Beiträge von Arcosh

    Also die Aussage von Bohmann ist ja der Hammer!!! Im Prinzip sagt er, „man ist absichtlich zum Wohle und zu Gunsten des HSV von der eigenen Satzung abgewichen“…und hat so quasi die Tür für das juristische Schlupfloch geöffnet…also kann man sagen „pure Absicht“ der HBL-Kommission, um so den HSV und den Großstadthandball zu retten! Was für eine bodenlose Frechheit :wall: :wall: :wall:

    Das war auch mein erster Gedanke beim Anschauen der Statements im Video von Handball-World.news. Frank Bohmann scheint sich der Tragweite seiner Worte gar nicht bewusst zu sein. Er hätte sich damit rausreden können, dass die Kommission bei der Formulierung der Bedingung einen Fehler gemacht habe (Fahrlässigkeit). Aber da er sagt, das seitens der Kommission bewusst gegen die eigene Satzung verstoßen wurde (Vorsatz), um es dem HSV Hamburg einfacher zu machen, dann öffnet dies Tür und Tor für Regressansprüche evtl. Geschädigter (@BHC, @Vinnhorst).

    Schlimmer hätte er es nur noch machen können, wenn er sich im HSVH-Trikot vor das Mikrofon gestellt hätte. :wall:

    Der HSV Hamburg nutzt das Entgegenkommen der HBL als Schlupfloch für eine Fristverlängerung. Hätte die HBL von Anfang an dem HSVH eine satzungskonforme Bedingung für den Erhalt der Lizenz auferlegt, dann wäre diese also noch umfangreicher gewesen als jene die der Vereine ohnehin schon nicht fristgerecht erfüllen konnte. Die formalen Fehler seitens der Lizenzierungskommission waren also zugunsten des HSVH (und mitnichten zu deren Nachteil) und dennoch entscheidet das Schiedsgericht, dass der HSVH noch einmal zusätzliche Zeit erhält, um Bedingungen zu erfüllen. Das ist aus Laiensicht ein nicht nachvollziehbares Urteil.

    Die Stellungnahme des Bergischen HC kann ich nachvollziehen und teile die Einschätzung in weiten Teilen. Mir ist aktuell aber nicht klar, worauf der BHC klagen will - den eigenen Klassenerhalt oder den Lizenzentzug des HSV Hamburg? Auf dem Rechtsweg die Lizenzerteilung für den HSV Hamburg anzugreifen, erscheint mir nicht möglich, da die Vereine als Mitglieder der HBL sich auf das bestehende Lizenzierungsverfahren geeinigt haben und dieses mit dem gestrigen Schiedsgerichtsentscheid formal abgeschlossen ist. Andererseits liefern die berechtigten Einwände des Bergischen HC aber in meinen Augen keinen hinreichenden Grund, um den BHC als 19. Teilnehmer der HBL in der Saison 2024/25 zuzulassen.

    Der Bergische HC könnte sicherlich erwirken, dass das Lizenzierungsverfahren überarbeitet wird oder gegebenenfalls Mitglieder der Lizenzierungskommission ausgetauscht werden, aber das wird ihnen nicht den Klassenerhalt in diesem Sommer einbringen.

    Einen vorzeitigen Wechsel sähe ich zumindest kritisch - gar nicht wegen der Ablösesumme, sondern aus mannschaftlicher Sicht. Das Herzstück des aktuellen Gummersbacher Erfolges ist die Abwehrarbeit und das Zusammenspiel zwischen Torhüter und Abwehr ist dabei essenziell. Ohne echte Not beide Torhüter im Sommer zu tauschen birgt ein großes Risiko. Bertram Obling und Dominik Kuzmanovic sind vielversprechende Torhüter und ich sehe auch das Potential, dass der VfL Gummersbach sich mit ihnen im oberen Mittelfeld etablieren kann. Aber es kann auch passieren, dass das Zusammenspiel nicht von Anfang an harmoniert, am Saisonbeginn dadurch Spiele verloren gehen und das Momentum kippt.

