Spielen werden noch 276 Punkte vergeben. Gehen wir davon aus, dass Balingen die maximalen 30 Punkte holen würde, um auf 37:31 Punkte zu kommen, dann würden die übrigen 17 Vereine noch 246 Punkte in den Duellen untereinander verteilen. Die Summe der Punkte, die den übrigen 17 Vereinen fehlt um jeweils auf "nur" 36 Punkte am Ende der Saison zu kommen, ist aktuell 283. Die Diskrepanz zwischen den 283 Punkten und den noch auszuspielenden 246 Punkten scheint mir groß genug, dass sich einige Konstellationen aus Spielergebnissen finden lassen, bei denen am Ende Balingen Deutscher Meister 2023/24 wäre.

    Die gestrige Veröffentlichung seitens des ThSV Eisenach ist an Überflüssigkeit und Unprofessionalität kaum zu überbieten. Sie stellt keinen Mehrwert in der eigentlichen Sache dar und kann mit diesem Weg der Veröffentlichung (Eisenachs Geschäftsführer Rene Witte hätte auch das persönliche Gespräch mit dem DHfK Leipzig suchen können) lediglich dazu angedacht sein, in der Öffentlichkeit Stimmung gegen Leipzig und deren Einspruch zu erzeugen. Dabei hatte Eisenach vorher durchaus Sympathien auf ihrer Seite, weil die meisten Handball-Interessierten Ihnen die erarbeiteten Erfolge gönnen und Eisenach selbst keinen Fehler begangen hatte.

    Die fehlerhafte Spielzeit ist anhand des vorliegenden Spielmaterials von DYN eindeutig belegbar. Als das akustische Signal für die Auszeit ertönt, war das Spiel unterbrochen und im Bildhintergrund ist die Hallenuhr mit 58:49 zu erkennen. Noch vor dem Kameraschnitt ist zu erkennen, dass die Zeit weiterläuft und bei Ende der Auszeit verkünden der Hallensprecher und der TV-Moderator, dass nur noch 65 Sekunden zu spielen seien. Es fehlen 6 Sekunden, das Kampfgericht hat auf diesen Fehler der Zeitnahme anscheinend nicht adäquat reagiert und daher liegt meines Erachtens ein Regelverstoß gegen Regel 2:9 vor.

    Der Knackpunkt ist der "spielentscheidende" Charakter des Regelverstoßes. Das Verbandsgericht des Thüringer Handball-Verbandes hat dazu im Urteil 1/2011-2012 festgestellt:

    Zitat

    "Eine spielentscheidende Situation liegt dann vor, wenn die erkennende Rechtsinstanz zu der Auffassung gelangt, dass ohne den vorliegenden Regelverstoß eine andere Spielentscheidung mit einer „an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit“ zu erwarten gewesen wäre, d. h. wenn durch eine andere Auslegung der Situation eine andere Spielwertung nicht nur lediglich möglich, sondern hochgradig wahrscheinlich wäre."

    Leipzig kann zu Recht vorbringen, dass im letzten Angriff der Leipziger Spieler im Moment des Schlusssignals frei durch ist und 6 Sekunden mehr als ausreichend gewesen wären, um von Höhe der Mittellinie zum Tor zu ziehen und den freien Torabschluss gegen den Torhüter zu suchen. Eisenach dürfte hingegen argumentieren, dass sie den Zeitpunkt ihrer Auszeit im letzten Angriff bewusst der verbleibenden Spielzeit angepasst hatten und am Spielende zwar das passive Vorwarnzeichen gegen sie angezeigt war, aber noch zwei Pässe hätten gespielt werden können, sodass Leipzig trotz 6 Sekunden längerer Spielzeit nicht mehr zum Torabschluss gekommen wäre. Ich persönlich halte die Eisenacher Position für stark genug, um die hohe Hürde "spielentscheidend" entkräften zu können und halte daher die Veröffentlichung auf der eigenen Website für überflüssig - wenn nicht sogar schädlich.

    Mag sein aber gegen Hamburg, Stuttgart und dem BHC hat wird Erlangen so sicher Zuhause auch nicht gewinnen.

    Das behaupte ich auch nicht. Aber der Heimvorteil ist bei Spielen im Abstiegskampf ein ganz wichtiger Faktor. Schau Dir einfach die Auswärtstabelle an. Es gibt in der 1. Bundesliga lediglich drei Mannschaften, die nach der Hinrunde eine positive Auswärtsbilanz haben.

    Wenn Du von Druck sprichst, dann würde ich den Bergischen HC einwerfen. Die haben nach der EM-Pause eine ganze Reihe harter Brocken und es würde mich nicht überraschen, wenn sie Ende März auf dem 17. Tabellenplatz stehen und mit dem Rücken zur Wand abliefern müssen. Das wäre psychologisch eine ganz schwierige Konstellation.

    Natürlich ist Erlangen jetzt mittendrin im Abstiegskampf. Aber als einzige Mannschaft der unteren Tabellenhälfte haben sie nach der EM-Pause noch 9 Heimspiele und empfangen quasi alle direkten Konkurrenten zu Hause. Ich denke, dass sich andere Mannschaften da mehr Sorgen machen müssen.

    Puh ... die Rhein-Neckar Löwen erneut ohne jedes Konzept eine komfortable Führung gegen eine individuell unterlegene Mannschaft ins Ziel zu bringen. Hinze wird die EM-Pause sehr gelegen kommen und die sportliche Leitung der Rhein-Neckar Löwen wird in dieser Zeit einige Gespräche führen müssen.


    P.S.: Respekt an Sascha Pfattheicher für diese Ruhe beim letzten Wurf aus spitzem Winkel!