Beiträge von Arcosh

    Wenn Chile gegen Saudi-Arabien gewinnt, dann bräuchten die Österreicher einen Sieg mit mindestens 10 (um ganz sicher zu sein 11) Toren Vorsprung gegen Tunesien. Das scheint mir eine zu hohe Hypothek zu sein. Falls die Chilenen verlieren sollten, würde anschließend den Österreichern jeder Sieg zum Erreichen der Hauptrunde reichen. Tunesien wäre mit einem Punktgewinn sicher in der Runde der letzten 12.

    Kämpferisch kann man der Mannschaft keinen Vorwurf machen ... es fehlt einfach noch das letzte Quäntchen Erfahrung und Abgeklärtheit um sich selbst mit einem Sieg zu belohnen. Christian Prokop hat heute viele richtige Entscheidungen getroffen. Die Abwehr war erstklassig auf diese Aufgabe gegen den Weltmeister vorbereitet und der Torwartwechsel zurück auf Wolff kam auch genau zur rechten Zeit. Mit (hoffentlich) 3:1-Punkten als Ausgangslage für die Hauptrunde hat die Mannschaft ihr Schicksal in der eigenen Hand und ist auf keine Schützenhilfe angewiesen.

    Das ist das geile am handball. Vor 24 Stunden hing der Himmel voller Wolken nach dem Punktverlust ggegen Russland und jetzt ist plötzlich dr Gruppensieg wieder drin ... auch wenn die Franzosen den Vorteil haben das deutsche Ergebnis zu kennen und beim Torverhältnis nachlegen zu können.


    @Rheiner:
    Ich schätze Deine Expertise bei Regelfragen, aber in Bezug auf die DHB-Mannschaft bei der WM verrennst Du Dich zurzeit in einer Sackgasse.

    Ich liebe solche Abwehrschlachten, das ist besser als irgendwelches 35:33-Run-and-gun-Geballere. Man muss natürlich zugeben, dass das Spiel auf beiden Seiten noch zu viele technische Fehler aufweist, um wirklich hochklassig zu sein. Insbesondere die erste und zweite Welle sind bei den Deutschen wie schon gestern sehr chaotisch - bei den Franzosen aber genauso.

    Das war bei der Frauen- EM, aber auch heute war es nicht zu übersehen, daß es aktuell nicht einfach ist, Russe zu sein.
    Schieris pro Brasilien, ganz klar.
    Dennoch muß sich Dibirov im Griff haben.


    Hätten die Russen bei den Schiedsrichtern einen so schweren Stand, hätte es gestern in der 55. Minute wohl eher nicht die Zeitstrafe gegen Patrick Wiencek gegeben - die man geben kann, aber nicht unbedingt muss. Ich habe jedenfalls heute keine klaren Fehlentscheidungen zu Gunsten oder Ungunsten einer der beiden Mannschaften gesehen.

    @Rheiner
    Es würde mich nicht einmal überraschen, wenn die Serben gleich gegen Korea patzen.


    Für das ausgegebene Ziel der Deutschen, nämlich das Erreichen des Halbfinales, kommt es ohnehin kaum darauf an, ob die DHB-Auswahl die Punkte gegen Brasilien oder den Punkt gegen Russland mitnimmt. Falls es keine völlig unerwarteten Ausrutscher der Konkurrenten gibt, dann ist die Voraussetzung fürs Halbfinale schlicht, das zwei der drei Spiele gegen Frankreich, Sopanien und Kroatien gewonnen werden müssen. Ich mag derzeit noch nicht wirklich daran glauben, weiß aber auch, dass die Spielweise von Spanien und Kroatien der deutschen Mannschaft durchaus entgegen kommt und die Kölnarena sicherlich ein Faktor werden kann. Heute Abend also das erste von drei Spielen um das Halbfinalticket und danach sind wir alle ein wenig schlauer.

    Glückwunsch an die Brasilianer. Falls sie im letzten Spiel gegen Korea nicht überraschend stolpern, dann ist ihnen die Hauptrundenteilnahme nicht mehr zu nehmen. Für die Russen natürlich eine herbe Enttäuschung nach dem gestrigen Punktgewinn,

    Betrachtet man diese Gruppe ohne schwarz-rot-goldene Fanbrille, dann erinnert die Konstallation ein wenig an die Gruppe D. Eine dominante Mannschaft und dahinter vier ordentliche Teams von denen jeder jeden schlagen kann, aber eigentlich niemand sich fürs Halbfinale aufdrängt, sondern maximal auf die Olympiaqualifikation hoffen darf. Aber vielleicht strafen mich nachher Deutschland und Frankreich auch lügen.

