Beiträge von Arcosh

    Der letzte Angriff der Flensburger hat mich schon verwundert: So wie Pytlik reagiert, muss was gewesen sein. Dass die Schieris den Videobeweis anstrengen unterstreicht zumindest eine Vermutung. In der Zeitlupe sah es für mich so aus, als wenn Andersson Pytlik am Fuß in der Luft berührt. Dann wäre das klar rot, oder? Aber mit Abwurf hätte ich jetzt auch wieder nicht gerechnet.

    Zur Beurteilung stand offensichtlich nur eine seitliche Kameraperspektive zur Verfügung und in dieser fehlt schlicht die räumliche Information, um sicher beurteilen zu können, ob es eine Berührung am Fuß gab. Für eine Bestrafung reicht "es sah so aus, als ob" nicht aus und daher blieb es bei der ursprünglichen Spielfortsetzung.

    Was für die Idee hatte Kozina bei seiner Aktion 59:56 als er rot sieht :?:

    Ich fand es clever. Die Zeit wird angehalten und falls der HSV den Strafwurf vergibt, dann hat FAG noch eine (kleine) Chance auf den Ausgleich. Ohne sein Vergehen läuft die Zeit einfach ab, bevor es zum Anwurf kommt.

    Zwischenfazit nach 40 Minuten: Ein spannendes, aber nicht hochklassiges Spiel. Beide Mannschaften agieren immer wieder nervös, sehr viele technische Fehler für das Niveau beider Mannschaften und insgesamt wenige mannschaftlich heraus gespielte Tore. Ich bin gespannt, wer am Ende die besseren Nerven hat und welcher Spieler der Partie seinen Stempel aufdrücken wird.

    Das Restprogramm auswärts ist grausam. Die restlichen Heimspiele fast alle gegen Mitkonkurrenten gegen den Abstieg: BHC, Eisenach, HSVH und Leipzig. Da könnte noch was gehen.

    Ich würde beim Restprogramm von Balingen nicht zwischen Heim- und Auswärtsspielen unterscheiden, sondern zwischen dem Spielplan im März/April und im Mai/Juni. In den nächsten sechs Spielen ist Balingen gnadenloser Außenseiter und ein einzelner Punktgewinn aus diesen Partien würde mich schon überraschen. Hingegen am Saisonende ist noch einiges möglich. In fünf der letzten sechs Saisonspiele traue ich HBW Punkte zu. Selbst die Auswärtsspiele in Stuttgart und Lemgo können durchaus dankbare Aufgaben sein, wenn es bei den Gastgebern im grauen Tabellenmittelfeld um nichts mehr gehen sollte. Im Mai und Juni gibt es regelmäßig "überraschende" Ergebnisse in derartigen Duellen in der HBL.

    Da hast du auf jeden Fall recht, aber wenn es um ein Tor geht, das spielentscheidend war und ggf. die Meisterschaft mitentscheidet, hätte man eben das noch mal ansehen können.

    Da bin ich komplett anderer Ansicht. Im Handball gewinnt nicht die Mannschaft, die das letzte Tor wirft oder die in den letzten 5 Minuten mehr Tore wirft, sondern die Mannschaft, die über 60 Minuten mehr Tore wirft. Jedes der 28 Tore von Hannover-Burgdorf war am Sonntag spielentscheidend,

    Eine Schiedsrichterleistung ist meiner Meinung nach dann gut und ausgewogen, wenn über sechzig Minuten lang Spielszenen nach dem gleichen Maßstab beurteilt werden. Ich bin kein Freund davon zu sagen, dass Schiedsrichter in der Schlussphase "nur noch die ganz klaren Entscheidungen treffen sollen". Sie sollen genauso weiter pfeifen wie in den 50 Minuten zuvor. Und ebenso wenig fände ich es angemessen, wenn der Videobeweis in den Schlussminuten zum Einsatz kommt, um "alltägliche" Entscheidungen zu überprüfen, die im gesamten Spiel zuvor nicht überprüft wurden. Du willst, dass ein möglicher Kreiseintritt beim 28:27-Siegtor überprüft worden wäre. Damit der Videobeweis "fair" zum Einsatz kommt, müssten dann wahrscheinlich fünf oder sechs weitere Szenen im Spielverlauf per Videobeweis analysiert werden, in denen Tore möglicherweise abgestanden waren. Ist "abgestanden" schlimmer als ein Schrittfehler oder müssten die dann auch bei jedem Tor überprüft werden? ...