    Lothar Frohwein

    Danke, dass Du hier direkt nach dem Verfahren schon inhaltlich Stellung nimmst. Könntest Du bitte noch weiter ausführen, wieso die gestellte Bedingung im Rahmen der Lizenzierungsordnung nicht zulässig war?

    [...] Das Gericht kam ausweislich der eigenen öffentlich abgegebenen Erklärung zu dem Ergebnis, dass die ursprünglich gegen den HSVH zum 3.Mai, 12. Uhr verhängte (faktisch erfüllte) Bedingung unter dem Strich nicht mit der Satzung, der Lizenzierungsordnung und den anhängenden Richtlinien der HBL vereinbar war.

    Deshalb wurde diese Bedingungserteilung aufgehoben.

    Rechtlich betrachtet war das Schiedsgericht jedoch in diesem Verfahren (unstreitig) befugt, quasi an Stelle der Lizenzierungskommission über die Lizenzvergabe zu entscheiden. Auf Basis der Satzung und Ordnungen der HBL.

    Genau das hat das Schiedsgericht dann mit dem bekannten Ergebnis getan. [...]

    In der Ordnung zur Lizenzierung heißt es

    Für mich als juristischen Laien klingt das genau nach der Art von Bedingung, die die Lizenzierungskommission an den HSV Hamburg gestellt hat.

    Ferner erscheint es mir merkwürdig, dass das Schiedsgericht die Bedingung seitens der HBL-Lizenzierungskommission einkassiert hat, aber dann selbst eine auf den ersten Blick vergleichbare Bedingung an den HSVH stellt. :/

    Aus dem heutigen Abendblatt.de-Artikel:

    Zitat

    Die Argumentationsstrategie des HSV Hamburg

    „Ich sehe zwei Ansatzpunkte für den HSVH. Zum einen ist das ein Einspruch gegen diese unfassbar hohe Bedingung, in so kurzer Zeit 4,1 Millionen Euro zu besorgen. Und zum anderen kann man auch die Situation des Zahlungsverkehrs noch mal genau bewerten“, sagte zuletzt auch der frühere DHB-Vizepräsident und aktuelle Geschäftsführer der Füchse Berlin, Bob Hanning, dem Abendblatt.


    Beim Ablauf des Zahlungsverkehrs könnte der Verein vor dem Schiedsgericht beispielsweise anführen, dass die Panne der verspäteten Überweisung wohl auf die Bank zurückzuführen ist. Nach Abendblatt-Informationen soll das Problem dabei nicht die Volksbank des HSVH gewesen sein, sondern die Postbank von Geldgeber Müller. Inwiefern die Anwälte hierfür auch Beweise vorlegen können, ist jedoch unklar.

    Der erste Ansatzpunkt ist meiner Meinung nach Unsinn. Die Höhe des aufzubringenden Betrages ist keine willkürlich von der HBL-Lizenzierungskommission auferlegte Summe, sondern das Resultat des Hamburger Wirtschaftens der letzten Jahre. Hätte der HSV Hamburg besser gewirtschaftet, dann wäre die Bedingung auch geringer ausgefallen und einfacher zu erfüllen gewesen.

    Zitat

    Obwohl Müllers intrinsische Motivation, den Profihandball in Hamburg erhalten zu wollen, schnell zu einer Zusage führte, hatte der HSVH nur neun Werktage Zeit für die Überweisung. An diesem Punkt verläuft eine Hauptargumentationslinie des Vereins. Denn eine Überweisung von 4,1 Millionen Euro bedeutet einen großen Aufwand. Nach Abendblatt-Informationen ging allein knapp die Hälfte der Zeit bis zum Fristablauf für die Ausarbeitung des Vertragswerks drauf. Die Prüfung dieses Vertrags durch Juristen, die HBL, Steuerberater und die HSVH-Gesellschafter nahm weitere Tage in Anspruch.

    Bei allem Respekt, aber wenn ich aus Hamburg immer wieder lese, dass so viele Arbeitsplätze und Existenzen an dieser Entscheidung hängen, dann sind neun Arbeitstage verdammt viel Zeit - und von den 4,1 Millionen sollten rechnerisch ein paar Euros übrig gewesen sein, mit denen man einzelne Prozesse hätten beschleunigen können.

