Beiträge von Arcosh

    Zitat

    Mit diesem Urteil ist die Nada aber nicht einverstanden, wie sie nun mitteilte. "Die Nada sieht in diesem Fall einen grundsätzlichen und richtungsweisenden Überprüfungs- und Klärungsbedarf mit internationalem Bezug und ruft deshalb den Cas an", heißt es.

    Selbst wenn die NADA inhaltlich der Argumentation der HBL folgen würde (was wir nicht wissen), dann muss sie in diesem Fall dennoch den Fall vor das CAS bringen, weil die dargelegte Argumentationskette (Aufhebung der Sperre aufgrund von Übertragung per flüchtigem Hautkontakt) einen Präzedenzfall darstellt, den die NADA juristisch prüfen lassen muss. Deshalb hatte ich direkt nach der HBL-Entscheidung geschrieben, dass die HBL mit dem kompletten Verzicht auf eine Sperre weder sich, noch Nikola Portner, noch dem SC Magdeburg einen gefallen getan habe. Die Folgen dieses Urteils auf den Anti-Doping-Kampf gehen über Nikola Portner oder die HBL hinaus und betreffen das Kernfeld der NADA und WADA.

    Ich denke auch nicht, dass der SC Magdeburg vorerst mit Nikola Portner agieren kann. Aktuelle ist er nicht gesperrt, kann mit der Mannschaft trainieren und könnte auch in Pflichtspielen eingesetzt werden. Aber sollte das CAS eine rückwirkende Sperre verhängen, dann könnten Spielverluste für den SCM drohen. Die Situation ist in meinen Augen vergleichbar mit der blauen Karte gegen Janus Smarason letzte Saison. Die Sperre wurde zwar aufgehoben, aber weil die HBL Revision angekündigt hatte, konnte der SCM ihn trotzdem nicht einsetzen, ohne zu riskieren im Nachhinein das Spiel gegen sich gewertet zu bekommen,

    Aber wie kann es sein, dass eine Mannschaft wir Elverum in der European League nicht gesetzt ist?

    Die Plätze in der Setzliste sind nicht an die Vereine gebunden, sondern an die Landesverbände, d.h. Melsungen ist "GER 3" und Elverum ist "NOR 1". Wie "NOR 1" von der EHF eigestuft wird, ist abhängig von den Ergebnissen der norwegischen Vereine in der EHF European League in den letzten drei (?) Spielzeiten. In der Saison 2023/24 scheiterte Elverum als norwegischer Vertreter in der Gruppenphase der European League. (Dass sie in einer anspruchsvollen Gruppe mit Flensburg und Schaffhausen gespielt haben, findet dabei keinerlei Berücksichtigung). Davor in der Saison 2022/23 scheiterte Kolstad bereits in der zweiten Qualifikationsrunde. Für Arendal war in der Saison 2021/22 ebenfalls in der Qualifikationsrunde 2 Schluss. Insofern kann ich mir vorstellen, dass "NOR 1" im Mittel der letzten drei Spielzeiten tatsächlich wenig Punkte für die Setzliste gesammelt hat.

    Durch die mehrjährige Wertung ist dieses System träge gegenüber kurzfristig erstarkten Vereinen.

    Bei dem von Dir zitierten Absatz 9.21 geht es um die Ermittlung der besten Gruppenzweiten aus den Gruppen A bis C und D bis F. Dafür sind alle Vorrundenergebnisse relevant. In der Hauptrunde geht es dann aber für alle bei Null los (siehe 9.27).

    Die EHF hat die Gruppenübersicht bereits aktualisiert: LINK

    Gute Ausgangslage für Deutschland vor dem letzten Gruppenspiel. Selbst wenn gegen Portugal verlieren sollten, wären sie bei einer Niederlage mit weniger als 11 Toren Differenz als bester Gruppenzweiter aus den Gruppen A, B & C dennoch in der Hauptrunde. Umgekehrt gilt dasselbe auch für Portugal, die sogar mit zwölf Toren verlieren dürften.