    Das eine Schiedsrichtergespanne achtet in seiner Spielleitung mehr auf abgestandene Tore, ein anderes ist penibler beim Einhalten des richtigen Ortes für die Ausführung von Freiwürfen. Das dritte Gespanne pfeift mehr schnelle Mitten zurück, wenn ein Außenspieler zu früh in der anderen Hälfte ist und das letzte Gespann lässt insgesamt mehr laufen. Natürlich profitieren einzelne Teams aufgrund ihrer Spielweise unterschiedlich von diesen Spielleitungen bzw. müssen sich dieser Linie möglichst schnell anpassen. Aber solang die Spielleitung über 60 Minuten konstant ist und es innerhalb der HBL eine halbwegs erkennbare Linie zwischen den Gespannen gibt, ist das vollkommen in Ordnung.

    Ich verstehe vollkommen, dass man in einer spannenden und hitzigen Schlussphase den Toren mehr Wert beimessen möchte. Aber ab wann ist ein Tor oder eine Spielszene "spielentscheidend"? Die HSG Wetzlar hat letzte Woche in den letzten 12 Minuten nur noch ein Tor erzielt. Hätte dann nicht ihr Tor in der 48. Minute bereits spielentscheidend sein können. Der VfL Gummersbach hat gestern nur noch drei Tore in den letzten 10 Spielminuten erzielt. Ab wann sollten Deiner Meinung nach Tore überprüft werden, weil sie potenziell spielentscheidend sein könnten?

    Auch interessant der Hinweis der Sport-Bild, daß der Ausgleich nicht hätte zählen dürfen weil angestanden. Passend zut SR Leistung.

    Wenn Du ein beliebiges Bundesligaspiel mittels Zeitlupe analysierst, wirst Du normalerweise immer einige Tore finden, die bei abgestanden gewesen wären.

    In der zweiten Halbzeit ist der Magdeburger "Kopf-durch-die Wand-Zwergenhandball" an der körperlich großgewachsenen Defensive des TSV Hannover-Burgdorf gescheitert. Die Schiedsrichter haben eine körperbetonte Abwehr zugelassen und nicht ständig sanktioniert, wenn ein kleiner gewachsener Angriffsspieler mit gesenktem Kopf auf einen Abwehrspieler zuläuft. Mir persönlich gefiel diese Spielleitung, weil sie fördert und erfordert, dass die Mannschaften ihre Tore mannschaftlich herausspielen und das Angriffsspiel nicht primär von Einzelaktionen lebt.

    TVB 1898 Stuttgart - MT Melsungen

    TBV Lemgo Lippe - VfL Gummersbach

    HC Erlangen - HSG Wetzlar

    Bergischer HC - TSV Hannover-Burgdorf

    HBW Balingen-Weilstetten - Rhein-Neckar Löwen

    SG Flensburg-Handewitt - Füchse Berlin

    Handball Sport Verein Hamburg - Frisch Auf! Göppingen

    THW Kiel - ThSV Eisenach

    SC Magdeburg - SC DHfK Leipzig


    An diesem Spieltag sind einige interessante Paarungen dabei!

    • In früheren Jahren war das Auswärtsspiel in Stuttgart häufig ein typischer Stolperstein für die MT gewesen. Dieses Jahr wirken sie gefestigter, aber sie dürfen die Aufgabe nicht auf die leichte Schulter nehmen.
    • Balingen mit Euphorie und Momentum zuhause gegen schwächelnde Löwen
    • Hamburg im Abstiegskampf mächtig unter Druck. Der letzte Bundesliga-Sieg war im November 2023 und die 9 Spiele danach brachten nur zwei magere Punkte
    • Gummersbach könnte mit einem Sieg in Lemgo Richtung Platz 6 schielen.