    Auch der zweite Punkt ist juristisch wenig stichhaltig. Wenn ich ein wichtiges Schreiben verschicke oder eine fällige Zahlung überweise, dann obliegt es mir persönlich sicherzustellen, dass es den Empfänger fristgerecht erreicht. Zudem sprechen wir hier nicht von einer tagelangen Verzögerung.

    Zitat

    Obwohl Müller und Frecke am Morgen des 2. Mai gemeinsam die Überweisung auf der HSVH-Geschäftsstelle vornahmen und einen entsprechenden Überweisungsauftrag an die HBL schickten, traf das Geld erst am Tag darauf ein – 65 Minuten nach Fristablauf.

    Das ist doch ein absolut üblicher zeitlicher Rahmen, dass die Wertstellung einer Überweisung erst am nächsten Arbeitstag erfolgt.

    Zitat

    Schiedsgericht berücksichtigt auch die Verhältnismäßigkeit

    Grundsätzlich berücksichtigt das Schiedsgericht aber auch Parameter wie die Verhältnismäßigkeit eines Falls. Auch in diesem Punkt sieht der HSVH Argumente auf seiner Seite, würde ein endgültiger Lizenzentzug doch das voraussichtliche Aus des Hamburger Profihandballs über die kommenden Jahrzehnte bedeuten. Die Arbeit von acht Jahren und zwei Aufstiegen seit dem Drittliga-Neustart 2016 wäre dahin. Steht das im Verhältnis zu einer Überweisungspanne von 65 Minuten Verzug?

    "Überweisungspanne" klingt wie klitzekleines Versehen, aber dahinter steht eigentlich, dass in den letzten mindestens drei Jahren der sportliche Wettbewerb in der HBL verzerrt wurde, weil der HSV Hamburg mit einer Mannschaft angetreten ist, die er nicht finanzieren konnte. Der jährliche Fehlbetrag betrug ca. 30% des Etats!

    Aus dem oben verlinkten Abendblatt.de-Artikel:

    Zitat
    „Es ging uns wirtschaftlich manchmal zu schnell, wie die Jungs sportlich performt haben“, sagte Frecke. Auch die temporäre Schließung der Sporthalle Hamburg führte zu hohen Zusatzkosten. „Wir mussten Spiele vor 2500 Menschen in der Barclays Arena bestreiten, was alles andere als wirtschaftlich war“, sagte Frecke. „Es braucht drei bis vier Erstliga-Spielzeiten, um ein ausgeglichenes Ergebnis zu bekommen.“ In Zukunft könne das durchaus gelingen, sagte er.

    Die von mir gefettete Aussage von Sebastian Frecke ist das klare Eingeständnis, dass der HSV Hamburg die Mannschaft ganz bewusst auf Schulden aufgebaut hat, in der Hoffnung, dass mit dem sportlichen Erfolg irgendwann auch die Gelder kommen, um den Kader tatsächlich finanzieren und die gemachten Schulden wieder abbezahlen zu können. Genau dieses Geschäftsgebaren soll mit den Lizenzierungsrichtlinien unterbunden werden .Wie kann man drei Tage vor der Entscheidung durch das Schiedsgericht öffentlich eine so dumme Aussage tätigen?

    Jetzt scheint man mit Philipp Müller einen Dummen Gönner gefunden zu haben, der mit seinem Geld die Finanzlöcher schließt, wie seinerzeit Andreas Rudolph. Es liest sich tatsächlich so, als hätte er die 4,1 Mio. ohne eine auflösende Bedingung im Falle der Lizenzverweigerung überwiesen. Gut möglich also, dass sein Investment am Freitag bereits wertlos geworden ist.

    Freundschaft!

    Ist nicht richtig. Die EHF spricht tatsächlich von Wildcards. Diese können aber nur im Rahmen eines Upgrades aus der European League vergeben werden.

    Es wird in den Regularien klar zwischen Upgrades und der Wild Card unterschieden.

