Beiträge von Arcosh

    Nenne mir bitte 4 Frauen Gespanne im DHB Bundes bzw. im Elitekader!!!

    Es gibt drei weibliche Schiedsrichter-Gespanne im Elite- und Bundeskader des DHB (wobei Tanja Kuttler & Maike Merz derzeit pausieren) und darüber hinaus weitere im Nachwuchs- und Perspektivkader.

    Wobei man sich auch die Frage nach den Alternativen stellen muss.

    Zunächst einmal würde das bedeuten, dass man an Teitur Einarsson als Stammspieler für den rechten Rückraum festhalten würde. Dahinter müsste man entweder Giorgi Tskhovrebadze als Backup behalten oder einen jungen, talentierten Linkshänder finden, den man mittelfristig zum Stammspieler aufbauen könnte. Linkshänder im rechten Rückraum sind rar, von vielen Vereinen umworben und der VfL Gummersbach kann derzeit nicht mit einer Europapokalteilnahme in der kommenden Saison locken und wohl auch nicht mit dem großen Geld. Natürlich sind die HBL und Trainer Gudjon Valur Sigurdsson zwei Argumente, aber einen Spieler vom Format eines (gesunden) Kay Smits wird man damit nicht nach Gummersbach holen können. Es würde eher wieder auf ein Talent wie Giorgi Tskhovrebadze hinauslaufen, dessen Eignung für die HBL sich dann erst im Laufe der Saison herauskristallisieren würde.

    Besonders deutlich wurde es, als gerade Schluroff fast das Trikot ausgezogen wurde.

    Aus meiner Sicht der negative Höhepunkt war das rotwürdige Foul von Niklas Weller in der 26. Minute als Ole Pregler im Wurf die Hand des nach vorne ausgestreckten Arms ins Gesicht bekommt, dadurch die Körperkontrolle verliert und mit dem Hinterkopf unkontrolliert auf den Boden knallt - die Schiedsrichter aber in dem Moment wohl beide die Augen geschlossen hatten, weil sie gar nicht reagierten.

    Eine sehr gute erste Halbzeit des VfL Gummersbach wird mit einer 14:18-Halbzeitführung belohnt, die noch höher hätte ausfallen können, wenn die Schiedsrichter nicht reihenweise zweifelhafte Entscheidungen zugunsten der Gastgeber getroffen hätten. Der VfL darf sich davon nicht verunsichern lassen, sondern muss sein Spiel durchziehen, dann können sie die Punkte heute mitnehmen.

    Und das Auswärtsspiel in Berlin? Die Hürde halte ich für höher.

    Rein sportlich ist Berlin wahrscheinlich eine noch etwas höhere Hürde, aber das Spiel ist erst am 31. Spieltag. Bis dahin kann schon einiges (vor-)entschieden sein. Sollte die MT jetzt in Flensburg gewinnen, dann wahren sie den Vorsprung auf die Verfolger und könnten sich weiterhin einen Ausrutscher (oder eben eine Niederlage in Berlin) erlauben und würden trotzdem Tabellenführer bleiben. Im Falle einer Niederlage wären wieder drei, vier Verfolger in direkter Schlagdistanz. Wegen der Kombination aus sportlicher Herausforderung und psychologischer Wirkung halte ich das Spiel in Flensburg für entscheidender auf dem Weg zur möglichen Meisterschaft.

    Ben Matschke sagte im DYN-Interview nach dem Spiel: "Wir haben den Spielzug so kreiert, dass er [Marcel Schiller] den Wurf hat". Das bedeutet der Abschluss von Linksaußen war abgesprochen und ich nehme an, dass Marcel Schiller den Kempa-Trick im Vorfeld eher als Plan B abgesprochen hatte, falls er keinen guten Winkel haben würde. Statt Marcel Schiller zum Sündenbock zu machen würde ich eher fragen, wieso im letzten Angriff die Rückraumspieler so einen blinden Alibi-Handball ohne eigenen Druck aufs Tor präsentieren, den Kopf komplett abstellen und blind den Ball bis zu Marcel Schiller durchpassen.

    Gislason erzeugt mit seiner vorbildlichen Sperre am Kreis eine 3-gegen-2-Überzahl auf der linken Angriffsseite. Der erste Fehler ist, dass Hallbäck nicht in die Lücke stößt, um Kohlbacher zu binden, sondern bereits auf 10 Metern den Pass zu Sunnefeldt spielt. Somit wird aus der Überzahl wieder eine 2-gegen-2-Angriffssituation.

    Sunnefeldt macht seinerseits auch keinerlei Versuch auf die Lücke zwischen Kohlbacher und Grötzki zu stoßen, sondern spielt bereits auf 9 Metern mit fast zwei Metern Abstand zu Kohlbacher den Pass weiter auf Außen, so dass sich Grötzki frühzeitig nach Außen bewegen und den Winkel für Schiller verkürzen kann.

    Am Ende muss Schiller dann versuchen, das Beste aus diesem völlig verkorksten Spielzug zu machen. Vielleicht hätte er abbrechen und zurück auf Halblinks passen sollen, aber seine Mitspieler hatten größtenteils schon abgeschaltet, weil sie "ihren Teil der Arbeit" bereits erledigt hatten. Hallbäck läuft bereits Richtung Bank, Sunnefeldt ist auch im Rückwärtsgang und Gislason bemüht sich nicht einmal um eine gute Position am Kreis falls es zum Abpraller kommen sollte. Alle schauen nur zu was Marcel Schiller macht, weil der Trainer den Spielzug so angesagt hat.

    Beim anschließenden Gegenstoß sind vier Göppinger hinten in der Abwehr, aber alle stehen in der Mitte um Kohlbacher herum, während beide Außen der Rhein-Neckar Löwen völlig frei sind und vor allem niemand auf Juri Knorr heraustritt, um ihn festzumachen oder zumindest den Pass zu erschweren.

    Marcel Schiller ist der letzte FAG-Spieler, dem ich in den letzten 23 Sekunden einen Vorwurf machen würde.

    Nach dem fünften Spieltag stehen Montpellier HB und Bidasoa Irun als Gruppensieger der Gruppen 1 und 2 fest, haben damit das Viertelfinale vorzeitig erreicht und sind die potenziellen Viertelfinalgegner für die Zweit- und Drittplatzierten der "deutschen" Gruppen 3 und 4.