    Die Begründung im Regelwerk hierzu würde mich aber interessieren

    Das leitet sich aus dem Auswechselraum-Reglement ab. In älteren Versionen gab es explizit einen Passus, dass sich Spieler und Offizielle, die den Auswechselraum verlassen möchten, vorher beim Kampfgericht ab- und nach ihrer Rückkehr wieder anmelden müssen. In den aktuell gültigen Regeln steht das nicht mehr explizit drin. Aber es gilt:

    Zitat

    Es ist Mannschaftsoffiziellen oder Spielern nicht erlaubt:

    - in provozierender, protestierender oder in irgendeiner anderen unsportlichen Weise (Sprache, Mimik oder Gestik) auf Schiedsrichter, Delegierte, Zeitnehmer/Sekretär, Spieler, Mannschaftsoffizielle oder Zuschauer einzuwirken oder diese zu beleidigen;

    - den Auswechselraum zum Zwecke der Spielbeeinflussung zu verlassen.

    Von Offiziellen und Auswechselspielern wird im Allgemeinen erwartet, dass sie sich im Auswechselraum ihrer Mannschaft aufhalten. Falls jedoch ein Offizieller den Auswechselraum verlässt und einen anderen Platz einnimmt, verliert er das Recht, seine Mannschaft zu führen und zu betreuen und er muss in den Auswechselraum zurückkehren, um das Recht wiederzuerlangen.

    Auf jeden Fall unterstehen Offizielle und Spieler weiterhin der Aufsicht der Schiedsrichter, und die normalen Regeln für persönliche Bestrafungen gelten auch, wenn ein Offizieller oder Spieler beschließt, seinen Platz im Auswechselraum oder auf der Spielfläche zu verlassen. Daher sind unsportliches, grob unsportliches oder besonders grob unsportliches Verhalten genauso zu bestrafen, als ob das Vergehen im Auswechselraum oder auf der Spielfläche erfolgt ist.

    "Spielbeeinflussung" öffnet einen riesigen Interpretationsraum und da die Spieler stehts der Aufsicht der Schiedsrichter unterstehen, leitet sich daraus gewissermaßen auch ab, dass sie im Zugriffs- oder Wahrnehmungsbereich der Schiedsrichter verbleiben müsssen.

    Frisch Auf! Göppingen - ThSV Eisenach

    HSG Wetzlar - HBW Balingen-Weilstetten

    HC Erlangen - Handball Sport Verein Hamburg

    MT Melsungen - Bergischer HC

    Füchse Berlin - TBV Lemgo Lippe

    Rhein-Neckar Löwen - SG Flensburg-Handewitt

    TSV Hannover-Burgdorf - SC Magdeburg

    THW Kiel - TVB 1898 Stuttgart

    VfL Gummersbach - SC DHfK Leipzig

    Ein verdienten Sieg des VfL Gummersbach aus einer guten Abwehrleistung heraus. Was Tom Kiesler Woche für Woche in der Defensive leistet kommt mir in den Berichterstattungen oft viel zu kurz. So viele Ballgewinne gehen auf sein Konto. Sowohl durch Steals als auch durch gezogene Stürmerfouls, geblockt Bälle oder Blocks, die es dem Torhüter einfach machen den Wurf zu halten. Meiner Meinung nach ist er aktuell einer der besten Abwehrspieler der Liga.

    Das habe ich nicht geschrieben. Mit der BL-Saison ist man nicht zufrieden. Ob es aber nun Platz 3 oder 5 wird, ist irrelevant.

    Einen Unterschied macht es aber schon. Von der Bundesliga-Platzierung kann anhängen, ob die Mannschaft im Oktober direkt in die Gruppenphase der EHF European League starten kann oder Ende August / Anfang September eine Qualifikationsrunde bestreiten muss.