    • Ein Upgrade können Vereine erhalten, die sich für einen Europapokal, aber nicht die Champions-League direkt qualifiziert haben. Die Bewerber werden anhand von fünf Kriterien evaluiert und die bestbewerteten erhalten das Upgrade.
    • Die Wild Card kann einer der Bewerber auf ein Upgrade erhalten, aber hierbei sind die Ergebnisse der Evaluierung egal. Die EHF räumt sich das Recht ein, maximal einen Verein nach eigenem Belieben auszuwählen und per Wild Card teilnehmen zu lassen.

    Aus Sicht des VfL Gummersbach war es ein perfektes Wochenende, dass sie mir ihrer eigenen Leistung gekrönt haben. Bei den Blau-Weißen lief heute einfach alles zusammen. Die taktische Marschroute ist voll aufgegangen. Vom Anwurf weg direkt voller Einsatz. Wenn dann einfach alles gelingt, die Kieler Torhüter nicht ins Spiel kommen und es nach zehn Minuten 10:4 für die Gastgeber steht, dann kann ich durchaus nachvollziehen, dass bei den Kielern (unterbewusst) das Spiel abgeschenkt wurde anstatt zu fighten.

    Man darf auch nicht vergessen, dass diese Saison bislang nur Magdeburg, Flensburg und der BHC mit zwei Punkten aus Gummersbach nach Hause gefahren sind.

    Zum ersten Mal seit 2011 sichert sich Wisla Plock die polnische Meisterschaft!

    Die Finalserie war mit ihrer Dramatik echte Werbung für eine Titelvergabe im Play-Off-Format. Nachdem Wisla Plock das erste Finalspiel in eigener Halle mit 24:23 (22:22, 12:11) nach Siebenmeterwerfen für sich entscheiden konnte, haben sie heute Abend auch Spiel 2 in Kielce hauchdünn mit 28:27 (20:20, 10:9) gewonnen. Gergő Fazekas' Wurf in den letzten Sekunden der regulären Spielzeit prallte vom Innenpfosten an Andreas Wolffs Wade und von dort ins Tor zum 20:20-Ausgleich, sodass erneut ein Siebenmeterwerfen die Entscheidung bringen musste. Es brauchte jeweils zehn Würfe von beiden Mannschaften bis Mirko Alilovic mit seiner Parade Plock zum polnischen Meister krönte. Kielce hat nach dem knappen Ausscheiden im Champions-League-Viertelfinale binnen weniger Wochen drei wichtige Spiele im Siebenmeterwerfen verloren und damit endet die Serie von zwölf Meistertiteln in Folge für Kielce.

    In der Champions-League werden wir kommende Saison ziemlich sicher beide Mannschaften sehen, denn ein Upgrade für Kielce dürfte gesetzt sein.

    Handball Sport Verein Hamburg - ThSV Eisenach

    HC Erlangen - TVB 1898 Stuttgart

    TBV Lemgo Lippe - HBW Balingen-Weilstetten

    HSG Wetzlar - TSV Hannover-Burgdorf

    THW Kiel - SC DHfK Leipzig

    Frisch Auf! Göppingen - MT Melsungen

    SG Flensburg-Handewitt - VfL Gummersbach

    Füchse Berlin - Bergischer HC

    Rhein-Neckar Löwen - SC Magdeburg

    Die Luft ist weitestgehend raus und die relevanten Tabellenplätze scheinen vergeben zu sein. Erlangen könnte noch zwei Punkte gebrauchen, um sich keinerlei Gedanken mehr um Platz 17 oder das Lizenzierungsverfahren der Hamburger machen zu müssen, und Hannover muss gewinnen, um eine Restchance auf Platz 6 am Leben zu halten.

    Für den Rest geht es primär darum sich im letzten Heimspiel der Saison angemessen von den eigenen Fans in die Sommerpause zu verabschieden.

    Auch in Gummersbach wird man das wohlwollend registrieren.

    Um Bukarest habe ich mir diesbezüglich weniger Gedanken gemacht als um die Rhein-Neckar Löwen. Daher wäre der Finaleinzug der Flensburger nur ein erster Schritt.

    P.S.: In Hannover wird man auch interessiert hinschauen. Aufgrund des Spielplans sind sie noch leicht favorisiert für Platz 6 in der HBL.