    Der Anreiz des Sieges liegt also hauptsächlich in der Aussicht darauf, in der Hauptrunde den Nordeuropäern aus dem Weg zu gehen.

    Ich habe gelernt, dass die Deutschen Fans nicht über die Elfmeterwürdigkeit von Marc Cucurellas Handspiel diskutieren sollen, weil Niclas Füllkrug ohnehin im Abseits gestanden hätte.

    Nur hat beim Foul an Harry Kane den VAR offensichtlich auch nicht interessiert, dass die vorherige Ballmitnahme bzw. Vorlage von Bukayo Saka per Hand erfolgte.


    Torlinien lassen sich relativ gut überwachen, Abseitspositionen abseits der Timing-Problematik gut analysieren, aber komplexe Spielsituationen können in der Kürze der Zeit oft nicht hinreichend gut aufgeschlüsselt werden, so dass sich die Ungerechtigkeit nur verschiebt.

    Er ist schließlich Co-Kapitän. Da darf er sich beim Schiri beschweren. Und das eine und andere Mal hat er sogar Recht.

    Die offizielle Rolle des Mannschaftskapitäns wurde im Handball bereits 2005 abgeschafft. Kapitän, Co-Kapitän & Co. sind vereinsinterne Benennungen, die auf dem Spielfeld keinerlei Rolle spielen.

    Die EHF hat die Setzliste für die European League 2024/25 veröffentlicht: LINK

    Die MT Melsungen und der VfL Gummersbach müssen zwar erwartungsgemäß die Qualifikationsrunde spielen, aber da beide in demselben Lostopf sind, ist ein deutsches Duell ausgeschlossen. Mit IFK Kristianstad oder Elverum Handbold sind aber durchaus namhafte potentielle Gegner im anderen Lostopf zu finden.


    P.S.: Kennt jemand den Grund für die "Special Qualification" zwischen RK Izvidac (BIH) und HCB Karvina (CZE)?

    Vielleicht waren die siebenstelligen Summen am Anfang aber auch komplett falsch und wurden nur immer weiter überall übernommen, ohne das sie stimmten :/

    300.000 € sind gut 1,2 Mio. polnische Zloty. Das wäre eine mögliche Ursache für die exorbitanten Ablösesummen in den anfänglichen Gerüchten.

    Der VfL Gummersbach hat die neuen Trikots vorgestellt:

    Ich finde das Trikot gelungen - auch wenn ich mich auf den ersten Blick sehr an das Design von Paris St. Germain erinnert fühle.

    Die HBL wohl nicht, aber wie sieht das mit anderen Ligen aus?

    Für einen internationalen Wechsel (innerhalb von IHF-Mitgliedverbänden) Bedarf es eines Internationalen Transferzertifikates, dass der abgebende Nationalverband ausstellen müsste. Ohne die Freigabe seitens HBL/DHB wird das nicht funktionieren.

    Zitat

    Artikel 4, §1

    Ein Nationalverband kann die Ausstellung eines Internationalen Transferzertifikats verweigern, wenn:

    - der Spieler, der den Nationalen Verband zu verlassen wünscht, Verpflichtungen aus dem Vertrag mit seinem momentanen/früheren Verein nicht erfüllt hat.

    [...]

    Quelle: IHF, Reglement für Verbandswechsel

    Wenn Manuel Zehnder sich in Erlangen nicht mehr wohl fühlt, dann wird er einen Verein finden müssen, der bereit und im Stande ist eine angemessene Ablöse an den HCE zu bezahlen. Gegebenenfalls muss sich der Spieler direkt oder indirekt über seine Gehaltsvorstellungen an dieser Ablösesumme beteiligen.

