Beiträge von Arcosh

    Hamburg ist der ungekrönte Unentschieden-Meister der Hinrunde. Letztlich wohl leistungsgerechtes Unentschieden, auch wenn man das kurz vor Schluss schon etwas besser hätte ausspielen können.

    Ist mir bei Hamburg schon mehrfach diese Saison aufgefallen, dass sie bei eigener Führung in der letzten Minute primär versuchen möglichst viel Zeit von der Uhr zu nehmen anstatt auf den entscheidenden eigenen Torerfolg zu gehen.

    Beim letzten Siebenmeter hätte ich Johannes Bitter noch einmal zwischen die Pfosten geschickt.

    Sollte die MT tatsächlich das getan haben, was Jim ihr vorwirft, wäre das ein weitaus größerer Skandal, als ein Mensah, der ruppig mit der sensiblen Technik umgeht. Mal sehen, ob und was die Verantwortlichen dazu noch zu sagen haben....

    Wieso sollte das ein Skandal sein?

    Die HBL und ihr Partner Kinexon bewerben seit Jahren offen die Echtzeit-Datenerfassung und -Auswertung von Performance-Parametern aller Spieler und die Mannschaften setzen diese Daten gezielt ein. Auf den Mannschaftsbänken sieht man regelmäßig Tablets, mit denen sich Co-Trainer die von Kinexon generierten Daten ansehen oder via DYN Spielszenen noch während der laufenden Partie analysieren und direktes Feedback an die Spieler und Trainer geben. Manche Trainer setzen diese Möglichkeiten mehr ein als andere, aber sie steht jedem offen und ist weder verboten noch skandalös.

    Angesichts der Vielfalt an zur Verfügung stehenden Echtzeit-Daten soll jetzt plötzlich die Ansprache während einer Auszeit eine unverletzliche Schutzzone sein? Die Mikrofon-Angeln während der Auszeiten gab es schon zu Zeiten des DSF und ihr glaubt ernsthaft, dass 30 Jahre später plötzlich die böse MT Melsungen auf die Idee gekommen wäre, bei Auszeiten zuzuhören? Das wirkt schon fast naiv.

    Zum einen werden in Auszeiten üblicherweise Spielzüge mit team-internen Namen angesagt, die von den Gegnern nicht direkt zugeordnet werden können. Zum anderen sind im Handball die taktischen Anweisungen meist nur eine Auslösehandlung, aus denen heraus die Spieler dann selbstständig Entscheidungen treffen. Wir sind ja zum Glück nicht beim Football wo die Spieler vor jeder Aktion detaillierte Spielzüge angesagt bekommen, um diese dann möglichst präzise auf dem Spielfeld umzusetzen und dabei möglichst wenig selbst nachdenken zu müssen. Ich bin überzeugt davon, dass zahlreiche Mannschaften die technischen Möglichkeiten einsetzen und alle zur Verfügung stehenden Informationen nutzen - inklusive dem Zuhören bei Auszeiten via Livestream. Aber gleichzeitig halte ich den Informationsgewinn durch Letzteres für überschaubar und die Trainer und Mannschaften verstehen es ihre Ansprachen während Auszeiten entsprechend anzupassen - ohne die Technik des übertragenden Senders zu beschädigen.

    Von außen betrachtet denke ich auch, dass es bei Giorgi Tskhovrebadze eher ein mentales Problem ist. Seine Athletik und Wurfqualität hat er mehrfach unter Beweis gestellt. Aber aktuell wirkt er wie ein Fremdkörper in der Mannschaft. Er bekommt dadurch nur noch wenig Spielzeit in der er sich unbedingt beweisen will, aber durch diesen Druck häufig schlechte Entscheidungen bei der Wurfauswahl trifft oder einfach schlechte Pässe spielt. Sofern er sich grundsätzlich in Deutschland wohl fühlt, würde ich ihm eine Mannschaft im oberen Bereich der 2. Bundesliga ans Herz legen, wo er mit weniger Druck und mehr Spielzeiten wieder zu seinen Stärken finden und seine Rolle auf dem Feld neu definieren kann.

    Falls aber vielleicht auch das Umfeld eine Rolle bei seiner Entwicklung in den letzten anderthalb Jahren gespielt haben sollte, dann sähe ich ihn bei einem ambitionierten Erstligisten in Südeuropa (Spanien, Portugal oder Südfrankreich) gut aufgehoben. Er ist mit 23 Jahren noch junge genug, dass er mit einem kleinen Umweg noch einmal durchstarten könnte und ich traue ihm zu, in zwei bis drei Jahren auch wieder in internationalen Wettbewerben in Erscheinung zu treten.

    Gottfriedsson hat gerade im Interview erklärt, dass es eine Reaktion auf das letzte Spiel war, wo Melsungen wohl tatsächlich mit gehört und die Informationen weiter gegeben hat.

    Macht es zumindest etwas verständlicher, auch wenn es natürlich trotzdem nicht sein muss.

    Du meinst, die SG hatte Sorge, dass der taktisch ausgeklügelte Standhandball mit einem abgefälschten Notwurf von Jim Gottfridsson nach der letzten Auszeit vorzeitig bekannt worden wäre?

    ALF:

    Konkret weiß ich, dass in der Kölnarena zur Abdeckung der Eisfläche recht dicke, mehrschichtige Platten zum Einsatz kommen. Erst eine Kunststoff-Schicht, die das Festfrieren am Eis verhindert, dann als Isolation eine Polystyrol-Schicht und abschließend eine Kautschuk-Schicht, damit der Boden federn kann.

    Das ist wieder typisch für uns. Aus meiner Sicht ist es ein klares Foul, ein großer Schritt hin zum Gegenspieler wird immer so gepfiffen. Warum sollte es hier anders sein?

    Natürlich sind Siebenmeter und Zeitstrafe in der letzten Situation vollkommen regelgerecht. Aber Vukovic folgt blind, mit dem Rücken zum Gegenspieler dem Passweg und kann nicht ahnen, dass Zerbe vom Siebenmeterstrich werfen will.

    Und das "einfache Abdecken" funktioniert nach meinen Informationen in Kombination mit dem Hallenboden der HBL nicht....(wohl aber für andere Veranstaltungen). Und ja, auch das Auf- und Abbauen der Banden ist ein Thema.

    Danke für die Information. Vielleicht mal in Mannheim, Hamburg oder Köln nachfragen, denn dort liegt der HBL-Boden auch auf der Eisfläche.

    Insgesamt eine gute erste Halbzeit des VfL Gummersbach. Mitte der ersten Hälfte hatten sie sich zuviel technische Fehler erlaubt und dadurch den Vorsprung leichtfertig verspielt. Ich bin sehr gespannt wie lange beide Mannschaften das Tempo so hoch halten können.

    Die Schiedsrichter haben bei Siebenmeter-Entscheidungen und Zeitstrafen bislang leider nicht dasselbe Maß auf beiden Seiten angelegt.

    P.S.: Kann Zerbe auch aufs Tor werfen ohne jedes Mal aktiv den Kontakt zum Abwehrspieler zu suchen?

    Das Eis bleibt doch das ganze Jahr über bestehen und wird für andere Veranstaltungen nur abgedeckt. Notwendige Eisbereitung ist also lediglich die Bearbeitung der obersten Eisschicht mit dem Zamboni und das erfolgt ohnehin vor jedem Spiel.

    Zeitaufwändige Umbaumaßnahmen sind in der Regel eher der Auf- und Abbau der Bandenelemente des Eishockey sowie das Verlegen des Handball-Bodens.