    Ein zähes Spiel in der ersten Halbzeit. Keine der Mannschaften konnte ihre Überzahlsituationen entscheidend nutzen. Die deutsche Mannschaft macht es im Angriff gegen die offensive russische Abwehr gut den Ball schnell laufen zu lassen und von jeder Position ständig Torgefahr auszustrahlen. Da versteckt sich keiner und spielt den Ball bloß weiter ohne Druck aufs Tor auszuüben. Schwachstelle ist definitiv die rechte Abwehrseite der deutschen Mannschaft. Patrick Groetzki steht regelmäßig schon deutlich im Kreis bevor er den Kontakt mit dem Gegenspieler überhaupt aufnimmt. In der zweiten Halbzeit besteht hier die Chance mehr zu wechseln, weil es die banknahe Seite ist. Das sind unnötige Siebenmeter mit Ansage. Darüber hinaus ist mir das Umschaltspiel zu hektisch und unstrukturiert. Bei der zweiten Welle hat man nicht das Gefühl, dass es trainierte Laufwege gibt. Dann lieber Tempo rausnehmen und in Ruhe den Positionsangriff nutzen.

    Tunesien - Chile 36:30 (18:15)
    Damit läuft alles auf eine Entscheidung über den letzten Hauptrundenplatz am letzten Spieltag zwischen Tunesien und Österreich hinaus - wobei Chile noch der lachende Dritte sein könnte, denn in einem möglichen Dreiervergleich haben sie ein positives Torverhältnis vorgelegt. Eine noch bessere Ausgangsposition haben sie in den letzten Minuten vergeben, als sie durch überhastete Abschlüsse sich noch einen 0:4-Lauf eingefangen haben.

    Serbien - Brasilien 11:14 (Halbzeit)
    Brasilien hat in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit viele klare Torchancen vergeben und so konnten die Serben den zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand auf ein erträgliches Maß reduzieren. Die Brasilianer müssen wieder mehr Ruhe in ihr Spiel bringen und dürfen nicht zu risikoreich agieren.

    Ich sehe auch nicht warum ausgerechnet die EHF hier ihr wertvollstes Produkt aufgeben sollte.

    Zum Wohle der Spieler ... nein, Spaß beiseite :lol:

    Als Denkanstoß: Die EHF verzichtet auf ihr Premiumprodukt Europameisterschaft. Im Gegenzug erhält die EHF eine Beteilugng an den Gewinnen aus Weltmeisterschaften, mit den von mir oben vorgeschlagenen WM-Qualifikationsturnieren könnte endlich mal wieder Basisarbeit in den kleineren Handballnationen gefördert werden und obendrein wäre durch den Wegfall der Qualifikationstermine während der Vereinssaion mehr Platz im Rahmenspielplan um die von der EHF gewünschte Superliga auf Vereinsebene umzusetzen. Unterm Strich könnte das durchaus ein Gesamtpaket sein über das es sich nachzudenken lohnt.

    Braucht es (unter rein sportlichen Gesichtspunkten) überhaupt eine Handball-Europameisterschaft? Der europäische Handball dominiert die Sportart derart, dass eine EM eigentlich obsolet ist. Alle zwei Jahre eine Handball-Weltmeisterschaft und dazu das olympische Turnier sind meiner Meinung nach ausreichend. Im Gegenzug für die Abschaffung der EM könnte der Modus der WM-Qualifikation angepasst werden. Mir schweben spontan für die Vergabe der 12 europäischen WM-Teilnehmerplätze sechs Tuniere mit je fünf Mannschaften vor. Die Turniere werden im Modus Jeder-gegen-Jeden binnen einer Woche im Januar der geraden Jahre ausgespielt (bzw. neun Tage unter Einbeziehung zweier Wochenenden und der dazwischenliegenden Woche). Eine der teilnehmenden Nationen dient jeweils als Gastgeber und die beiden Erstplatzierten qualifizieren sich für die Weltmeisterschaft. (Dem ganzen müsste evtl. noch eine Play-Off-Runde vorgeschaltet werden um die Anzahl der Nationen auf 30 zu reduzieren.) Der Modus ist fordernd und ermöglicht es zudem auch kleineren Handballnationen ein Qualifikationsturnier auszutragen. Statt diversen Länderspielterminen über die ganze Saison verteilt, gäbe es nur noch diese Qualifikationsphase im Januar und dazu vereinzelte Termine für Testspiele. Das würde gleichzeitig die Belastung der Spieler reduzieren und die Terminplanung des Vereinshandballs entspannen.

    Ich glaube zwar nicht daran, dass die EHF die Vermarktung der Europameisterschaft zugunsten kleinerer WM-Qualifikationsturniere aufgeben würde, aber unter sportlichen Gesichtspunkten würde es meiner Meinung nach sehr viel Sinn machen und einige Probleme im Handball lösen.

    Auf die SR-Ansetzung für Dienstag bin ich gespannt. Prädestiniert wären doch Nicht-Europäer. Oder das dritte Mal hintereinander Skandinavier, dieses Mal vielleicht die Schweden? Wird interessant.


    Es sind tatsächlich die schwedischen Schiedsrichter an der Reihe ... aber das dritte Mal hintereinander bedeutet eben schon Montag und nicht erst Dienstag.

    Bei der Turnierhälfte in Dänemark geht es realistisch betrachtet nur darum 2 aus 3 fürs Halbfinale zu finden und das erste der drei Duelle ist erst am Donnerstag. Dahinter gibt es dann noch das Ziel "Spiel um Platz 7" zwecks Olympiaqualifikation, aber das ist für die ortsnahen Zuschauer eher irrelevant.