    Torbilanz der Franzosen nach 4 Spielen: 2 Eigentore der Gegner und 1 Elfmeter. Kein Tor aus dem Spiel heraus selbst erzielt, aber im EM-Viertelfinale.

    Wobei ich persönlich das heutige Tor nicht als Eigentor gewertet hätte. Das war schon gut heraus gespielt und vom belgischen Verteidiger lediglich abgefälscht.

    Aber das ist doch der Punkt von Alf zitierten Stellen, dass die Unschuld des Athleten wahrscheinlicher sein muss, als dessen Schuld. (NADC)

    Also ein Meth-Konsument muss zum Handball gehen, dann einen von Spielern kontaminieren und zwar bevor diese Spieler zur Probe gehen....und ihr seit der Meinung, dass das dann wesentlich häufiger vorkommen müsste.

    Das klingt bei Dir so als würdest Du selber diese Konstellation für äußerst unwahrscheinlich halten. Dabei muss es doch die wahrscheinlichere Erklärung sein, als dass Nikola Portner wissentlich Methamphetamin zu sich genommen hat.

    Das hört sich so an wie: Ich halte ihn zwar für unschuldig, aber auf Grund der Rahmenbedingungen sperre ich ihn vorsichtshalber mal für 6 Monate, damit kein Präzedenzfall geschaffen wird.

    Dann hast Du mich falsch verstanden. Ich habe heute Abend mehrfach hier ausgeführt, dass ich weder von seiner Schuld noch von seiner Unschuld überzeugt bin. Die aktuell geltenden Dopingregeln, besagen, dass der Sportler verantwortlich ist für in seinem Körper befindliche Substanzen. Ob man das persönlich gut findet oder nicht, ist Nikola Portner mit der positiven Dopingprobe auf Basis des NADC ein gedopter Sportler. Es ging in dem Verfahren nicht darum, Schuld oder Unschuld festzustellen, sondern ein angemessenes Strafmaß festzulegen. Ich denke, wir sind uns alle einig, dass es hinreichend Fakten gibt, um keine vierjährige Sperre zu verhängen.

    Ich persönlich finde die vermeintliche Erklärung zu unspezifisch, um komplett auf eine Sperre zu verzichten, aber falls NADA und WADA die Sichtweise des HBL-Präsidiums teilen sollten, dann werde ich das respektieren.

    [...] Das Urteil entspricht den Buchstaben des NADC (was Du ja bestreitest, weil Du lieber nicht alles liest). Über den faktischen Sachverhalt muss man gar nicht erst reden.

    Du hast vorgeblich alles gelesen und sprichst trotzdem (wider besseres Wissen?) von einem "Freispruch" für Portner. :hi:

    Das HBL Präsidium ist zu der Ansicht gekommen, dass die von Nikola Portner vorgetragenen Argumente seine Unschuld wahrscheinlicher erscheinen lassen, als seine Schuld (darauf beziehst Du Dich mit Artikel 3.1 des NADC). Das bedeutet aber nichts, dass die NADA oder WADA bei der Überprüfung des Urteils sich dieser Sichtweise anschließen müssen.

    fmikel

    Ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich nicht in der Position bin, hier ein juristisch wie moralisch richtiges Urteil fällen zu müssen. Von Peter2000 wurde die Frage aufgebracht, ob es in Ordnung sei einen Unschuldigen zu sperren, um das System aufrechtzuerhalten. Tatsächlich ist das ein Dilemma. Die Umkehr der Beweislast ist rechtsstaatlich äußerst fragwürdig und gleichzeitig alternativlos im Anti-Doping-Kampf.

    Ich würde nicht so radikal herangehen wie Fritz Sörgel, aber ich hätte wie gesagt eine sechsmonatige Sperre begrüßt. Diese hätte die Suspendierung von Nikola Portner in einem vertretbaren Maße verlängert und gleichzeitig wäre eben kein Präzedenzfall geschaffen worden, den Doper als Ausrede nutzen können.